Sommerlicher Wärmschutz Dach

Diskutiere Sommerlicher Wärmschutz Dach im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Hallo, ich möchte im Frühjahr unser Dach sanieren. Beim Dach handelt es sich um ein Satteldach wobei einer Fäche nach Süden ausgerichtet ist....

  1. mr jones

    mr jones

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    Hallo,
    ich möchte im Frühjahr unser Dach sanieren. Beim Dach handelt es sich um ein Satteldach wobei einer Fäche nach Süden ausgerichtet ist. Momentan ist eine ca. 35 Jahre alte Dämmung ("Glaswolle" in Papier verpackt) in den Sparrenfeldern vorhanden.
    Da im Sommer Zimmertemperaturen von größer 28° keine Seltenheit sind möchte ich im nächsten Jahr die Dämmung in den Sparrenfeldern erneuern und zusätzlich eine Aufdachdämmung mit ca. 60mm PUR und Hozfaserdämmplatten mit ca. 60mm aufbringen.

    Ist der Aufbau besser wenn Außen die Holzfaserdämmplatte ist oder auf der Innenseite?

    Sollten die beiden Dämmplatten mit Abstand verlegt werden (Lattung / Konterlattung?

    Wo sollte die Dampfsperre eingebaut werden und wo die diffusionsoffene Dachbahn?

    Besten Dank für Eure Hinweise.


    Volker:mauer
     
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  3. bernix

    bernix

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    Guten Morgen

    die Frage ist (mal abgesehen davon ob du die Forumsbedingungen gelesen hast ...) ob das Dach überhaupt sanierbar ist?
    gruss
     
  4. mr jones

    mr jones

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    warum soll das dach nicht sanierbar sein ?

    warum soll das dach nicht sanierbar sein ?
     
  5. carpe

    carpe

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    Mein Rat an Sie:

    Stellen Sie Ihre Fragen einem Fachmann vor Ort. Die Planer hier im Forum werden Ihnen jetzt einen Architekten empfehlen, ich würde sagen fragen Sie bei Ihrer ansässigen Kreishandwerkerschaft nach einem Innungsbetrieb der Zimmerer.
    Kleiner Tip vorweg:
    - Dampfbremse/Luftdichtschicht innen auf der Warmseite
    - Diffusionsoffene Bahn aussen, möglicherweise bei Holzfaserdämmung entbehrlich
    - Mischen Sie nicht die Produkte PUR und Holzfaser, das PUR brauchen Sie nicht und macht Ihnen den Aufbau diffusionsdicht
    - Wenn der Zwischenraum zum Dämmen zu gering ist empfiehlt sich vielleicht eine Aufdoppelung + Holzfaser aussen
     
  6. bernix

    bernix

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    Stadtrat
    ...durchaus denkbar, dass ein neuer Dachstuhl die bessere (günstigere) Lösung ist....

    PS: Wenn der Wärmeschutzaspekt im Vordergrund steht, Holzfaserdämmplatte nach innen....
    gruss
     
  7. crax

    crax

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    Die EnEV garantiert keine Wirtschaftlichkeit
    Wegen o.g. Umstäde kennt mein Haus einen "Sommerbetrieb" (Mitte Mai bis Mitte September) und für die übrige Zeit einen "Winterbetrieb". Im Sommerbetrieb wird oberhalb der Dämmebene die "heiße" Luftschicht abgelüftet. (RT im OG ca. 20...21 grd C, Betriebskosten ca. 15 €/a). Im Winterbetrieb ist die Lüftungsebene verschlossen. (zusätzliche Dämmwirkung der ruhenden Luftschicht).
    Alternativ sehr interessant und/oder PV Anlage (Auf- Dach) => Verschattung.!!!!
    mfg
     
  8. Gast360547

    Gast360547 Gast

    oh oh oh!!!!!!!!!!!!!!

    Moin,

    da liegen aber eine Menge Probleme auf dem Weg der Konstruktion ala crax.

