Schrägdach dämmen

Diskutiere Schrägdach dämmen im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Hallo Gemeinde! Ich lese mich jetzt schon seit Stunden durchs Netz, bin aber noch nicht so recht schlau geworden, werde eher immer veriwrrter....

  1. Gibi

    Gibi

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    Hallo Gemeinde!
    Ich lese mich jetzt schon seit Stunden durchs Netz, bin aber noch nicht so recht schlau geworden, werde eher immer veriwrrter. Daher nun mein Problem bzw. meine Frage:

    Wir haben ein Wohnhaus Baujahr 1973. Durch einen Anbau und den Übergang zu diesem wurde der betreffende Durchgangsraum (Schrägdach an 3 Seiten)komplett entkernt, damit das Dach neu gedämmt werden kann.
    Ich möchte jetzt einfach mal den genauen Dachaufbau für die Dämmung wissen.
    Wenn ich derzeit im Raum stehe, sehe ich die Sparren sowie direkt die Dachziegel mit deren Ziegellattung, sonst nix!
    Geplant war jetzt folgende Dämmung:
    Zwischensparrendämmung mit Untersparrendämmung. Die Sparren haben eine Höhe von 13,5 bis 14 cm. Wir hatten eigentlich vor die Zwischensparrendämmung in den vorhandenen Zwischenraum einzubringen. OHNE Schalung oder Folie/Dachbahn zwischen Dämmung und Ziegeln!!!
    Also folgender Aufbau war nun angedacht (von außen):
    - Ziegel mit Ziegellattung
    - Rockwool oder Isover WLG 035 140mm
    - Dampfsperre
    - Lattung mit Untersparrendämmung Formrock 30mm
    - Gipskartonplatten
    - Tapeten

    Im Gespräch war auch mal die 14cm Sparren mit einer weiteren Latte auf 16cm oder 18 cm zu erhöhen, damit entsprechend dickere Dämmung reinpasst. Dann sollte die Untersparrendämmung entfallen.

    Steinigt mich jetzt nicht gleich, ich möchte jetzt einfach mal den technisch richtigen bzw. notwendigen Aufbau der Dämmung wissen.

    Eine Schalung von außen aufbringen ist nahezu unmöglich, weil ich nicht bereit bin das Dach abzudecken. Was muss ich jetzt beachten und wie habe ich richtigerweise vorzugehen???

    Ich bin etwas verwirrt. :mauer

    In unserem Anbau ist eine Schalung vorhanden, hier war geplant 240mm Zwischensparrendämmung mit Dampfsperre, 2x Lattung innen und anschließend Gipskartonplatten. Ist das denn wenigstens der richtige Weg?

    Ich wäre für fachmännische und fachgerechte Hilfe wirklich dankbar.
     
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  3. KPS.EF

    KPS.EF

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    1.
    Lesen, mindestens die Energieeinsparverordnung 2009,
    die Landesbauordnung von Hessen
    Liste der Technischen Baubestimmungen von Hessen ...

    2.
    Verstehen, dass Arbeiten an der wärmetauschenden Gebäudehülle öffentliches Baurecht tangiert, welches schon beachtet werden sollte ...

    3.
    Entscheiden, ob man fachliche Unterstützung benötigt ...

    Ein Internet Forum bietet diesbzgl. jedoch leider keinen Ersatz.
     
  4. Ralle1

    Ralle1

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    Moin,

    nach EnEV 2009 sollte man schon bauen. Das bedeutet daß das Dach mindestens einen U-Wert von 0,20 W/(m²*k) haben muss.
    Den kann man ganz knapp erreichen mit einer Dämmung 200mm Wlg 035, vor kurzen errechnet.

    Als folgender Aufbau von Außen nach Innen:

    Diffusionsoffene Unterspannbahn zwischen den Sparren als Feuchteschutz
    Wärmedämmung zwischen den Sparren Wlg 035 d=200mm
    Dampfsperre 250my
    Traglattung
    Gipskartonplatten

    oder

    Unterspannbahn w.o.
    Wärmedämmung 180mm Wlg 035
    Konterlattung mit Wärmedämmung 40mm in den Gefachen Wlg 035
    Dampfsperre 250my
    Traglattung
    Gipskartonplatten

    Die Sparren müssen also aufgefüttert werden.

    Bei dem Anbau ist das OK.
     
  5. RinH

    RinH

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    ???

