Stoßfugen mit Mörtel verschließen

Diskutiere Stoßfugen mit Mörtel verschließen im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; Wir haben heute eine Referenzbaustelle eines uns empfohlenen Rohbauers angeschaut. Fast jede Wand (egal ob innen oder außen) hatte pro...

  1. Tommi

    Tommi

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    Wir haben heute eine Referenzbaustelle eines uns empfohlenen Rohbauers angeschaut.

    Fast jede Wand (egal ob innen oder außen) hatte pro Ziegelreihe (außen Poroton 36,5 cm SX13) an beiden Enden eine zugemörtelte Stoßfuge von 2-4 cm. Zum Teil waren größere Fugen mit schmalen Porotonstückchen zusätzlich aufgefüllt.

    Dazu meine Fragen:

    1. Warum treten pro horizontaler Ziegelreihe 2 nicht press gestoßene Fugen auf?

    Begründung: Wenn der Maurer schon zu "faul" war, um die Steine passend zuzuschneiden, dann hätte er doch mit einer Lücke zurechtkommen müssen, oder?

    2. Gibt es eigentlich Festlegungen (DIN, Fachregeln), die angeben, wieviele und wie große Fugen im Poroton-Mauerwerk zulässig sind?

    Wenn ich mit Thali's Fotos vergleiche (http://www.bauexpertenforum.de/showthread.php?s=&threadid=1685), dann kann ich mir fast nicht vorstellen, daß der Rohbauer uns diese Baustelle als Referenz angegeben hat... mir kommen die Tränen!
     
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  3. Josef

    Josef Bauexpertenforum

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    *ääähmmm*

    ich hab gerade nen kräftigen "Tritt" für diesen Linkbeitrag bekommen "so" quasi nach dem Motto "das andere da nimmer mitkommen" :D ... "klar" ich glaub ich darf schon sagen das man das Mauerwerk des Linkbeitrag (fast) nimmer toppen kann ... "natürlich" kann man fast nahezu fugenlos arbeiten ... "natürlich" versuchen wir das täglich auch umzusetzen (!) ... "ABER" des heisst noch lange nicht das geschlossene Mörtelfugen mit 2cm ein Mangel wären ... "des Auge isst mit" den Spruch kennt doch jeder ... "ABER" des Auge sieht auch mit und je mehr man des Auge verwöhnt desto eher zieht´s einem da hin :D ... "ja" was soll ich jetzt sagen ? ... "mauert wie ihr wollt" ? ... "oder" etwa "Qualität muss nicht viel teurer sein ?" ... "ok ok" du darfst mich nochmal treten :D
     
  4. Thomas 2

    Thomas 2

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    Hallo Tommi,

    Ich denke, man kann die Ausführungen nicht miteinander Vergleichen. Das erste Bild zeigt ein Mauerwerk mit herkömmlichem Mörtel. Wobei ich aber auch sagen muss, das Volle Lager und Stoßfugen immer besser aussehen als gezeigt.
    Bei Josef Ausführung wird geklebt. Der Kleber wird dazu noch mit einem Teschnichem Gerät aufgezogen. Das hat schon mal den Vorteil, dass die Lagerfuge voll ist. Dazu wurden dann noch passende Steine geschnitten und fertig ist das optische wunder. Letztendlich, ist man auch dazu gezwungen Steine zu schneiden, womit sollte man den auch die Stoßfugen vermörteln? Mit Kleber?

    Vermörtelte Stoßfugen sehe ich auch nicht als Mangel an. Sie sollten dann halt auch schön voll sein und nicht zu groß. Auch spielen Masse eine große Rolle. Unergründliche Pfeilermasse von 1,03Meter, toll.:-(

    Gruß Thomas
     
  5. Tommi

    Tommi

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    @Josef: Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen! Das Auge wird beim Anschauen Deiner Baustellen verwöhnt, und dann will mir ein Rohbauer seine Mörtelgefüllten Stoßfugen als Referenz verkaufen??!! :confused:

    Aber nochmal auf den Punkt gebracht:

    Wenn mir mein Rohbauer eine Fuge von - sagen wir übertrieben - 10 cm Breite mit Mörtel "vollschmiert", ist das dann ein Mangel?

    Wenn ja, aufgrund welcher Normen (DIN, Fachregeln)?
     
  6. bauworsch

    bauworsch Gast

    Die Steinmaße

    finden in den Planungen leider viel zu oft keine Berücksichtigung, so dass Ausgleichslängen nicht vermeidbar sind. Bei größeren Breiten über 10 cm läßt sich das sauber mit Verschiebeziegeln lösen. Bleiben jedoch nur 2 oder 3 cm übrig, läßt sich eine Mörtelfuge oder eine dünne Ziegelscheibe nicht vermeiden. Oder ich "zieh" den Stein ein wenig. Dann "meckert" der Bauherr aber oft, weil er durch kleinste Spalten ins Freie blinzeln kann. Nach DIN 1053 sind Stoßfugen ab einer Breite von größer 5mm mit Mörtel zu verschließen.

    Sofern es sich nur um vereinzelte größere Fugen handelt, ist das nicht schlimm. Auch eine einzelne Fuge von 10 cm ist nicht schön aber noch kein Mangel.

