Sehr hoher Energiebedarf - KFW55 Neubau

Diskutiere Sehr hoher Energiebedarf - KFW55 Neubau im Heizung 2 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, Wir (2 Personen) sind vor einem Jahr in unser 160m² KFW55-Neubau gezogen. Wir haben eine Wärmepumpe mit Erdbohrung und eine zentrale...

  1. #1 klausdieter73, 28.04.2022
    Zuletzt bearbeitet: 29.04.2022
    klausdieter73

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    Hallo,

    Wir (2 Personen) sind vor einem Jahr in unser 160m² KFW55-Neubau gezogen.
    Wir haben eine Wärmepumpe mit Erdbohrung und eine zentrale Lüftung.
    Nun nach einem Jahr bin ich etwas erschrocken über die Stromrechnung für die Wärmepumpe.

    Strom für die WP beläuft sich auf ca. 4000kWh!
    Laut Wämepumpe hat sie eine thermische Energie von ca. 17000kWh abgegeben.
    Angezeigte COP: 4,1 (stimmt also mit den Werten überein)
    Der Heizstab war so gut wie nie aktiv.
    Warmwasser macht nur 20% der Energie aus. Aber selbst ohne Warmwasser wäre der Energiebedarf sehr hoch.

    Wenn man davon ausgeht dass der COP bzw. die 17000kWh abgegebene Energie korrekt ist,
    dann scheint das Haus ja wirklich so viel Heizenergie benötigt zu haben!!

    Jedoch ist die Temperatur überall im Haus nur moderat bei 21-22°C eingestellt.
    Die zentrale Lüftung (mit Wärmerückgewinnung) ist das ganze Jahr über auf der kleinsten Stufe gelaufen.


    Gibt es eine Möglichkeit herauszufinden woher dieser enorme Energieverbrauch herkommt?

    Hier nochmal ein paar Fakten:
    Massivhaus, 160m², KFW55, zentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung, FBH, hydraulische Abgleich wurde gemacht, Nennleistung WP: 7,2kW

    PS Komme aus Raum Stuttgart
     
  2. #2 Fred Astair, 28.04.2022
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    Jetzt, fast im Sommer wird es schwierig. Habt Ihr Euch denn vorher nie für den Stromverbrauch interessiert? Zähler ist doch frei zugänglich.
    Ihr solltet im nächsten Winter mal bei möglichst tiefen Außentemperaturen eine Thermografie des Hauses machen lassen.
    Selbst könnt Ihr mal die KWL prüfen, mit Anäometer die tatsächlichen Luftmengen messen, die einströmende Temperatur (früh morgens, wenns noch frisch ist) und die Ablufttemperatur messen und so die Lüftungswärmeverluste berechnen.
     
  3. #3 Fabian Weber, 28.04.2022
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    Wahrscheinlich ist die Wärmepumpe einfach recht schlecht eingestellt.

    Ab ins rosa Forum mit Dir! (HTD-DIALOG).
     
  4. #4 klausdieter73, 28.04.2022
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    Vermute ich eher nicht, da die Kennwerte der WP selbst ja ganz gut aussehen. Zudem wurde vor einem halben Jahr die erste Wartung durchgeführt. Der Techniker meinte es sieht alles sehr gut aus.

    Daher hier die Frage nach weiteren Ideen, wie ich dem Problem am besten näher komme.
     
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  5. #5 Fabian Weber, 28.04.2022
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    Würde ich aus Erfahrung nichts drauf geben.

    Es stimmt eine AZ von 4 ist super, die WP macht ne Menge Wärme aus Strom, aber ob da nicht die Heizung hintendrin mit einem Pufferspeicher, einer viel zu hohen Vorlauftemperatur und Raumreglern alles wider zunichte macht, weiß man halt erst, wenn man sich mit der Wärmepumpe beschäftigt.

    Ein Ferrari holt auch ne Menge Leistung pro Liter Benzin raus, nur dumm wenn ich eigentlich die ganze Zeit nur 30 fahren will.

