Schadhafter Dachstuhl

Diskutiere Schadhafter Dachstuhl im Dach Forum im Bereich Neubau; Ich habe vor 6 Jahren mein Haus gebaut und von einer namhaften Firma den Dachstuhl als Walmdach errichten lassen. Lt. Angebot wurde eine PAE-Folie...

  1. #1 boumeester, 05.04.2022
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    Ich habe vor 6 Jahren mein Haus gebaut und von einer namhaften Firma den Dachstuhl als Walmdach errichten lassen.
    Lt. Angebot wurde eine PAE-Folie als Dampfbremse verlegt, die oberste Geschoßdecke gedämmt und Rigidurplatten auf der Dämmung verlegt.
    Als ich vor kurzem an einem trüben Wintertag den Dachstuhl begutachtete, fielen mir aber ein großer Wasserfleck (s. Foto) sowie nasse Endstücke der großen Dachsparren auf! Schimmel scheint es (noch??) nicht zu geben.
    Aber ich bin halt Laie und kann das überhaupt nicht einschätzen….


    [​IMG]
    Trocknen diese Endstücke der Dachsparren immer wieder auf, wenn es mehrere Tage trocken ist und ist das normal dass diese immer mal nass sind? Oder ist mein Dachstuhl in einigen Jahren ein Sanierungsfall? Mir sind ansonsten keine nassen Flecken, Schimmel, Pilze oder Ungeziefer aufgefallen!
    Wie würdet ihr das anhand des Fotos einschätzen?

    Was ich als Baupfusch bereits fix weiß, ist, dass in der Rohbauphase die obersten Ziegelreihen leider nicht mit Mörtel verschlossen wurden. Somit hat es die feuchtwarme Luft sicher leichter, innerhalb der ziegel nach oben zu steigen und am dachboden zu kondensieren:
    20150319_131728.jpg
     
  2. DD A

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    Nein sollte nicht immer so sein, scheint irgendwo warme feuchte Luft in den Speicher zu gelangen , und dann an dieser Stelle, wo die Sparren mach aussen gehen zu kondensieren. Ich empfehle sich an die damalige Baufirma /Planer wenden. Da es ja scheinbar ein dauerhaftes ( es kommt regelmäßig vor) Problem zu sein scheint, und nicht alle 10 Jahre bei außerordentlicher Temperaturdifferenz was auch immer vorkommt, empfehle ich eindeutig handeln und den Fehler suchen , ggf. Undichte Speichertreppe , irgendein Lüfterrohr was nicht vernünftig angeschlossen ist oder ähnlich.
     
  3. #3 boumeester, 09.04.2022
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    Dass die obersten ziegelreihen nicht mit mörtel verschlossen wurden, kann nicht der grund sein? Diesen baupfusch zu beheben ist ja ein ding der unmöglichkeit...
     
  4. #4 petra345, 09.04.2022
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    Bevor hier Theorien über die Herkunft des Wassers aufgestellt werden, muß zuerst die wahre Ursache vor Ort ermittelt werden.
    Wenn der Fehler von Anbeginn vorhanden gewesen wäre, hätte man nach 6 Jahren bereits deutliche Fäulnis am Holz.
    Es ist möglich, daß ein Fall von Baumangel und Gewährleistung, die bereits abgelaufen ist, vorliegt. Sicher bin ich da nicht.
    Also erst mal vor Ort suchen!
    .
     
  5. #5 Wieland, 11.04.2022
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    Augenscheinlich sieht es aus, als würde das Wasser
    von der Rinne ausgehend unter die Ziegel geblasen
    Und nicht von oben kommen oder kondensieren!

    Vermute Westseite ohne Rinnen-Einlaufblech!
    Und Windböen!

    Vielleicht kann hier auch mal ein Dachdecker etwas sagen!

    Aber die Quelle muss abgestellt werden.

    Grüße

    Michael
     
  6. #6 boumeester, 11.04.2022
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    @Michael:
    Vielen dank für deinen beitrag. Aber deine vermutung kann ich zu 100% ausschließen.

