Schimmel im Dachspitz nach Estrich

Diskutiere Schimmel im Dachspitz nach Estrich im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo, zwei Wochen nachdem in unserem Neubau die Heizung in Gang gebracht wurde und der Estrich 'reinkam, war ich zum ersten Mal im Dachspitz...

  1. Schimmi

    Schimmi Gast

    Hallo,

    zwei Wochen nachdem in unserem Neubau die Heizung in Gang gebracht wurde und der Estrich 'reinkam, war ich zum ersten Mal im Dachspitz und musste erschrocken Schimmel an der OSB-Dampfbremse feststellen. Zwar ist das meiste davon oberflächlich, am Rand zur Giebelwand hin scheint es jedoch auch hinter den OSB-Platten zu schimmeln.

    Der Dachboden ist gedämmt. Dachaufbau insgesamt von aussen nach innen: GUTEX-Platten als Schalung, Hanf Zwischensparrendämmung, OSB-Dampfbremse.

    Es sind wohl mehrere Fehler gemacht worden:
    Die Luftdichtebene war hergestellt worden, leider ausgerechnet im Dachspitz jedoch wurde das Abkleben vergessen. Die Dachlucke wurde nicht verschlossen. Oben ist natürlich ungeheizt und die ganze heiß-feuchte Luft steigt nach oben und kondensiert.

    Wie bekämpft man nun das Problem? Wahrscheinlich ist ja auch Schimmel hinter den Platten und könnte schon den Hanf befallen haben. Da müsste man ja alles öffnen. Muß dann das ganze Material weggeworfen werden?
    Wir bauen schlüsselfertig mit einem Generalunternehmer. Meine Angst ist, dass er nun etwas lediglich halbherziges dagegen unternimmt. Wie kann ich feststellen, ob das Notwendige ausgetauscht wird? Muß er nicht nachweisen, dass zum Zeitpunkt der Abnahme kein Schimmel mehr da ist?

    Vor allem für rechtliche Hinweise bin ich sehr dankbar.

    Grüsse
    Schimmi
     
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  3. NBasque

    NBasque

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    Abnahme

    Bis zur Abnahme muß der GU ihnen die ordnungsgemässe Ausführung der Arbeiten nachweisen.

    Dies kann jedoch insbesondere bei eingebrachter Eigenleistung zum Problem werden, die Schnittstelle genauestens festzulegen.

    Nach Fertigstellung des Estrichs hätte unmittelbar durch Querlüften oder Bautrockner eine Reduzierung der Luftfeuchtigkeit erfolgen müssen; spätestens zu Beginn der Aufheizphase.

    Durch die erhöhte Luftfeuchtigkeit und Temperatur ist die Taupunkttemperatur schnell erreicht; es kommt damit zu Kondensierung des in der Luft gebundenen Wassers an den Bauteiloberflächen. Hierdurch ist der Schimmelbefall möglich; ein weitergehender Schimmelbefall durch Konvektion und Diffusion ist bei ordnungsgemässer Ausführung der Luftdichtheitsebene praktisch ausgeschlossen.

    Wenn Sie sichergehen wollen, daß keine weitergehenden Schäden aufgetreten sind, sollten Sie einen Blower-Door-Test mit anschließender Leckage-Untersuchung durchführen lassen.
     
  4. Schimmi

    Schimmi Gast

    Herr Basque, vielen Dank für die schnelle Antwort.

    Querlüften ist allgemein erfolgt, aber leider nicht im Dachspitz.

    Mein genaues Problem ist folgendes: Morgen treffe ich mich mit dem Bauleiter des AN und schaue mir den Schaden an. Wir wollen dabei auch hinter eine dieser Platten schauen. Ab welchem Grad des Befalls muss/kann man den Austausch des gesamten Materials (OSB Platten und Hanf) verlangen?
    Z.B. Ich schaue mir die Platte von hinten an, sie ist evtl. ein wenig feucht und ich sehe hier und dort einen kleinen schwarzen Punkt. Ist das dann hinnehmbar oder was muss geschehen? Ich denke, die Feuchte wird man schon los, wenn man nun alles richtig abklebt und oben schön lüftet. Aber was ist mit dem Pilz/Sporen?
    Wie beweist mir mein GU, dass alles schimmelfrei ist? Wer zahlt eigentlich den Gutachter, falls ich eigenmächtig einen beauftrage?
     
  5. NBasque

    NBasque

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    Gutachter

    Treffen Sie eine faire Vereinbarung mit dem GU in etwa folgendem Tenor: Stellt Gutachter Mängel fest zahkt GU, wenn nicht, zahlen Sie.

    Insgesamt gesehen dürfte es sich nur um oberflächlichen Schimmelbefall handeln. Dieser sollte mit Alkohol abgerieben werden (nicht trocken, da sonst die Sporen überall verteilt werden). Danach ist weiterer Befall aufgrund mangelnder Feuchtigkeit nahezu ausgeschlossen.

