Schallproblem Neubau DHH

Diskutiere Schallproblem Neubau DHH im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Hallo, wir haben dieses Jahr mit Bekannten zwei Doppelhaus-Hälften mit einem Architekten gebaut. Besonders wichtig war uns das Thema...

  1. Dagobert80

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    Hallo,

    wir haben dieses Jahr mit Bekannten zwei Doppelhaus-Hälften mit einem Architekten gebaut. Besonders wichtig war uns das Thema Schallschutz und somit wurde die Häuser völlig voneinander getrennt geplant worden. Leider hat sich nach dem Einzug herausgestellt, dass in beiden Häusern deutlich Schritte vom anderen hören kann.

    Der Keller ist in WU-Beton ausgeführt und mit Fugenbändern voneinander getrennt. Alle Decken sind ebenfalls voneinander getrennt, dennoch vermute ich hier das Problem. Die 2 Trennwände sind jeweils mit KS-Vollstein 17,5cm Rohdichte 1,8 ausgeführt. Alle Dachbalken sind getrennt. Zwischen den Trennwänden wurden 3cm dicke Trennwandplatten verbaut. Insgesamt sah die Trennwand beim Mauern sauber aus (Laienmeinung). Der Trittschall + Randdämmstreifen wurde von 2 verschiedenen Firmen verlegt und sah sehr oderntlich aus, so dass es unwahrscheinlich ist, dass hier der Fehler zu suchen ist. Bodenbelag ist auch in beiden Häusern unterschiedlich.

    Beim betonieren der Decken wurden zwischen den Decken eine Trennschicht Styrodur gelegt, gegen die betoniert wurde. Aus welchem Material die Trennschicht genau ist, kann ich leider nicht sagen. Im Keller wurde grünes Material mitder Aufschrift Styrodur C, in den anderen Etagen lila'nes Material ohne Aufschrift benutzt.

    Unser Architekt sagt, dass es eigentlich nur Mörtelreste sein können, was mir sehr unwahrscheinlich erscheint, da das Problem auf allen Etagen auftriff und überall gleich laut ist. Daher tippe ich auf die Betonierung der Decken und Bodenplatte. Könnt ihr mir sagen, ob eine solche Trennung mit Styrodur ok ist? Hat in euren Augen der Einsatz eines Gutachters eine Chance auf Erfolg, oder bleib ich dann auf den Kosten sitzen?

    Danke und Gruß
     
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  3. Robby

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    Das Styrodur der Geschossdecken ist natürlich Mist. Aufgrund der dynamischen Steifigkeit ungeeignet um den Schallschutz sicherzustellen.

    http://www.bauexpertenforum.de/showthread.php?t=12215

    Das mal lesen!

    Die Kosten des Sachverständigen trägt erstmal der Besteller. Im Falle des Prozesses oder der anerkennung des Mangels durch die andere PArtei sind die Kosten vom Unterlegenen zu tragen.
     
  4. Dagobert80

    Dagobert80

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    Wie ich sehe bist du Sachverständiger in diesem Bereich.
    Ohne dich drauf festnageln zu wollen / können, teilst du meine Meinung, dass das Styrodur vermutlich die Ursache ist und eher kein Mörtel ?
     
  5. #4 Ralf Dühlmeyer, 19. Dezember 2008
    Ralf Dühlmeyer

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    Ggf beides.
    Styrodur ist hart, leitet also Schall sehr gut. Ausserdem bekommt man da die Fugen selten 100% dicht.
    Durch die Fugen kann dann Beton bis zur Nachbardecke laufen.

    Du schreibst "Trennwandplatte!". Ist das DEIN Ausdruck, weil Sie in der Trennwand sitzen oder sind das wirklich die halbsteifen Trennwandplatten aus dem Trockenbaubereich :yikes
     
  6. Robby

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    Vermuten ist nicht meine Aufgabe...

    Ich gehe aber SICHER davon aus, dass der Extruderschaum in der Trennfuge eine deutliche Verschlechterung des möglichen Schallschutzes darstellt was ebenfalls einen Mangel darstellen würde.

    Argumentation ist wie im Link oben beschrieben.
     
  7. Dagobert80

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    Danke schonmal für eure Antworten!!

    Der Begriff "Trennwandplatten" ist von mir :-) Es handelt sich dabei um so grüne Fasermatten, die beim mauern zwischengelegt wurden.

    Die Decken wurden zeitgleich gegossen.
    Hört sich irgendwie so an, als benötigen wir wirklich einen Sachverständigen :-( Kann man so einen Mangel eigentlich realistisch gesehen überhaupt beheben?
     
