Schalldämmung der Abwasserrohre

Diskutiere Schalldämmung der Abwasserrohre im Sonstiges Forum im Bereich Haustechnik; Wir wollen uns bei unserem (freistehenden) Neubau-EFH durch die besondere Beachtung des Schallschutzes der Abwasser-Rohre "etwas Gutes" tun....

  1. Tommi

    Tommi

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    Wir wollen uns bei unserem (freistehenden) Neubau-EFH durch die besondere Beachtung des Schallschutzes der Abwasser-Rohre "etwas Gutes" tun.

    Sanitex No.1 bietet uns Geberit db20 Abflussrohre an z.B. DN 90 = 31,27 EUR/m + 30 % Verarbeitungszuschlag = 40,65 EUR/m
    Sanitex No.2 bietet normale HT-Rohre DN 100 mit Tubolit AR-Schlauch an (20,27 + 60 % + 7,14 = 39,57 EUR/m).
    Sanitex No.3 bietet WAVIN AS Rohre an, derzeit noch kein Preis bekannt.

    Preislich besteht also - bei No. 1 und 2 - fast kein Unterschied.

    Besteht Eurer Meinung nach auch ein Unterschied bei der Effektivität des Schallschutzes der drei Varianten?

    Gruß

    Tommi

    PS: Vormauerungen mit schweren Ziegel sind selbstverständlich auch geplant.
     
  2. #2 Achim Kaiser, 13.09.2004
    Achim Kaiser

    Achim Kaiser Gast

    Bislang haut mich noch keiner der Vorschläge vom Hocker. Alles bislang noch keine Glanztat.

    Guter Schallschutz fängt bei der Grundrissgestaltung an. Sämtliche Rohrleitungen sollten in Schächten und Vormauerungen geführt werden. Sämtliche Wände an denen Abwasserleitungen und auch Rohrleitungen befestigt werden sollten ein Mindestwandgewicht von 220 kg/m² aufweisen.

    Grundsätzlich ist jede Rohrleitung durch einen Dämmmantel vor Körperschallkontakten zum Bauwerk zu trennen.

    Bei der DB-20 Lösung fehlt mir der Körperschallschutz in Form einer Dämmung.

    HT-Rohr ist der preiswerteste Werkstoff den man überhaupt kaufen kann, entsprechend sind die Werkstoffeigenschaften. Schallschutztechnisch gibts keinen mieseren Werkstoff, den Schallschutz muß die Dämmung erbringen.

    Wavin AS ist schallschutztechnisch in etwa vergleichbar mit Geberit DB-20. Körperschalldämmung ist trotzdem notwendig.

    Rehau hat auch noch ein System --> Raupiano...ist vergleichbar von der Verlegung mit HT aber die Schallschutzeigenschaften sind besser...Info : www.rehau.de. Körperschalldämmung auch hier notwendig.

    Dann gibts noch das gute, alte SML-Gußrohr, besitzt die höchste Masse, bietet Vorteile insbesondere dort wo es auf den Luftschall ankommt. Dämmung auch hier erforderlich.

    Ansonsten hat die komplette Installation *vor der Wand* zu liegen. Schlitzinstallationen und ähnliches Gewürge torpediert den Schallschutz von Anfang an.

    Vorwandlösungen im Trockenbau bieten noch etwas günstigere Schalldämmwerte als gemauerte Lösungen (Bestwert ca. 19 dB(A) über 24 db(A) für die Tockenbaulösungen bis 27 dB(A) in vorgemauerter Ausführung mit vermauerten Elementen).

    Weiterführende Info zum Schallschutz gibts hier :
    http://www.viega.de/servlet/PB/show/1001673_l1/17 Anwendungsbroschüre viegaswift.pdf

    98 Seiten viele Grundsatzinfo und natürlich firmenspezifisches...

    Beim Schallschutz gilt eins ganz besonders...ein Fehler egal ob im Konzept, in der Planung oder der Ausführung verdirbt alles.

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  3. Tommi

    Tommi

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    Ist so geplant!

    Sie haben Recht. Auf der Heimseite von Geberit fand ich diesen Hinweis: "Zur Vermeidung von Körperschallübertragungen ist das Abwassersystem durch eine Isolierung vom Baukörper zu trennen. Isolierungen sind im Sortiment enthalten."

    Nochmal schnell ins Angebot von Sanitex No.1 geschaut und tatsächlich TUBOLIT-Schläuche gefunden. Uuupps...

    Auch Rehau schreibt: "Im Falle des Einbetonierens wird empfohlen, die Rohrleitungen durch handelsübliche Körperschalldämmunen s>= 4 mm vom Baukörper zu trennen".

    Schließlich Wavin: "Sollten Schallschutzmaßnahmen erforderlich sein, ist die Rohrleitung zur Vermeidung von Körperschall zu isolieren."

