Schrägdachdämmung / Wandaufbau m. Fermacell oder 2xGK

Diskutiere Schrägdachdämmung / Wandaufbau m. Fermacell oder 2xGK im Trockenbau Forum im Bereich Neubau; Hallo liebe Bauexperten, wir bauen gerade ein Dachgeschoss und Spitzboden in Trockenbauweise aus. Unser Energieberater hat uns folgenden...

  1. #1 Thomas87, 14.01.2022 um 17:25 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 14.01.2022 um 17:31 Uhr
    Thomas87

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    Hallo liebe Bauexperten,

    wir bauen gerade ein Dachgeschoss und Spitzboden in Trockenbauweise aus.

    Unser Energieberater hat uns folgenden Wandaufbau des (Schrägdaches) vorgeschlagen und auch von Isover eine Simulation durchführen lassen:
    upload_2022-1-14_16-48-55.png
    Anmerkung: Für die Zwischensparrendämmung haben wir 032 verwendet.
    Laut Energieberater ist der U-Wert somit 0.15.
    Weiter hat er uns mündlich eine Innenbekleidung von doppelt Gipskarton vorgeschlagen.

    Der Trockenbauer hat mir nahegelegt, dass Fermacell eine Alternative wäre, die ich mir mal ansehen soll. Hauptsächlich weil es sich um eine große Fläche handelt (~150m²) und einlagig Fermacell viel weniger Aufwand wäre als doppelt Gipskarton (Einbau und auch der Transport in den 2. Stock über Treppenhaus).

    Mein Energieberater kann dazu leider nichts sagen, da er keine Erfahrung mit Fermacell hat. Er hat nur gemeint, wenn der µ-Wert ähnlich ist, wäre das kein Problem.

    Folgende Fakten habe ich mir mal zusammengetragen:

    - Materialpreis: kein Unterschied (Fermacell: ~8€ / m², GK: ~4€ / m² * 2)
    - Personalaufwand: viel weniger bei Fermacell
    - Dampfdiffusion: F: µ = 13, GK: µ = ~10 * 2 (wird vermutlich addiert, also 20?)
    - Wärmeleitfähigkeit: F = 0,32 W/mK, GK = 0,25 W/mK (vermutlich 0,12 W/mK ???)
    - Wärmekapazität: F = 1,1 kJ / kg*K, GK = 0,96 kJ / kg*K (also vermutlich 1,98 kJ / kg*K)
    - Gewicht: F = 1150 kg/m³, GK = 680 kg/m³
    - Gesamtgewicht der Konstruktion: vermutlich ähnlich
    - Schallschutz: vermutlich nicht praktisch relevant?
    - Befestigungen/Stabilität: für mich nicht wirklich relevant

    Es ist fast alles recht ähnlich und der verringerte Arbeitsaufwand ist halt schon ein Killerargument.

    Meine Fragen:
    - ist meine Annahme korrekt dass für den Sommerlichen Hitzeschutz die Wärmekapazität wichtiger ist als die Wärmeleitfähigkeit?
    - ist die verringerte Wärmeleitfähigkeit von Fermacell vs. 2xGK in der Praxis überhaupt relevant? Vorher ist ja schon viel Dämmung. Könnte ich das mit 032 Untersparrendämmung wieder ein bisschen ausgleichen?
    - mache ich mir viel zu viele Gedanken und versuche Energieverluste in einer Größenordnung zu optimieren, die praktisch nicht relevant sein werden ;-) ?. Ich möchte halt nicht, dass es im Sommer zu heiß wird. Das Schlafzimmer wird nämlich dort oben sein.
    - gibt es sonst einen Grund, der gegen Fermacell spricht?

    Vielen Dank für eure Kommentare.

    Hier noch ein Bild zur Vorstellung. Es geht um die gelb markierte Fläche:
    upload_2022-1-14_17-23-10.png
     
  2. #2 Thomas87, 15.01.2022 um 09:26 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 15.01.2022 um 10:32 Uhr
    Thomas87

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    Ich habe mal den U-Wert-Rechner angeworfen und erhalte ein ähnliches Ergebnis vieler Parameter.

    Die Trocknungsreserve ist allerdings viel schlechter (111 g/m²a bei GK und 81 bei Fermacell).
    Ist das jetzt ein KO? Laut DIN sollte bei Dächern da > 250 rauskommen, aber das schaffen beide ja nicht ...

    EDIT:
    Ok, Problem ist, dass die Lattung direkt über den Sparren liegt. Man kann das bei der kostenlosen Version vom U-Wert Rechner leider nicht ändern... Wenn ich die Lage versetze, komme ich bei Fermacell auch auf 100+
    ... oder die Bitumendachbahn wegnehme, dann passt alles wieder. Aber das geht halt leider nicht.
     

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  3. chillig80

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    Wenn ihr das Rad neu erfinden wollt, dann müsst ihr das schon selbst tun. Falls nicht, dann nimm einlagig GK oder Fermacell, ist mehr ne Glaubensfrage als ein Thema für Bauphysiker…
     
  4. VollNormal

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    Sieh zu, dass der solare Eintrag möglichst gering ist. Sprich: alle Fenster nach Norden, die nach Süden ausgerichtete Dachfläche verschatten.

    Nö. Die 0,96 kJ/kgK bleiben für den GK, bei doppelter Beplankung bekommst du allerdings die doppelte Masse in die Fläche.
    Aber wie dir der Ubakus schon berechnet hat, sind die Unterschiede zwischen den beiden Aufbauten gering.
     
  5. Alex88

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    Den rechnerischen Unterschied wirst du nicht spüren, mein Favorit wäre die doppelte GK Beplankung, ansonsten
     
  6. Thomas87

    Thomas87

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    Ok danke. Ich sehe schon, ich mach mir zu viele Gedanken.
    Dann wird's wohl Gipsfaser, da die Trockenbauer das einfacher verlegen können

    Dass die Trocknungsreserve laut Berechnung recht niedrig ist, ist in der Praxis egal, oder muss ich da noch Vorkehrungen treffen?

    @chillig80: Was meinst du mit "Rad neu erfinden"?
     
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