    Nur kurz, da sehr wenig Zeit:

    1. Ruhende Luftschichten oberhalb einer Dämmung sind grundsätzlich Mist. Begründung: Luftschichten > einer Dicke von 40 mm - 50 mm sind nicht mehr vollkommen ruhend. Selbst geringfügige Verbindungen dieser Luftschichten mit der Außenluft führt in der Winterzeit u. U. zu erheblichem Tauwasserausfall und sei es durch Sekundärtauwasser.

    2. PV-Anlagen verschatten leider nicht nur. Sie können bei geringen Luftbewegungen den Untergrund übermäßig aufheizen, was zu einer ungewollten Umkehrdiffusion führt. Hier wieder das Problem des sekundärem Tauwasserausfalls.
    Zusätzlich besteht die Gefahr einer Zerstöung der Unterderdeckung/-spannung durch übermäßige Strahlungshitze >80°C.

    @Fragesteller, wenn der sommerliche Hitzeschutz das primäre Ziel ist, dann raumseits der Wärmedämmung Masse einsetzen. Z. B. doppelte GKP-Bekleidung oder OSB-Platten.

    Grüße

    stefan ibold
     
  9. crax

    crax

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    Die EnEV garantiert keine Wirtschaftlichkeit
    Vieleicht wäre als öbuvSV doch etwas mehr Zeit angebracht?
    Dafür hätte ich gern ein paar Messergebnisse und einige fachlich belastbare Beründungen, außer Blabla!
    Woher stammen diese "Erkenntnisse". Der Beleg hierfür würde mich sehr interessieren.
    Ich bin in sehr hoher Erwartung.
    mfg
     
  10. mr jones

    mr jones

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    am Innenraum sollte möglichst wenig / nichts gemacht werden.

    Da der Innenraum bewohnt und voll ausgebaut ist möchte ich von Innen möglichst wenig machen.
    Noch eine Frage zu meinem Vorhaben, die Dämmung auszutauschen und mit PUR + Holzfaserdämmung dem Problem zuleibe rücken.

    Sollte denn bezogen auf den sommerlichen Schutz die Holzfaserdämmplatten eher auf der PUR Dämmung aufgebracht werden oder eher Innen.

    @carpe PUR macht den Aufbau diffusionsdicht -- welchen nachteil bringt mir das ?
    die Idee war, daß der PUR + Zwischensparrendämmung -Aufbau den "winterlichen Wärmeschutz" übernehmen soll, die Holzfaserplatten den "somerlichen Hitzeschutz"

    Die WLG von Holzwolle ist halt deutlich schlechter als die von PUR.


    Gerne bin ich für andere Ideen offen, soll halt beide kriterien erfüllen Sommer / Winter.


    Volker
     
  11. Gast360547

    Gast360547 Gast

    na dann

    zu 1. Luftschichten ab ca. 50 mm Dicke weisen eine Eigenkonvektion auf. Dadurch bedingt kann die Luft an den kühleren Schichten der Umgebung die Feuchtigkeit als Tauwasser abgeben. Wie Sie als Dipl.-Ing sicherlich wissen, können dabei auch schädliche Mengen durchaus überschritten werden. Je dicker die Luftschicht ist, also je mehr Volumen zur Verfügung steht, desto mehr Tauwasser kann ausfallen. Das ist insbesondere dann ein Problem, wenn zusätzlich noch ein geringer Kontakt zur Außenluft besteht. Durch das Aufheizen infolge Sonneneinstrahlung kann die dort vorhandene Luft zusätzlich Feuchtigkeit aufnehmen. Diese wird aber nicht ausreichend schnell und sicher abgeführt. Beim Abkühlen fällt dann die zusätzlich aufgenommene und nicht abgeführte Feuchtigkeit als Tauwasser aus.
    Messungen wurden nach meinem Wissenstand von Grünzweig und Hartmann und von Künzel vorgenommen, von denen zusätzlich auch Erklärungen dazu abgegeben wurden. Ob Oswald ebenfalls Aussagen dazu gemacht hat, weiß ich im Moment leider nicht.

