solare Brauchwassererwärmung und Heizungsunterstützung sinnvoll

Diskutiere solare Brauchwassererwärmung und Heizungsunterstützung sinnvoll im Sonstiges Forum im Bereich Haustechnik; Bei der gedanklichen Planung unseres Neubaus sind wir über die Möglichkeit der solaren Brauchwassererwärmung gestolpert. Wir finden die Idee...

  1. noi76

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    Bei der gedanklichen Planung unseres Neubaus sind wir über die Möglichkeit der solaren Brauchwassererwärmung gestolpert. Wir finden die Idee grundsätzlich gut. Nun ist unser Bauplatz in einem sehr sonnigen Gebiet, viele Weinberge zeugen davon. Das ließ den Gedanken reifen, dass man damit evtl. auch die Heizung in der Übergangszeit unterstützen könnte.

    Nun habe ich schon eine Weile gesucht und viel dazu gelesen, aber teilweise nur recht alte Informationen gefunden, was die Kostenseite angeht oder viel blahblah. Vielleicht könnt Ihr aus der Erfahrung mal Größenordnungen nennen, womit man rechnen muss bzw. wie so etwas funktionieren kann (welche Systeme eignen sich).

    Es wird bei uns vermutlich auf eine Gasheizung mit FBH als Grundsystem hinauslaufen, konzipiert als 4Personenhaushalt, 100-120m2 Wohnfläche.

    Uns interessiert speziell die gedankliche Erweiterung unserer Heizung um solare Brauchwassererwärmung und den evtl. Einbezug der Heizungsunterstützung.

    Mario
     
  2. #2 Jürgen V., 28.06.2005
    Jürgen V.

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    Das Einsparpotential von Solaranlagen wird allgemein überschätzt bzw. schöngeredet.
    Finanziell rentieren wird sie sich wahrscheinlich kaum. Ob sich eine Solaranlage
    " rentiert " ist eine schwierige Frage. Trotz steigender Energiepreise kommt man mit Solaranlagen,
    auch bei Förderungen vom Staat, nicht immer in den wirtschaftlichen Bereich.
    Aber eine Solaranlage bringt darüber hinaus andere Vorteile, z.B.:

    1. Es werden fossile Energieträger eingespart.
    2. Eine Solaranlage stellt einen gewissen Prestigegewinn dar.
    3. Eine eigene Solaranlage schärft die Sinne für umweltbestes Handeln,
    vielleicht auch als Vorbildfunktion für Ihre Kinder.
    4. Der Wert Ihres Hauses erhöht sich und lässt sich wenn notwendig, wohl besser verkaufen.


    Energieeinsparung ist unbestritten erstrebenswert.

    Es bleibt die Frage, wie viel Energie mit ein paar qm Solarkollektoren auf einem EFH am Ende wirklich gespart wird?
    Die wenigsten Anlagen werden mit einen Wärmemengenzähler ausgestattet, welcher wenigstens den solaren Ertrag messen könnte. Und auch der Ertrag entspricht nicht automatisch der eingesparten Energie.

    Selbst die beste Warmwassersolaranlage deckt 60% des Warmwasserbedarfs,( nicht der Bedarf zum Heizen )
    das sind aber dann aber höchstens 8% vom Gesamtbedarf, also keine 100€ im Jahr. die Anlage mag dann billiger sein, rechnet sich aber in 20 Jahren nicht!!!

    Wenn solar, dann damit heizen, das geht nur mit großen Flächen (mind. 20% der Wohnfläche), die Flächen müssen aber finanziell tragbar sein.

    Ich glaube das es jeder für sich entscheiden soll was ihm lieb und recht ist.
    Dem einen ist das Wichtig dem anderen das. Der eine mag WP der andere Gas oder Öl.
    Wo verschiedene Leute sind da sind auch verschiedene Meinungen.
    Meines erachtens nach gibt mir die Thermische Solartechnik ein gutes Gefühl
    für die Emissionseinsparung etwas getan zu haben. Und in Sachen von Arbeitslosigkeit.


    Kosten je nach Ausführung und Größe ca.6000-15000 €. 4Personenhaushalt.

