Sockelabdichtung

Diskutiere Sockelabdichtung im "Bautenschutz" Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, wir haben ein Reihenhaus Bj. 1962 gekauft und sind zur Zeit mit dem Garten beschäftigt. Dabei ist aufgefallen, dass der...

  1. #1 thetank, 19.05.2017
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    Hallo zusammen,

    wir haben ein Reihenhaus Bj. 1962 gekauft und sind zur Zeit mit dem Garten beschäftigt. Dabei ist aufgefallen, dass der Sockelputz auf der nicht unterkellerten Seite des Hauses, an der wir gerade arbeiten, nicht mehr intakt ist. Vermutlich ist er durch den direkten Kontakt mit dem Erdreich komplett durchfeuchtet worden.

    Gleich vorweg: Mangels Fachkenntnisse möchte ich die Arbeiten an einen Handwerker vergeben. Aus der Vergangenheit weiß ich aber, dass man bei zwei Firmen drei unterschiedliche Meinungen darüber erhält, was in diesem Fall zu tun ist. Aus diesem Grunde würde ich hier gerne einmal die Frage stellen, wie man hier am besten vorgeht. Meine - wahrscheinlich laienhafte - Vorstellung wäre:

    - alten Sockelputz entfernen
    - Dichtschlämme auftragen zwischen Fundament-OK und UK der Klinker-Steine
    - Auf Dichtschlämme Sockelputz bis 5 cm unter Gelände OK
    - Sockelputz nochmals mit Dichtschlämme vor Feuchtigkeit schützen

    Wäre das so korrekt? Ein Problem, das ich sehe ist, dass sich beim Entfernen des Sockelputzes ca. 1cm der KS-Steine ablöst, wahrscheinlich bedingt durch die jahrelange Durchfeuchtung. Muss das vor der Abdichtung wieder ausgeglichen werden? Wenn ja, wie?

    So wie es sich für mich darstellt, gibt es zudem keine horizontale Abdichtung zwischen Fundament u. der KS-Steine (s. Zeichnung). Die erste Abdichtung ist erst nach der ersten Lage Klinker eingebracht. Wurde das damals evtl. so gemacht oder täusche ich mich da?

    Reicht die Abdichtung des Sockels bis zur Oberkante des Streifenfundaments oder muss muss die Abdichtung auch an das Streifenfundament aufgebracht werden? Ich habe nämlich statische Bedenken, dass Fundament seitlich komplett freizulegen.

    Zur Veranschaulichung habe ich eine - ebenfalls laienhafte - Zeichnung des Aufbaus der Außenwand angefügt.
    Wandaufbau.jpg #

    Danke vorweg!
     

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  2. #2 Manufact, 19.05.2017
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    Ist die innere Seite der Außenwand trocken?

    Häuser bis ca. BJ. 1974 habe i.d.R. keine durchgehende Bodenplatte, d.h. das Mauerwerk geht gerade vom Fundament nach oben und dann wurde eine "Magerbeton-Schicht " Innen eingebracht.
     
  3. #3 thetank, 19.05.2017
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    Es ist teilunterkellert, diese Wand allerdings nicht.

    Die innere Seite ist augenscheinlich trocken, keine Schimmelprobleme. Kann natürlich sein, dass ein Feuchtigkeitsmessgerät anderer Meinung ist.
     
  4. #4 Manufact, 19.05.2017
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    Wenn Sie bis jetzt keine Probleme haben und nicht bereit sind mindestens 30 cm des Klinkers zu entfernen = SOCKELBEREICH, würde ich Ihnen raten gar nichts zu machen.

    Wenn es - bezüglich meiner subjektiven Meinung und ein paar Richtlinien - richtig gemacht werden soll:
    1. Aufgraben bis 50 cm des Streifenfundamentes sichtbar sind.
    2. Horizontale Sperre ca. 15 cm über "Boden" des Grabens
    3. Klinker auf 30 cm Höhe entfernen
    4. Dichtputz auftragen, vom "Boden des Grabens" bis Unterkante der entfernten Klinker" (dünn, soll nur eininigermaßen gleichmäßige Oberfläche schaffen)
    5. Dichtschlämme von Oberkante "Boden des Grabens" bis Unterkante der entfernten Klinker" auftragen.
    6. Nass in Nass Spritzbewurf auf Dichtschlämme
    7. Neuer Aufbau Sockelbereich (Sockel = 30 cm ÜBER Oberkante Erdreich) = Klinker oder Sockelputz
     
  5. #5 thetank, 19.05.2017
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    Danke für die Antwort. Der Sockelputz löst sich teilweise schon ab wodurch es dahinter gammelt und auch ein paar Tierchen krabbeln. Ich denke, es wäre falsch das so zu lassen.

    Ich habe zu den Punkten noch ein paar Fragen:

    2. Bedeutet das, dass dort z.B. per Injektion eine Horizontalsperre ins Streifenfundament eingebracht wird?
    3. Wenn der Klinker entfernt wird, wie werden dann die oberen Schichten des Klinkers getragen? Oder wird nur abschnittsweise vorgegangen?
     