    Wenn keine Lüftungsmöglichkeit (Querlüftung) im Spitzboden vorgesehen ist, sollten auf jeden Fall dort Bautrockner eingesetzt werden bis die Luftfeuchtigkeit ca. 50% beträgt. Anschließend muß verhindert werden (Schließen und Abdichten der Dachluke) daß weitere Feuchtigkeit in den Spitzboden gelangt.
     
  6. Schimmi

    Schimmi Gast

    Danke.

    Wie gesagt: Luftdichtigkeitsschicht am Spitzboden ist nicht abgeklebt. An der Giebelwand sind die OSB-Platte auch auf ihrer Dämmaterial-Seite (Rückseite) feucht. Wie feucht sie an anderen Stellen sind, kann man noch nicht sehen. Rein theoretisch kann "ständig" heiß-feuchte Luft an der Firstpfette über die gesamte Länge kondensiert und danach hinter die OSB-Platten gelaufen sein.

    Herr Basque, vielleicht habe sie noch eine Einschätzung dazu, falls nur wenige Stellen hinter den OSB-Platten feucht und etwas schimmelig sind. Nehmen wir an, eben nur entlang besagter Giebelwand. Wie weit sollten dann die "Sanierungsmaßnahmen" gehen?
     
  7. NBasque

    NBasque

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    Schon erwähnt

    Die Sanierungsmaßnahmen entlang der Konvektionsbereiche beschränkt sich auf Trocknung. Es brauchen weder OSB-Platten ausgewechselt noch die Dämmung entnommen zu werden.

    Nach ausreichender Trocknung besteht keine weitere Gefahr des Schimmelwachstums; zum weiteren sind eventuell schon entstandene Sporen nach Herstellen der Luftdichtheit hermetisch abgeschlossen.

    Übrigens: Die Luftdichtheit (also Abkleben der Anschlüsse und Plattenstöße) darf erst nach Trocknung erfolgen. Die Trocknung nur durch Diffusion dauert erheblich länger (ich denke die Trocknungskapazität liegt bei etwa 200g/m²/Jahr).
     
  8. Peter S.

    Peter S.

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    Möchte mich hier mal kurz einklinken, habe z.Zt. in meinem Rohbau eine Luftfeuchtigkeit von 65% bei ca. 6Grad Raumtemeratur - ist dieser Wert o.k.?
     
  9. NBasque

    NBasque

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    Wofür ??

    65% Luftfeuchte bei 6°C hören sich generell nicht schlecht an; allerdings ist bei dieser Temperatur auch die Trocknungsfähigkeit sehr gering; d.h. Estrich und Verputze trocknen nur sehr langsam.

    Spätestens beim Aufheizen werden reale Verhältnisse für den weiteren Ausbau messbar.

    Wenn Sie jetzt z.B. ihr Dach mit einer Zwischensparrendämmung dämmen, ist das ohne weiteres möglich. Die Luftdichtheitsebene ist auf jeden Fall gleichzeitig mit der Dämmung zu erstellen.
     
  10. Peter S.

    Peter S.

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    Danke für die Infos, aus diesen höre ich zu lesen, dass es besser ist bis Frühjahr mit den Estrich & Verputzarbeiten zu beginnen.

    Noch ein Wort zur Dämmung des Daches (habe das Haus im Rohbau übernimmen), dies ist schon geschehen & zwar mit einer Kombiplatten ....Styropor+ Spellagart (schreibweise?) .... genau daraus ist mir ein kleines Schimmelproblem entstanden. Und zwar, weil die Seitenwände des Giebels -als einzigste Stelle im ganzen Haus- seit Jahren nicht gedämmt war/ ist.
    Und damit immer die kälteste Stelle (Tauwasser) ist/ war - zumindest gehen ich davon aus, dass dies der Schimmel (Stockflecken)- grund ist.
     
  11. Schimmi

    Schimmi Gast

    Hallo Herr Basque,

    es tut gut, Ihre "positive" Einschätzung der Lage zu hören.
    Gestern haben wir die Sparrenfelder, die direkt an die Giebelseiten grenzen, geöffnet. Der Hanf war dort ziemlich naß und zum geringen Teil waren schwarze Flecken darauf. Nach Information des Herstellers ist der Hanf mit Soda behandelt und nimmt Schimmel kaum an. Wir haben alles rausgeschmissen. "Probebohrungen" an anderen Stellen haben gezeigt, dass der Hanf ansonsten trocken ist, naja vielleicht war da hier und dort so eine "Schwüle" in dem Material.

    Jetzt habe ich noch zwei Detailfragen zum Abkleben.

