Schimmel in EG-Souterrainwohnung trotz Lüftungsanlage mit Taupunktsteuerung

Diskutiere Schimmel in EG-Souterrainwohnung trotz Lüftungsanlage mit Taupunktsteuerung im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Hallo Zusammen, ich bin ganz neu hier im Forum und hoffe auf ein paar gute Tipps Eurerseits, da ich mittlerweile so ziemlich am verzweifeln bin....

  1. #1 patrick2812, 29.09.2025
    patrick2812

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    Hallo Zusammen, ich bin ganz neu hier im Forum und hoffe auf ein paar gute Tipps Eurerseits, da ich mittlerweile so ziemlich am verzweifeln bin. Auch 3 verschiedene Gutachter haben mich in keiner Weise weitergebracht. Nun lese ich seit einiger Zeit still im Forum mit und habe bereits ein paar gute Hinweise sammeln können, welche ich mitnehmen konnte. Allerdings hoffe ich noch auf ein paar spezifische Hinweise, Tipps und Erfahrungen Eurerseits. Vielen herzlichen Dank schonmal im Voraus:)

    Ich habe 2022 eine ETW in einem Mehrfamilienhaus (Baujahr 1994) gekauft. Die Wohnung befindet sich im EG-Souterrain. Also eine Wandseite ist komplett im Erdreich, welches dann zur Westseite hin abnimmt und eine Seite liegt dann mit der Terrasse und dem Garten im EG. Die Schimmelproblematik wurde leider beim Kauf komplett verschwiegen und vertuscht (aber anderes Thema). Auf jeden Fall habe ich bereits kurz nach Einzug überall Stockflecken und leichte Schimmelbildung feststellen können. Nach Rücksprache mit der Hausverwaltung wurde klar, was ich gekauft hatte. Das Gebäude wurde 1994 gebaut. Die ersten Eigentümer 1994 - 2009 hatten wohl nie Schimmel (das wurde mir auch so durch die ehemaligen Eigentümer bestätigt, welche ich zwischenzeitlich kontaktiert hatte. Mit den zweiten Eigentümer 2009-2022 ging dann wohl ab 2012 irgendwann die Schimmelproblematik los. Es gab viele Begutachtungen etc. mit dem Ergebnis: Es handelt sich nur um ein Kondensationsproblem (Heizen & Lüften).
    Wichtig ist an der Stelle noch zu Erwähnen, dass die Wohnung wohl erst als Keller geplant war und erst im späteren Bauverlauf zum erfolglosen Abwenden einer Insolvenz, durch den Bauträger, zu einer Wohnung umfunktioniert wurde. Alle Außenwände sind in Stahlbeton ausgeführt (ob WU-Beton kann ich leider nicht beantworten). Aufgebracht ist ringsum eine Styrodur-Dämmung mit 50mm. Ein äußerliche Abdichtung war nach aufgraben meinerseits bis zum Fundament nicht zu erkennen! Wichtig ist noch zu erwähnen, dass ca. 60 m entfernt ein Fluss fließt, welcher in etwa die selbige Geländehöhe aufweist.
    Ich hatte einen Gutachter beauftragt und dieser meinte, dass mit der fehlenden Abdichtung macht nichts. Er geht stark davon aus, dass der Beton dann in WU ausgeführt wurde. Seine Messungen mit dem typischen Feuchtemessgerät (40mm Eindringtiefe) würden keinen Hinweis auf feuchte Wände liefern. Es handelt sich tatsächlich um ein reines Kondensationsproblem (Heizen & Lüften/ Nutzerverhalten). Ich soll an den Außenwänden Kalziumsilikatplatten aufbringen. Habe ich gemacht (30mm). Zusätzlich auf noch mehr ordentliches Heizen und Lüften geachtet. Hat leider nichts gebracht. Selbst auf den Silikatplatten Schimmel & Stockflecken). Dann gab es im Mai 2024 diesen Starkregen. Der Fluss nebenan ist auf 2 m anstatt 0,70 cm angewachsen. Zu dieser Zeit und auch die Wochen danach ist alles in der Wohnung regelrecht verschimmelt. Selbst die Kleidung im Schrank, Sofa, Matratzen etc. haben geschimmelt. Ich habe mit mobilen Kompressor-Entfeuchtern gearbeitet, aber das hat kaum etwas gebracht. Mit dem Entfeuchter ging die Luftfeuchtigkeit auf ca. 45 % runter. Nach Abschalten und mit geschlossener Türe sprang die Luftfeuchtigkeit innerhalb von 30 min auf wieder über 75 -80 % und teilweise höher. Also nochmals den selben Gutachter bestellt. Er meinte nach wie vor an den Wänden liegt es nicht. Diese seien im Normbereich. Also dann mal einen anderen Gutachter bestellt. Dieser hat dann wiederum feuchte Wände festgestellt. Teils mit 80-90 Digits (100 Maximalwert). Er bemängelte auch die fehlende Abdichtung. Meinte selbst wenn es WU-Beton ist, müsste zusätzlich eine Abdichtung drauf. Auch seien 50mm Styrodur zu wenig. Seine Empfehlung: Dezentrale Lüftungsanlage und ringsum aufgraben, abdichten und stärkere Dämmung. Da das Aufgraben, abdichten zu lasten der Hausgemeinschaft gehen würde, hat diese einen weiteren Gutachter bestellt. Der Termin war im Winter 2024. Seine Auffassung: Die Wände seien trocken...???? Reines Kondensationsproblem!!
    Also habe ich im Januar 2025 eine dezentrale Lüftungsanlage mit WRG & Taupunktsteuerung von Inventer einbauen lassen. Ergebnis: Nach wie vor Schimmel an allen Außenwände & Decke. Stockflecken & Bereiche mit schwarzem Schimmel), welche von Erdreich umgeben sind. Teilweise aber auch Innenwände, wenn diese tragend sind und mit dem Estrich verbunden sind. Luftfeuchtigkeit extrem hoch meist über 70 % bei 20-21 Grad Raumtemperatur. Fast durchgehend läuft ein Bautrockner. Aber auch damit kaum Besserung und Schimmelbildung.
    Ich selbst habe mir das Feuchtemessgerät (Indikator) von Trotec BM31 geholt. Ergebnis. Referenzwert im oberen Wandbereich: ca. 32 Digits. Im unteren Wandbereich ca. 45 - 55 Digits. Aber auch 70-80 Digits an 2 weiteren Wänden. Nach oben hin abnehmend.

