Schalldämmung von Außenwänden

Diskutiere Schalldämmung von Außenwänden im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Guten Tag Zusammen, mich interessiert, da der Bau eines Bungalows geplant ist, mal die Relevanz der Schalldämmung von Außenwänden. Da es um ein...

  1. GerdiDu

    GerdiDu

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    Guten Tag Zusammen,
    mich interessiert, da der Bau eines Bungalows geplant ist, mal die Relevanz der Schalldämmung von Außenwänden. Da es um ein EFH geht ist eine besonders gute Wand, wie bei Wohnungs/Haustrennwänden, ja nicht erforderlich. In einem ruhigen Wohngebiet sind daher lt. DIN Dämmwerte von 40dB ausreichend.
    Fertighäuser haben bei einfacher Wandstruktur 42/43dB- nur ist dies wirklich empfehlenswert? Temporäre Lärmereignisse (Rasenmäher etc.) kommen hier natürlich besser durch als bei einer KS-Wand mit 50 dB. Andererseits wird auch die beste Wand durch die (geringeren) Eigenschaften des Fensters begrenzt und selbst bei Massivhäusern ist das Schlafzimmer oft im Dachgeschoss und somit auch "nur" Holzfertigbau.
    Daher einfach mal die Bitte um Eure Meinung ob eine hohe Dämmung nach Außen erforderlich (auch unter Kosten/Nutzen Abwägung) ist.
    MfG, Gerd
     
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  3. R.B.

    R.B.

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    Wenn man das Thema Schalldämmung genau berücksichtigen möchte, dann muss man schon sehr tief in die Materie einsteigen. Man darf dann auch nicht nur irgendwelche normierten Schalldämmwerte vergleichen, sondern man muss erst einmal den störenden Schall an sich festlegen, und die eigenen Ansprüche. So ist die Schallemission in der Nähe von Bahngleisen ganz anders als in der Nähe eine Fabrik in der Maschinen betrieben werden, Autoverkehr verursacht ein ganz anderes Geräusch als Flugzeuge usw.

    Wie Du schon bemerkt hast, besteht ein Haus ja nicht nur aus Außenwänden, sondern es gibt auch noch Fenster, Türen, Dachaufbau usw. Hier gilt es dann nicht nur den Schalldämmwert zu beachten, sondern auch dessen Frequenzverlauf. So kann die reale Schalldämmung eines Fensters, bei gleicher Verglasung, allein schon aufgrund der Abmessungen und der Einbausituation variieren. Für den Schall wirkt so ein Fenster fast schon wie ein Filter, sprich bestimmte Frequenzbereiche werden gut oder sehr gut unterdrückt, andere Frequenzen gehen fast ungehindert durch das Fenster hindurch (Stichwort: Wellenlänge, Einfallwinkel).

    Es gibt auch Frequenzen, die werden bei der normierten Messung der Schalldämmung gar nicht berücksichtigt. Habe ich nun eine Schallquelle in der Nähe, die ausgerechnet solche Frequenzen produziert, dann habe ich ein Problem, vor allen Dingen wenn ich persönlich solche Frequenzen als stark störend empfinde.

    Ob eine hohe Schalldämmung erforderlich ist, hängt also erst einmal davon ab, wo das Haus steht, sprich mit welchen Schallquellen muss man rechnen, und mit den Ansprüchen der Bewohner. Es soll Leute geben, die machen Campingurlaub, und schlafen im Wohnwagen oder Zelt, und da redet plötzlich kein Mensch über Schalldämmung.

    Ich kenne Leute, denen ist ein ruhiger Schlaf sehr viel wert. Der Nutzen einer hohen Schalldämmung ist für solche Leute unbezahlbar. Eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung mit Kosten-/Nutzen Abwägung ist also nur möglich, wenn die persönlichen Anforderungen definiert sind.

    Schallschutz beginnt also nicht erst bei der Auswahl der Baustoffe, sondern schon vorher bei der Planung. Mit welchen Schallquellen ist zu rechnen? Wo platziert man Wohn- und Schlafräume? Wie erreicht man in diesen Bereichen den notwendigen (oder bestmöglichen) Schallschutz?

    Ich für meinen Teil würde Mindestschallschutz nur dort ansetzen, wo wirklich mit einem sehr ruhigen Umfeld zu rechnen ist. Ansonsten wäre in meinen Augen 50dB eine Zielmarke die man anpeilen sollte. Das gibt einem noch ausreichend Spielraum, um auch bei der Fensterplanung etwas flexibler zu sein (sprich Auswahl der Abmessungen der Fenster).

    Gruß
    Ralf
     
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