    Mir haben jetzt 2 Leute 3-4 lüftersteine empfohlen. Dürften grad mal 2 dachdeckerstunden sein... wäre ein versuch wert das zu probieren, oder?

    Desweiteren wurde mir noch empfohlen meine vermutlich zu diffusionsoffene dachbodentreppe mit kompriband etc noch dichter zu machen.
    Was haltet ihr davon?
     
  7. #7 petra345, 11.04.2022
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    Nichts!
    Wenn feuchtwarme Luft in den Dachraum dringt, würde ich eine Kondensation und Schäden im Firstbereich vermuten. Aber nicht an der Traufe.

    Da es bisher ohne Lüftersteine und ohne Schäden gegangen ist, halte ich davon wenig bis nichts.
    Außerdem funktionieren regendichte Dächer in der REgel auch ohne Lüftersteine.
    Ich habe jedenfalls an meinem Dach keinerlei Lüftersteine, der Vertreter von Braas hatte keine Einwände und ich habe seit 30 Jahren keine Schäden.

    Da der Schaden an der Traufe ist, sollte e s möglich sein, notfalls mit einer Leiter, das Dach von außen anzusehen und dabei an der Traufe unter die Dachziegel zu schauen.
    .
     
  8. #8 boumeester, 11.04.2022
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    @petra345:
    Warum sollte der schaden genau dort auftreten, wo eh ausreichend belüftet ist, nämlich im firstbereich?!?
     
  9. #9 petra345, 12.04.2022
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    Weil dort die feuchtwarme Luft abkühlt, der Wasserdampf kondensiert und die Konstruktion durchfeuchtet.

    Die Durchfeuchtung ist, nach meiner Ansicht des Bildes, im Traufbereich.

    Hat es im Winter Schneeanhäufungen im Traufbereich oder am Schneefanggitter gegeben?
    Bei solchen Anhäufungen kann der Schnee tauen, das Schmelzwasser kann sich aufstauen und durch die Ziegel laufen.

    In welcher Region steht das Objekt?
     
    1958kos und simon84 gefällt das.
  10. #10 boumeester, 14.04.2022
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    @petra345:
    Es kondensiert im firstbereich zu wasser und das wasser läuft zw unterspannbahn und vollschalung runter bis in den bereich der traufe, wo es dann zur durchfeuchtung kommt. So hat es mir mal irgendein bekannter erklärt.
    Mit schnee o.ä. hatte ich nie probleme. Wohne in NÖ auf 200m Seehöhe. Wir haben im winter 3-4 tage schnee...
     
    simon84 gefällt das.
  11. #11 petra345, 15.04.2022
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    Warum soll das Wasser im Firstbereich genau auf der Folie kondensieren und nicht auch auf oder unter der Schalung?
    Warum soll die Folie dann nur bis fast an die Traufe reichen?
    Das ist zwar alles möglich. Es erscheint mir aber unwahrscheinlich.

    Bis 30 ° laufe ich auch noch auf manchen, aber nicht allen, Dachziegeln. Man sollte aber eine PSA oder bis 4 m eine Leiter benutzen. Dann kann man die Ziegel von außen hochschieben und den Fluß des Kondenswassers nachspüren.

    Die Kripo arbeitet mit der Strategie: Man geht so lange von wahrscheinlichen Erklärungen aus, bis Indizien in eine andere Richtung zeigen.

    Alles andere ist zur Zeit Kaffesatzlesen. Es fehlen die Indizien.
    .
     
  12. #12 boumeester, 18.04.2022
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    Wieviele lüftersteine würdet ihr verlegen und wo würdet ihr diese platzieren?
    Morgen kommt ein zimmerer von der dachstuhl-firma zu mir.
     
  13. #13 petra345, 19.04.2022
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    So lange ich nicht eindeutig weiß, woher das Wasser kommt, würde ich nicht daran denken, die Anzahl der Lüftungssteine zu ermitteln.
     
