Schimmelbildung an Innendämmung

Diskutiere Schimmelbildung an Innendämmung im "Bautenschutz" Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, darf ich um euren geschätzen Rat bitten? Im Keller unseres Hauses, das wir momentan sanieren / renovieren gibt es eine...

  1. #1 Reno4man, 07.09.2020
    Zuletzt bearbeitet: 07.09.2020
    Reno4man

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    Hallo zusammen,

    darf ich um euren geschätzen Rat bitten?

    Im Keller unseres Hauses, das wir momentan sanieren / renovieren gibt es eine Problemstelle an einer gedämmten Wand.

    Entlang dieser innen gedämmten Aussenwand des Souterrains / Kellers findet sich entlang und oberhalb der Fußbodenkante Schimmel hinter der Tapete.

    Die Details:

    Schimmel hinter der Tapete bis etwa 40 cm über Bodenhöhe.

    Die Gipskartonplatten sind nicht gequollen / beschädigt.

    Die Styroporplatten sind ganzflächig mit den Gipskartonplatten verklebt.

    Abstand der Styroporplatten zur Aussenwand durchgehend ca. 15 mm.

    Die Wand dahinter ist auch nach den vergangenen starken Regentagen trocken und intakt.

    Das Baujahr des Hauses ist 1970.

    Das genau Jahr der Installation dieser Dämmung ist unbekannt. Zwischen 1970 und 2001.

    Es ist die einzige Stelle an der es dieses Problem gibt. Diese Wand liegt als einzige durchgehend unterhalb der Erdlinie.


    In den ungedämmten Nebenräumen entlang dieser Wand gibt es jedoch keine Probleme mit Feuchtigkeit.

    Im darüber liegenden Erdgeschoss sind alle Aussenwände ebenfalls nach diesem Prinzip von innen gedämmt.

    Keine Problemstellen, kein Schimmel. Die Dämmung wirkt überall, auch im Kellerraum ordentlich verarbeitet.

    Die Vorbesitzer haben diesen Raum regelmäßig als Arbeitszimmer genutzt. Er ist auch beheizbar.

    Der Raum hat auch zwei richtige, doppelt verglaste Holzfenster und wäre gescheit belüftbar.

    Der Raum soll auch künftig als Arbeitszimmer genutzt werden.

    Fragen:

    Wo liegt der Fehler in diesem Bereich?

    Ist der Aufbau der Wanddämmung korrekt oder fehlt dort eine Dampfsperre?


    Den Abbau der alten Dämmung und die Installation einer neue Dämmung würde ich nicht scheuen, sofern unumgänglich, freue mich aber über Optionen, womöglich nur den Wand-Bodenübergang anzupassen oder eine dauerhafte Lüftung zu installieren.

    Zur besseren Vorstellung seht ihr hier eine Skizze des Aufbaus und Fotos der Stelle.

    Besten Dank schon mal fürs Mitgrübeln:)

    Viele Grüße

    Chris





    Problem-Daemmung-2.jpg Skizze-Problem-Daemmung-1.jpg IMG_2035.JPG IMG_2037.JPG IMG_2038.JPG IMG_2042.JPG IMG_2043.JPG IMG_2044.JPG IMG_2045.JPG IMG_2049.JPG
     
  2. #2 Fabian Weber, 08.09.2020
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    Am einfachsten ist es diesen Bereich sauber wegzuschneiden und dann dort Wedi-Platten wieder hinzukleben (vollflächig). Die Stöße der Wedi-Platten dann im System abdichten und auch die Folie vom Estrich mit Dampfbremsklebeband festkleben. Das WEDI kannst Du dann gleich verputzen oder spachteln.
     
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  3. #3 petra345, 08.09.2020
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    Messe die Temperatur der Wandoberfläche mit dem Schimmel im Winter.

    Stand an dieser Stelle einmal ein Schrank oder ähnliches?
     
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  4. #4 Reno4man, 08.09.2020
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    Danke Fabian:)

    Die Wedi Platten würden hier dann direkt, ohne Hohlraum, flächig auf die Wand verklebt werden, korrekt? Ab einer Höhe von etwa 50 cm dann der Übergang zu den vorhandenen Gipskartonplatten? Gibt es in dem Bereich dann keine Schwierigkeiten, da ab dort erst wieder der Hohlraum hinter den Styroporplatten gegeben ist?