    Auch ist es gar nicht so einfach eine gut funktionierende Solaranlage zu realisieren.
    Vielen "Fachleuten" mangelt es nämlich schon an Motivation bzw. Fähigkeit
    gute Heizungen zu bauen. Die Kombination mit einer Solaranlage ist noch einen
    Tick aufwendiger und die Fehlerquellen addieren sich.
     
  3. noi76

    noi76

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    Wenn ich das jetzt mal gedanklich umsetzen darf: Mit Heizung sollten es in unserem Falle mind. 20m2 Solarfläche sein. Wo es bei mir noch hängt: Ich habe Anlagen gefunden, die Gas und solare Brauchwassererwärmung kombinieren. Gibt es sowas auch bis in die Heizung rein, oder ergänzt man dann ein solares Heizungssystem mit Gas.

    Gibt es dafür Hersteller, die da ein zusammenhängendes Konzept haben? Mir tut es gedanklich ein wenig weh, wenn ich nach solarer Heizung suche, immer nur eigenständige Systeme zur Erweiterung der bestehenden Heizung zu finden.

    Mario
     
  4. #4 Hendrik42, 28.06.2005
    Hendrik42

    Hendrik42 Gast

    dann gleich richtig machen und Gasbrenner und Solarthermieanlage an einen ordentlichen Speicher anschliessen: Speicher-im-Speicher (Mutter/Kind Speicher), wo der Trinkwasserspeicher (so 2-300l) innerhalb des Heizwasserspeichers (1-2000l) hängt.

    Dann kannst Du den Heizwasserpuffer auch zum Warmhalten des Duschwassers im Sommer verwenden und auch ein paar graue Tage überbrücken. Und wenn auch der Brenner angeschlossen ist, taktet er weniger.

    Das Thema ist aber auf haustechnikdialog.de schon mehrfach diskutiert worden, einfach Suche verwenden.

    12-18qm Solarkollektoren wirst Du brauchen.

    Auf www.sonnenkraft.de gibts auch einen Online-Rechner dafür.

    Gruß, Hendrik
     
  5. #5 Achim Kaiser, 28.06.2005
    Achim Kaiser

    Achim Kaiser Gast

    Im 4. Beitrag ist ein Link der zu einer netten Animation führt, wenn man eine Kombinationslösung Gas-Brennwertgerät plus solare Unterstützung für Warmwasser und Heizungsunterstützung sucht und das kompakt haben will.

    http://www.bauexpertenforum.de/showthread.php?t=6173

    Einfach mal ansehen.

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  6. noi76

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    Eine Frage zu dem Thema tut sich mir aber noch auf. Was passiert eigentlich im Hochsommer, wenn viel zu viel Wärme anfällt. Bleibt die dann einfach im Kollektor?

    Ansonsten haben wir nun eine wirklich gute Vorstellung. Danke!

    Mario
     
  7. #7 Achim Kaiser, 28.06.2005
    Achim Kaiser

    Achim Kaiser Gast

    Dann steht die Anlage auf 90 Grad und schaltet ab....

    Die in der Grafik angeführte Speicherlösung sollte ohne zusätzliche Verbraucher wie z.B. Gartenschwimmbad mit max. 10 m² Kollektorfläche kombiniert werden um den obigen Betriebszustand so weit als möglich zu vermeiden.

    Man sollte als nicht nach dem Motto verfahren *viel* hilft *viel* oder spart *viel*....sondern man muss sich schon nen Kopf drüber machen wo die Ziele sind und was die Dinger können sollen...ansonsten wird entweder satt ne Menge Geld (unnötig) vergraben oder die Anlage erfüllt nicht die Erwartungen.

    Je präziser die Vorgaben zur gewünschten Nutzung (Warmwasserbedarf, Personenanzahl, Heizungsunterstützung in welchem Umfang) erfolgen, desto *passender* kann das System konzipiert werden.

    Bei einem 2-Personenhaushalt mit einem sparsamen Verbrauch von 30 l Warmwasser pro Tag ergeben sich ganz andere Betriebsbedingungen als z.B. bei einem 6-Personenhaushalt mit großzügigen 100 l Warmwasserverbrauch pro Tag....folglich sind *Pauschalaussagen* regelmäßig ziemlich kritisch zu sehen.