  14. #14 boumeester, 28.04.2022
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    Gibt es noch andere meinungen?

    Mir wurden nun vom zimmerer der sich das vor ort angeschaut hat, froschmäuler nach jedem 2. Dachsparren empfohlen. Er meint dass ich dadurch eine richtig gute belüftung im dachraum bekomme und sich so der schimmel vermutlich nicht weiter ausbreiten kann.
    Was ist von diesen froschmäulern zu halten?
     
  15. #15 Hercule, 28.04.2022
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    Wird nicht normalerweise im Firstbereich ein Lüftungsrollfirst verbaut der verhindert, dass Kondensat / Schneetrieb Schäden verursacht aber feuchte Luft von innen nach aussen kann ?
     
  16. #16 boumeester, 09.05.2022
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    Auf die rückmeldung vom zimmerer warte ich immer noch. Habe aber gelesen dass froschmäuler blöd sein dürften, was regenwasser und schneeverwehungen betrifft.... :-/

    Ich habe nun meinen Fassaderer von damals kontaktiert. Er schlägt mir vor, auf allen 4 Seiten ein Lüftungsgitter in der Mitte zu verbauen. Das würde lt. ihm ausreichen für eine ordentliche Belüftung. Es dürfte nicht notwendig sein, auf der kompletten Seite durchgehend die Lüftungsgitter zu verbauen.

    Es wäre mind. 1 Tag Arbeit und er würde es eher von außen machen. Zuerst die 20cm EPS durchschneiden, dann die OSB-Platte.

    Er hat mir vom eingespachtelten Hinterlüftungsprofil aber abgeraten und würde stattdessen ein Blech samt Insektenschutzgitter einklemmen.

    Was hält ihr von dem Lösungsvorschlag? Denkt ihr dass das reichen wird um die Ursache des Problems zu beheben?
     
  17. ps0125

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    Anhand der dürftigen Angaben hier lässt sich das so nicht sicher sagen.
    Da gibt es doch sicher einen Plan, wie das Detail ausgeführt ist. Bitte hier einstellen.

    Ist ein WDVS verbaut?

    Irgendwelche Lüftungsgitter können vielleicht die Symptome mildern, aber die Ursache der Feuchtigkeit sollte geklärt werden.
     
  18. #18 boumeester, 16.05.2022
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    @ps0125:

    Die Ursache der Feuchtigkeit kenne ich bereits: die fehlerhaft eingebaute Dachbodentreppe und nicht verputzte oberste Ziegelreihe des Rohbaus führen dazu dass aufsteigende feuchtwarme Luft am Dachboden kondensiert.

    Die oberste Ziegelreihe werde ich nachträglich nicht mehr verputzen können, aber dass mir die Zimmerer die Dachbodentreppe nochmal richtig einbauen, da werde ich drauf bestehen! Dichtungsband der Fa. Wippro habe ich bereits erhalten und den Bauschaum ersetze ich durch lose Steinwolle.

    WDVS ist verbaut, 20cm. Leider bis oben zu den Dachsparren. Richtigerweise hätte in den obersten 5-8cm ein Lüftungsgitter verbaut gehört. Mit einem Plan kann ich leider nicht dienen.
     
  19. ps0125

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    Da liegt doch eine Betondecke auf der Wand auf.
    Wenn da ein WDVS angebracht ist würde ich behaupten, dass die Decke bis Außenkante Mauerwerk betoniert wurde, dann muss da auch nichts zusätzlich verschlossen werden.
    Da ist es noch wahrscheinlicher, dass das WDVS nicht korrekt verklebt wurde und zwischen Mauerwerk und WDVS Feuchtigkeit aufsteigen kann.
    Das würde auch zu den Bildern passen.
    Die Bodentreppe kannst du gerne zusätzlich abdichten, die ist für diese feuchten Stellen dann aber nicht verantwortlich.
     
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