    Das wird dann zum Mangel, wenn zuviele Fugen vorhanden sind und der Wärmeschutz beeinträchtigt wird, oder die Überbindemaße nicht eingehalten werden.

    Wie gesagt, die Norm sagt aus, dass Stoßfugen ab einer Breite von mehr als 5 mm zu verschließen sind. Die erforderlichen Maßnahmen zur Erfüllung der Anforderungen an die Bauteile hinsichtlich des .... Wärmeschutzes .... sind ...besonders zu beachten.

    Und das Auge ißt mit, ist schon klar.
    Ein gscheiter Planer und ein guter Mauerer sollten das hinkriegen
     
  7. Tommi

    Tommi

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    Danke für die klare Antwort aus der Praxis.

    Stoßfugenvermörtelung ist also unter bestimmten Bedingungen (Steinmasse) nicht ein eindeutiges Qualitätsmerkmal.

    So bleibt für mich die Frage:

    Habe ich als "Forums-gebildeter Baulaie" bei den Besuchen von Rohbaustellen, die mir von in Frage kommenden Rohbauern genannt wurden, überhaupt eine vernünftige Chance, Qualität zu erkennen?
    1. Gibt es "untrügliche" Qualitätsmerkmale? (z.B. es steht kein leerer Bierkasten herum :D )

    2. Oder sollte ich mich bei der Auswahl des Rohbauers nach einer Ausschreibung auf das Urteil meines Archis verlassen?

    3. Andere Ideen? (Die Befragung von Bauherren mit fertiggestellten BV halte ich für wenig sinnig, sind doch meistens auch Baulaien: "Aussehen tut's doch gut!!")
     
  8. Josef

    Josef Bauexpertenforum

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    "nö"

    "sorry" Robert "aber" des lass ma sicher nicht so stehn ;) Din 1053: in der "Regel" sollen die Stossfugen 10mm dick sein ... AMZ Bericht ... "die Fugen sind bei NEH und Putzfassade so gering wie möglich zu halten" ... Schuppert/Pfefferkorn/Geiger gehn da sogar noch weiter und geben übergrossen Fugen die Schuld an Putzrissen bei monolitischen Putzfassaden ... ich sag 2cm sind noch halbwegs "als" normal zu bezeichnen "aber" spätestens bei 5cm hat der Maurer nix mehr auf der Baustelle verloren ... entweder ist man in der Lage und schneidet die passend her ob man verwendet die sogenannten Verschiebeziegel.

    zur Erinnerung nochmal des erste Bild des Erkerlinks ... wenn´s
    den "so" aussieht "dann" hat´s mit monolitisch nix mehr zu tun ... von den Wärmebrücken mag ich da noch gar ned mal mehr sprechen.

    MfG
     
  9. Tommi

    Tommi

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    @Josef:
    Klar: "Je weniger Mörtelfugen, desto besser". Eine wirklich "knallharte" Festlegung über die Maximalgröße von Stoßfugen scheint es wohl nicht zu geben.

    Aber es gibt ja Bauleiter .... :D

    Darf ich Dich, Josef, bitten, auf meine Fragen bezüglich Referenzbaustellen von Rohbauern einzugehen?

    Habe ich als Laie den Hauch einer Chance, die Qualität einer Rohbaustelle zu beurteilen?

    Auf was soll ich achten?
     
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  11. Josef

    Josef Bauexpertenforum

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    Referenzbaustellen

    "ja" klingt gut ... "ABER" dann bitte laufende Referenzbaustellen wo die Leute richtig noch am werkeln sind ... auch mal in der regulären Arbeitszeit damit man sieht welche Indianer da rumgeistern bzw. ob man sich mit denen überhaupt unterhalten kann (!)

    "ja" wie erkenne ich ne gute Ausführung ... "als" laie sehr schwierig des mit den Bierflaschen ist schon gar ned so ohne ... nen ordentlichen Saustall von chaotischen Durcheinander sollte aber auch der Laie erkennen können ... soll heissen wenn ich mir mit Sprengstoff den Weg durch´s Haus freimachen müsste dann dürfte auch die Einstellung der Leute zur Arbeit nicht stimmen ... bei der Ausführung kann´s der Laie nur teilweise erkennen ... "sie" haben nen Bauleiter "warum" nehmens denn nicht mit ? ... der zeigt´s (sagt´s) ihnen dann schon was gut bzw. schlecht an der Referenzbaustelle ist (!)

    "wenn" meine Bauherrn in den Bauvertrag unter anderen "Thalhammer Deckenauflager samt Korkfilz" (da hab ich selber gestaunt) eigenwillig mit reinnehmen und mir zur Unterschrift vorlegen ... "dann" bin ich mal so frei und sag das man in dem selben Bauvertrag auch " das Stossfugen über 2cm nicht akzeptiert werden" mit reinschreiben könnte.

    MfG
     
  12. #10 Michael Prieß, 6. Oktober 2003
    Michael Prieß

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    Wenn das nicht erlaubt ist

    ... dann muß das auch nicht extra in den Vertrag mitaufgenommen werden, oder gibts noch die passende DIN dazu?
     
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