Schalldämmung HWR / Technikraum durch Kalksandstein

Diskutiere Schalldämmung HWR / Technikraum durch Kalksandstein im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, ich habe eine Frage an die Experten zum Thema Schalldämmung des HWR bzw. Technikraums. Wir bauen mit Poroton, Außenwand T9...

  1. #1 bausbanderu, 11. April 2014
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    Hallo zusammen,

    ich habe eine Frage an die Experten zum Thema Schalldämmung des HWR bzw. Technikraums.
    Wir bauen mit Poroton, Außenwand T9 36,5cm unverfüllt, Innenwände je nach Statik 11,5cm oder 17,5cm auch Poroton.
    Jetzt schlägt unser Architekt vor, damit wir von der Haustechnik keine Geräusche hören, die Wände um den HWR mit Kalksandsteinen zu erstellen. Er hat auch keine Bedenken hinsichtlich unterschiedliche Setzverhalten der verschiedenen Materialien.
    Nun meine Frage: Wie sinnvoll ist es, bestmöglich schalldämmende Innenwände um den HWR zu ziehen, wenn auch eine Schallübertragung in die angrenzenden Räume über die Außenwand möglich ist? Und nebenbei, wie laut ist denn do eine Gastherme mit Solarunterstützung?

    Danke schon mal für eure Antworten.
     
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  3. lastdrop

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    1. Welche Räume sind denn daneben?
    2. Steht im Technikraum auch WM und Trockner?
     
  4. #3 bausbanderu, 11. April 2014
    bausbanderu

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    Nebenan sind Wohnzimmer und Büro. WM und Trockner sind nicht im HWR.
     
  5. ThomasMD

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    Wenn die Sonne nicht gerade lautstark eruptiert, hörst Du im Raum höchstens ein leises Klacken, wenn die Therme taktet u. evtl. ganz leises Brennerrauschen, wenn Du das Ohr ans Gehäuse legst, aber außerhalb des Raumes solltest Du gar nichts von der Technik hören.
    Dein Kühlschrank ist wahrscheinlich lauter...
     
  6. Jan81

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    Die Tür bleibt immer noch die Schwachstelle.Schallschutztür sind nicht gerade günstig und beginnen (glaube) bei 32 db.
    Egal ob ihr 11,5 Poroton oder Kalksandstein nimmt, beide haben mit Putz mehr als 32 db. Ich würde bei Poroton bleiben, aber die höhste Rohdichte nehmen.

    Es kommt halt auf den Grundriss an, ob sich lohnt oder nicht.

    Die Gas Therme und Solar sind nicht so laut.

    Der WM und Trockner sind deutlich lauter, aber wenn diese nicht im HWR stehen ...na dann.
     
  7. #6 bausbanderu, 11. April 2014
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    Danke für eure Antworten. Ja, die Türen sind immer die Schwachstellen. In meinem Fall sind die Türen aber recht weit weg. Nun ist es so, dass die Gastherme direkt an der Wand zwischen Technikraum und Wohnzimmer hängen soll. Laut Tabelle kann man mit Poroton Rohdichte 1,2 und 17,5cm Wanddicke 46dB Schalldämmung erreichen, während eine Kalksandsteinwand gleicher Dicke mit Rohdichte 2,0 50db erreichen würde.
    Dann ist die Frage, ob die Porotonwand ausreicht, damit ich auf der Couch im Wohnzimmer nichts von der Heizung höre. Hier habt Ihr ja schon geantwortet, dass die Gastherme an sich schon recht leise ist. Und mir stellt sich dann noch die Frage, ob die KS-Wand überhaupt so viel bringen würde, wenn der Schall auch den Umweg über die Außenwand (Rohdichte 0,65) nehmen kann.
     
  8. #7 Corinna72, 12. April 2014
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    Es gibt die Möglichkeit, die schwerere Wand in die Außenwand hinein zu verzahnen, was die Längsausbreitung über die Außenwand hemmen würde.
    17,5er Ziegel Rohdichte 1,2 bringen sogar ein bewertetes (also gemitteltes) Direktschalldämmmaß von 50dB (also hervorragend), nur leider wird sowas kaum verbaut.
    Häufig findet man 11,5er mit Rohdichte 0,8 od. 0,9, die Maurer wollen ja nicht so schwer schleppen müssen, und da ist der Schallschutz ganz schnell beim Teufel, also bei etwa 40dB. Da versteht man dann bereits Unterhaltungen in normaler Lautstärke durch die Wand hindurch.
    Klar wäre hier KS in 2,0 ideal (57-58 dB), aber wer schleppt die sauschweren Steine dann auf der Baustelle?
     