    Was für eine Wärmepumpe ist es denn überhaupt? Wie ist diese an die Heizung angeschlossen usw?

    Doch lieber ins rosa Forum, wo die richtigen Experten sitzen?
     
  6. #6 Dietrich von Bern, 28.04.2022
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    Eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur macht man, damit die Wärmepumpe einen guten Wirkungsgrad erreicht. Da dieser recht gut war, war auch die Vorlauftemperatur okay - wenn die angezeigten Daten der Wärmepumpe stimmen.
     
  7. #7 Fred Astair, 28.04.2022
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    Sag ich doch. Das Haus oder der Nutzer ist der Übeltäter.
     
  8. #8 JohnBirlo, 28.04.2022
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    Am meisten Sinn würde es machen, dass irgendwo eine krasse Wärmebrücke ist oder ein Fenster dauerhaft offen steht....

    Bildet sich irgendwo Schimmel/Kondensat oder ist euch dahingehend irgendwas bekkant (Probleme beim Bau, etc.)

    Wärmebild des Hauses wurde ja schon genannt
     
  9. #9 Grillbaer, 29.04.2022
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    Etwas mehr Verbrauch hat man ja im ersten Jahr, bis das Haus richtig trocken ist, aber halt vielleicht 10-20 %. 17000 kWh für 160 m² sind schon deutlich zu viel.

    Ist evtl. das erste Estrich-Auf- und Trockenheizen mit drin?
     
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  10. #10 klausdieter73, 29.04.2022
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    Danke für die ersten Ideen bisher.

    Hier mal was ich dazu sagen kann:
    - KWL: die Ablufttemperatur wird mit 21°C am Gerät selbst angezeigt (da die Thermostate überall zwischen 21-22°C eingestellt sind, ist das plausibel)
    die Zuluft habe ich bisher nicht gemessen
    - VL-Temperatur ist sehr niedrig wie @Dietrich von Bern schon meinte.
    - Fenster sind aufgrund KWL so gut wie immer geschlossen.
    - Estrich/Trockenheizen ist nicht mit drin.
    - Ich habe die Zählerwerte nachverfolgt. Im Sommer quasi kein Verbrauch,
    dafür seit Oktober stark angestiegen. In den Wintermonaten monatlich ca. 2000kWh..
    - Wärmebrücke: wäre mir nichts aufgefallen.. aber ist eher subjektiv


    Was könnte ich ich Vorfeld noch untersuchen?
    1. Wärmebrücke: kann ich selbst eher nicht prüfen oder?
    2. KWL: kann ich versuchen die Zuluft zu messen. Wo am besten messen? Zuluft-Öffnung in den einzelnen Räumen?
    3. Kann die Ansteuerung oder die Art der eingebauten Heizkreisventile so etwas auslösen?
    (Prinzipiell funktioniert jedoch die Temperatureinstellung an den Thermostaten)
    Helfen vllt. irgendwelche Vergleiche wenn die Ventile manuell (fix) eingestellt werden?
    4. ?
     
  11. #11 nordanney, 29.04.2022
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    Zunächst einmal ist die WP wahrscheinlich relativ deutlich überdimensioniert. Modulierend? Welche VL-Temperaturen im Winter? Wie ist die FBH ausgelegt?

    Es fehlen eine Menge Angaben und im htd-Forum (schon genannt) findest Du Experten für Dein Problem.
     
  12. #12 1958kos, 29.04.2022
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    Die ersten 2 Jahre hatte ich auch ca. 30-40% mehr. Dann war der Bau trocken.
     
  13. scout

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    Wie hoch ist der Wärmebedarf nach Energieausweis für das Gebäude?

    Habt ihr eine Umwälzpumpe?

    Kommt zu den 160 m2 auch noch beheizte Nutzfläche dazu, etwa ein Keller? Oder gibt es große Emporen o.ä.?
     