    1. Die Kronen der Aussenmauern sind "nur" mit gelber Wolle abgedeckt, d.h. die Zwischensparrendämmung ist luft-technisch mit der Aussenluft komplett verbunden. Ist das so richtig??? (Ich hatte hier schonmal gefragt und bin nicht so richtig schlau geworden). Falls dies nicht richtig ist: Sollte man Dachschalung und Mauerkronen miteinander abkleben (Rissan) -- von innen, von aussen, beides? Oder kann es sogar sein, dass es geradezu FALSCH wäre, abzukleben (zu wenig Luftaustausch)?

    2. Die Kehlbalken-Ebene zwischen den Mittelpfetten, sprich der DachBODEN, ist gedämmt, von unten her mit Naturpapier abgedampfbremst, alles verklebt, oben liegen OSB-Platten als Boden. Diese Platten sind NICHT abgeklebt, auch nicht an den Rändern zu den Mittelpfetten oder Giebelwänden. Ist das so richtig? (Es mag richtig sein, da kein Kaltdach und es nach oben hin ja diffusionoffner werden soll. Aber ich bin mir unsicher).

    Bin Ihnen für eine Einschätzung bezüglich dieser beiden Details oder für einen weiteren hilfreichen Kommentar sehr verbunden.

    Danke
    Schimmi
     
  12. Schimmi

    Schimmi Gast

    Hallo,
    wer kann mir etwas zur richtigen Ausführung der Details verraten?
     
  13. NBasque

    NBasque

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    Diverses

    1.) Ich gehe davon aus, daß die Gutexplatten bis Mitte vorletzter Sparren reichen. Von dort aus nach außen müßte sich dann die Ortgangschalung befinden. Der Bereich zwischen Giebelmauerwerkskrone und Ortgangschalung kann mit einer Mineralwolldämmung ausgestopft sein. Von der Giebelwand nach innen beginnt die Zwischensparrendämmung. Wieviel Abstand ist zwischen Giebelwand und 1. inneren Sparren ? Befindet sich der 1 äußere Sparren direkt an der Außenfläche der Giebelwand (eventuell 2-3 cm Platz für Außenputz)?

    2.) Richtig, Dampfbremse muß auf der "warmen" Seite der Dämmung angebracht sein. Wichtig ist die luftdichte Abklebung an allen Bauteilgrenzen; hier also an der Mittelpfette, sowie der Giebelwand. Wie sind die Innenwände eingebunden? Reichen diese in die Kehlbalkenebene hinein oder ist zwischen unterer Kehlbalkenbekleidung und Mauerwerkskrone (Innenwand) noch etwas Luft?
     
  14. Schimmi

    Schimmi Gast

    zu1.)
    Richtig!
    Die Giebelwand befindet sich in etwa in der Mitte zwischen beiden Sparren, jeweils ca. 30cm Platz zwischen Wand und Sparren.

    zu2.)
    Es ist noch Luft, Mauerwerkskronen innen enden ca. 5-10cm unter Kehlbalkenlage. Ich habe da eher ein "Schallproblem".

    Mit diesen Informationen -- kann man meine Fragen beantworten?

    Grüsse
     
  15. NBasque

    NBasque

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    Antworten

    zu 1.) Das hört sich gut an. Von außen muß lediglich Winddichtheit hergestellt werden; am besten den Putz über ein Dehnfugenband "Kellenschnittband" an die Ortgangschalung anputzen.

    Innen Dampfbremse (OSB-Platten) mit einem geeigneten Klebeband an die Giebelwand anschließen; eventuell auch mit einem Streifen PE-Folie, die mit Schlupf in die Ecke gelegt ist. Dabei Anschluß an Giebelwand (zumindest mit Mörtelglattstrich) z.B. mit Kleberaupe (Siga Primur) nach Anweisung anschließen.

    2.) OK, Platz ist da. Zwischenraum mit Streifen aus Mineralwoll-Fassadendämmplatten ausfüllen.

    3.) Eine hilfreiche Lektüre finden Sie unter

    http://www.kronoworld.com/deutsch/images/cms/2349.pdf
     
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  17. Peter S.

    Peter S.

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    Möchte mich in Sachen dämmen gleich mal anschliessen.

    Sollte ich hier zuerst PE-Folie, dann die Dämmung und darauf die Dampfbremse einbauen? Oder reicht Dämmung und dann die Dampfbremse?
     
  18. NBasque

    NBasque

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    Was in Gottes Namen ....

    ... ist denn auf diesem Foto zu sehen? Hier kann man wohl nicht davon ausgehen, daß "ein Foto mehr sagt als 1000 Worte"

    Ist das rechts ein Wandstiel einer ungedämmten HRB-Wand ? Welche Art der Beplankung ?

    Es muß immer innenseitig der Dämmung eine luftdichte Schicht (Dampfbremse/-sperre je nach erforderlichem Sd-Wert) ausgebildet werden; d.h. Fläche und bauseitige Anschlüsse an umgebende oder durchdringende Bauteile.
     
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