    Berichtigt mich bitte, aber mein Kenntnisstand ist der:

    Tabelle 1 Zeile 4 a einzuhalten :
    Steildach 0,24 W/(m²*k) !
     
  6. Ralle1

    Ralle1

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    Moin,

    stimmt,
    bei Neubauten 0,20, bei Nachrüstung 0,24.
     
  7. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    Aua!...

    ...

    Herr Zimmermeister:mauer

    kennen Sie den genauen Dachaufbau nach der Schalung??? Oder hab ich irgendetwas gar wichtiges übersehn(lesen)??
     
  8. Ralle1

    Ralle1

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    Moin Herr GU,
    wer lesen kann ist klar im Vorteil!;)

    OHNE Schalung oder Folie/Dachbahn zwischen Dämmung und Ziegeln!!!

    Eine Schalung von außen aufbringen ist nahezu unmöglich, weil ich nicht bereit bin das Dach abzudecken.

    Oder wird der Anbau gemeint?
    Es kann/darf ruhig ein bisschen genauer sein.:28:
     
  9. #8 MoRüBe, 23. Oktober 2010
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 24. Oktober 2010
    MoRüBe

    MoRüBe Gast

    Also, der Sachstand...

    ... war doch der:

    worauf Du schrubst:
    und nein, dieser Aufbau ist nicht OK, solange wir nicht wissen, was denn oberhalb der Schalung (also nach außen, nur um Mißverständnisse zu vermeiden :D ) ist.

    Die Schalung wird da ja wohl nich so ohne alles in der Gegend rumstehen. Da kann Bappe drauf sein, dann ist der angedachte Aufbau das Todesurteil. Niemand weiß, wie die Traufbelüftung ausgeführt ist und ob überhaupt und wasweißichnochalles.

    Das war mein Begehr:konfusius:p
     
  10. Ralle1

    Ralle1

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  11. mls

    mls Bauexpertenforum

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    ich zitier die wichtigsten problemverursacher:

    baulaie soll 2 verschiedene dächer (mind. eines davon bauphysikalisch/konstruktiv
    "heiss") und deren übergangsbereich hinbasteln?
    nicht mit den bisherigen angaben, nicht per fernberatschlagung!

    die gibt´s. bei dir vor ort und für geld. sowohl die kompletten arbeiten, als
    auch "nur" eine komplette beratung, planung, bauleitung.
    das ist der beste investionsschutz.
     
  12. KPS.EF

    KPS.EF

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    Stimmt.

    Doch zur Freude von "Sachverständigen" spart der Bauherr in der Regel vordergründig erst einmal, um ein Mehrfaches für spätere Schadensbegutachtung und Fehlerkorrekturen zur Verfügung zu haben ... ;)
     
  13. Gibi

    Gibi

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    So, dann will ich mich nochmal zu Wort melden.

    Frage vorab: WER ist denn der richige und kompetente Ansprechpartner in meiner Gegend? Der Dachdecker (wurde schon für diesen Zweck als falsche Person bezeichnet), der Zimmermann, der Architekt, der Statiker, oder gar der Maler/Gipskartonbauer. An wen SOLLTE man sich denn wenden?

    Ich möchte einfach mal eine Vorabinformation, wie sowas richtig auszuführen ist. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei 5 verschiedenen Leuten, 3 verschiednee Meinungen rauskommen.Außerdem willl ich abschätzen können, ob die anschließend erbrachte Leistung auch fachgerecht ausgefürht ist.

    Jetzt nochmal zu meinen Dächern:

    ALTBAU: Wie gesagt, über den Sparren ist lediglich die Traglattung der Ziegel drauf, hier ist keine Hinterlüftung! Kann man von innen (ohne Dachabdecken) eine Art Schalung erreichen, möglicherweise mit einer ersten Folie jeweils in die Sparrenräume und um die Sparren herum verlegt?
    Sollte man dann die Sparren erhöhen, um mind. 20cm Dämmung reinzubringen, dafür auf eine anschließende Untersparrendämmung verzichten?

    NEUBAU: Die Schalung besteht aus wetterfesten Platten (kenne leider die Bezeichnung nicht genau) nach außen ist meines WIssens KEINE weitere Foli oder Dachbahn aufgebracht. Es besteht auf jeden Fall eine Hinterlüftung. Das Ganze wurde ja leztes Jahr vom Zimmermann ausgefürt, er wusste was anschließend gedämmt werden soll, da muss ich davon ausgehen, dass das auch passt.