    Fazit nunmehr:

    Sanitex No.1: dB20 + Tubolit: in Ordnung!
    Sanitex No.2: HT + Tubolit AR-Schlauch zu gleichem Preis wie No.1: schlechtere Schalldämmung + zu teuer!
    Sanitex No.3: Wavin + "Schlauchisolierung" unbekannten Fabrikats: in Ordnung!

    Ergänzende Frage: Muß der ganze Abwasserfallstrang (vom Zufluß z.B. durch WC bis zum Abfluß durch die Bodenplatte in die Hausanschlußleitung) schalldämmend ausgeführt werden?

    Oder genügt es, den Strang in den bewohnten Räumen schallgedämmt auszuführen, also im Keller wieder auf "billige" HT-Rohre zu wechseln?

    Gruß

    Tommi
     
  4. #4 Jürgen V., 14.09.2004
    Zuletzt bearbeitet: 14.09.2004
    Jürgen V.

    Jürgen V.

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    Das Zauberwort heißt --Lückenlos-- also über all dort wo
    ein Kontakt mit dem Baukörper nicht auszuschließen ist.
    Auch in Schächte!

    Abwasserleitungen unter dem Estrich kann dann in HT – Rohr
    mit Isolierung ausgeführt werden.
    Hier sind die Durchmesser aufgrund der stärkeren Wanddicken
    der Abflussrohre meist nicht kompatibel ( HT-Rohr=50mm / DB20=56mm)
    und spätestens am Siphon benötigst du dann einen Übergang.

    Freiliegende Leitungen im Keller würde ich auch in dem gleichen Material
    Ausführen wie die Fallstränge, allein schon wegen der Luftschallübertragung.
    Meist sind auch spezielle Übergänge auf HT-Material notwendig
    was die Installation unnötig erschwert oder verteuert.
     
  5. #5 Tommi, 14.09.2004
    Zuletzt bearbeitet: 14.09.2004
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    @Heizer: Danke!

    Deine Aussage heißt für mich:

    Der gesamte Abwasserstrang (also auch im Keller) wird in schalldämmenden Rohre ausgeführt. Die Schlauchisolierung gegen Körperschallübertragung wird jedoch nur bei Deckendurchbrüchen, Vormauerungen und unterm Estrich verwendet.

    Begründung: Bei einem Abwasser-Rohr, das unter der Kellerdecke verzogen wird, ist ein Isolierschlauch unnötig.

    Gruss

    Tommi
     
  6. Eric

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    Nochmals zu Verdeutlichung:

    Die Abwasserrohre erzeugen Luftschall. Daher ist es für eine gute Luftschalldämmung angezeigt, dickwandige Kunststoffrohre ( Wavin, Geberit dB 20 usw. ) oder Gußrohre zu verwenden.

    Davon zu unterscheiden ist der Körperschall. Der wird dadurch erzeugt, daß die Rohre Kontakt zum Baukörper ( Putz, Mauerwerk usw. ) haben. Die Rohre müssen deshalb schallentkoppelt an den Wänden befestigt werden mit dazu geeigneten Rohr-und Stützschellen. Die Rohrdämmung ( nicht: Isolierung > macht nur der Elektriker ) ist insbesondere erforderlich, weil die Putzer und Maurer häufig rumsauen und ihren Putz/Abmauerung bis gegen die Rohre bringen > Körperschallbrücke, eine einzige Schallbrücke kann den ganzen Schallschutz zu nichte machen. Deshalb hat Heizer auch zu Recht ausgeführt, daß alle Rohre die in irgendeiner Weise eingepackt werden, lückenlos körperschallgedämmt werden sollten. Außerdem wird die Rohrdämmung ( gilt alles im übrigen auch für die Wasser- und Heizungsrohre ! ), benötigt, wenn die Deckendurchbrüche zubetoniert werden, was wegen des Luftschallschutzes ( Sprache, Musik usw. ) und Brandschutzes auch im höherwertigen EFH sinnvoll ist. Der Beton fließt nämlich sonst zwangsläufig gegen das ungeschützte Rohr > Körperschallbrücke.

    Für die frei unter der Kellerdecke ( bei Nutzung des Kellers als Abstellraum ) verlegten dickwandigen Rohre ist eine Dämmung zur Verhinderung von Körperschall nicht erforderlich. Die Rohre müssen nur körperschallentkoppelt aufgehängt werden. Tipp: Gegebenenfalls erst verputzen lassen und danach die Rohre vom Abgangsstutzen unter der Kellerdecke weiter verlegen lassen, anderenfalls Rohre nach dem Verputzen auf Schallbrücken untersuchen.

    Erforderlich sein kann allerdings eine Dämmung zur Verhinderung von Luftschallübertragungen; hängt von der örtlichen Situation ab, z.B. Rohre liegen im zum EG offenen Treppenflur. Im übrigen ausprobieren > notfalls später nachrüsten mit spezieller Dämmung zur Luftschallminderung oder aber mit doppelt beplankten Gipskartonkasten verkleiden.

