Theorie vs Praxis bei Steinwahl wegen Schallschutz/Hitzeschutz

Diskutiere Theorie vs Praxis bei Steinwahl wegen Schallschutz/Hitzeschutz im Außenwände / Fassaden Forum im Bereich Neubau; Hallo, Vor einigen Wochen habe ich mich vorab im Internet informiert was ich tun sollte um möglichst einen guten Schallschutz zu haben und auch...

  1. #1 Gast87254, 08.08.2018
    Gast87254

    Gast87254 Gast

    Hallo,
    Vor einigen Wochen habe ich mich vorab im Internet informiert was ich tun sollte um möglichst einen guten Schallschutz zu haben und auch einen guten Hitzeschutz. Dabei kam bei meiner Recherche dann raus dass ich mit Kalksandstein bauen wollte und eine Holzfaserdämmung aussenrum. Laut Schallrechner und Wärme/Hitze Rechner die ich im Internet gefunden habe konnte ich in der Theorie gute Werte erreichen. Bessere als mit Ytong oder Poroton. Auch sonst stehe überall dass der Schallschutz und Hitzeschutz bei Kalksandstein generell besser sei.
    Nun waren wir beim Architekten und haben den daraus angesprochen. Sie schaute mich verdutzt an und meinte halt Kalkssandstein ist ein billiger Stein. Schallschutz wäre da nicht so gut. Auch bei Beton sei der Schallschutz nicht gut meinte sie. Das mag ja auf Körperschall zutreffen aber doch nicht Luftschall?
    Und das mit der Wärmespeicherung von Kalksandstein meinte sie stimmt so nicht. Ich solle mal an so eine Wand fassen. Die sei immer kalt. Sie baut meist nur mit Ytong und manchmal mit Poroton. Einschalig ohne zusätzliche Dämmung. Das sei nach ihrer Erfahrung das beste. Auch aus gesundheitlichem Aspekt. Generell machte die Architektin einen kompetenten Eindruck. Nur weiss ich jetzt nicht ob halt beim Kalksandstein die Theorie und Praxis weit auseinander gehen oder ob ihr einfach die Erfahrung mit Kalksandstein fehlen?

    Beim Hitzeschutz hat sie empfohlen pro Etage eine Klimaanlage einzubauen. Das sei das beste da bei Kühlung über Fussbodenheizung oder Wohnraumlüftung Kondensat und damit Schimmel entstehen können. Das klingt für mich auch sehr vernünftig. Vor allem wenn auf dem Dach eine Solaranlage steht. Je mehr Sonne desto mehr (fast) kostenloser Strom für das Klimagerät.

    Bleibt der Schallschutz. Hier meinte sie dass die keine Trennwände mit 11cm baut sondern gerade bei den Kinderzimmern eher 17,5cm wegen dem Schallschutz. Das würde reichen. Auch sei wohl zu bedenken dass der Schall meist durch die Tür kommt. Ein höherer Schallschutz bei den Wänden würde also wenig bringen wenn man trotzdem eine normale Tür verwendet durch die dann der meiste Schall durchkommt. Das klingt für mich auch ziemlich logisch. Bei der Aussenwand kommt der Schall überwiegend durch die Fenster. Auch hier würde wohl der Ytong oder Poroton völlig ausreichen. Das würde dann bedeuten dass wenn man mit Kalksandstein arbeiten will dann muss man auch deutlich bessere Fenster und Türen verbauen damit der Schallschutz auch wirklich funktioniert? Die Wand alleine bringt dann wohl fast nichts?

    Macht also Kalksandstein nun Sinn wenn es um Schallschutz oder Hitzeschutz geht oder nicht? Denn anscheinend liegen Theorie und Praxis wohl doch ein wenig auseinander oder zumindest muss man sich halt noch um viele andere Dinge kümmern damit das "Gesamtpaket" auch wirklich funktioniert?
     
  2. #2 Lexmaul, 08.08.2018
    Lexmaul

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    Bis auf das mit den Türen hat die Frau null Ahnung - schrecklich, was sich so Architekt nennen darf...
     
  3. #3 Andybaut, 08.08.2018
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    Hallo,

    beim Schall gilt: das schwächste Glied ist das Problem.
    Insofern hat sie recht, da nicht die Wände, sondern die Fenster das schwächste Glied sind.

    bei Innenwänden würde ich immer auf Gipskartonwände gehen. Diese sind günstiger und bringen auch einen besseren Schallschutz.
    Massiv innen macht für mich schon lange keinen Sinn mehr.

    Wärmeschutz ist schwieriger:
    Masse ist gut, wenn es gerade warm wird, da eine gewisse Pufferung stattfindet.
    Masse ist schlecht, wenn es schon warm ist, da nun die Wärme nicht mehr rausgeht.

    Insofern ist Porenbeton nicht das dümmste. Holz wäre noch besser, da man hier in der Nacht eher von den Temperaturen runter kommt.

