Schornstein verkleiden?

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  1. Jacke17

    Jacke17

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    Hallo,
    wir haben ein Haus von 1936, nun soll das Dach erneuert und gedämmt werden.

    Meine Frage bezieht sich auf den Schornstein:
    Der Dachdecker würde das Ding verkleiden damit der Schornstein nicht mehr der Feuchtigkeit des Wetters ausgesetzt ist. Als Verkleidung käme für mich dabei nur Stehfalz in Frage.

    Nachdem ich mich aber mal in der Nachbarschaft umgesehen habe, stelle ich fest: Eigentlich sieht ein gemauerter Schornstein doch am besten aus. Warum also verkleiden, muss das sein? Ist es nicht besser die/den obersten Meter des Schornsteines neu zu mauern? Oder besser gefragt was ist der funktionelle Unterschied zwischen beiden Varianten.

    Info: der Schornstein hat laut den alten Bauzeichnungen zwei Züge, an einem ist die Brennwerttherme an dem anderen ein Kaminofen. Der Dachdecker meinte es müsste noch ein dritter Zug da sein, dafür spricht, dass drei Revisionsöffnungen (Beton) vorhanden sind.

    Vielen Dank für eure Meinungen,
    Jacke
     
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  3. Elopant

    Elopant Gast

    Hallo,

    vom Aufwand ist es das einfachste den Schornstein zu verkleiden, dies hat auch den Vorteil, dass man keine Wartungsfuge mehr hat ( Blei oder Metalleinfassung von der Dachfläche an den Schornstein geht unter die Verkleidung des Schornsteines ). Wenn das optisch nicht gefällt, kann er aber auch neu aufgemauert werden, je nach Zustand, jedoch wird dann die Einfassung des Schornsteines mit einer Anpressleiste am Schornstein befestigt, die mit Silikon o.ä. abgedichtet wird, diese Abdichtung muß halt kontrolliert werden.
    Ein Schornstein stellt aber auch eine Wärmebrücke dar, die man mit einer Verkleidung durch zusätzliche Wärmedämmung entschärfen kann. :bef1003:
     
  4. OLger MD

    OLger MD

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    Bevor Du den Schornsteinkopf verkleiden lässt (bzw. eine Verkleidung planst) solltest Du die bauliche Substanz prüfen lassen.

    Gerade die Schornsteinköpfe "gammeln" recht schnell weg, da sie frei bewittert werden, welchselweise warm/kalt sind und von innen mit Kondenswasser und Chemikalien aus Verbrennungsrückständen (Ruß, Kaminofenverbrennungsrückstände, etc.) in Kontakt kommen.

    Auch eine Verkleidung benötigt einen tragfähigen Untergrund.
    Wenn die Bausubstanz für gute befunden wird - OK.
    Sagt der Schornsteinfeger schon. "Na ja... " :bef1006: kann man auch über eine Erneuerung des Schornsteinkopfes in gemauerter Form einschließlich einer neuen Abdeckplatte nachdenken. Sieht auch schick aus und hält auch wieder lange - korrektes Material und Ausführungsqualität vorrausgesetzt.

    Gruß
    Holger
     
  5. Kalle88

    Kalle88

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    Das ist Quatsch... Die Verkleidung MUSS nicht DIREKT am Schornstein befestigt werden. Gerade bei alten Köpfen würde ich dort nie mit Schlag bohren... Und in anbetracht seines Vorhabens würde ich ihm sicherlich kein neuen aufgemauert Schornstein anbieten. Elopant hats ja schon erwähnt warum.
     
  6. OLger MD

    OLger MD

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    Richtig. Muss nicht. Dann brauchst Du aber eine tragfähige Unterkonstruktion, welche die Kräfte aus Winddruck und Windsog aufnehmen kann. Kommt unter die Verkleidung auch noch eine Dämmlage vergößert sich die Windangriffsfläche nochmals, so dass ggf. ein Lastabtrag über den Schornstein erst geprüft werden muss. Und das unter Berücksichtigung der aktuell gültigen Windlasten ( u. Windzonen nach Verwaltungsgrenzen).

    Gruß
    Holger
     
  7. Jacke17

    Jacke17

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    Ok, vielen Dank für eure Antworten,

    ich bin eigentlich generell skeptisch wenn ich das Wort „verkleiden“ höre, da denke ich zuerst immer an verstecken unliebsamer Tatsachen mit möglichst geringem Aufwand. Daher hätte mir das neu Mauern des Schornsteins einfach substanziell besser gefallen.

    Aber die Argumente für eine Verkleidung des Schornsteins (keine Wartungsfuge, geringere/keine Wärmebrücke mehr) kann ich nachvollziehen und ändern meine Gedanken bezüglich einer Schornsteinverkleidung.
    Die Bausubstanz schätze ich mal als gut ein, nach außen keine offenen Fugen, keine fehlenden Steine, alles schön, gerade und, im Gegensatz zu im Umkreis gesehenen, ein kleiner Schornstein (7 Ziegellagen hoch über den First, mittig auf First sitzend). Damit scheint einer Verkleidung nicht wirklich etwas entgegen zu stehen.

    Dass das Ganze nur bei vernünftiger Ausführung funktioniert ist auch klar, der Millimeterprüfer wird wachsam sein ;).
    Vielen Dank für eure Hilfe.
     
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  9. Kalle88

    Kalle88

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    Für gewöhnlich liegen nahe am Schornstein Sparren. Mit entsprechenden Schrauben reißt das auch kein Wind mehr raus und wenn doch, dann weil das Material an seine Grenzen geführt wurde.

    Ich gebe dir ja Recht, dass man grundsätzlich sich ne Platte drum macht. Ich sehe in einem ungedämmten Schornstein, in einem hochleistungs gedämmten Dach aber wesentlich mehr Risikopotenzial.

    Ich habe bis heute noch keine Schornsteinverkleidung gesehen die unten lag oder von der erhöhte Lebensgefahr ausging und hier oben windet es zweitweise recht kräftig.
     
  10. #8 ars vivendi, 20. Februar 2014
    ars vivendi

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    Mein Bsfm meinte, es müße gleitend am Schornstein befestigt sein da dieser sich immer anders bewegt als das Haus. Ok, sein Wille sein Himmelreich, nachdem mein Onkel (Dachdecker) den Schornstein schön verkleidet hatte und mit Naturschiefer eingepackt (incl einem Schiefer in Herzform zugeschlagen, Wunsch meiner Frau :-P ) er zur Abnahme kam, habe ich ihm selbstverständlich versichert das die Verkleidung leitend ist. Er war glücklich,ich froh, was will man mehr.
     
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