    Turbolit halte ich nicht für den Hit zur Körperschalldämmung. Erscheint mir viel zu dünn und wenn der Putzer/Maurer mit der Kelle dagegen kommt, ist es gerissen. Anschließend kommt Speiß oder Putz ans Rohr. Ich verwende deshalb für alle wasserführenden Rohre zur Schall- und Wärmedämmung reißfeste Missel-Systemdämmung. Link: www.missel.de.
     
  7. Tommi

    Tommi

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    @Erich:

    PRIMA! Tolle Erklärung, die das Gesagte nochmals abrundet.

    Drei Anmerkungen noch:

    1. Der Keller ist tatsächlich ein reiner Abstellkeller. Daher genügt es, wenn die dickwandigen Abflußrohre aus Kunststoff schallentkoppelt an Decken und Wänden montiert werden.

    Der Tipp mit dem Verputzen und Kontrolle auf Körperschallbrücken ist gut!

    2. Da der Keller durch ein Treppenhaus von den Wohnräumen getrennt ist, sind Luftschallübertragungen (hoffentlich!) durch das dickwandige Kunststoffrohr gut abgefangen.

    3. Tubolit AR wird aber auf der Heimseite von http://www.armaflex.de als "belastbar" angepriesen und hat wohl 5mm Dämmung.


    Sind diese 5mm Dämmung nicht ausreichend oder sind es einfach nur schlechte Erfahrungen, die aus Deiner Aussage herauszuhören sind?

    Gruß

    Tommi
     
  8. #8 Jürgen V., 14.09.2004
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    Wir benutzen

    isovlies DN - Dämmschichtdicke: 4 mm

    Für die Luft- und Körperschalldämmung und zur Verhinderung von Schwitzwasser-bildung bei HT, PE-, SML-Abflußrohren



    Produktmerkmale:

    · Schalldämmung:

    besonders gute Schalldämmung und Reduzierung von Fließ- und Knackgeräuschen durch 4 bzw. 6 mm Synthetik-Schalldämmvlies; – geprüft –

    · hervorragender Schutz gegen Tauwasserbildung

    è die PE-Folienaußenhaut schützt den Dämmstoff und das Rohr vor Feuchtigkeit

    è durch den sehr guten Wärmeleitwert von Isovlies DN werden Wärmebrücken vermieden; dadurch sind die Abwasserleitungen und daran angrenzende Bauteile sicher vor Tauwasserbildung geschützt

    Achtung: erforderliche Dämmstärke zur Verhinderung der Tauwasserbildung beachten!

    · schnelles, leichtes Überziehen, auch über Muffen und Bögen von HT-Rohren

    · tritt- und reißfeste Außenhaut; d. h. hohe Sicherheit gegen Beschädigungen auch bei Unterputzinstallationen

    · enthält keine metallaggressiven Stoffe – geprüft – FMPA V/96 1090 Vo/Gö



    Schweißband
    · bündiger Stoß des Dämmvlieses, kein Überlappen

    · vollflächig verschweißt mit PE-Außenhaut; d. h. keine Dampfdiffusionsbrücken



    Synthetikdämmvlies
    · ohne chemische Reizstoffe

    · keine metallaggressiven Stoffe – Prüfzeugnis der Forschungs- und Materialprüfanstalt Baden-Württemberg



    PE-Folienaußenhaut (silber)

    · sauberes Aussehen

    · durch vollflächige Verbindung mit dem Synthetikvlies extrem reiß- und trittfest


    Oder

    isovlies Plus DN - Dämmschichtdicke: 6 mm
    Dämmschichtdicke: 6 mm


    Produktmerkmale:

    · mit nur 6 mm Dämmstärke werden bessere Schalldämmwerte erreicht, wie mit herkömmlichen 9 mm Abwasserdämmstoffen

    · durch die Geschmeidigkeit und das Ø-Übermaß von Isovlies Plus DN läßt sich der Dämmstoff über Muffen und Bögen von HT-Rohren ziehen

    è im Bogenbereich müssen keine aufwendigen und entsprechend teuren Formstücke eingesetzt werden; außerdem werden zusätzliche Stoßstellen im Muffenbereich vermieden
     
  9. Eric

    Eric

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    Missel hat für Kunststoff-Abwasserrohre 9 mm Dämmdicke.

    Das ganze ist aber auch eine Frage der persönlichen Überzeugung. Empfehlung: Laß Dir Muster vorlegen und schlag mit der Kellenkante drauf. Wenn`s reißt, dann ist die Dämmung ungeeignet.

    Wie ist denn der Materialpreis von Tubolit AR? Missel: Preis pro m geschlossener Schlauch DN 100 = 10,50, offener Schlauch + Schnellverschluß DN 100 = 14,80 EUR, jeweils + MWSt.
     
  10. Tommi

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    @Eric:

    Angebotspreis des Sanitex für Tubolit AR ungeschlitzt DN 100, 5mm Dämmung: 7,14 EUR/m netto.
     
Thema: Schalldämmung der Abwasserrohre
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