    Ihr seht meine Verzweiflung...viele unterschiedliche Aussagen von Gutachtern und pure Verzweiflung.
    Jetzt meine Fragen:
    Kann es sein, dass die Feuchtemessgeräte der Gutachter so unterschiedliche Werte liefern? Oder kann es sein, dass nasse Stahlbetonwände über den Sommer so schnell wieder getrocknet sind? Sind diese Geräte überhaupt geeignet feuchten Stahlbeton zu identifizieren?
    Kann es sein, dass Grundwasser durch die Bodenplatte kommt. Das haben die Gutachter ausgeschlossen. Sei eher unüblich und keiner wollte den Boden öffnen. Stimmt die Aussage, dass bei einem WU-Beton trotzdem abgedichtet werden muss. Reichen 50mm Styrodur Dämmung? Wie würdet Ihr weiter vorgehen? An sich habe ich alles mir mögliche getan. Ich habe Kalziumsilikatplatten aufgebracht und eine dezentrale Lüftungsanlage eingebaut. Ich heize alle Räume von ca. Mitte September- Mitte Mai. Und trotzdem schimmelt es.

    Vielen herzlichen Dank, sofern sich jemand die Zeit nimmt und mir weiterhelfen kann:-)
     
  2. BaUT

    BaUT

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    Viel Text mit wenig Fakten, keine Grundrisszeichnungen, keine Übersichtsfotos und keine Detailfotos vom Schimmel.
    Was sollen wir da schreiben?

    5 cm Dämmung (ist das Partikelschaum oder Extruderschaum) - so oder so nicht grad üppig für einen Wohnkeller.

    Mein erster Gedanke: Sommerkondensat!!!

    Insbesondere bei Partikelschaum sinkt der Dämmwert deutlich wenn das Erdreich nass ist. Schade, dass der Gutachter keine Temperaturmessungen der schimmelbetroffenen Wandoberflächen vorgenommen hat. Bei einem Raumklima von 20-22 °C und 75 - 85% rF ist mit Sicherheit an den erdberührten Außenwänden das Schimmelpilzkriterium unterschritten und vermutlich sogar das Taupunktkriterium. Hinzu kommt, dass im Wandsockel eine schimmelpilzkritische Wärmebrücke vorliegt, da dort eine Lücke zwischen der Außendämmung der Wand und der Fußbodendämmung unter dem Estrich vorhanden ist, so dass dort im Wandsockel ganzjährig niedrige Innenoberflächentemperaturen vorliegen.
     
    profil und Fred Astair gefällt das.
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