Sockelputzabdichtung bis 5cm über GOK - Dichtschlämme oder Bitumen ?

Diskutiere Sockelputzabdichtung bis 5cm über GOK - Dichtschlämme oder Bitumen ? im Außenwände / Fassaden Forum im Bereich Neubau; Hallo liebe Bauexperten, an unserem Sockel ist jetzt Sockelputz mit Gewebeeinlage (SM700 pro) aufgebracht. Jetzt soll ein klassischer...

  1. #1 Leinadsch, 30. Mai 2013
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    Hallo liebe Bauexperten,

    an unserem Sockel ist jetzt Sockelputz mit Gewebeeinlage (SM700 pro) aufgebracht.
    Jetzt soll ein klassischer Buntsteinputz drauf.

    Spricht etwas dagegen nach dem Buntsteinputz statt der recht teuren Sockelputzabdichtung auf Zementbasis unsere restliche 1K-Dickbeschichtung bis 5cm über der GOK aufzubringen?

    Warum wird die zementöse Sockelputzabdichtung nicht unter den Buntsteinputz, sondern drüber aufgebracht? Wasser läuft doch von oben auf die obere Kante der Sockelputzabdichtung ( auch wenn diese ausgezogen ist...) ?

    Freue mich auf hilfreiche Tips, im voraus vielen Dank!

    MfG
    Schweidler
     
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  3. #2 tkoehler78, 30. Mai 2013
    tkoehler78

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    Wer hat Dir den Blödsinn erzählt, die Abdichtung ÜBER den Buntsteinputz aufzubringen?
    Gehört natörlich darunter! Und nicht bloß 5 cm über GOK, sondern 30 cm!

    Auf der Dickbeschichtung wird der Buntsteinputz eher nicht halten. Generell empfiehlt es sich, die Produkte eines Herstellers zu verwenden! Die sind aufeinander abgestimmt! Ansonsten geben die abrufbaren Produkt-Datenblätter Auskunft über Untergrund und Verarbeitung.
     
  4. Eric

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    Blödsinn? Wohl nur dann, wenn man die unterschiedlichen Schutzziele der Bauwerksabdichtung und des Feuchteschutzes für den Sockelputz im erdberührten Bereich nicht verstanden hat.

    Es ist zu unterscheiden zwischen

    a.) der Bauwerksabdichtung iSd der DIN 18 195, die auf der Außenwand bis 30 cm über geplanter Geländeoberkante ( = bei noch nicht endgültig feststehender GOK ) bzw. mindestens 15 cm über vorhandenem Gelände anzubringen ist,

    und

    b.) dem hiervon zu unterscheidenden Feuchteschutz gegen Spritzwasser, Schnee-Tauwasser und Bodenfeuchte für den erdberührten bzw. bis knapp ins Erdreich einbindenden Sockelputz auf der Sockeldämmung oberhalb der Bauwerksabdichtung ( Neubau ) oder der überputzbaren Bauwerksabdichtung ( Altbau ohne Dämmung ).

    Es geht also um unterschiedliche Bauteilebenen!

    Der Feuchteschutz für den Sockelputz ist in der DIN 18 195 nicht geregelt. Die aRdT für den Feuchteschutz des Sockelputzes ergeben sich aus den RiLi " Fassadensockelputz/ Außenanlagen " des Fachverbands der Stukateure und des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau.

    Der Feuchteschutz auf dem Sockelputz hat den Sinn und Zweck, den Sockelputz, der aus wasserabweisendem Putz zu erstellen ist, gegen Durchfeuchtung und kapilar aufsteigende Feuchtigkeit zu schützen. Wird der Feuchteschutz nicht ausgeführt, saugt der Sockelputz die Feuchtigkeit im Boden und das anfallende Spritzwasser auf; es entstehen dann die vielfach zu sehenden Feuchteränder mit Putz- und Farbabplatzungen im erdnahen Bereich von Haussockeln.

