Schallschutz: Gipsfaserplatten zweilagig vs. Lehmleichtbauplatten einlagig

Diskutiere Schallschutz: Gipsfaserplatten zweilagig vs. Lehmleichtbauplatten einlagig im Trockenbau Forum im Bereich Neubau; Liebe Experten, Lehmbauplatten weisen angeblich (neben den anderen positiven Eigenschaften) ja auch gute Schallschutzeigenschaften auf. Wie...

  1. #1 UmbauPlanerin, 20. November 2014
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    Liebe Experten,

    Lehmbauplatten weisen angeblich (neben den anderen positiven Eigenschaften) ja auch gute Schallschutzeigenschaften auf.

    Wie würdet Ihr denn eine beidseitig einlagige Beplankung mit Lehm gegenüber einer beidseitig doppelten Beplankung mit 2x 12,5er Gipsfaserplatten hinsichtlich Schallschutz einschätzen?
    Kann man pauschal vermutlich auch wieder nicht sagen, weil das Gewicht der diversen Lehmbauplatten doch recht unterschiedlich ist.

    Hintergrund der Frage: Wenn man sich den zweiten Beplankungsarbeitsgang spart, würde man schon ein Stück der Preisdifferenz zum Lehm reinholen.

    Was meint Ihr?
     
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  3. Multibau

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    Das was schwerer ist hat den besseren Schallschutz.:bau_1:
     
  4. #3 UmbauPlanerin, 20. November 2014
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    Kann man es wirklich nur auf das Gewicht reduzieren?

    Angeblich verbessern doch z.B. auch unterschiedliche Stärken und Materialien bei doppellagiger Beplankung den Schallschutz, da die Schallwellen besser gebrochen werden.
    Hohlräume sollen sich positiv auswirken usw...
     
  5. Multibau

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    Bin kein Lärmschutzfachman aber wie Sie schon sagen ist eine Reduzierung von Schwingungen auch eine Schallschutzverbesserung. Vom Schallschutz würde ich zur Gipsplatte greifen aber vom Gesamtwert wahrscheinlich zur Lehmplatte da ich auch etwas ökologisch denke.
     
  6. R.B.

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    Nicht unbedingt. Das kann abhängig von den Frequenzen und Abmessungen der Hohlräume sogar zu einer Verschlechterung führen.
     
  7. #6 UmbauPlanerin, 20. November 2014
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    Ist denn die Rohdichte des Materials oder das Gewicht entscheidender für den Schallschutz?
     
  8. Skeptiker

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    die Rohdichte

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  9. #8 UmbauPlanerin, 21. November 2014
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    Laut Herstellerangaben ist die Rohdichte von 16mm und 22m Lehmbauplatten identisch.
    Das Gewicht der stärkeren Platte ist jedoch "deutlich" höher.

    Stehe ich gerade komplett auf dem Schlauch oder würde dies bedeuten, dass der Schallschutz einer 22mm Lehmbauplatte kaum größer ist als der einer 16mm Platte?
     
  10. Skeptiker

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    Deine Frage hatte ich im Sinne von "was ist wichtiger" verstanden. Neben weiteren Faktoren sind sowohl Rohdichte wie Materialstärke als Faktoren gleichermaßen am Produkt beteiligt. Bei hoher Rohdichte wird der selbe Schalldämmwert eben bei geringerer Gesamtstärke der Konstruktion erreicht. Beachte, dass Tockenbausystem nicht nur aus den Platten, sondern auch aus dem Ständerwerk und Hohlraumfüllung bestehen. Deshalb wird der Schallschutz auch sinnvollerweise für das Gesamtsystem bewertet. Die großen Hersteller haben ausführliche Produktinformationen darüber. Bedenke, dass jede schalldämmenden Ebene 1 Haupt- und 12 Schallnebenwege hat. Es kommt also auch umlaufend auf die Bauwerksanschlüsse an.
     
  11. #10 UmbauPlanerin, 21. November 2014
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    - fachfremde Theoretikerin
    Vielen Dank für Deine Antwort - gerade auch zu dieser vorgerückten Stunde!

    Ich habe mir die Herstellerinformationen schon angesehen. Diese sind aber fast immer auf Metallständerkonstruktionen bezogen (wir bekommen Holzständer), berücksichtigen fast nie Holzfaser als Hohlraumdämmung (eher Mineralwolle) und gehen von Beplankungen identischer Stärke aus. Selbst die gängige Kombi OSB + GKP ist nicht gelistet (vermutlich weil die OSB nicht von den großen Herstellern kommt...)

    Mit diesen Infos fällt mir der Vergleich zu ein- bzw. zweilagiger Lehmbeplanung mehr als schwer.
     