  14. #14 petra345, 29.04.2022
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    Wenn die Zahlen mit 17.0000 kWh abgegebener Wärme stimmen, liegt der Fehler in der Dämmung des Hauses oder dem Nutzerverhalten und nicht an der Wärmepumpe.
    21 °C sind schön, aber etwas teurer als 20 °C.
    Außerdem hat ein Neubau einen geringfügig höheren Bedarf als ein 3 Jahre alter Bau. Aber das macht nur 10 bis 20 % aus.
    Denkbar ist auch, daß die FBH, abweichend von der Berechnung, eine zu geringe Dämmung wegen einer zu geringen Aufbauhöhe hat. Dann kann sehr viel Wärme in den ungedämmten Bereich abfließen.
    .
     
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  15. #15 Fred Astair, 29.04.2022
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    Du solltest nicht die Schätzwerte der Steuerung abfragen, sondern MESSEN.
    D.h. ein Thermometer in den Volumenstrom der Abluftöffnung halten.
    Die Zulufttemperatur ermittelst Du am zuverlässigsten, indem Du auf Dein Außenthermometer schaust, falls Du eins hast.
    Sollten allerdings die Ablufttemperaturen der Regelung stimmen, dann hast Du keinerlei Wärmerückgewinnung. Dann brauchen wir nur noch den Volumenstrom (Du erinnerst Dich? Aneometer) und können dann an Hand der Gradtagszahlen für Deinen Ort, die Lüftungswärmeverluste über die Heizperiode errechnen.

    s.o.

    die Ventile verbrauchen nicht Deine Heizenergie. Das macht das Haus oder Du. Der Hinweis von Petra, dass u.U. wertvolle Heizenergie über unzureichende Dämmung in den Untergrund abwandert, ist gar nicht schlecht und wäre kaum zu quantifizieren.
    Haus ist nicht unterkellert?
     
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  16. #16 derjacky, 29.04.2022
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    Du brauchst also im ersten Jahr ca. 1000 Kwh Wärmepumpenstrom zu viel.
    Das können/werden im Massivbau ja die schon oben genannten 20% zum "Trockenheizen" sein.
    COP Wert ist völlig in Ordnung.
    1000 kwh sind max. 300 €.
    Dafür bekommt man vlt. nicht einmal eine Thermografie des Hauses gemacht.
    Da würde ich mich erst mal entspannt zurücklegen und das zweite Heizjahr abwarten.
    Wenn der Verbrauch dann im zweiten/dritten Heizjahr immer noch so/zu hoch ist kann man weitersehen.....
     
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  17. #17 Fabian Weber, 29.04.2022
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    Dreh doch zum Test mal alle Raumregler der Heizung voll auf.

    Wenn es dann zu warm wird, hast Du die falsche Heizkurve.
     
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  18. #18 Dietrich von Bern, 29.04.2022
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    Da die Vorlauftemperatur niedrig genug war, kann es nur zum kleinen Teil an der Heizkurve liegen. Vielleicht kann man hier noch optimieren, aber es wird nicht die Wende bringen.
     
  19. #19 Fabian Weber, 29.04.2022
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    Bisher sind Vorlauftemperaturen und Heizkurve doch noch komplett unbekannt.

    Jedes gesparte Grad an VL-Temp bringt ca. 2,5% Stromeinsparung. 5Grad weniger und gleich 10% gespart, Zack nur noch 3600kWh.
     
  20. #20 klausdieter73, 30.04.2022
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    Hab jetzt nochmal ein paar Sachen nachgeschaut:
    -> Heizkurve verläuft zwischen max. 29°C und min 23°C.
    -> Laut Energieausweis sollte der Wärmebedarf eigentlich max. halb so groß sein
    ->WP ist im Winter innerhalb 24h max. 10x angesprungen (meiner Meinung nach also auch keine zu extrem hohe Taktung)
    -> um die Zulufttemperatur der KWL zu messen muss ich mir erst noch ein Thermometer besorgen

    Habe so langsam das Gefühl dass da entweder viele Punkte zusammenkommen oder
    irgendwas wirklich im Argen liegt.. hier geht es ja nicht um ein paar Prozent.

    PS: Haus ist unterkellert (auch mit FBH).
     
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Sehr hoher Energiebedarf - KFW55 Neubau

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