Sinnvolle Maßnahmen im Altbau

Diskutiere Sinnvolle Maßnahmen im Altbau im Energiesparen, Energieausweis Forum im Bereich Altbau; Servus! Wie in meinem anderen Sanierungs-Thread schon beschrieben, möchten wir ein Haus aus dem BJ 1966 sanieren. Dafür geht es mir jetzt erstmal...

  1. #1 matschie, 09.03.2020
    Zuletzt bearbeitet: 09.03.2020
    matschie

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    Wie in meinem anderen Sanierungs-Thread schon beschrieben, möchten wir ein Haus aus dem BJ 1966 sanieren.
    Dafür geht es mir jetzt erstmal um die Einschätzung der ökonomischen SInnhaftigkeit verschiedener Maßnahmen.

    Ausgangssituation:
    • Außenwände 24cm Ziegel, 3cm Dämmung unbekannter Güte, 11.5cm Klinker bzw. 9.5cm Beton+2cm Perliteputz (Dämmung ist überall)
    • Satteldach mit 14cm Sparren und Dämmung unbekannter Dicke und Güte (aber es ist wohl welche da), ohne Dachüberstand
    • Das Haus ist in "Halbetagen" gebaut und hat recht viel Verkehrsfläche in Form eines offenen Treppenhauses und angrenzenden Fluren
    • ca. 2/3 des Grundrisses sind als Nutzkeller unterkellert (36.5cm Ziegel mit Abdichtung), Rest als Kriechkeller (ca. 1,20m hoch, alle Bereiche zugänglich)
    • Die alte Ölheizung ist vor ca. 10 Jahren gegen eine Gasbrennwerttherme getauscht worden
    • Fenster teils Original (Holz mit Einfachverglasung), teils erneuert (Ende 80er mit 2-Scheiben Isolierverglasgung)
    • Wohnfläche: ca. 300m², wovon ca. 65m² auf eine Einliegerwohnung entfallen werden
    • Recht aufwändige Geometrie der Gebäudehülle

    Folgendes haben wir geplant:
    • Dämmung unter Keller-, bzw. Kriechkellerdecke (Im Nutzkeller ca. 8cm wegen Kopffreiheit, im Kriechkeller kann auch mehr)
    • Dämmung des Dachs mit Zwischensparren + ggf. Untersparrendämmung
    • Dämmung der obersten Geschossdecke (16cm StB), hier ist nur Spitzboden, kann also auch dicker werden
    • Austausch aller Fenster gegen 2- oder 3-Scheiben Isolierverglasung (Wand dürfte ca. U.-Wert von 0,7 haben, die Fenster dann ca. 0,9).
    • Entfernen aller Rollläden, Kästen abdichten und dämmen, an der Südseite außenliegende Raffstores anbringen
    • Einbau einer Lüftungsanlage mit WRG
    • Austausch der Rippenheizkörper und Einbau einer Fußbodenheizung
    Wie ihr seht, ist aktuell nicht geplant die Außenwand zu dämmen, da dies aus unserer Sicht ökonomisch Unsinn ist, da hierfür die komplette Klinkerfassade entfernt werden muss. Anschließend kann nur ein WDVS angebracht werden, oder es muss ein neues Auflager für die Klinker entstehen. Zusätzlich fielen Erdarbeiten an um die Dämmung tief genug unter die Kellerdecke zu ziehen, außerdem müsste das Dach verbreitert werden. Das steht meines Erachtens nach in keinem wirtschaftlichen Zusammenhang.

    Möglich wäre ggf. eine Innendämmung, da mehr als genug Wohnfläche vorhanden ist.

    Mich würde jetzt interessieren wie ihr das seht, und welche Maßnahmen ihr für sinnvoll oder auch nicht sinnvoll erachtet.
     
  2. #2 Andreas Teich, 09.03.2020
    Andreas Teich

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    Wenn Wanddämmung möglich ist Wandheizung statt Fußbodenheizung, gleichzeitig kann ggf die Elektrik saniert oder erweitert werden.
    Auf die oberste Geschoßdecke 30 cm Zellulose offen aufblasen ist am günstigsten und ökologisch einwandfrei.

    Fenster austauschen ist bei Standardprofilen sinnvoll, (bei aufwendigen Profilen Winterfenster innen davor setzen).
    Unter die Kellerdecke könnte zB Multipor geklebt werden.

    Fassadendämmung ist bei den Voraussetzungen vermutlich wirtschaftlich nicht sinnvoll-
    allenfalls wenn Fenstergrößen geändert oder die gesamte Fassadenoptik umgestaltet werden sollten.

    Grundrisse so gestalten, dass unnötige Bereiche evt abgetrennt und vermietet werden können
     
  3. #3 JuergenB, 14.04.2020
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    Kann dem Herrn Teich nur zustimmen. Finde die Wandheizung persönlich auch am sinnvollsten.
     
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