Schlackebetondecke und Stahlträger

Diskutiere Schlackebetondecke und Stahlträger im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo liebe Foristen, ich lese seit einiger Zeit hier immer wieder und habe nun tatsächlich eine so spezifische Frage zu meinem Altbau (Baujahr...

  1. Walzi

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    Hallo liebe Foristen,

    ich lese seit einiger Zeit hier immer wieder und habe nun tatsächlich eine so spezifische Frage zu meinem Altbau (Baujahr zwischen 1924 und 1926), die ich bisher im Forum nicht gefunden habe.

    Ich hatte vor einiger Zeit in der Decke ein Riss gefunden, der die ganze Spannweite (3m) überzieht.
    Nachdem ich mir um die Statik etwas gedanken gemacht habe, habe ich einen Bauingenieur zu Rate gezogen.

    Ende vom Lied: Riss war genau an der Stelle von einem Stahlträger, der Riss selbst aber unproblematisch - das Problem ist damit aber nicht gelöst, da der Stahlträger (Doppel-T) mehr al mickrig ist (4x8cm) und laut Bauingenieur definitiv unterdimenisoniert ist.

    Um nachprüfen zu können, ob "Masse statt Klasse" zum Einsatz kam (also einfach mehr Stahlträger anstatt richtig dimenisonierte Stahlträger), wurde mir aufgetragen, mal den Abstand zwischen zwei Stahlträgern herauszufinden.

    Hier startet nun mein problem - es handelt sich um Schlackebeton und meine beiden "Leitungssucher" (Bosch PD0 6, Bosch Dtect 120) versagen leider jämmerlich - inzwischen ist mir auch klar warum: Die Schlacke hat wohl einen (hohen?) Metallanteil und somit ist der/die Stahlträger nicht von der Schlacke im Beton zu unterscheiden.

    Bisher sieht nun die Decke so aus (siehe Anhang) - leider habe ich bis auf den einen bekannten Stahlträger (größeres Loch) keinen gefunden.


    Hat jemand eine Idee, wie ich die Spannweite herausfinden könnte?
    Meine letzte Idee ist derzeit alle 3 cm ein Loch zu bohren, bis ich auf den nächsten Stahlträger komme.

    Ach ja: Laut Bauunterlagen ist das eine Holzbalkendecke mit 13/26iger Holzbalken ;) - soviel zu Antragsgemäßer Bauausführung ;)

    Danke für neue, andere Ideen.
     

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  2. #2 jodler2014, 12.08.2020
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    Die Messgeräte "schlagen" da immer an .
    Wenn der Bit-Halter im Bohrfutter vulkanisches Material anzieht ,sollte man vorsichtig sein :winken
     
  3. #3 Bauer85, 13.08.2020
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    Entweder einen D-Tect 150 mit Rohdatenanzeige ausleihen oder gleich einen "richtigen" Metalldetektor der die Träger problemlos finden müsste.
    Wenn genug Temperaturdifferenz auf den beiden Seiten der Decke möglich ist, z.B. beheizter Raum direkt gegen kalten Dachboden im Winter, sieht man die Träger mit der Wärmebildkamera oder bei sehr glücklichen Bedingungen sogar mit einer Thermofolie wie sie zum finden von FBH Rohren verwendet wird.

    Ist die Decke ausser diesen Trägern frei von magnetischen Teilen?
    Wie sind die Träger unten überdeckt, nur das Bisschen Putz?
     
  4. Walzi

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    Hallo,

    vielen Dank für die turboschnelle Rückmeldung.

