Sturzdetail bei homogener Putzfassade

Diskutiere Sturzdetail bei homogener Putzfassade im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Hallo, im Vorentwurf der Werkpläne unseres Archis finde ich folgendes Detail für die Stürze über der Hauseingangstür und über den Fenstern ohne...

  1. Tommi

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    Hallo,

    im Vorentwurf der Werkpläne unseres Archis finde ich folgendes Detail für die Stürze über der Hauseingangstür und über den Fenstern ohne Rolladenkästen.

    Da ich gerne eine homogene Putzfassade ohne XPS-Dämmung hätte - wir bauen mit 36,5 cm-Poroton ohne WDVS -, frage ich mich, wie dieses Detail anders gelöst werden könnte?

    Hat jemand dazu eine Skizze oder kann die alternative Lösung mir als Baulaien mit Worten beschreiben?

    Danke.
     
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  3. Tommi

    Tommi

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    Hallo Experten !!!!

    Vor lauter Pro7 und Archis gar keine Zeit mehr zum Anworten ...?

    Vielleicht erbarmt sich doch einer?
     
  4. bauworsch

    bauworsch Gast

    Wie groß

    ist die lichte Weite der Mauerwerksöffnung?
     
  5. Tommi

    Tommi

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    Lichte Öffnung
    Hauseingangstür: 113 cm
    Fenster ohne Rolladenkasten: 88,5 cm
     
  6. bauworsch

    bauworsch Gast

    Hmm

    dann versteh ich das mit dem Beton-Unterzug nicht so recht?

    Hier würde m.E. ein Ziegel-Wärmedämmsturz 36,5 auch funktionieren. Und wenn mit Deckenauflager a la Thalhammer gebaut wird, noch in diesem Bereich Zulagereisen in die Decke mit reinlegen. Oder kommen da von oben irgendwelche Lasten in den Sturzbereich daher?
    Irgenwas hat sich der Planer doch dabei gedacht, warum hier Betonstrurz.
     
  7. mls

    mls Bauexpertenforum

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    nein, robert.
    da hat keiner gedacht.
    biegung aus jeder auch nur annähernd möglichen randlast bringt man über die decke allein weg.
    schub kann auch kein problem werden.
    was man hier bewundern darf, ist das ergebnis von "phlegma pur" oder von
    "lieber auf nummer sicher".
    der richtige weg wäre aber gewesen, den tragwerksplaner zu fragen.
    aber den brauchts ja nicht...
    also ist das ergebnis auch - folgerichtig - deutlich suboptimal.
     
  8. Tommi

    Tommi

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    zu den Fakten:
    1. Ein Statiker ist gem. HOAI beauftragt, ist aber meines Wissens in der derzeitigen LPh 5 des Archis (diskussionsfähige Vorentwürfe der Werkplanung) noch nicht tätig geworden.

    2. Lasten? 75 cm Kniestock auf der Traufseite.

    Persönlich tendiere ich auch zu: "aus Bequemlichkeit nichts gedacht" beim Archi.

    @Bauworsch: Der Ziegeldämmsturz ist also 36,5 cm breit.
    a) Wie hoch ist dieser?
    b) Die Differenz zum Auflager der Betondecke EG wird dann durch weitere 36,5 cm breite Porotonziegel ausgeglichen?

    Also etwa wie folgt:
    Abstand UK Decke bis OK Fenster/Tür: 30 bzw 33 cm
    ./. Höhe Ziegelsturz: ? cm
    = Rest wird mit normalen Porotonziegel aufgemauert und darauf die Betondecke aufgelegt?
     
  9. bauworsch

    bauworsch Gast

    Der Ziegelsturz

    als 36,5er Wärmedämmsturz ist 11,3 cm hoch.

    Wo kommt der Sprung von 30 auf 33 her?

    Deckenauflager geplant? Scheint eher nicht so, wenn ich mir den Betonsturz betrachte.
     
  10. Bruno

    Bruno

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    So sieht es im Wärmebrückenatlas von Thermopor aus:
     
  11. mls

    mls Bauexpertenforum

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    es ist zwar e. weit verbreitete unsitte, erst nach vollendung der genehmigungsplanung die "statik" zu beauftragen, aber das kann doch nicht sein, dass der architekt erst alle details zusammenkratzt und der statiker danach tätig wird.
    der soll sehen, dass er in die gänge kommt!

    manche baufirmen stossen sich an solchen spielereien ganz schön gesund. da dreht sich´s mit den mehrkosten für die aufwendige ausführung um einen nicht kleinen teil des hoai-satzes des statikers! womit wieder klar wäre, wie weit der qualitätswettbewerb durch gleiche honorare funktioniert :irre
     
  12. #11 Pinball Z, 22. November 2003
    Zuletzt bearbeitet: 22. November 2003
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    Detail Deckenauflager

    Das dieses Detail nicht Stand der Technik ist, ist hoffentlich bekannt. Heißt je wahrscheinlich nicht umsonst „Wärmebrückenatlas“.
     