  6. #6 bauspezi 45, 19.05.2017
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    au weiaa, Manufact,
    also : das mit der Bodenplatte ,in welcher Gegend hat man zu der Zeit noch so gebaut ?
    ich hab "damals" so nirgendwo gebaut.
    die losen Stellen an den KS-Steinen müssen mit Zementmörtel ausgebessert werden,

    ich vermute mal das die Bodenplattenabmauerung und der Klinker eine Ebene bilden ?

    das mit dem Abstemmen der Klinker lassen wir mal lieber, schwächt den gesamte Halt der Fassade,
    würde je nach Klinkerart ein Fiasko werden.

    wenn man 20cm im Bereich des Fundamentes und 15cm über Erdreich isoliert (Dickbeschichtung) wäre das ok
     
  7. #7 Manufact, 19.05.2017
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    Nun Bauspazti:
    Ich kann tatsächlich nur für Franken (Würzburg bis Ingolstadt) Aussagen machen:
    Dort findet man bis 1970 fast ausschließlich gemauerte Streifenfundamente und auf diesen dann das andere Mauerwerk vor.
    Die Bodenzwischenräume wurden dann IM Gebäude mit "Magerbeton" ausgefüllt.
    Ab ca. 1970 kamen dann die Betonmischer auf, und ab ca. 1974 wurden fast alle Häuser dann endlich mit durchgehenden Bodenplatten erstellt.

    Ach ja:
    Und ein Sockel befindet sich oberhalb des Erdreiches.....
     
  8. #8 Manufact, 19.05.2017
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    Quod erat demonstrandum der aktuelle Beitrag von Thomas NRW:

    "Wir haben ein Haus aus den 1960er Jahren erworben. Im EG haben wir einige Unebenheiten (Höhenunterschied bis ca. 5 cm) über den gesamten Fußboden. Daraufhin haben wir den alten Belag (Gussasphalt) rausgenommen. Darunter befindet sich leider keine Bodenplatte sondern ca. 2 cm Estrich. Darunter direkt das Erdreich."
     
  9. #9 bauspezi 45, 19.05.2017
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    ich hab ja nicht behauptet das es die nicht gab,
    mit Mischmaschinen hab ich schon in meiner Lehre in der alten DDR gearbeitet.
    in Dresden hatten wir tatsächlich schon Putzmaschinen die für den Innenputz eingesetzt wurden.
    Mitte der 60ziger gab es in NRW schon Fertigbeton,
    da wohnste aber in einer "finsternen" Gegend :bierchen:
     
  10. #10 Manufact, 19.05.2017
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    Na, mann kennt´s halt nicht anders... :bierchen:
     
  11. #11 thetank, 23.05.2017
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    Danke für eure Beiträge hier. Mittlerweile hab ich dann auch verstanden, dass es kein Sockel, sondern ein gemauertes Fundament ist. Ich habe übrigens an einer Stelle mal 30 cm tief ausgehoben. Das Streifenfundament, das ich oben eingezeichnet hatte, besteht wohl nicht wie gedacht aus Beton, sondern aus großformatigen Steinen. Macht es hier überhaupt Sinn abzudichten? Ich vermute, dass die Steine dann weiterhin von unten Feuchtigkeit ziehen würden.
    IMG_20170522_203452.jpg
     
  12. #12 Manufact, 23.05.2017
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    Wenn die Außenwände innen trocken sind - do not touch a running system.

    Ganz im Ernst:
    Eine horizontale Sperre ist i.d.R. nichts anderes ale eine Bitumen-Pappe auf dem vorletzten Stein des Streifenfundamentes - schau doch mal genau direkt unterhalb der Klinker - vielleicht siehst Du ja eine dünne schwarze Linie - das wäre die Hori.

    Wenn Du bis jetzt keine Feuchtigkeitsprobleme hast - dann investiere das Geld vielleicht besser in andere Sachen im /am Haus.
     
  13. #13 thetank, 23.05.2017
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    @Manufact: ich würde deinen Rat gerne so befolgen, weil es die günstigere Variante ist und weil innen alles trocken ist. Ich möchte nur nicht, dass außen mit der Zeit etwas "weg gammelt" und man das hätte verhindern können.

    Die Bitumenpappe liegt in jedem Fall über der ersten Klinkerreihe. Wahrscheinlich wird dann unterhalb keine mehr liegen, richtig?
     
  14. #14 bauspezi 45, 23.05.2017
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    hi,
    so, sieht nach gemauerten Fundament aus, Steine ? evtl. Betonsteine.
    darüber zwei Schichten Kalksandsteine? in Stärke 24cm gemauert? irgendwie doch keine Betondecke auf dem Mauerwerk?
    kann ich so nicht sehen, aber möglich.
    auf jeden Fall den alten Putz abschlagen, an einer Stelle mal etwas tiefer ausschachten,
    um zu sehen wie weit die Steine reichen und worauf diese stehen , drunter noch Beton ?
    bevor verputzt wird alles mit Drahtbürste säubern.
    bis mind. 50 cm sollte vom Klinker an nach unten sollte mit Zementmörtel verputzt werden.
    mach erst mal soweit dann sehen wir weiter....
     
  15. #15 thetank, 24.05.2017
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    Wie es aussieht, ist es eine Schicht Kalksandsteine, dafür aber hochkant, Stärke kann ich leider nicht beurteilen. Ob der Aufbau so ist, wie oben skizziert, bezweifle ich nun auch.

    Betonsteine halte ich für möglich, sind auf jeden Fall sehr fest, vor allem nach 50 Jahren Kontakt zum Erdreich. Mal angenommen die Feuchtigkeit steigt momentan in den Steinen nicht oder nur wenig nach oben und diese sind nur außen etwas feucht durch den Kontakt mit der Erde. Besteht dann nicht die Gefahr, dass der neue Putz unten Wasser saugt und diesen bis oben hin transportiert?
     
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