Schaumglasschotter und Fundament

Diskutiere Schaumglasschotter und Fundament im Tiefbau Forum im Bereich Neubau; Liebe Bauexperten, ich plane für einen EFH-Neubau (massiv) eine wärmegedämmte Bodenplatte zu verwenden. Die Bodenplatte soll auch von unten...

  1. steno

    steno

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    Liebe Bauexperten,

    ich plane für einen EFH-Neubau (massiv) eine wärmegedämmte Bodenplatte zu verwenden. Die Bodenplatte soll auch von unten gedämmt werden, nicht lediglich unter dem Estrich, d. h. nicht nur zwischen den Fundamenten.

    Es gibt hierfür 1. den Ansatz, eine Wanne aus Styroporelementen (EPS, XPS, Peripor...) zu verlegen. Lieferanten sind z. B. Lohr-Elemente, Isoquick, Schwedenplatte usw. Auf den Styroporelementen wird eine biegesteife Bodenplatte gegossen. Insgesamt, mit dem kompletten Aufbau, scheint es relativ kostspielig zu sein.

    Der 2. Ansatz ist Schaumglasschotter, nach Vorschrift verdichtet, und darauf die biegesteife Bodenplatte. Scheint etwas kostengünstiger zu sein.

    Ein weiterer 3. Ansatz ist Schaumglasschotter (entsprechend verdichtet), darauf Streifenfundamente, zwischen die Streifenfundamente Sauberkeitsschicht und darauf evt. weitere Dämmung und Estrich. Dieser Ansatz ist mögicherweise nicht kostspieliger als die konventionelle Lösung mit Streifenfundamenten.

    Ein vierter Ansatz, der vom Passivhaus Institut des Dr. Feist vor etwa 10 Jahren, als es die von unten gedämmte Bodenplatten noch nicht gab, noch den Stempel „passivhaus-geeignet“ bekam, sind die konventionellen Streifenfundamente mit einer Perimeterdämmung an den Außenseiten der Fundamente und Dämmung unter dem Estrich.

    Der Neubau soll entstehen in einem Erdbebengebiet der Klasse 2.

    Ich habe zu dem Thema inzwischen 3 Statiker befragt.

    Der 1. meint, es kämen wegen Erdbebengebiet 2 nur Streifenfundamente in Frage, da die Lasten horizontal sonst nicht abgeleitet werden könnte (dazu fält mir ein: in Japan fundamentiert man schwach, damit die Lasten erst gar nicht so stark angreifen, also die gegenteilige Auffassung von Statiker Nr. 1). Der 2. meinte, biegesteife Bodenplatte auf Styroporelementen: ja, auf Schaumglasschotter: nein. Der 3. meinte biegesteife Bodenplatte geht sowohl auf Schaumglasschotter als auch auf Styroporelementen.

    Alles sehr widerspüchich. Atomkraftwerke werden abgeschaltet, aber zu solch wichtigen Themen scheint es gar keine Forschung an den Hochschulen zu geben, jedenfalls vermittelt ein Studium offensichtlich kein sicheres Wissen darüber.

    Weiter habe ich gehört, dass es in den neuen Bundesländern Schäden wegen Fundamentierung mit Schaumglasschotter und Regressansprüche geben soll. Hat jemand hier davon gehört? Oder muss man das unter FUD abhaken?

    Zitat:

    http://www.baufachinformation.de/denkmalpflege.jsp?md=2003067125601

    Der hoch belastbare Schaumglasschotter wirkt als frostsichere Wärmedämmschicht, die die Bodenplatte oder das Beton- Fundament ersetzt...
    Weiterentwicklung zu modernen Baustoff für Hoch- und Tiefbau, beispielsweise als hoch belastbare Dämmschüttung im Erdreich als Ersatz für Bodenplatten oder Streifenfundamente aus Beton. Verarbeitung von Kellerfußboden aus Estrich etc. direkt auf einer Sauberkeitsschicht aus Magerbeton über verdichtetem Schaumglasschotter.
     
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  3. Ohlis

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  4. #3 passivbauer, 6. Juni 2011
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    Das ist wirklich ein interessantes Thema: Gerade bei Schaumglasschotter gehen die Meinungen wohl komplett auseinander...Der eine Bauunternehmer baut es am liebsten nur noch ein - der andere hat nur Ärger damit. Können mal ein paar Praktiker Licht ins Dunkle bringen... Von Schäden habe ich allerdings noch nichts gehört.
     
  5. #4 siemenlufthaken, 6. Juni 2011
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    Unterkellerung ja/nein? Bodenverhältnisse/Grundwasser?
    Das Zitat Fraunhofer bezieht sich auf bestimmte Voraussetzungen ...(Du brauchst nicht nur von unten WARM, sondern auch von unten DICHT...)
     
  6. #5 passivbauer, 6. Juni 2011
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  7. #6 alex2008, 6. Juni 2011
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    das größte Problem dürfte der ordnungsgemäße Einbau sein.
    Wer kontrolliert dass?
    Der 08/15 Tiefbauer wird kaum wissen was eine bauaufsichtliche Zulassung ist, wird wenn überhaupt die Einbauhinweise/Empfehlungen nur flüchtig lesen
    Dabei ist die Sache ja nicht ganz ohne.
    Das Verfahren mit dem Geotextil und damit den Schotter quasi einpacken erscheint mir für die meisten Fälle sehr Sinnvoll.

    Aus baupraktischer Sicht ist das Zeugs so wie jeder Grobe Schotter nicht so schön zum verarbeiten. Ebenheit erzielt man eben mit einem feinkörnigeren kornabgestuften Gemisch leichter
     
  8. #7 sash2811, 9. Juni 2011
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    Interessant ist lt. Aussage meines Elektrikers auch die Geschichte der Erdung. Im Endeffekt stehst du auf nicht leitendem Glas. Entsprechend muss für eine ausreichende Erdung in den Boden gesorgt werden.

    Dies nur mal als Anmerkung meines Elektrikers.

    Habe mich übrigends gegen des Schotter entschieden, weil in meiner Gegend nur die wenigsten Erdbauer damit wirkliche Erfahrungen haben und ich keinen Versuchsbau wollte.

    Schöne Grüße,

    Sascha
     
  9. Horst612

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    Für was hast du dich dann entschieden, was war deine Alternative?

    Mein Kellerbauer hat mir eben auch das Misapor empfohlen, er hat schon sehr viel Erfahrung damit sowohl bei großen Hallen als auch bei EFH und er ist tatal überzeugt davon.

    Der Mehrpreis zum normalen Schotter (ohne Dämmung) wären ca. 1500,- Euro.
     
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  11. Neutal

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    Wir haben Jahrelang unsere Häuser auf verdichtetem Schaumglasschotter gebaut und nie Probleme gehabt, geschweige denn bekommen. Das verteilen und verdichten des Schotters bring wenig Spass, da ist man schon eine Weile mit Beschaftigt.
     
  12. Horst612

    Horst612

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    Gibt es günstigere Alternativen, die Bodenplatte von unten ordentlich zu dämmen?
    Oder ist Schaumglasschotter Preis-/Leistungstechnisch vorn mit dabei?
     
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