Schweißbahn quer/längs zum Dachgefälle?

Diskutiere Schweißbahn quer/längs zum Dachgefälle? im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo Bauexperten, ich habe heute mal eine Frage zur Abdichtung eines größeren Gartenhauses mittels Schweißbahnen. Hier zunächst mal die...

  1. #1 Dennis84, 31.01.2022
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    Hallo Bauexperten,

    ich habe heute mal eine Frage zur Abdichtung eines größeren Gartenhauses mittels Schweißbahnen.

    Hier zunächst mal die Ausgangssituation:

    - Älteres Gartenhaus ca. 6,3 x 6,8m Grundfläche, 11,5er KS
    - Ursprüngliches Dach (Wellplatten, darauf dünne Holzplatten, mehrere Lagen Dachpappe) wurde entfernt
    - Neuer Balken (8 x 16cm) eingezogen, Schalungsaufbau aus Rauspund / OSB (25mm)
    - Satteldach mit 2 unterschiedlichen Gefällen bzw. 2 unterschiedlich großen Dachflächen
    - Gefälle Seite 1: knapp unter 10° ; Gefälle Seite 2: knapp über 5°
    - Auf dem Rauspund wurde eine Lage G200 DD verlegt (genagelt, 10cm Überlappung mit Kaltkleber versiegelt)
    - Die G200 DD wurde quer (also von Ortgang zu Ortgang) verlegt
    - Rundum wurde das Dach mit Blechen (Ortgang- bzw. Traufblechen) versehen

    Der weitere Dachaufbau wäre folgendermaßen geplant:
    1 Lage Schweißbahn G200 S4, darauf dann abschließend noch 1 Lage Schweißbahn PYE PV 250 S5

    Die Bleche werden natürlich vor dem Verschweißen noch mit einem Bitumenprimer versehen.

    Es stellt sich allerdings die Frage, in welcher Richtung ich die Schweißbahnen nun aufbringen soll. Wenn ich mich richtig eingelesen habe wird das normalerweise in Längsrichtung (also von Traufe zum First) gemacht. Bei Flachdächern (oder flach geneigten) kann die Bahn allerdings auch quer aufgebracht werden.

    Habe ich das soweit richtig verstanden?

    Mir stellt sich allerdings die Frage, ob ich in meinem Fall die Bahnen auch quer auf beiden Dachseiten (5° u. 10° Gefälle) aufbringen könnte. Natürlich würde ich die Schweißbahnen durch Vernageln an den Überlappungen vor Abrutschen bei Hitzeeinwirkung sichern (reicht das aus?).

    Hintergrund: Das geht sich einfach - vom Materialverbrauch - viel besser aus (weniger Reststücke etc.) und der First wäre besser überlappt. Die Seiten unterschiedlich behandeln (1x quer, 1x längs) würde ich gerne vermeiden, sieht auch bescheiden auis.

    Das Dach soll von Innen mit Steinwolle zwischen den Sparren gedämmt werden, darunter soll eine feuchtevariable Membran aufgebracht werden. Laut Rechner sollte der Gesamtaufbau so passen. Was meint ihr dazu?

    Danke schon mal für eure Ratschläge!

    Gruß
     
  2. #2 petra345, 01.02.2022
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    5 Grad Dachneigung wäre mir zu wenig. Wenn dann noch die Bahnen quer verlegt werden, bilden sich Überlappungen, an denen das Wasser stehen bleibt und auch hin und wieder gefriert. Gefrierendes Wasser auf der Dichtungsbahn sollte man vermeiden.
    .
     
  3. #3 Dennis84, 01.02.2022
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    An der Dachneigung kann ich leider nichts ändern, die ist mit knapp über 5 Grad so festgelegt. Das sollte doch nach den Richtlinien für eine Entwässerung aber passen?!

    Ist nicht gerade für diese Fälle die Schweissbahn eine der wenigen Optionen, die bei flach geneigten Dächern geeignet ist?

    Trapezblech, Bitumenschindeln etc. scheiden da ja aus.

    Ich hatte es so verstanden, dass gerade bei flach geneigten (oder sogar Flachdächern) die Bahn auch quer verlegt werden kann. Die Seite hätte ich daher als eher unkritisch eingestuft.
     
  4. DD A

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    Möglich ist beides, und wird auch beides über Jahre funktionieren, Kreuzverband zwischen den Bahnen sollte vermieden werden, ( dann arbeiten die Bahnen gegeneinander) wodurch die Verlegerichtung bereits jetzt wohl vorgegeben ist( Bahnversatz beachten ). Ein zusätzliches befestigen verdeckt in der Naht ist bei geneigten Flächen sinnvoll, ein Dämmen von innen bei Bituminöser Abdichtung ist nicht so sinnvoll. ( selbstkompostierendes Flachdach)
    Zur Einwirkung von Frost und stehendem Wasser: Grundsätzlich sollte man stehendes Wasser versuchen zu vermeiden, was insbesondere bei flachgeneigten Dächern nicht immer möglich ist, bei stehendem Wasser kann sich Schmutz in den Pfützen ansammeln, am Schiefersplitt festkrallen und diesen lösen.
    Die große Problematik sehe ich aber bei 5 grad und einen Schuppen/Gartenhaus eher nicht, den man soll 2% Gefälle bei Flachdächern berücksichtigen , 0 %Gefälle ist aber wenn nichts vereinbart ist, ebenfalls erlaubt, und diese Flachdächer funktionieren ebenfalls. ( Bis auf oben beschriebenes , Schiefersplitt)
     
    Dennis84 gefällt das.
  5. #5 Gast82596, 01.02.2022
    Gast82596

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    Ein schönes Stehfalzdach, und du hast ein Leben lang Ruhe.
     
  6. #6 Dennis84, 01.02.2022
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    Danke für die Hilfe, Bahnversatz wird natürlich beachtet!

    Die Idee, um ein selbstkompostierendes Holzdach zu vermeiden war eben, die variable Dampfsperre einzusetzen, um so ein Abtrocknen nach innen zu ermöglichen.

    Klar, dass das nicht optimal und kritisch ist. Aber unmöglich?

    Alternativ könnte ich nicht die vollen 16cm dämmen (ist nur ein „Gartenhaus“), sondern z.B. nur 12-14cm Höhe und darüber eine Hinterlüftungsebene erstellen.

    Problem: Wie gesagt konnte ich am Dach selbst nichts ändern, daher verlaufen die Balken von Giebelseite zu Giebelseite (nicht von Traufe zu First). Müsste in die Zwischenräume der Balken dann Trocknungsöffnungen einbringen, diese sind momentan mit Beton ausgegossen.

    Was haltet ihr von dieser Option?

    Ein Stehfalzdach isz mir bei dem Gartenhaus dann doch eine zu teure Option :-)
     
  7. DD A

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    Achtung Angabe unter Vorbehalt: Wenn eine Vollholz Schalung aussen drauf ist, eine Hinterlüftung angeordnet, und wahrscheinlich nicht so viel Feuchtigkeit wie in einer normal bewohnten Wohnung anfällt, wird es wahrscheinlich funktionieren, da, dies aber von Lage ( Schatten oder Sonnenseite) und vielen anderen Faktoren abhängig ist, kann man ( ich)das nicht grundsätzlich klar empfehlen, denn es gibt ähnliche Aufbauten die funktionieren und welche die komplett versagen, obwohl diese sich grundsätzlich nicht nennenswert unterscheiden.
     
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