  12. Skeptiker

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    Ich kenne kein beidseitiges einlagiges Trockenbausystem mit einem nennenswerten Schallschutz. Guter Schallschutz beginnt zweilagig, sehr guter ist besonders schwer, oft dreilagig und wird begleitet von eine Entkoppelung der Ständerprofile.
     
  13. #12 UmbauPlanerin, 21. November 2014
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    Ok, danke für die klare Ansage!!
    Dann werden die Innenwände beidseitig doppelt mit Gipsfaserplatten unterschiedlicher Stärke beplankt und die Lehmbauplatten kommen an die Außenwände und ggf. an die Decke.
    Preislich und raumklimatechnisch aus unserer Sicht sowieso ein guter Kompromiss.
     
  14. Skeptiker

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    Welchen Vorteil haben Gipsfaserplatten gegenüber gewöhnlichen Gipskarton, welchen Lehmbauplatten an den Außenwänden? Und weshalb werden beide Seiten mit Gipsfaser unterschiedlicher Stärke beplankt?
     
  15. Skeptiker

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    Systemhersteller bieten systemimmanent an und lassen logischerweise auch so testen. Angaben zu den Kennwerten einseitiger Beplankung gibt es auch für sog. Schachtwände.

    Welchen Vorteil haben eigentlich Holzständerwände beim Schallschutz und welchen Nachteil Mineralfaserdämmplatten? Es geht ja nur um eine Hohlraumnbedämpfung!
     
  16. Baugrube

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    Ich Klinke mich hier mal ein, das Thema interessiert mich auch. Habe ich Skeptiker jetzt richtig verstanden: Lehmplatten erreichen trotz evtl. höherer Rohdichte einfach, aber bei gleicher Stärke, einen schlechteten Schallschutz als doppelte Gipskartonplatten?
     
  17. #16 Alfons Fischer, 21. November 2014
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    wenn Sie auf guten Schallschutz von Innenwänden Wert legen, sollten Sie sich zuerst nicht um Vergleichbarkeit von Beplankungen der Wände, sondern um die Türen kümmern... ;)

    denn das schlechteste Bauteil bestimmt die Eigenschaft entscheidend.
    oder anders, ein bisschen plakativer, ausgedrückt: was nutzt die beste Wand, wenn die Tür offensteht?
     
  18. Skeptiker

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    Ich habe keine Aussage über die Schallschutzqualitäten von Lehmbauplatten gemacht, schon allein, weil ich von diesen keine Schalldämmwerte kenne. Ich schrieb allgemein von Trockenbauplatten und habe dabei vorausgesetzt, dass diese entsprechend der Normung pro Lage 12,5 mm stark sind.

    Sinnvoll vergleichen lassen sich nur komplett geprüfte Systemaufbauten.

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  19. Skeptiker

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    Jein. Bei offener Tür stimmt das natürliche, aber bei geschlossener Tür werden lt. Bauakustiker meines Vertrauens die Schalldämmwerte der Bauteile in ihrem Flächenanteil an der Raumfassungsfläche gewichtet, so dass eine etwas schlechtere Tür weniger stark ins Gewicht fällt, als man anhand der plakativen Illustration "offene Tür" annehmen könnte.

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  21. th_viper

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    Ist zwar grundsätzlich richtig, aber man muss den Grundriss berücksichtigen. Bspw. ein typisches OG EFH, 3 Schlafzimmer, Flur, Bad. Im Flur darf man was hören, zwischen den Zimmern nicht. Also ist der Wandaufbau das entscheidende und nicht die Zimmertür, denn der Schall muss durch 2 Türen aber es liegt teilweise nur 1 Wand zwischen Schallquelle in Raum 1 und Empfänger in Raum 2.
     
  22. R.B.

    R.B.

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    Richtig, aber den Bewohner interessiert selten ein theoretischer Wert. Ist ähnlich wie mit dem Schalldämm-Maß. Da werden die Frequenzanteile auch gewichtet, man kann aber eine auf dem Papier bessere Wand haben, und dennoch bei bestimmten Frequenzen eine Verschlechterung gegenüber einer Wand mit geringerem Schalldämm-Maß.

    d.h. eine Wand mit Schalldämm-Maß 43dB kann für meinen Anwendungsfall schlechter sein als eine mit 40dB.

    Bei der Tür ist es ähnich. Der Einfluss mag aufgrund des geringen Flächenanteils an der Hülle des Raumes vernachlässigbar sein, doch wenn man im Zimmer jedes Geräusch aus dem Flur hört, hilft das dem Bewohner auch nicht weiter.
     
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