Stinkender Keller

Diskutiere Stinkender Keller im "Bautenschutz" Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, stinkender Keller ist sicherlich nicht die fachlichste Beschreibung meines Problems aber die treffenste. Es handelt sich um ein...

  1. #1 meinkeller, 29. Juni 2013
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    Hallo zusammen,
    stinkender Keller ist sicherlich nicht die fachlichste Beschreibung meines Problems aber die treffenste.
    Es handelt sich um ein Haus Bj. 1954. Der Keller steht ca. 1,6m tief im Erdreich. die Kellerwände bestehen aus einem sog. Stampfbeton. Zwischen Bimsdielendecke und Kellerwände ist eine Horizontalsperre mittels bituminöser Dachpappe eingebaut.
    Als ich das Haus gekauft habe, waren die Wände verputzt und mit Kalk gestrichen.
    Damals hat es so Typisch nach Keller gemüffelt, die Wände hatten in ca. 1m - 1,5m Höhe diese Salpeterausblühungen an denen auch die Farbe abgeblättert war.
    Der Keller ist sehr kalt, auch im Sommer. Nach dem Umbau habe ich in jeden Kellerraum einen alten Heizkörper einbauen lassen um im Winter etwas "bei zu heizen" damit nicht die kälte von unten so durchschlägt. Ausserdem befindet sich die Waschküche im Keller, Waschmaschine und Frau (manchmal Mann) sollten bei der Wäsche nicht einfrieren. Die zwei anderen Kellerräume sollten auch praktischerweise als saubere Räume verschiedenen Anforderungen genügen. Also habe ich den alten Putz der teilweise hohl von der Kellerwand abgelöst war abgestemmt, dieser war so hart das er in großen Scheiben abgefallen ist. Die rohen Wände (und mich) habe ich einige Wochen in Ruhe gelassen um evtl. Restfeuchte entweichen zu lassen. Die Wände habe ich dann mit einem normalen Mauer und Putzmörtel verputzt. Zwischenzeitlich musste ich in einem Kellerraum den Boden komplett erneuern, mir war aufgefallen, dass einige Stellen sich wie Pappe anhörten als etwas drauffiel. Ein kurzer Hieb mit einem Hammer brachte dann die Ernüchterung, Es wurde Bims mit Zement an gemischt und als Bodenplatte vergossen. Darauf eine ca. 3cm starke Estrichschicht und fertig war der Mist. Der lt. Baubeschreibung "Bimsbeton" genannte Boden war nur noch eine bröselige Angelegenheit die entsorgt werden musste. Ein befreundetet Bauunternehmer hat mir dann nach ausschachten eine Betonplatte gegossen auf der 5cm Estrich und Fliesen drauf gekommen sind. Bei den Wänden hat er mir ein Vorwandsystem empfohlen welches wie eine Noppenbahn aussieht die auf der Wand befestigt wird, oben und unten Belüftungsöffnungen erhält um eine Hinterlüftung zu gewährleisten. Auf diese Noppenbahn kann entweder verputzt oder mit Trockenbau eine saubere glatte Wand erstellt werden. Das System habe ich mir beim Baufachhändler angeschaut, jedoch verworfen weil die Wände sehr schief und buckelig sind. Da hätte die Wand teilweise bis zu 10cm verputzt werden müssen um eine geraden Untergrund zu bekommen. Als Handwerker ist mir dann sofort die Lösung eingefallen und in die Tat umgesetzt worden. Ich habe auf die Kellerwände eine Unterkonstruktion aus verzinkten U-Profilen aufgebaut, diese mit Baufolie bespannt, darauf als stabilem Untergrund wasserfest verleimte Holzplatten aufgeschraubt mit 50mm Luft jeweils zur Decke und zum Boden. Die überstehende Folie habe ich um die Holzplatten herumgefaltet und verklebt. Als Abschluss habe ich dann Feuchtraumtrockenbauplatten auf die Holzplatten geschraubt. So habe ich nun eine Hinterlüftete (Abstand ca. 50-80mm) vorgestellte Wandverblendung. Im Winter wenn die Heizung an ist, ist der Raum angenehm und gut zu benutzen. Leider, sobald es draußen Warm wird fängt der Raum an zu müffeln, teilweise stinkt es doch ziemlich bissig. Ich kann mir keinen Reim darauf machen was das sein könnte. Mit einer Endoskopkamera konnte ich hinter der Blendwand keinen Schimmel sehen, nur diese Salpeterausblühungen. Lüften ist bei dem warmen verregneten Wetter denkbar schlecht, durch Kondensat würde das Problem sicherlich schlimmer. Da es in dem Raum auch sehr kalt ist kam mir die Idee die obere und untere Belüftungsöffnung zu verschließen damit ein Kondensat an der kalten Außenwand verhindert wird. Evtl. könnte man den Zwischenraum mit einer Schüttdämmung auffüllen. Was denkt ihr darüber? Kann da was mit Schimmel passieren wenn verschlossen und gedämmt wird?
    Dank für Eure Meldungen.
     
