Statik Fenstersturz, funzt es oder nicht?

Diskutiere Statik Fenstersturz, funzt es oder nicht? im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; In der Anlage habe ich ein Foto von einem Fenstersturz eingestellt. Es handelt sich bei dem Bauvorhaben um einen zwei- geschossigen Wohnungsbau....

  1. Katja

    Katja

    Dabei seit:
    12. September 2004
    Beiträge:
    4
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Ing.
    Ort:
    Köln
    In der Anlage habe ich ein Foto von einem Fenstersturz eingestellt. Es handelt sich bei dem Bauvorhaben um einen zwei- geschossigen Wohnungsbau. Die Spannweite der Decken beträgt ca. 6,50m (Einfeldträger). Die Deckenstärke beträgt 16 cm. Die Spannweite ist parallel zur breiteren Fensteröffnung. Das Detail gibt es übereinander im EG und im 1.OG. Über dem 1.OG liegt ein ausgebautes Dachgeschoss.
    Wunsch des Architekten ware es, sich die Stütze in der Fensterecke einzusparen. Fraglich erscheint mir die Lösung, die der Statiker sich ausgedacht hat.

    Was ist Eure Meinung zu diesem Detail.


    Vielen Dank an alle Statiker und Leser mit statischem Verständnis.
     
  2. Anzeige

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. mls

    mls Bauexpertenforum

    Dabei seit:
    4. Oktober 2002
    Beiträge:
    13.790
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    twp, bp
    Ort:
    obb, d, oö
    wirklich?
    ich seh einen raum, der vielleicht 3-4m breit ist?
     
  4. Lebski

    Lebski Gast

    Nebenfrage: Werden die Fenste noch den a.R.d.T. nach abgedichtet?
     
  5. Katja

    Katja

    Dabei seit:
    12. September 2004
    Beiträge:
    4
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Ing.
    Ort:
    Köln
    Zur ersten Frage: der Raum ist rechts durch eine leichte Trennwand begrenzt. Die Wand links ist das linke Auflager der Deckenplatte.

    Zur zweiten Frage: Bis jetzt sind die Fenster mit einer "luftdichten" Folie an die Gasbetonwand angeschlossen. Anschließend wird der Zwischenraum mit Bauschaum ausgeschäumt.
     
  6. mls

    mls Bauexpertenforum

    Dabei seit:
    4. Oktober 2002
    Beiträge:
    13.790
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    twp, bp
    Ort:
    obb, d, oö
    ach ja .. soweit klar.
    folgendes gilt für den fall einer konv. massivdecke oder halbfertigteildecke als bspw. 6cm-elementdecke mit 10cm ortbetonergänzung, nicht jedoch für vorgespannte fertig-massiv-/hohlplatten:

    ich könnte mir vorstellen, dass die decke im eck sowieso "aufschüsselt".
    das kann man relativ einfach rechnen. die wirkungsweise der beton-UZ rechnerisch richtig (!) zu ermitteln, dürfte dagegen relativ schwierig sein, eine deutliche verbesserung der tragfähigkeit (standsicherheit und durchbiegung) durch die beton-UZ dürfte nochmal schwieriger nachzuweisen sein.

    jedenfalls:
    - wenn nicht eklatante bewehrungsfehler gemacht wurden, ist die standsicherheit wohl i.o.
    - betr. gebrauchstauglichkeit (rissefreiheit, durchbiegung) im "normalbereich" der decke hätte ich starkes bauchweh: 6,5m und 16cm dick?
    - ob das eck dauerhaft funktioniert, ist zu rechnen.
     
  7. Katja

    Katja

    Dabei seit:
    12. September 2004
    Beiträge:
    4
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Ing.
    Ort:
    Köln
    Vielen Dank an MLS für die Antwort.

    Meiner Meinung nach soll der Unterzug doch die Lasten aus der Decke im Bereich des Fensters übernehmen. Da die Decke parallel zur großen Öffnung spannt, leitet doch der längere Unterzug theoretisch seine Lasten in den kürzeren Unterzug ein (unter der Annahme, das der längere UZ ein Einfeldträger ist). Der kürzere Täger müsste doch dann als Kragarm ausgebildet werden, um die theoretische Einzellast aus dem längeren UZ sowie aus der Linienlast der Decke aufnehmen zu können. Allerdings erscheint mir dann das Auflager des UZs auf dem Mauerwerk als viel zu kurz um ein Moment (da Kragarm) aufnehmen zu können.

    Es wäre nett, wenn Sie meine Überlegung bewerten könnten.