  8. Dagobert80

    Dagobert80

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    @Robby: Ist Extruderschaum das womit die Styrodurplatten fixiert werden ?
     
  9. Robby

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    Erstmal wäre festzustellen ob es überhaupt einer ist :) Gerade beim Schallschutz gibt es unterschiedliche Empfindungen.

    Also öffnen der Fuge wird sich nicht vermeiden lassen um zu sehen was darin verbaut ist.

    Dann: Welcher Schallschutz wäre bei regelkonformer Ausführung mit hierfür geeigneten Werkstoffen, nei mangelfreier Ausführung möglich gewesen?

    Welcher Schallschutz ist vorhanden?
     
  10. Robby

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    Extruderschaum sind die Platten selber
     
  11. Dagobert80

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    Schon klar das es unterschiedliche Empfindungen gibt und wir können hier sicher nicht klären, ob wirklich ein Mangel vorliegt. Aber wenn man bei 2 17,5cm KS-Wänden mit 1,8er Rohdichte und Trennfuge hört wie die Nachbarn umherlaufen, dann kann das nicht normal sein. Stimmen oder Musik hört man nie, nur bei sehr lauter Musik den Bass :-(
     
  12. #11 Ralf Dühlmeyer, 19. Dezember 2008
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    Was hören die denn?
     
  13. Robby

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    DSA eine ist auch grundsätzlich erstmal Luftschall, das andere Körperschall
     
  14. Dagobert80

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    Unsere Nachbarn hören wenn wir rumlaufen und es stört beide gleichermaßen. Oder was war die Frage ?
     
  15. drulli

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    Du schreibst, dass die Randdämmstreifen ordentlich verlegt wurde.
    Sind sie denn auch drin geblieben, als der Bodenbelag auf den Estrich kam?
    Wenn nicht, sind da jetzt vielleicht Reste von Kleber, Mörtel, etc. drin und bilden Schallbrücken. Das sollte aber rel. leicht zu prüfen sein.
     
  16. Dagobert80

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    Die Randdämmstreiben sind noch drin und da das Problem bei allen Bodenbelägen auftritt (Fliesen, Laminat, Teppich) ist es doch sehr unwahrscheinlich, dass es daran liegt.
     
  17. PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    Sag mal was zum Thema Fußleisten. Insbesondere in den Räumen an der Haustrennwand.
    Bei Fliesenbelägen - Ausführung der Wandanschlußfuge.

    (Haus-)Trennwandplatten gibt es prinzipiell. Werden aber selten verwendet, wie hier zu bemerken.
     
  18. #17 Dagobert80, 7. Januar 2009
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    Die Fußleisten sind bei uns im EG aus Fliesen, bei den Nachbarn Laminat. im OG haben wir Laminat mit Trittschall und die Nachbarn Teppich. Ich persönlich empfinde es im OG am lautesten. Die Randdämmstreifen sind bei beiden Parteien noch vorhanden.

    Wir trennt man denn im optimalen Fall 2 Betondecken, die gemeinsam gegossen werden?
     
  19. R.B.

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    Da es anscheinend in allen Räumen auftritt -> Wurden die Randdämmstreifen vielleicht an die Wand getackert und die Nadeln sind im Bereich des Estrich?

    Gruß
    Ralf
     
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  21. #19 Dagobert80, 8. Januar 2009
    Dagobert80

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    @Ralf:

    Die Randdämmstreifen haben wir selbst gelegt, daher weiß ich das keine Nadeln o.ä. verwendet wurden. Ich bleib bei meiner Vermutung, dass das Problem vermutlich beim gießen der Betondecken verursacht wurde.
     
  22. Laermi

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    Vielleicht ist es aber auch normal,

    sollte sich die Geräuschbelästigung im tieffrequenten Bereich (< 100 Hertz) befinden. Da dämmen die Wände schlecht weg. Da Sie keinen Luftschall hören, kann die Wand- und Deckentrennung ausreichend sein. Da hilft nur Schallgutachten machen. Sollten die Luftschallwerte oberhalb 67 db Luft- und die Trittschallwerte unterhalb 38 db liegen, haben Sie Pech gehabt - dabei ist es unerheblich, ob Sie nun was hören oder nicht:mauer.

    Laienmeinung aber meine Erfahrung, der genau das gleiche wie Sie erlebt hat und täglich erlebt.

    Wo befindet sich bei Ihnen die Treppe und hören Sie die auch? Was für eine Bauart hat die Treppe?

    Gruß Lärmi
     
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Schallproblem Neubau DHH

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