Straßen- und Kanalsanierung führt zu Rückstaugefahr für Regenwasser

Diskutiere Straßen- und Kanalsanierung führt zu Rückstaugefahr für Regenwasser im Tiefbau Forum im Bereich Neubau; Hallo liebe Forenmitglieder, entschuldigt den langen Text, aber es ist eine schwierige Situation: Unser 1965er Flachdachbungalow mit im Inneren...

  1. BJ86

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    Hallo liebe Forenmitglieder,

    entschuldigt den langen Text, aber es ist eine schwierige Situation:
    Unser 1965er Flachdachbungalow mit im Inneren des Hauses verlaufender Dachentwässerung (Dachgefälle in Dachmitte geführt, 4 Fallstränge) liegt in einer Hanglage. Glücklicherweise, da notwendig, wird im Umkreis von unserem Haus die Straße erneuert und in diesem Zuge auch das Kanalsystem erneuert. Hört sich gut an, wir vermuten jedoch aus folgenden Gründen Probleme:
    • Aktuell sind die Regenwasserkanäle aller umliegenden Straßen mit Durchmesser 400 ausgelegt
    • Unser Haus entwässert wegen der Hanglage in ein sehr abfälliges Kanalsystem. In der Vergangenheit war bei Starkregen das Kanalsystem oft überfordert weshalb es zum Rückstau kam. Dieser staute sich jedoch nie im abfälligen Kanalteil in den unser Regenwasser entwässert, sondern das Wasser trat deutlich oberhalb unserer Bodenplatte (wie gesagt, Hanglage) auf Höhe der angrenzenden Straße aus, wo ein horizontales Kanalsystem in den abfälligen Teil mündet. Das Regenwasser vom Dach wurde im abschüssigen Teil trotzdem immer zuversichtlich abgeleitet und es kam nie zum Rückstau.
    Im Zuge der Straßensanierung werden nun auch die Regenwasserkanäle saniert. Hierbei wird der Kanal von Durchmesser 400 auf 600 erhöht, um im Starkregenfall mehr Fassungsvermögen zu bieten. Und nun zum Grund unserer Sorge:
    • Die neue 600mm Kanalführung wird in der Straße über unserem Haus (wo früher das Wasser bei Rückstau austrat) UND im ersten Abschnitt der abfälligen Leitungsführung realisiert, in die unsere Regenwasserkanäle entwässern
    • Aus unserer Sicht ergibt sich durch den nun entstehenden Übergang vom neuen 600mm System auf das alte 400mm System eine Drosselwirkung, welche dazu führt, dass sich der Rückstaupunkt nun in den Bereich der Leitung verlagert, in den auch unser Regenwasser entwässert. Wo früher die Wasserabführung gewährleistet war, könnte es nun zu einem Rückstau bei uns in den Regenwasserleitungen kommen, welche wegen dem innenliegenden Verlauf bei einer Undichtigkeit gravierende Folgen hätte (Überschwemmung Keller und Wohnräume).

    Die Stadtwerke haben wir kontaktiert und beim Vor-Ort Termin wurde bestätigt, dass unsere Gedanken berechtigt sind. In der Pflicht sieht man sich jedoch nicht, stattdessen wurde uns empfohlen, eine Rückstauklappe einzubauen. Gemäß Satzung sind wir verpflichtet, uns vor Rückstau aus dem Kanal unterhalb der Straßenoberfläche selbst zu schützen.

    Nun unsere Fragen:
    • Die Baumaßnahme verschlechtert die Situation bzgl. Rückstaurisiko für uns immens. Müssen wir dies akzeptieren, oder sind die Stadtwerke bei einer Sanierung verpflichtet solch offensichtliche Schwachstellen im Kanalsystem zu verhindern? Immerhin war das Haus seit 1965 von Rückstau im Regenwasserkanal nicht betroffen, und würde jetzt nach der Kanalsanierung als einzige Immobilie einem deutlich erhöhten Risiko ausgesetzt werden.
    • Falls wir eine Rückstauklappe einbauen, dann würde dies trotzdem bedeuten dass in den 4 innenliegenden Fallrohren konstant Wasser steht sowie das Wasser über die Notabläufe im Dach entweichen muss. Auch das ist eine deutliche Verschlechterung der Situation bzw. eine deutliche Risikozunahme. Müssen wir auch dies akzeptieren?