    Zu den Anmerken habe ich einige Fragen/Rückmeldungen:

    einen "richtigen" Metalldetektor -> geht es um sowas? (Url leider nicht clickbar, darf keine Links einfügen)
    -> irgendeinen Vorschlag welcher dafür gut wäre?
    upload_2020-8-13_9-10-40.png

    Temperaturdifferenz
    -> leider Küche und Büro drüber -> beide beheizt
    Ist die Decke ausser diesen Trägern frei von magnetischen Teilen?
    -> ich gehe davon aus, dass die Schlacke magnetisch ist, muss ich aber tatsächlich mal mit einem Magneten testen (ich habe auch Schlacke in der obersten Geschossdecke).
    -> Sonst gehe ich von keinen Metallen in der Decke aus (ich gehe nicht davon aus, dass 1924 schon eine (sonstige) Bewehrung im Beton eingelassen wurde).

    Wie sind die Träger unten überdeckt, nur das Bisschen Putz?
    -> leider so wie es aussieht nein - sind auch 0,5-2 cm Beton noch unter dem einen Träger, den ich bisher gefunden habe. -> siehe Bilder

    Stahltraeger_1.jpg Stahlträger_1.2.jpg

    Frage: Gibt es irgendeinen Anhaltspunkt was 1924 was damals "Norm" war (z.B. alle 80 cm oder alle 120 cm oder ...). Ich weiss dass dies kein Garant dafür ist, dass es eingehalten wurde, aber dann kann ich dort anfangen zu suchen.

    Danke für die Hilfe!
     
  5. #5 Bauer85, 14.08.2020
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    Ja, nur vielleicht nicht gerade ein No-Name Gerät aus dem untersten Billigstsegment. Kaufen rentiert sich kaum, am Besten leihen, gut ist dabei was immer auch verfügbar ist und mit störungs/eisenreicher Umgebung zurecht kommt.
    Wenn auch der Detektor nichts nützt, dann H****i X-Scan, damit ist Erfolg garantiert. Bauingenieur, Statiker, usw. kann soetwas ausleihen.

    Unbewehrt erscheint hier wahrscheinlich aber es muss nicht sein, bewehrte Betonkappendecken wurden bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet.

    Eine Norm zum Abstand der Träger gab es meines beschränkten Wissens nach nicht. Die anzunehmenden Kräfte und zulässigen Spannungen lassen sich als Ausganspunkt für Nachrechnung vermtl. in den "Bestimmungen für die Ausführung von Bauwerken aus Eisenbeton" aus 1916 finden.
    Wenn tatsächlich kein Eisen im Beton ist dann trägt er zwischen den Trägern wie ein scheitrechter Bogen, ein Gewölbe mit praktisch keiner Überhöhung. Ich würde zwischen 60-90cm beginnen zu suchen. 1,2m erscheint mir in einer Decke dafür bereits zu weit.

    Ein genauer Abstand von Eisen liesse sich nur bei Steineisendecken angeben, sie folgten den Sytstem ihrer Hersteller die gut dokumentiert sind.

    Ist denn größerer Umbau und/oder eine Erhöhung der Last dieser Decke vorgesehen?
     
  6. Walzi

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    Hallo,

    vielen Dank für die ganze Rückmeldung.
    Prinzipiell ändert sich an der Nutzung nicht viel, ich würde gerne den Raum nur andres Nutzen, bisher lagen Holzdielen auf dem Fußboden, (z.T. wohl auch Steinschüttung).
    Neu wirds wohl nur Dämmung und nur leichter Bodenbelag -> tendenziell wirds also leichter

    Wegen diesem Riss (bzw. Risse) hatte ich den Bauingenieur gerufen:

    Bild_Fussboden_1 (2)_LI.jpg

    Ich bin derzeit auch am Überlegen, ob ich das wirklich berechnen will, wie stark Unterdimensioniert der Träger sein könnte - ja hat tatsächlich auch schon seit 1924/25 bis heute gehalten, die Risse sind wohl nicht das Porblem - zumindest der Lange liegt genau über einem Stahlträger.
    Zusätzlich könnte ich die Deckenlast verringern, indem ich die Schüttung unter dem Holzdielenboden komplett entferne (mal sehen ob die Decke dann mehr schwingt oder nicht).
     
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