  9. #8 Gast036816, 12. April 2014
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    Gast036816 Gast

    das sollte man nicht machen, das mindert an der stelle die wärmedämmwirkung der aussenwand!
     
  10. #9 Corinna72, 12. April 2014
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    Klar mindert dies die Wärmedämmung, aber erhöht halt den Schallschutz. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es halt noch nicht...
    Bei Kommunwänden macht man dies aber auch und zwar mit gutem Erfolg.
    Man sollte natürlich nicht mehr als zur Hälfte in die Stärke der Außenwand gehen. Aber man sollte auch nicht vergessen, dass der HLZ (gehen wir mal von 17,5er in 1,2 aus) auch eine gewisse (wenn auch nicht besonders gute) Dämmwirkung hat.

    Also gehen wir mal von einem 36,5er Poroton T9 mit 20mm Leichtputz außen aus, wo man 18cm mit 17,5er HLZin 1,2 tief reingeht.
    Der U Wert verschlechtert sich an dieser Stelle von 0,228 auf 0,37, also eine leichte und lokal begrenzte Wärmebrücke, aber wahrlich keine Katastrophe, insbesondere wenn man daran denkt, dass Mitte der 90er Jahre man eine Außenwand mit U Wert 0,37 als total übertrieben gedämmt bezeichnet hätte und für komplette Außenwände noch U Werte von 1,0 üblich waren... Und hier ist es nur eine begrenzte Stelle mit immerhin noch 0,37...

    Letztlich ist es halt ein Abwägen zwischen Schallschutz und Wärmeschutz, was im konkreten Falle wichtiger und richtiger ist. Andererseits ist die lokale Minderung des Schallschutzes hier wirklich überschaubar...
     
  11. Skeptiker

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    Das ist korrekt, aber ihr habt beide Recht! Ich hänge 'mal den Auszug aus einer aktuellen Seminarunterlage von Prof. Rainer Pohlenz (Bauphysiker) zum Schallschutz an. Er vergleicht darin die Schalldämmwerte unterschiedlicher Ein- und Durchbindungen von Innen- in dämmende Außenwände (Porenton, Porenbeton). Seine Empfehlung entspricht der von Corinna, Norberts Einwand wird durch eine zusätzlich integrierte Lage Wärmedämmung vor der Stirnseite der einbindenden Wand entkräftet / kompensiert.

    DSCI0133.jpg

    Nicht alles, was er in einem Seminar bei der AK-Berlin am vergangenen Wochenende vortrug, überzeugte mich, das aber schon. Eigene baupraktische Erfahrungen mit dieser Ausführung habe (bisher) ich nicht.
     
  12. #11 Gast036816, 13. April 2014
    Gast036816

    Gast036816 Gast

    bei einer trennwand zwischen 2 wohneinheiten ist der aufwand gerechtfertigt, aber innerhalb einer wohneinheit halte ich den wert von 50 bis 53 dB für akzeptabel. bei der aussenwand bin ich immer für den erhalt der homogenität. kleinere fehler beim einstellen der trennwand in die aussenwand fallen negativ auf. wenn es denn ein höher schallschutz sein muss, dann kann man die trennwand mit d = 20 cm oder mehr auch betonieren.

    @ Skeptiker - sind schöne beispielbilder, als laboraufnahme leider viel zu schön für baustellensituationen! so schöne aufnahmen wird man auf kaum einer baustelle machen können.
     
  13. H.PF

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    Wichtig ist auch die Entkoppelung der Bauteile von der Wand... Was hilft hoher Luftschall wenn die Bauteile fest angeschraubt sind und Körperschall erzeugen...
     
  14. Skeptiker

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    Der Referent stellte die Varianten tatsächlich für Trennwände zwischen verschiedenen Wohneinheiten vor. Für einen HWR oder HAR der selben Einheit brauchts das nicht. Aber grundsätzlich ist die Vorgehensweise richtig!

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  16. Jan81

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    ich persönlich würde bei Poroton bleiben und nicht mit Außenwand verzahnen. Das mir Schalldämmung von 46 db ist richtig, aber da fehlt noch der Putz und denn sollte man nicht unterschätzen.

    Versuch mit dem Architekten eher die Gas Therme auf eine andere Seite zu planen.

    Schall ist ein schwieriges Thema und man kann richtig Geld reinstecken und trotzdem am Ende vielleicht 1-2 db rausholen.
     
  17. Corinna72

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    Beim letzten Satz habe ich mich vertippt.
    Es sollte natürlich heissen: "Andererseits ist die lokale Minderung des WÄRMEschutzes hier wirklich überschaubar."
     
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