    Und JA, die Dämmung des Daches vom Altbau wollte ich eigentlich selber ausführen! Da stehe ich dazu!
     
  14. bernix

    bernix

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    ...gegen das Selbermachen ist nichts einzuwenden...für Selbermacher gibts hier aber keine Auskünfte (normalerweise)....

    Das eigentliche Problem derzeit: Nichtmal du selbst kennst deinen genauen Dachaufbau....und ob du mit Hinterlüftung das Gleiche meinst wie die Leute hier wäre die nächste Frage...

    und N E I N, du musst nicht davon ausgehen dass der Dachdecker es so gemacht hast, damit du die deiner Meinung nach richtige (oder übliche) Dämmung unterbringen kannst. Solange damals nicht die weiter Vorgehensweise abgesprochen wurde, solltest du davon nicht ausgehen...
     
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  16. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    3 Meinungen...

    ... bei 5 Leuten kommen meist dadurch Zustande, weil alle nur nebulös herumstochern. Niemand weiß etwas genaues. Und mit hättste, könnste, eventuell ja vielleicht kommste nicht wirklich weiter. Und ob Du oder Dein Dachdecker damals bei dasselbe gedacht und getan haben, steht auch in den Sternen.

    Such Dir nen Holzbau-Ing, oder nen Holzbau-Archi. Hier gehts um mehr, als nur nen bischen zu dämmen....
     
  17. Gast360547

    Gast360547 Gast

    nur mal so

    4.1

    Steildächer

    Soweit bei Steildächern Decken unter nicht ausgebauten Dachräumen sowie Decken und Wände (einschließlich Dachschrägen), die beheizte oder gekühlte Räume nach oben gegen die Außenluft abgrenzen,


    a)ersetzt, erstmalig eingebaut

    oder in der Weise erneuert werden, dass

    b)die Dachhaut bzw. außenseitige Bekleidungen oder Verschalungen ersetzt oder neu aufgebaut werden,

    c)innenseitige Bekleidungen oder Verschalungen aufgebracht oder erneuert werden,

    d)Dämmschichten eingebaut werden,

    e)zusätzliche Bekleidungen oder Dämmschichten an Wänden zum unbeheizten Dachraum eingebaut werden,


    sind für die betroffenen Bauteile die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 4 a einzuhalten. Wird bei Maßnahmen nach Buchstabe b oder d der Wärmeschutz als Zwischensparrendämmung ausgeführt und ist die Dämmschichtdicke wegen einer innenseitigen Bekleidung oder der Sparrenhöhe begrenzt, so gilt die Anforderung als erfüllt, wenn die nach anerkannten Regeln der Technik höchstmögliche Dämmschichtdicke eingebaut wird. Die Sätze 1 und 2 gelten nur für opake Bauteile.

    Heist für mich auf Deutsch:
    Sparrenhöhe ist begrenzt = Sparrenvolldämmung (aber nur unter dem Aspekt, dass die Forderungen der Fachregel für Deckungen mit Dachziegeln oder Dachsteinen, hier Tabelle 1.1, eingehalten wird) und die Forderung der EnEV ist erfüllt.
    Im vorliegenden Fall bedeutet das, keine Unterdeckung oder Unterspannung = keine Ausführung gem. Fachregel = sehr wahrscheinlich von Haus aus Murks.
    Wenn ich das richtig gelesen habe, haben wir nicht einmal eine Angabe der Dachneigungen. Schlimmstenfalls haben wir sogar drei oder vier erhöhte Anforderungen. Da wird das ohne Zusatzmaßnahmen überhaupt nichts.

    Es wäre der Sache dienlich, wenn nicht von Angaben in µ ()my) die Rede wäre, sondern von konkreten Sperrwerten der Dampfsperre. Je nach weiteren Dachaufbau (s. Rübä) ist das einer der wesentlichsten Punkte/Aspekte, die Berücksichtigung finden müssen.

    Ein Energieberater des Handwerks, vorzugsweise Bautischler oder Zimmermann, der wohlmöglich auch noch öbuv SV ist, kann Ihnen weiterhelfen.
    Firmen ala "das machen wir immer so", können Sie getrost vergessen. Da stehen mit ziemlicher Sicherheit keine Fortbildungsmaßnahmen im Programm.

    Grüße

    stefan ibold
     
Thema:

Schrägdach dämmen

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