Schallprobleme durch Dachentwässerung Porenbetonmauerwerk

Diskutiere Schallprobleme durch Dachentwässerung Porenbetonmauerwerk im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Hallo zusammen, nachdem ich schon länger hier mitlese und für unseren Neubau viele wichtige Tips erhielt, möchte ich gern eine Frage an die...

  1. #1 tamis, 24.08.2019
    Zuletzt bearbeitet: 24.08.2019
    tamis

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    Hallo zusammen,

    nachdem ich schon länger hier mitlese und für unseren Neubau viele wichtige Tips erhielt, möchte ich gern eine Frage an die Schallschutzfachleute bzw. die Dachspengler loswerden:
    Wir sind gerade in unseren Neubau eingezogen.
    Bungalow, Massivbauweise aus Porenbeton 36 cm, innen und außen verputzt, Walmdach nicht ausgebaut (Kaltdach), Dachentwässerung klassisch außenliegend mit Rinne und Fallrohr (4 Stück an jeder Hausecke) aus Zink, schwere Marken-Dachsteine.
    Aufbau der Decke: Dielenbelag im Laufbereich des Dachboden, 28 cm Klemmfilz zwischen Sparren, Dampfsperre, Trockenbauplatte auf Konterlattung.
    Die Dachrinne ist mit Rinnenhaltern an die überstehenden Sparren angeschraubt, der Dachüberstand mit Brettern verkleidet.
    Die 4 Fallrohre mit Dübelschellen (ohne Schallschutzeinlage) an der Wand befestigt.

    Im Schlafzimmer und im angrenzenden Gästezimmer (hier befindet sich außen je ein Fallrohr) hören wir bei Regen starke Plätschergeräusche. Diese sind relativ laut und stören stark. Man wacht sogar davon auf.
    Wir haben diesen Mangel unserem GU angezeigt, sind aber bisher nicht weitergekommen. Man denkt über Gummieinlagen in den Schellen der Fallrohre nach.
    Leider findet man im Netz praktisch nichts zu diesem Thema, ist einem Experten so ein Fall schon untergekommen? Was können wir tun?
    Leider wird unser Problem nicht wirklich ernst genommen, obwohl es aus unserer Sicht eine deutliche Einschränkung des Nutzwertes des Gebäudes darstellt.
     
  2. #2 1958kos, 24.08.2019
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    Gleiche Bauweise wie bei mir. Ich höre manchmal auch was, aber stört nicht weiter, weil es meiner Meinung nach nicht laut ist. Hast vielleicht einen schlechten Schlaf?
     
  3. #3 tamis, 24.08.2019
    Zuletzt bearbeitet: 24.08.2019
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    Nun, mit dem Smartphone gemessen immerhin 35 dB (A) im Schlafzimmer (keinerlei weitere Umgebungsgeräusche) was ja nach TA Lärm schon mal ne Nummer ist. Ohne momentan verwertbare normgerechte exakte Messungen mit Oktavbandanalyse zu haben (Sachverständiger-das volle Programm) wurde uns auch von Bekannten bestätigt, dass das Regengeräusch nicht normal ist.
    Es ist ein wirklich sehr störendes Geräusch je nach Regenintensität von nervig permanent starken Fließgeräuschen bis wasserfallartig.
    Nachteilig ist noch, dass wir direkt an der betreffenden Außenwand schlafen. Wenn man die recht geringe Masse des Porenbeton anschaut, könnte das sicher dazu beitragen. Andererseits ist das m.W.n. eine gängige Bauweise.
    Der Dachdecker hat schon mal abgewunken (Motto: machen wir immer so).
    Der Querschnitt der Rinne sowie die Anzahl und Querschnitt der erforderlichen Fallrohre haben wir überprüft, das scheint alles richtig zu sein. Querschnittsänderungen gibt es keine, ein Rinnenkasten fasst das Wasser und leitet es über 2 x 30 Grad Bögen senkrecht nach unten ab.
     