    zu 2. Es ist doch wohl unstreitig, dass gerade bei PV-Anlagen eines der Probleme die Temperatur ist, die durch die Eintrahlung entsteht. Im Gegensatz zu Solarthermischen Anlagen mag eine PV das eigentlich nicht. Das Aufheizen der Anlage hat den Effekt, dass die Wärme in Form von Strahlung an den Deckwerkstoff unterhalb weitergegeben wird. Die Hinterlüftung der PV-Anlage reicht da meistens nicht aus. Der Deckwerkstoff selber heizt sich nun ebenfalls auf und kann durch das Aufheizen der Schichten darunter ebenfalls mehr Feuchtigkeit aufnehmen, was bis hierher kein Problem ist. Es wird dann ein Problem, wenn die Anlage und die darunter liegenden Schichten schnell abkühlen und die Feuchtigkeit als Tauwasser ausfällt. Die Ziegel nehmen die Feuchtigkeit auf und speichern sie. Mit Wirkung der ersten Sonnenstrahlung wird die Anlage sehr schnell wieder heiß. Die Temperaturen steigen sehr schnell wieder so hoch an, dass sie über denen des Innenraums liegen kann. Hier setzt die Umkehrdiffusion ein und die feucht-warme Luft, die aus dem Abtrocknen der Ziegel entsteht, wird durch die - mit sehr sparsam ausgerüsteten Sperrwerten - Unterdeckungen in die Wärmedämmschicht geleitet. So entsteht Sekundärtauwasser in der Dämmebene.

    Das moderne Unterdeckbahnen nicht dauerhaft hitzebeständig sind, ist in Fachkreisen hinlänglich bekannt. Die Probleme mit der Umkehrdiffusion sind noch nicht so bekannt, da Feuchtigkeit in der Konstruktion in den überwiegenden Fällen fälschlicher Weise anderen Ursachen zugeschrieben wird, wie ich es gerade bei einem Objekt erleben muss.

    Wenn Sie nunmehr noch Ihren Ton etwas mäßigen würden, stünde einer weiteren Ausführung nichts entgegen. Nur ab hier ist Ihr Bonus, den Sie hatten, leider auf 0 gesetzt.

    Mit immer noch freundlichen Grüßen

    stefan ibold
     
  12. #11 Reinhold Bensch, 4. Dezember 2009
    Reinhold Bensch

    Reinhold Bensch

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    Sauerkrautplatten

    Holzwolleleichtbauplatten nach DIN 1001, zement-gebunden ('Sauerkrautplatten'), sind üblicherweise rund dreimal schwerer als Holzfaserplatten und speichern deshalb Wärme über längere Zeit; am besten außen drauf. Die Wärme braucht Stunden länger da durch. Sowas erkennt man nicht am Grünen Tisch. Ich messe sowas halbstündlich rechner-gestützt.
     
  13. Gast360547

    Gast360547 Gast

    haben sie ...

    Moin Herr Bensch,

    ...Vergleichswerte mit Ausführungen, bei denen die Masse raumseits der WD angeordnet ist?

    Wäre es nicht sinnvoller, die Masse raumseits der WD anzuordnen, denn dann wäre der überwiegende Teil der Hitze durch die WD bereits abgefangen.

    Grüße

    stefan ibold
     
  14. ThomasMD

    ThomasMD

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    Zu Punkt 1 stimme ich Herrn Ibold zu. Bei senkrechten Luftschichten ist der negative Effekt hinlänglich bekannt. Warum sollte das bei Dachschrägen anders sein?
    Nicht nachvollziehen kann ich die Argumentation zu 2.
    Ich bin der Auffassung, daß jede Beschattung, egal aus welchem Material, die von der beschatteten Fläche durch eine frei durchströmte Luftschicht getrennt ist, zu einer Abkühlung derselben führt. Daß die PV-Elemente u.U. den Hitzetod sterben könnten, spielt hierbei keine Rolle.
     
  15. R.B.

    R.B.

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    Na crax, hast Du Dir noch nicht genug Freunde gemacht?

    Jetzt überlege ich, ob ich zum Thema noch etwas schreiben soll, denn anscheinend herrscht zu Punkt 2 von Stefan tatsächlich Informationsbedarf. Immerhin hat er einen Punkt angesprochen, der Vielen nicht so bekannt sein dürfte.

