Slinky-Grabenkollektor für Sole-WP, wer kann dazu was sagen?

Diskutiere Slinky-Grabenkollektor für Sole-WP, wer kann dazu was sagen? im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo Leute, ich beschäftige mich gerade ein bisschen mit dem Thema Wärmepumpe... In diversen Artikeln und auch Foren wird als...

  1. #1 Bau und Fragen, 27. Mai 2011
    Bau und Fragen

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    Hallo Leute,

    ich beschäftige mich gerade ein bisschen mit dem Thema Wärmepumpe...

    In diversen Artikeln und auch Foren wird als „kostengünstige“ Alternative zu den Tiefenbohrungen als Wärmequelle für die Sole-Wärmepumpe ein sog. Flächenkollektor empfohlen. Weil günstiger als eine Tiefenbohrung, Vorraussetzung man hat genüg Fläche ums Haus...

    Die dazu notwendige Fläche wird dann mit Rohren ausgelegt, ähnlich dem Prinzip einer Fußbodenheizung. Bei neuen Gebäuden mit entsprechender Dämmung wird wohl als Richtwert die doppelte Fläche der beheizten Wohnfläche im Garten benötigt...z.B. 300qm Flächenkollektor bei 150qm Wohnfläche, wohlgemerkt als Richtwert, die genaue Fläche kann erst nach der gerechneten Heizlast festgelegt werden...

    In dem Forum „haustechnikdialog.de“ werden aber auch sog. Grabenkollektoren mit der komischen Formulierung „slinky“ als kostengünstigere Alternative zu den Flächenkollektoren angepriesen....Diese werden, wie im Anhang gezeigt, kreisförmig in einen 1m breiten und ca. 1,80 tiefen Graben gelegt. Diese Art der Verlegung macht den Aufwand für den Aushub geringer und soll angeblich auch eine bessere Soletemperatur zur Folge haben, weil die Rohre sozusagen an den Grabenwänden mehr Wärme dem Erdreich entziehen können als bei einem Flächenkollektor wo sich die benachbarten Rohre gegenseitig die Wärme entziehen...

    Quellenangabe Bild)
    Das ist aus einem User-Beitrag aus dem Forum haustechnikdialog.de

    Irgendwie kommt mir die Sache aber komisch vor, warum soll ich bei einem Graben mit weniger Fläche mehr Wärme aus dem Erdreich entnehmen als bei einem vollflächigem Flächenkollektor?

    Daher meine Frage hier im Forum, kennt jemand diese Art von slinky-Grabenkollektor bzw. hat diesen schon einer so gebaut und kann dazu einer was schreiben.

    Hat dieser Graben Nachteile, die in den Artikeln bzw. in dem Haustechnik-Forum nicht genannt werden?

    Wenn jemand Erfahrungsberichte hat, dann bitte hier ein paar Sätze dazu schreiben!

    Gruß
     
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  3. planfix

    planfix Gast

    du kann aus einer bestimmten fläche nur eine beschränkte menge an wärme entziehen, egal wieviel rohr darinnen liegt. du fährst eventuell ein besseres delta T, mehr aber nicht.
     
  4. #3 Bau und Fragen, 27. Mai 2011
    Bau und Fragen

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    Ja das habe ich soweit verstanden, du meinst also die Differenz zwischen Vorlauf und Rücklauf ist geringer, d.h. die minimale Soletemperatur in den Rohren müsste höher sein, was wiederum den Radies im Garten zu Gute kommt...:o)?
     
  5. R.B.

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    Jepp, wobei ich eher sagen würde "aus einem bestimmten Volumen".

    Die auf dem Bild gezeigte Verlegung wäre mir etwas zu knapp.

    Man geht davon aus, dass man für einen Grabenkollektor (slinky wäre nur die Verlegungsart des Rohrs im Graben) etwa 8-10m pro kW benötigt. Das wären bei 1m Grabenbreite um die 100W/m2. Das ist schon eine Hausnummer.

    Frank optimiert den Kollektor weiter indem er auf die Strömungsverhältnisse im Rohr achtet und eine Menge Rohr verbuddelt. Dadurch hält er die Belastung je Rohrmeter in Grenzen. In meinen Augen der richtige Weg.

    Trotzdem könnte er den Kollektor durch einen längeren Graben, unter den gleichen Bedingungen weiter verbessern. Die Frage ist nur, wie sich das im praktischen Betrieb bemerkbar macht. 1K Soletemp. mehr oder weniger, das wird in der Praxis niemandem negativ auffallen.

    Gruß
    Ralf
     
  6. #5 Bau und Fragen, 27. Mai 2011
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    Hallo Ralf,

    danke für deine Antwort. Was darf ich daraus schließen, ist dieser Slinky-Grabenkollektor eine echte Alternative zum "normalen" Flächenkollektor oder nur etwas für Freaks die Spaß am "Basteln" haben?

    Immerhin wäre der Aufwand fürs Buddeln deutlich geringer, sowohl logistisch wie wohl auch finanziell da ich weniger Kubikmeter Erde bewegen und lagern muss...

    Konkret gefragt ,hast du selber damit schon Erfahrungen machen können bzw. würdest du das selber bei einem Neubau in Betracht ziehen?

    Gruß
     
  7. planfix

    planfix Gast

    ja, aber eine falsche. du erhältst je nach boden 40 bis 80 watt.
    watt nu?
    Eisblock?
     
  8. R.B.

    R.B.

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    Ich selbst habe keinen Grabenkollektor, aber in der Verwandtschaft haben wir einen gebaut. Der lief jetzt den ersten Winter ganz ordentlich. Die Rahmenbedingungen sind jedoch nicht so leicht auf andere WP-Anlagen übertragbar.