    Vielen Dank
     
  8. mls

    mls Bauexpertenforum

    Dabei seit:
    4. Oktober 2002
    Beiträge:
    13.790
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    twp, bp
    Ort:
    obb, d, oö
    nicht schlecht :)
    die (zu?) kurzen auflager begrenzen die wirkung der UZ´e.

    natürlich kann man noch weiter philosophieren:
    - torsionssteife UZ´e
    - horiz. haltung durch deckenscheibe
    - "reserven rausholen" durch faltwerksberechnung
    - ermittlung wahrer steifigkeiten
    dem aufwand sind keine grenzen gesetzt ;)
     
  9. schneum

    schneum Gast

    "dem aufwand sind keine grenzen gesetzt"

    ...und da stellt sich die Frage: warum der aufwand, wenn man hinterher ohnehin diese wurstigen, hässlichen Plasikfenster einbaut?

    beste Grüße, arne
     
  10. Anzeige

    Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  11. Katja

    Katja

    Dabei seit:
    12. September 2004
    Beiträge:
    4
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Ing.
    Ort:
    Köln
    Vielen Dank nochmal an MLS,

    ich bin selbst nicht der Bauherr, bin auch nicht am Bauvorhaben aktiv beteiligt. Ein potentieller Käufer des BV hat mich nur um meine Meinung gefragt. Bei dem UZ war ich mir eigentlich sicher, dass die Ausführung zweifelhaft ist (siehe meinen letzten Komentar). Dass die gewählte Ausführung standsicher ist, ist unbestritten. Ich sehe jedoch die große Gefahr, dass sich später im Putz einige Risse zeigen werden.

    Dass die Decke mit 16 cm etwas schwach bemessen ist, habe ich dem pot. Käufer bereits mitgeteilt, auch hier fürchte ich, dass es zu Rissen sowohl im Bereich der leichten Trennwände, als auch im Bereich der Außenwände kommt (Verdrehung Auflager).
     
  12. PeMu

    PeMu

    Dabei seit:
    13. Januar 2004
    Beiträge:
    5.636
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Bauingenieur
    Ort:
    Kornwestheim
    Benutzertitelzusatz:
    Nachdenken kostet extra.
    ...auch hier fürchte ich, dass es zu Rissen...

    Da brauchen Sie nichts zu fürchten. Das ist gewiß. Allerdings benötigt man zur genaueren Prognose Angaben zur eingebauten Bewehrung.
    Es ist so wie beim alten Fachwerkhaus. Mit der Zeit stellt sich schon ein stabiler Gleichgewichtszustand ein. Den sucht sich die Konstruktion selbst - Schlauheit des Materials.
    Bei zu "dünnen" Decken kommen dann die "nichttragenden Wände" auch noch zu tragenden Ehren.

    Die Ballastbalken in der Ecke sind gar nicht so schlecht. Sie halten den Deckenrand gerade und bringen Gewicht - gegen Aufschüsseln. Man kann es auch so sehen ;)
     
Thema:

Statik Fenstersturz, funzt es oder nicht?

Die Seite wird geladen...

Statik Fenstersturz, funzt es oder nicht? - Ähnliche Themen

  1. Ausführung Garagenflachdach an Haus - Statik

    Ausführung Garagenflachdach an Haus - Statik: Hallo zusammen, ich habe mal eine Frage und zwei Meinungen von 2 verschiedenen Statikern dazu: Wir bauen ca. 2,00 m neben unserem Haus eine...
  2. Balkonterrasse ohne Statik?

    Balkonterrasse ohne Statik?: Hallo, ich habe eine alte Überdachung abgerissen und stattdessen von einem ortsansässigen Schlosser eine Balkonterasse in metallkonstruktion...
  3. Bewehrung Garagensturz...kann mal ein Statiker schauen

    Bewehrung Garagensturz...kann mal ein Statiker schauen: Hallo zusammen, auch auf die Gefahr hin jetzt zerissen zu werden...kann das sein, 4 x 10mm Eisen bei 4.75m Spannweite, Sturz 24x25 Gruss Alex...
  4. Balkon Kragplatte abschneiden Statikproblem?

    Balkon Kragplatte abschneiden Statikproblem?: Hallo, bin neu hier, hoffentlich ist die Rubrik richtig. Es geht um einen Bakon mit betonierter Bodenplatte (vor Ort gegossen, an de Unterseite...
  5. Türsturz berechnen!

    Türsturz berechnen!: Hallo zusammen, es geht hier um meine Neugier. In der Praxis habe ich folgenden Fall: Es handelt sich um ein 7cm Schlackewand(nicht tragend) in...