    Siehe hier:

    Problem Nr. 1: frei durchströmte Luftschicht
    Problem Nr. 2: Strahlungswärme
    Problem Nr. 3: Materialeigenschaft der Beschattung

    Durch die starke Sonneneinstrahlung werden die PV Module nicht nur warm, sonder heiss. Einerseits direkt durch die direkte Sonneneinstrahlung andererseits durch Leistungsumsatz innerhalb der Zellen. Je Modul wird eine Masse x (20-30kg) auf eine hohe Temperatur gebracht. 70°C oder 80°C sind gar keine Seltenheit.

    Nun wird das Modul selbst zum Strahler und kann die darunter liegenden Ziegel aufheizen, die wiederum die Wärme speichern und nach Innen transportieren. Die bewegte Luftschicht kann diese Energie nur an der Oberfläche abtransportieren.

    Den Effekt den Stefan beschreibt sollte man nicht unterschätzen.

    Gruß
    Ralf
     
  16. ThomasMD

    ThomasMD

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    Daß eine rückseitige Wärmestrahlung stattfindet, bestreite ich gar nicht. Aber diese kann ja wohl nicht größer sein, als die direkte Sonnenbestrahlung ohne Beschattung.
     
  17. Gast360547

    Gast360547 Gast

    doch, ist sie

    Moin ThomasMD,

    sie ist größer als es die direkte Einstrahlung ausmachen würde. Die direkte Bestrahlung durch die Sonne bringt Temperaturen bis so um die 70°C. Die modernen Unterdeckbahnen nehmen hierbei üblicherweise keinen Schaden. Durch die Abstrahlung der PV-Anlagen steigt die Temperatur durchaus auf bis zu 90°C und mehr. Die Crux ist zudem, dass je geringer die Dachneigung ist, desto größer werden die Probleme, da die Hinterströmung der PV-Anlage geringer wird (insbesondere dann, wenn Flaute herrscht).

    Die Hitze, die auf die PV-Anlagen gebracht wird, muss zusätzlich ja irgendwohin abgeführt werden. Zur Sonnenseite hin wird das aber nur schwerer möglich sein.

    Grüße

    stefan ibold
     
  18. mr jones

    mr jones

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    was ist denn nun besser ?

    was ist denn nun besser?

    die masse eher nach außen über der dämmung oder die masse nach innen (unter die dämmung) wobei die wärme durch die dämmung schon vermidert wurde.

    oder ist es so daß das bauphysikalisch gar kein rolle spielt?



    volker
     
  19. crax

    crax

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    Die EnEV garantiert keine Wirtschaftlichkeit
    Es wurde an keiner Stelle etwas über die Dicke/Stärke der Luftschicht ausgeführt!
    Ich bemerke nur den Konjunktiv, mehr leider nicht!
    Das sind alles reine Behauptungen-keinerlei Beweis!
    Ich konnte derartige Effekte weder erkennen, noch messen. Woran mag das jetzt wohl liegen?
    Dazu bin ich ja gern bereit. Nur mit allgemeinen Konjunktiven sind die parktischen Erfahrungen und Messergebnisse nun mal nicht aus der Welt zu fegen!
    Die von mir beschriebene Variante läuft bei mir bisher völlig ohne Probleme, da ist nichts mit Sekundärtauwasser!
    Es geht nicht darum sich Freunde zu machen, sondern um den Sachverhalt! Nichts gegen Kritik, solange die belegbar und sachlich ist.
    Über die Dachneigung wurde eingangs ebenfalls überhaupt nichts erwähnt. Je höher die Temperatur der PV Module, je höher der thermische Auftrieb in der Luftschicht darunter oberhalb der Dachhaut! Und nun?
    mfg
     
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  21. mls

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    besser?
    ausführung wie unter #4 beschrieben.
    planung wie unter #4 nicht beschrieben.
    für beides brauchst du leute mit ahnung - selten.
     
  22. derF

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    Das stimmt natürlich, aber wenn sich die Masse tagsüber aufgeheizt hat, kann sie nachts die Wärme ja schwer (wg. der Dämmung) wieder nach außen abgeben. Also wandert die Wärme weiter nach innen.

    Wäre interessant zu wissen, welcher der beiden Effekte die größere Wirkung hat.
     
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