    Grabenkollektoren, auch mit slinky Verlegung, sind ja nicht neu. Das funktioniert. Ich würde aber trotzdem versuchen meiner WP eine bestmögliche Quelle zur Verfügung zu stellen. Das bedeutet im Fall eine Grabenkollektors, lieber ein bischen länger als zu kurz. Auch beim Rohr würde ich nicht sparen.

    Gruß
    Ralf
     
  9. planfix

    planfix Gast

    @ TE, wenn du mit weniger fläche auskommen willst, dann geh auf direktverdampfung.

    hier hast du durch das kältemittel weniger flächenbedarf. außerdem sparst du pumpe und tauscher in der WP. (ergebnis: weinger leistungsaufnahme, da keine pumpe, besserer wirkungsgrad ohne den tauscher)hier schon gelesen?
     
  10. planfix

    planfix Gast

    @RB
    du weißt was mein mann tut. der hat auch schon tode kollektoren und eisblöcke gesehen.
    die phantasie mancher anlagenbauer ist unergründlich ;)
     
  11. R.B.

    R.B.

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    Ganz so einfach ist es nicht, sonst müssten DV ständig im Eisblock stecken.

    Aber ich habe mit "Hausnummer" ja schon angedeutet, dass mir eine zu knappe Auslegung nicht gefällt. Eine einsetzende Vereisung ist aber noch kein Beinbruch.

    Gruß
    Ralf
     
  12. planfix

    planfix Gast

    solange die einsetzende vereisung auch eine chance bekommt wieder auszusetzen nicht. aber gerade diverse sparschweinchen bauen auch noch minimal dimensionierte geräte ein. mit dem argument, dass diese dann nicht takten. bei richtiger frostdauer und heizbedarf hast dann nicht mehr eine einsetzende vereisung, sondern einen permanenten eisbklock.
     
  13. R.B.

    R.B.

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    Eben. Deswegen darf man nicht pauschal die 40W/m2 oder 80W/m2 oder 100W/m2 betrachten, sondern man muss auch auch die Temperaturleitfähigkeit des Bodens in Betracht ziehen.

    Bei der knapp dimensionierten WP stimme ich zu, wobei "knapp" auch relativ ist. Selbst eine knapp dimensionierte WP läuft nur an wenigen Tagen, evtl. nur Stunden, am limit. An allen anderen Tagen kriegt sie Zeit um Luft zu holen. ;)

    Wer´s natürlich übertreibt, und die Kiste 50% des Jahres am Anschlag laufen lässt, muss sich nicht wundern, wenn seine dann auch noch zu klein dimensionierte Quelle nicht mitspielt. Der hat dann im 1. Quartal seine Freude wenn es bis Herbst dauert, bis der Kollektor wieder eisfrei ist.

    Gruß
    Ralf
     
  14. alex2008

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    Dass diese Wärmequellenart funktioniert ist hinreichend bekannt.

    Jetzt mal was zum Buddeltechnischen.

    Was bei den Planungen im gen. Forum leider viel zu kurz kommt ist das Thema Unfallverhütung.

    Für diese Gräben ist die DIN 4124 die maßgebliche Unfallverhütungsvorschrift.
    Diese wird leider sehr oft falsch oder unzureichend interpretiert.

    Lesestoff hier:
    http://www.bgbau-medien.de/bausteine/d_112/d_112.htm
    http://www.bgbau-medien.de/bausteine/d_113/d_113.htm

    Gräben tiefer als 1.75m sind auf voller Grabentiefe abzuböschen oder zu verbauen.
    Bei Gräben mit Tiefen zwischen 1.25 und 1.75m kann es bei vorliegen einiger Vorraussetzungen genügen nur den oberen Bereich abzuböschen, bzw. zu verbauen.
    Dazu gehört u.a. ein lastfreier Streifen. Auf diesem darf dann aber auch kein Aushub gelagert werden.
    Bei Sandböden, nichtbindigen Böden, verschiedenen störenden Bodenschichten etc. kommt man kaum darum herum erheblich mehr wenn nicht gar bis auf die Grabensohle abzuböschen.

    Wir sind dann ganz schnell mal bei Breiten von 3m und mehr und haben immer noch keinen Platz für den Aushub.

    Wirtschaftlich mag ein Graben günstig erscheinen. Nur bedeutet weniger Aushub nicht automatisch geringere Kosten.
    Das geht erst recht in die Hose wenn der Bagger ein paar Nummern zu klein ist.
     
  15. #14 Bau und Fragen, 30. Mai 2011
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    Hallo Alex,

    vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Genau diesen Punkt hatte ich noch nicht beachtet...und wurde auch noch in keinem Beitrag zu Slinky-Grabenkollektor beschrieben!!!!

    Eine Frage noch zu DV-Anlagen, sind diese in Wasserschutzgebieten oder in der Nähe von fließendem Wasser auch zulässig oder gar genehmigungspflichtig seitens der Wasserbehörden?

    Gruß
     
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  17. planfix

    planfix Gast

    DV sind in wasserschutzgebieten zulässig.
    ich kenne das prozedere aus BW, die möchten gerne eine auskunft über das kältemittel, aus anzeigepflicht. dann wird zustimmung erteilt.
    war bisher problemlos.
    in bayern isses wohl ebenso.
     
  18. #16 Bau und Fragen, 30. Mai 2011
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    Ok, danke für die Info...

    Werde mich bei Gelegenheit mal zu DV-Anlagen informieren.
     
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