    Ich würde mich über eure Tipps wirklich freuen!

    Danke und beste Grüße
    Benjamin
     
  2. #2 Fred Astair, 08.04.2020
    Fred Astair

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    Da werdet Ihr rechtlich nicht gegen ankommen. Es gibt kein Verschlechterungsverbot bei Kanalsanierungen.
    Ich rate Euch dringend, Eure innenliegenden Fallleitungen druckfest bis zur Gebäudehöhe zu ertüchtigen und auf leistungsfähige Notüberläufe zu achten.
    Von Rückstauklappen rate ich ab. Die sind unzuverlässig und wartungsintensiv.
     
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  3. #3 simon84, 08.04.2020
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    Ist die Maßnahme denn für alle anderen Bewohner an der Straße auch eine „Verschlechterung“?
     
  4. BJ86

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    Nein, nur für uns, da die anderen Häuser allesamt in das horizontale Kanalsystem entwässern. Nur unser Haus, wieso auch immer, entwässert in den abschüssigen Teil des Kanalsystems. Für die anderen Häuser ist es wohl also sogar eine Verbesserung. Für uns wäre es auch kein Problem wenn der 600er Durchschnitt komplett durchgezogen werden würde. Ist aber aus Kostengründen nicht geplant.

    @ Fred Astair:
    Die Fallleitungen sind allesamt saniert und leider nicht mehr zugänglich da bereits verputzt. Ich hoffe der Betrieb hat sauber gearbeitet und die Leitungen sind dicht und druckfest.
    Wenn dem wirklich so ist was du sagst, dann werde ich vermutlich neben den Notentwässerungen der Freifläche noch eine Notentwässerung unter Bodenplattenniveau installieren (ist bei uns bautechnisch möglich). Sollte es dann zu einen Rückstau kommen würde das Wasser eben direkt durch diese Notentwässerung auf unser Grundstück ablaufen und wir hätten das Wasser nicht in 4 Fallrohren im Haus stehen.
     
  5. #5 Fred Astair, 08.04.2020
    Fred Astair

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    Das lässt sich ja durch eine Druckprobe recht einfach testen. Besser wäre gewesen, Ihr hättet das vor dem Verputzen gemacht.
    Bei intakten Rohren ist gegen einen Aufstau in den Fallleitungen nichts einzuwenden.
     
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  6. BaUT

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    Nein, Euer Dach sollte für den Fall dass die innenliegende Entwässerung voll ist zusätrzlich an der Attika mindestens einen Notüberlauf haben, so dass auf dem Dach aufstauendes Wasser über einen Speier oder eine Regenrinne frei entwässernd aus der Dachfläche in den Garten abfließen kann.
     
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  7. BJ86

    BJ86

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    @ Fred Astair:
    Ja, jetzt sind wir schlauer. Haben wir bei der Sanierung leider nicht beachtet weil es nie problematisch war in der Vergangenheit. Was ich jedoch weiß ist, dass der ausführende Betrieb alle Übergänge von den neuen Fallleitungen auf die alten Tonrohre unter der Bodenplatte einbetoniert hat und auch alle Fallrohre mittels Schellen sauber und akkurat befestigt sind.

    @BaUT:
    Das war mit Notablauf der Freiflächen so gedacht. Die zugehörigen Freiflächen der 4 Fallrohre haben natürlich im Bereich der Dachaufkantung jeweils mindestens 1 Notablauf der mittels Speier das Dach ins Freie / aufs Grundstück entwässert. Durch einen weiteren Notablauf unter Bodenplattenniveau könnte ich jedoch im Falle eines Rückstaus das Wasser vom Dach einfach auf unser Grundstück entwässern ohne dass über 2 Geschosse in 4 Fallrohren das Regenwasser steht und über das Dach entwässert. Klingt für mich nach einer recht einfach umsetzbaren Risikominimierung die vor allem in Verbindung mit einer Rückstauklappe reizvoll wirkt?
     
  8. #8 Fred Astair, 09.04.2020
    Fred Astair

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    Nochmal: Lass die Rückstauklappe weg!
     
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