    Ein System das eine Heizungsunterstützung ermöglichen soll wird im Sommer bei einem 2-Personenhaushalt immer das Problem bringen, dass die *kostenlose* Wärme die ansteht nicht genutzt wird.....was ich nicht nutzen kann spart in dem Fall allerdings auch nichts ein....

    Hier gibts viele Infos zum Thema :

    http://www.spf.ch/spf.php?lang=de&intro=1

    Info zur Frage wie groß oder was bringt was z.B. hier :

    http://www.spf.ch/spf.php?lang=de&fam=32&tab=1

    und zusätzlich gibts noch ein Programm mit dem man mal online etwas rumspielen und diverse Szenarien *ausprobieren* kann um mal etwas *Feeling* zu kriegen was unter Umständen *realistisch* zu erwarten ist.

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  8. #8 solarkritik, 28.06.2005
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    Schaue auf www.solarkritik.de

    Schaue auf www.solarbibel.de

    Dort findest du alle wichtigen Punkte für Bauherren zur thermischen Solartechnik...

    Ein sehr empfehlenswertes Video ist auch auf www.fuchsmedia.de
    zu finden...
    Das Video wird vom Bund der Energieverbraucher empfohlen...und bringt sehr anschaulich und für jeden Laien verständlich die möglichen Energieersparnisse bezogen auf die eingsetzte Technik.

    Thermische Solartechnik kommt demnach erst an 5. Stelle. Vorher muss man andere "Hausaufgaben" machen, bevor Solartechnik interessant werden könnte...aber die relativ geringe absolute Energieersparnis durch die Solartechnik bleibt trotzdem immer die gleiche...

    Gruß
    Rainer Hoffmann
    www.solarkritik.de
     
  9. #9 Josef S., 28.06.2005
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    Solare Heizungsunterstützung

    Servus,

    so ganz verstehe ich das mit der solaren Heizungsunterstützung nicht. Im Sommer hilft mir die ganze große Kollektorfläche nix, weil die Überschüsse mit bezahlbaren Mitteln nicht gespeichert werden können (Saisonspeicher usw.). Im Winter oder ein der Übergangszeit scheint bei einem geeignet geplanten Haus die Sonne beim Fenster herein und wärmt die Bude; wenn das Haus dann auch noch ordentlich gedämmt ist, über eine KWL mit WRG verfügt, dann brauche ich diese ganze Speicherei nicht. Irgendwie ist´s ein seltsamer Widerspruch: ist das Haus so gut, dass eine solare Heizung ausreichen würde (in der Gegend Passivhaus), dann brauche ich das gar nicht mehr; ist das Haus nicht auf diesem Standard, dann bringt´s nicht viel. Ich hab´ gar keine konventionelle wassergeführte Heizung im Haus (kein Gas/Pelletskessel oder so), daher war für uns die Kombination thermische Solaranlage für´s Warmwasser im Sommer + Nachtstrom im Winter eine sinnvolle Kombination. Das Gefühl mit "gratis" Warmwasser zu baden ist auch so einiges wert...
     
  10. #10 solarkritik, 28.06.2005
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    Der Schwindel hat Methode

    Dieser vermeintliche Widerspruch hat "Methode" und wird solar-marketingmässig "benutzt".
    Es wird den potentiellen Solarkunden vorgegaukelt, in einem Passivhaus würde die thermische Solaranlage effizienter arbeiten, als in einem normalen Haus. Wird sogar im Fernsehen gesagt. WDR-Sendung vom 05.08.2004 habe ich auf CD.

    Und das, obwohl faktisch die Solaranlage in einem Passivhaus genauso viel (oder wenig) Bruttokilowattstunden Wärme erwirtschaftet, wie in einem "normalen Haus". Es ändert sich an den absoluten Ertragszahlen nix, egal in welchem Haus ich wohne. Aber dem ökologisch-ideologisierten Bürger kann ja alles erzählen...

    Den solaren Marketing-Trick habe ich mal hier veranschaulicht:
    http://home.arcor.de/akne2/solarkritik3.pdf

    Gruss
    Rainer Hoffmann
    www.solarkritik.de
     
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solare Brauchwassererwärmung und Heizungsunterstützung sinnvoll

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