  4. SIL

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    Schall entkoppelt verbauen - welche sind denn jetzt verbracht? Foto?
    Rinnen Kasten /Wassser Kasten? Wie wird dort eingeleitet? Sag nicht direkte Verbindung von der Rinne..
    Ja, Fliesshemmer einbauen lassen sowohl in der Rinne und im Fallrohr, Kunststoff oder Gummi, in der Rinne geht auch Verzinktes 'Geschlängel'.
    Ich nehme 36er MW und nicht 36mm :winken
     
  5. tamis

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    Hallo SIL,

    vielen Dank für deinen Beitrag.
    Habe hier mal 2 Fotos eigefügt.
    Es sind die ganz normalen Schellen (ohne Schallschutzeinlage) für Fallrohre verbaut und die Rinnenkästen sind auch Standard. Nicht zur Rinne schallentkoppelt sondern eingelötet bzw. gesteckt. Unsere Dachdeckerfirma (namhaftes Familienunternehmen aus der Region) baut die Dachentwässerung angeblich schon immer so. Schalldämmende Schellen waren ein erster Vorschlag unseres Bauleiters auf unsere Reklamation hin und lösten beim Dachdecker (der auch die Spenglerarbeiten komplett gemacht hat) ungläubiges Erstaunen aus. Ich habe schallentkoppelte Schellen an Fallrohren aber selbst auch noch nicht gesehen, nur bei Rohrinstallationen im Haus (Sani+Heizung). Im Internet habe ich auch nur Standart Rohrschellen gefunden.

    An eine nachträgliche Fliessverzögerung (Einbauteile) hatte ich auch schon gedacht, immerhin scheinen die Geräusche durch die Geschwindigkeit des Regenwassers bzw. deren Verwirbelungen zu entstehen. Deshalb dachte ich zunächst auch an falsch bemessene Rinnen/Fallrohre.
    Kannst Du mir da einen Hersteller nennen (Fließhemmer, verzinktes Geschlängel mit MW 36)? Nie gehört.

    Danke für die Hilfe.
     

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  6. SIL

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    Nachdem ich das Foto sah - gehe ich recht in der Annahme Schlaghaken plus Holz für die Befestigung? Austauschen lassen. Und Kammbleche oder Kunststoff in Wellenform einkleben lassen, auch an den diagonal liegenden Rohr ( kurze Umlenkungen, bzw Richtungswechsel sind bei allen Fluiden ungünstig, das verhält sich AW genauso, es fehlt die 'Beruhigung des Flusses' dieser brauch mind 1m Länge bei RW/AW/SW grob gesagt, im ungünstigen Fall 'schlägt das Wasser' gegen die Wandung im vertikalen Rohr)
    Manchmal sind bei RW auch kleine Lösungen schon erfolgreich wie Laubfangdome oder diese abgebildete 'Kette' diese kann auch innen verbaut werden.
    Aber die Schellen werden das Hauptproblem bei Ihnen sein.
    Das hat nichts mit den MW zu tun, in Schlangenform oder Kammbleche, Achtung dies führt zu erhöhten bzw öfterer Reinigung oder Kontrolle.
    Was meint der @FredAstair als strömungsbegabter :winken
     

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  7. tamis

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    Nachdem es bei uns heute Nachmittag stärkeren Regen gab, habe ich mal versucht zu lokalisieren, ob die Geräusche eher vom Fallrohr oder eher von der Rinne selbst nebst Wasserkasten kommen.
    Ergebnis: Es sind überwiegend die Fallrohre. Man hört auch innen den begrenzten Bereich der Wandscheibe, in die das Geräusch über die Schlagschellen eingebracht wird.
    Ich werde jetzt spezielle schallgedämmte Schellen (mit Schallschutzeinlage) besorgen und schallgedämmte TOX Dübel einsetzen.
    Vielen Dank @ SIL für die Anregungen, werde berichten, wenn es zum Erfrolg geführt hat.
    Falls die Rinnen doch zusätzlich innen ausgekleidet werden müssten (das Walmdach bringt doch recht große Regenmengen die dann punktuell in die Rinne schießen)... was kann man da nehmen (UV beständiger Schaumstoff und Kleber für Zink ???)
     
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    Die werden nicht ausgekleidet, da werden nur ähnlich Leitwinkel oder Blechen auf einer Attika zum Beispiel angebracht. Manchmal reichen auch 'Klebewulste' ansonsten Kunststoff Witterung und UV beständig, ein Lieferant ist mir da auch nicht bekannt vllt kennt @ps0125 einen. Die Dübel bzw das System muss nicht von TOX sein da gibt es auch andere Hersteller,wichtig ist nur das der Dübel möglichst keine Verbindung in die Putz Schale hat, die Gewi genauso zur Optik haben einige Systeme diese Rosetten zum abdecken oder dauer elastisch Abspritzen. Ich denke die Schellen waren und sind das Hauptproblem bis dato, richtig 'schweres Unwetter' dies werden sie trotzdem hören. Leider werden gerade Schall und Akustik, doch recht stiefmütterlich behandelt - die Spengler und Zimmermänner haben das nicht so im Blick. ;)
     
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