    Was soll man da sagen. Klar ist eine aktive Kühlung das "beste" für niedrige Raumtemperaturen.
    Kostenlos ist der Strom aber nicht, da man für den Strom auch keine Einspeisevergütung bekommt.
    Es ist nur günstiger, aber alles andere als fast kostenlos.
    Über die Fußbodenheizung kann man durchaus etwas kühlen. Das ist dann günstig, wenn man eine Wärmepumpe zum heizen hat.
    Aber das geht nur in engen Grenzen aufgrund des Kondensatproblems.

    Und welches Zimmer kühlt sie dann runter? Oder soll hier ein Orkan alle Zimmer durchblasen ?
    Insofern macht das mit der FBH mehr Sinn, da hier ja schon alles an Infrastruktur vorhanden ist.
     
  4. #4 simon84, 08.08.2018
    simon84

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    Im normalen Fall wird jede (also auch eine "gute") Tür schlechter sein, als die Wand.
    Wenn du z.B. bei der Wand 55 oder 60 dB hast, und bei der Tür 32 dB (das wäre schon ein sehr guter Wert für eine Vollspantür mit Bodendichtung), ich glaub du siehst schon, trotzdem noch massiver Unterschied.

    Hast du Kinder? Wie oft sind die Türen dann wirklich zu ?

    Also ich würde jetzt nicht die billigsten Wabentüren nehmen,
    aber eine gut eingebaute (vollausgeschäumte Zarge, richtige Bodenluft etc.) Röhrenspantür wird im Normalfall schon reichen.

    Bei den Fenstern ist es das gleiche.
    Schallschutz vom Fenster ist nur relevant, wenn das Fenster zu ist. Wenn es gekippt oder offen ist, ist es natürlich vorbei.


    Die Aussage, dass man bei KS bessere Türen oder Fenster braucht ist Quatsch.
    Die % Oberfläche der Steine bzw. Wände ist viel größer. Besserer Schallschutz beim Stein bringt insgesamt besseren Schallschutz
     
  5. #5 Andybaut, 08.08.2018
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    also dieses Zitat ist natürlich Blödsinn.
     
  6. #6 Andybaut, 08.08.2018
    Andybaut

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    auch dieses Zitat ist so zweifelhaft.
    KS hat eien große Masse. Er kann also viel Wärme aufnehmen und speichern. Das kann gut oder auch schlecht sein. Je nach Jahreszeit und Nutzerverhalten.

    Das mit dem gesundheitlichen Aspekt ist allerdings völliger Blödsinn.
    Für deine Gesundheit ist es völlig egal wie eine Wand aufgebaut ist. Hier zählen die ersten 1-2cm Putzschicht im Innennbereich, sonst gar nichts mehr.
    Hier wird eine gewisse Pufferung der Feuchtigkeit erzielt, die dann beim lüften wieder "ausgetragen" wird.
    Ob dahinter nun KS, Porenbeton, Holz oder was auch immer kommt ist egal.
    Wichtig ist die Oberflächentemperatur der Wand die sich aufgrund des Dämmstandards ergibt.
     
  7. #7 Lexmaul, 08.08.2018
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    Kalksandstein ist ja nach ihr immer kalt - gut, wenn man nur monolithisch bauen kann, ist das so.

    Würde bei solchen Pauschalaussagen Abstand von der Frau nehmen.
     
  8. #8 Fabian Weber, 08.08.2018
    Fabian Weber

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    Kannst Du vielleicht mal besser Deine Schallschutz-Sorgen schildern, Einflugschneise oder was?

    Ich finde eine Wand ohne extra Wärmedämmung natürlich auch am besten, daher wäre das mit KS tatsächlich ein Problem, weil das mit der ENEV dann wohl nicht reicht. Für die Innenwände kann man ruhig Gipskartonwände nehmen, die sind heutzutage meist sogar besser im Schallschutz.

    Naja und eine Klimaanlage im Einfamilienhaus bringt ja auch wieder weitere Folgekosten mit sich. Immer schön Low-Ted bleiben, dann hast Du die wenigsten Sorgen, also gleich die Kühlfunktion der Fußbodenheizung nutzen.

    Ich finde diese Debatte auch insgesamt übertrieben, wir sind ja als Kinder auch nicht gleich geschmolzen, nur weil mal die Sonne geschienen hat. Heutige moderne Häuser sind ja per se schon klimatisch besser als irgendein Altbau, auch im Schallschutz.

    Daher sagt Deine Architektin zwar seltsame Dinge über den Kalksandstein usw. aber die Empfehlung einschalig die Außenwände zu machen, wenn man kein Geld für ne schöne Klinkenfassade hat, teile ich auch.
     
  9. #9 wurmwichtel, 08.08.2018
    wurmwichtel

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    Laut Ubakus kannst' in KS auch monolithisch bauen und brauchst nur 4m. :yikes
    In der Berliner Rheinhardtstraße steht ein Gebäude ähnlicher Bauart...
     
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