Sockelabdichtung ohne Dichtschlämme ausgeführt - was nun?

Diskutiere Sockelabdichtung ohne Dichtschlämme ausgeführt - was nun? im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; Hallo, durch den Fachbetrieb, der die Außenanlage für mich erstellt hat, wurde die Sockelputzabdichtung als Anschluss an das Pflaster offenbar...

  1. #1 bauzaun, 19.12.2020
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    Hallo,

    durch den Fachbetrieb, der die Außenanlage für mich erstellt hat, wurde die Sockelputzabdichtung als Anschluss an das Pflaster offenbar nicht richtig ausgeführt.

    Bodenplatte und erste Steinreihe des Mauerwerks sind seitlich mit XPS verkleidet (siehe Bild). Darauf ist dann ein Silikonharz-Sockelputz, und direkt darauf die Noppenbahn. Je nach Ort entlang der Hauswand kommt an die Noppenbahn angrenzend entweder direkt das Pflaster oder ein Spritzschutz-Streifen). Hinterher habe ich erfahren, dass es eigentlich noch eine Schicht aus Dichtschlämme gebraucht hätte, um zu verhindern, dass Feuchtigkeit im Sockelputz aufsteigt und es dort dann zu Abplatzungen oder Salzkristall-Ausblühungen kommt.

    Meine Fragen:
    • Wäre der Pflaster-Betrieb verpflichtet gewesen, mich auf die Notwendigkeit der zusätzlichen Abdichtung mit Dichtschlämme o.Ä. hinzuweisen? Ich als Laie ging davon aus, dass hier die Abdichtung so wie erforderlich gemacht wird und hab mich nicht weiter darum gekümmert. Den Mehrpreis für sachgemäße Abdichtung hätte ich ja gerne bezahlt, aber ich wurde nicht mal darauf angesprochen, dass hier etwas fehlen könnte.
    • Hätte ich einen Anspruch auf Nachbesserung?
    • Sind tatsächlich langfristige Schäden zu erwarten, oder wird das schon gut gehen? Es ist nicht mit drückendem Wasser zu rechnen in dem Bereich, aber durchaus mit Feuchtigkeit im Boden, die kapillar aufsteigen könnte.
    • Würdet ihr persönlich das so lassen, oder würdet ihr es (entweder auf Kosten des Fachbetriebs oder notfalls sogar auf eigene Kosten) wieder aufreißen, ordentlich abdichten und dann neu die Pflastersteine setzen?
    Danke im Voraus für eure Hinweise! Sockel Abdichtung Skizze.png


    Situation ist wie im Bild hier:
     
  2. #2 Fabian Weber, 19.12.2020
    Fabian Weber

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    Wurde denn der Sockelputz vom Galabauer hergestellt?

    Wenn nicht, liegt der Fehler nicht bei Ihm.
     
  3. #3 BaUT, 20.12.2020
    Zuletzt bearbeitet: 20.12.2020
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    Dieses Schnittstellenproblem hat deine Bauleitung verpennt, denn der Feuchteschutz eines Sockelputzes ist üblicherweise nicht Leistungsumfang des Gala-Bauers sondern leistung des Putzers der auch den Sockelputz angebracht hat. Dem hätte allerdings vorher jeamnd genau anzeichnen müssen bis in welcher Höhe der Feuchteschutz herzustellen ist. Auch das wäre wieder Aufgabe deiner Bauleitung gewesen.

    mmh - pasiert leider öfter, auch beim Bau mit GU oder BT wenn die Außenanlagen später in Eigenleistung des Bauherrn erstellt werden und zur Hausfertigstellung und Übergabe noch nicht an jeder Stelle klar ist, wie hoch der Traufstreifen liegen wird und wie hoch die Terrasse angelegt wird, da lassen die Hausbaufirmen den Feuchteschutz des Sockelputzes gerne erstmal weg und vergessen dann blöderweise den entsprechenden Hinweis an den Bauherrn, dass dieser vor den Außenanlagen noch herzustellen ist. Sehr ärgerlich.

    Wenn dann in den nächsten Jahren in einer Höhe von 15-20 cm über Pflaster Flecken- und Wölkchenbildungen im/am Sockelputz entstehen, dann musst du das Pflaster halt wieder aufnehmen lassen und den Feuchteschutz (z.B. sto flexyl) nachträglich anbbringen lassen. Details zur fachgerechten Ausführung findest du z.B. im sto-Detailkatalog - falls du dir die Sockelputz-Richtlinie nicht extra kaufen willst.

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  4. #4 bauzaun, 20.12.2020
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    Danke! Hatte zu der Zeit viel um die Ohren und ging davon aus, dass Fachleute mich darauf hinweisen würden, wenn da noch was fehlt. Aber da wird halt einfach blind ausgeführt, egal wie ausführlich man denkt, mit dem Betrieb über alles geredet zu haben...

    "Wenn dann in den nächsten Jahren in einer Höhe von 15-20 cm über Pflaster Flecken- und Wölkchenbildungen im/am Sockelputz entstehen, dann musst du das Pflaster halt wieder aufnehmen lassen und den Feuchteschutz (z.B. sto flexyl) nachträglich anbbringen lassen. Details zur fachgerechten Ausführung findest du z.B. im sto-Detailkatalog - falls du dir die Sockelputz-Richtlinie nicht extra kaufen willst."

    Heißt das, du würdest erstmal abwarten? Oder besser gleich nochmal alles aufreißen und schon vorab Schäden verhindern? Gibt es da potentiell Folgeschäden oder ist es erstmal nur eine optische Sache, wenn der Putz auf dem XPS etwas unschön aussieht?
     
  5. BaUT

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    Wenn die eigentliche Sockelabdichtung hinter der Perimeterdämmung dicht ist, dann sind die Wasserränder und Salzwölkchen im Sockelputz "nur" ein optisches Ärgernis ohne dass weitere Hausteile von Folgeschäden betroffen wären.
     
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  6. #6 Fabian Weber, 20.12.2020
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    Im Bereich des Pflasters würde ich oberhalb noch die 5cm Dichtschlämme draufstreichen. Wenn das Pflaster genug Gefälle hat, dann würde ich mich dort nicht sorgen.

    Die anderen Bereiche kannst Du ja jederzeit noch machen.
     
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  7. #7 bauzaun, 21.12.2020
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    Danke für die Tipps!

    Offenbar wurde Knauf Sockel SM Pro als Sockelputz verwendet (zweilagig, untere Lage mit Gewebe, obere Lage gefilzt). Der dient laut Hersteller als Abdichtung " gegen Bodenfeuchtigkeit (Kapillarwasser, Haftwasser) und nichtstauendes Sickerwasser in Anlehnung an DIN 18195-4". Kann ich mir dann die 5cm Dichtschlämme sparen, die Fabian vorgeschlagen hat?

    Bin eigentlich recht zuversichtlich, dass es dank großzügiger Schotterung unter der Bodenplatte kein stauendes Sickerwasser gibt. Ganz sicher ist man natürlich nie... Grundwasser ist bei -1 bis -1,5m.
     
  8. #8 Fabian Weber, 21.12.2020
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    Ich würde es mir erstmal sparen.
     
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