    Da der Putz und nicht das Bauwerk ( = gesondert durch die Bauwerksabdichtung herzustellen ) geschützt werden soll, ist der Feuchteschutz selbstverständlich auf und nicht unter dem wasserabweisenden Putz anzubringen, z.B. mittels einer flexibelen Dichtschlämme bis idR 5 cm über GOK. In Ausnahmefällen ( z.B. hohe Schneebelastung ) können auch bis zu 15 cm geboten sein. Davor ist dann zusätzlich noch eine Schutzschicht gegen Beschädigung des Feuchteschutzes bis zur GOK anzubringen. Hierzu empfehle ich eine streifenförmig zugeschnittene, den Feuchteschutz ab- und überdeckende Bautenschutzmatte, Dicke 8 mm, da sich diese im Gegensatz zu z.B. Noppenbahnen, die unschöne Anschlüsse ergeben und deren Sinn sich mir eh nicht erschließt, nach Herstellung des Geländes mit einem Teppichmesser und hierzu hinterlegtem dünnen Blechstreifen ( = Verhinderung der Beschädigung der Dichtschlämme ) bündig abschneiden läßt. Die Bautenschutzmatte muß hierzu vor dem Verfüllen des oberen Bereichs der Baugrube provisorisch gegen Umfallen fixiert oder aber beim Verfüllen angehalten werden ( = etwas aufwändiger als bei einer starren Bautenschutzmatte, ergibt aber ein besseres optisches Ergebnis ).

    Ob es bei dem Buntsteinputz überhaupt noch eines zusätzlichen Feuchteschutzes durch eine z.B. Dichtschlämme bedarf oder dies ( ausnahmsweise ) nicht erforderlich ist, ist mit dem Hersteller des Buntsteinputzes zu klären --> Buntsteiputz wasserdicht und nicht saugend ??

    Entscheident ist, dass der Feuchteschutz den erdberührten und den Bereich bis idR 5 cm über GOK des Putzes vollständig umschließt, siehe die Bilder in der RiLi, damit keine Feuchtigkeit von unten und von der Seite angesaugt wird. Die mineralische Abdichtung wird dann mit der Sockelfarbe überstrichen.
     
  5. Eric

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    Steht im Übrigen auch im Wesentlichen so bereits in der Verarbeitungsanleitung von Knauf zum SM 700 pro:

    Unfug ( s.o. ) ist, dass sich der Feuchtigkeitsschutz aus der DIN 18 195 ergeben soll. Die DIN 18 195 regelt nur die Bauwerksabdichtung und der Sockelschutz ist keine Bauwerksabdichtung iSd DIN 18 195!
    Die teure vlieskaschierte Noppenfolie hat keinen erkennbaren Funktionswert und kann durch eine preiswertere Bautenschutzmatte ersetzt werden.
     
  6. #5 Leinadsch, 30. Mai 2013
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    Ich meine tatsächlich die Sockelputzabdichtung und nicht die Bauwerksabdichtung.
     
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  8. LaSc

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    Hallo,

    ich würde folgendermaßen vorgehen:

    1. auftragen Buntsteinputz bis 5 cm über Gelände
    2. Dichtschlämme von Gebäudeabdichtungsebene bis Unterkante Buntsteinputz herstellen

    MfG
     
  9. #7 tkoehler78, 2. Juni 2013
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    Und dann sieht man einen wunderschönen Streifen der Dichtschlämme von OK Gelände bis UK Buntsteinputz???:respekt

    Wie schon gesagt, so würde ich's empfehlen (und hab's bei mir auch so gemacht - kein Keller):

    Auf den vorhandenen Sockelputz Dichtschlämme auftragen von UK Bodenplatte bis 30 cm über OK Gel. (auslaufen lassen); dann Buntsteinputz auftragen von ca. 5 cm unterhalb OK Gel bis Anschluss Sockelkante/Fassadenputz; dann Noppenbahn anbringen und geländebündig abschneiden bzw. Abschlussprofil und Kiesstreifen oder Pflaster anbauen.
     
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