    Die Wedi Platten kenne ich von anderen Konstruktionen als angenehm zu verarbeiten. Sie sind ja nicht diffusionsoffen. Ist genau diese Eigenschaft in diesem Fall gewünscht, oder wäre ein offener Aufbau mit Multipor auch eine Variante?
     
  5. #5 Reno4man, 08.09.2020
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    Danke Petra:)

    Jetzt wo du es sagst - an dieser Wand stand vor der Hausübergabe tatsächlich ein eher niedriger Arbeitstisch, der über nahezu die gesamte Breite ging. Darunter auch Kartons.

    Wäre ja herrlich einfach, falls dies schon die Ursache war.

    Dieser Wand wollte ich mich eigentlich nächste Woche widmen - bis dahin haben wir hoffentlich noch keinen Winter :D
     
  6. #6 Fabian Weber, 08.09.2020
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    Ja die WEDI-Platten vollflächig an die Wand kleben. Multipor hat einen schlechteren Dämmwert als das Styropor, also müsstest Du dann unten ja dicker dämmen und hättest eine Stufe am Wechsel zum Styro/Gk-Sandwich.

    Ich glaube die Kälte kommt von unten und die Hohllage der Styrowand ist weiter oben egal.
     
  7. #7 Hercule, 19.09.2020
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    Ohne Dampfbremse gibt es auch bei EPS an der Kontaktstelle Aussenwand zu EPS Tauwasser.
    Und sobald es Tauwasser gibt, gibts auch Schimmel.
     
  8. BaUT

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    Jaja - diese tollen Rigithermplatten. Das war die große Innendämmungslösung aus den späten 90ern als auch der letzte TRrockenbauer/Maler begriffen hatte dass hinterlüftete Gipskarton-Vorsatzschalen an kalten Außenwänden eine dumme Idee waren.

    Aber ehrlich: Was soll eine Innendämmung aus nur 30 mm EPS bringen, insbesondere wenn man die Wärmebrückenwirkung der Eckbereiche nicht berücksichtigt und die Randfugen alle nicht dampfdicht sind?

    30er Hbl-Mauerwerk ist halt einfach dämmtechnisch gesehen die "gebaute Armut" der 50-70er Jahre. Eine Innendämmung kann das auch nur bedingt retten.

    Lösung 1 (best): Außendämmung (WDVS)

    Lösung 2 (semi): Rigitherm komplett runterschmeißen und stattdessen eine kapillaraktive Innendämmung aus Mineralschaumplatten aufkleben. Zusätzlich könnte man den erdberührten Bereich ja auch bis zum Fundamant freibuddeln und zusätzlich mit 10 cm Perimeterdämmung von außen dämmen.

    Lösung 3 (bastel): Einfach wieder Rigitherm hinkleben und alle Randfugen schön mit Silikon zuschmieren - und wer die Fläche difusionsdicht haben will, der klebt alu-kaschierte Tapete auf die Wand.
    (Folienlösungen als Dampfsperre sind eher mühsam, denn die müsste man überall dicht machen an den Rändern.)

    Achtung:
    Bei allen Innendämmungslösungen gilt: Oberflächen sollten innen dann möglichst nicht verbaut oder mit Möbeln zugestellt werden, damit sie immer von der warmen Raumluft erreicht und erwärmt und belüftet werden können. Das schränkt natürlich die Nutzbarkeit des Raumes ein.
     
  9. #9 Hercule, 20.09.2020
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    Für Dampfbremsen gibt es heute schon sehr viele gute Lösungen, die bekommt man auch überall dicht. Moderne Klimamembranen sind aber eigentlich nicht für Keller ausgelegt weshalb es mit der Rücktrocknung ggf Probleme geben könnte.

    Möbel an der Wand ist aber ein wichtiger Tip für alle. Finde ich aber jetzt nicht so problematisch. 4-5cm Abstand stören nicht wirklich. Besser als Schimmel.
     
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