  13. Bruno

    Bruno

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    Klär mich auf.
     
  14. Tommi

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    Danke für die weitere Information!

    @Bauworsch:
    Sprung von 30 auf 33 cm:
    Wir haben an einer Hausfront einige Fenster mit 30 cm hohen, deckengleichen Rolladenkästen, aber auch Fenster ohne Rolladen (hier: WC und Treppenhaus). Die Oberkante aller Fenster liegt deshalb bei 230 cm, also 30 cm unter UK Decke.

    Die Hauseingangstür hat eine Rohbauöffnungshöhe von 227 cm. Dh. macht nach "Eva Zwerg" 33 cm unter UK Decke.

    Deshalb findest Du in meinem angehängten Detail die Angabe "Sturz-UK 2,27/2,30".

    Ist die Rohbauöffnungshöhe von 227 cm für eine Hauseingangstür aus Deiner Praktikersicht ungewöhnlich? Also gleich 230 cm?

    Mit dem Deckenauflager hast Du übrigens Recht! Kann ja bei einem solchen Betonsturz gar nicht funktioneren. Im Werkplan sind die Stürze bei Fenstern mit Rolladen allerdings mit Deckenauflager und Ziegelvormauerung eingezeichnet.


    @mls:
    Verstehe diese Aussage leider nicht. Soll das heissen, unser abgebildetes Detail mit Betonsturz ist eine "unnötige teuere Spielerei"?
     
  15. #14 Pinball Z, 22. November 2003
    Zuletzt bearbeitet: 22. November 2003
    Pinball Z

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    @Bruno
    Die Fa. Wienerberger hat zu diesem Thema eine ausführliche Studie online gestellt.
    http://www.wienerberger.de/news/fachbeitraege/downloads/mwt_ackermann.pdf
    Ab Seite 35 gibt es bauphysikalische Beispiele.
    In dem Rechenbeispiel wird von einer Außentemperatur von –5° ausgegangen. Die Verschiebung des Taupunktes bei tieferen Temperaturen nach innen wird dramatisch. Die Folge: feuchte, schimmlige Raumecken (siehe dazu auch Seite 14).
    Seite 38 und 39 sind die Maßgebenden. Man kann sich vorstellen, das der Flankeneffekt bei einer über die letzte untere und die erste obere Schicht geführte Wärmedämmung minimiert wird. Beachte! Die Druckfestigkeit der Steine muss für die reduzierte Fläche angepasst werden.

    (habe gerade festgestellt, das meine Signaturkennung nicht angeklickt war :Roll )
     
  16. Pinball Z

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    Auflager könnte so aussehen:
     
  17. C. Schwarze

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    Ich dachte bisher das Auskragungen nur mit "max" 60mm zulässig sind. (sehe ich beim Bild Skizze 2 11,5 cm?)
     
  18. mls

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    ganz einfach: kommt drauf an :)
    ich würde nie pauschal sagen "geht nicht" - ausser es gibt vom steinhersteller oder in einer zulassung begrenzungen.
    das problem ist allerdings, überhaupt brauchbare rechenwerte zu bekommen: mit ausnahme des t9 haben die meisten "ultralight´s" noch halbwegs "dicke" schalenwände, das ziegelinnere besteht aber aus mikrostrukturen ;)
    die normalen druckversuche erfolgen mit vollflächiger belastung - ohne ergebnisse, wieviel die ziegelränder und wieviel das ziegelinnere tragen.
    deshalb sind exzentrische mw-anschlüsse nicht so einfach zu erfassen, wie das - theoretisch - möglich sein müsste ...
    bei homogenen (?) wandbaustoffen (porenbeton, ks, vollziegel) wird´s einfacher. ob´s dann im einzelfall funktioniert, ist berechenbar. so sind - im prinzip - auch die 11,5cm möglich, nur verallgemeinern darf man das nicht.
     
  19. C. Schwarze

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  21. Bruno

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    @ Pinball:

    Danke für das Dokument. Ich habe über 100 Wärmebrückendetails auf meinem PC, darunter exakt dieses, nur ohne Putz.

    Bei Normrandbedingungen (außen -5°C) ergibt sich in meiner Simulation 16,2° (Ackermann 16,6°, vermutlich Effekt des Innenputzes). Bei -10°C sinkt sie aber nicht dramatisch, sondern um 0,4° auf 15,8° und ist vom Schimmelkriterium weit entfernt. Die Oberflächentemperatur der Wand im ungestörten Bereich beträgt auch nur 16,3°C, nicht weit davon entfernt. Trotzdem ist dein Detail natürlich besser.
     
  22. mls

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    @ hr. schwarze:
    ja, kenn ich. ist vielleicht ein porotonspezifikum, ich hab auch noch keinen leichthochlochziegel mit grösseren exzentrizitäten rechnen können, weil ... s.o.: rechenwerte usw.
     
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Sturzdetail bei homogener Putzfassade

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