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  3. H.PF

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  4. ThomasMD

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    AW: Stinkender Keller

    Auf die Idee, einen kalten Keller zu beheizen, um in den darüber liegenden Räumen keine kalten Füße zu bekommen, muss man erstmal kommen.:banghead:
    Das letzte mal als sowas passierte, haben sie in Schilda das Licht mit Eimern ins fensterlose Rathaus zu tragen versucht.
    Wieviel Unheil wird wohl Häusern angetan, um aus idealen Lagerkellern, Aufenthaltsräume zu machen? Die Waschmaschine braucht keinen Heizkörper.

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  5. #4 meinkeller, 29. Juni 2013
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    Das mit dem Abreißen währe nicht das Problem da in jedem Raum nur die Außenwände (also 2 ) verkleidet sind. Wie ja im Text beschrieben ist das ja keine "Kiste" sondern nur eine vorgesetzte Scheibe die ja hinterlüftet ist. Oben und unten habe ich einen 5cm großen durchlaufenden Spalt gelassen.
    Als Vorbild habe ich das System von der Fa. Dörken, Delta PT genommen ( http://www.doerken.de/bvf-de/produkte/mauer/noppenbahnen/produkte/pt.php)
    Ich habe im Prinzip nichts anderes gemacht nur statt diese Noppenbahn an die Wand zu tackern habe ich halt eine in Baufolie eingepackte Wandscheibe davor gesetzt die ich halt besser dem krummen Untergrund anpassen konnte. Diese ist ja ebenfalls wie bei Dörken hinterlüftet.
    Hinterheizen klappt nur im Winter wenn die Heizung an ist. Dann mufft es auch nicht.
    Interessanterweise habe ich in einem anderen Bauforum gelesen wie sich zwei Dipl. Ing. völlig über dieses Thema zerstritten haben. Da hat ein User praktisch die selbe Frage gestellt, er wollte einen Partyraum aus optischen Gründen mit exakt der selben Vorgehensweise wie ich verkleiden.
    Der eine Ing. sagte hinterlüften ist nie falsch, der andere sagte das es immer falsch sei. Jetzt fragt sich der Laie, was ist denn nun richtig wenn sich die Bauingenieure schon nicht einig sind?
     
  6. #5 meinkeller, 29. Juni 2013
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    Ach ja, was ist denn schlimm wenn ich einen Keller im Winter etwas auf Temperatur bringe auch wenn ich diesen nicht direkt als Wohnraum nutze? Klar, als die Hütte gebaut wurde hat man in der Küche mit einem Beistellherd geheizt und im Bad und Schlafzimmer gar nicht. Da war noch Wärmflasche und Kohleschleppen angesagt. Damals währe natürlich keiner auf die Idee gekommen im Keller einen Ofen zu platzieren, außer in der Waschküche, da stand ein Kohlebetriebener Waschbottich. Ich würde den Keller auch nicht heizen wenn dieser ein Bruchsteingewölbekeller währe. Da währen auch keine Kellerfenster drinnen. Da währe dann auch der Keller von den oberen Etagen mit Wand und Türe abgeschlossen, hier bei mir ist das nicht der Fall. Alles offen, wenn dann im Winter die Kälte durchs Treppenhaus zieht ist das nicht so toll. Will aber auch keinen Verhau in den schon ohnehin beengten Kellerabgang reinbasteln.
     
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  8. ThomasMD

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    Solltest Du aber tun, den Keller vom übrigen Haus zu trennen.
    War früher bestimmt auch so (die Alten waren ja nicht bekloppt) und irgenwer fand es dann schicker, nach unten alles zu öffnen?

    Wenn dann eine Tür drin ist schnell noch die Kellerdecke gedämmt und schon hast Du Dir und Deinem Haus etwas Gutes getan.

    Deine "hinterlüftete" Außenwandschale hat die gleichen Folgen, wie ein großer Kleiderschrank vor der kalten Außenwand. Dahinter müffelts und irgendwann kommen noch die Schimmelkulturen hinzu.
     
  9. #7 meinkeller, 29. Juni 2013
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    Wie früher war kann ich nicht sagen, hab das Haus vor 4 Jahren gekauft. Ich habe mir das mal angeschaut, wenn da mal eine Türe mit Verhau drin war muss die unter der Holztreppe die nach oben führt gewesen sein. Dann hätte ich die Tür jedoch direkt im Durchgang knapp vor der Haustüre. Ich muß mal schauen ob ich im Kellergang was machen kann. Die Decke ist schon gedämmt, habe ich zusammen mit der Vorsatzschale gemacht. Die Bimsdielen rieseln unaufhörlich deshalb war immer alles staubig, da hab ich die abgehangen und gedämmt. Ich habe zwischenzeitlich selbst auch nochmal nachgeschaut, an der Längswand ist hinter der Verkleidung alles trocken, an der Seitenwand bis zur Hausecke wo außen das Fallrohr vom Dach in die Erde geht ist hinter der Verkleidung bis zu 2/3 der Seitenwand patschnass. Das letzte 1/3 ist wieder trocken. Ich werde wohl außen aufgraben und soweit wie geht abdichten lassen. Ich kann mir auch vorstellen, das dass Standrohr im Boden faul ist, die haben damals Stahlrohre verbaut. Aufgraben und abdichten vom Fachmann natürlich, in der Zeit baue ich lieber Geländer und andere Sachen aus Stahl damit kann ich dann den Fachmann bezahlen :-)
     
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