Thermische Speicherung von PV-Ertrag

Diskutiere Thermische Speicherung von PV-Ertrag im Regenerative Energien Forum im Bereich Haustechnik; Hallo zusammen! Im neuen EFH verfüge ich über eine PV-Anlage mit 8.8 kWp sowie eine SoleWP für WW und Heizung. Die Heizung arbeitet derzeit...

  1. ultra79

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    Hallo zusammen!

    Im neuen EFH verfüge ich über eine PV-Anlage mit 8.8 kWp sowie eine SoleWP für WW und Heizung. Die Heizung arbeitet derzeit ohne Pufferspeicher.

    Das Konzept sieht vor einen elektrischen Speicher nachzurüsten sobald das wirtschaftlich sinnvoll ist. Was klar ist ist das der elektrische Speicher (zumindest mittelfristig) nicht so groß sein wird das er den gesamten Tagesertrag speichern wird.

    Nun ist die Frage ob man sich einen thermischen Speicher zusätzlich schafft den man tagsüber mit der WP auflädt.

    Frage: hat jemand evtl. einen Link zu einem solchen Projekt welches die entsprechenden wirtschaftlichen und technischen Aspekte beleuchtet?

    Oder spricht generell etwas dagegen dies zu tun?
     
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  3. R.B.

    R.B.

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    Folgende Punkte mal zur Überlegung.

    Mit welcher Temperatur muss man die Energie einlagern damit man im Puffer noch ausreichend Kapazität hat?
    Wie verhält sich dann die Arbeitszahl der WP?
    Was erfordert dies an zusätzlichen Maßnahmen um nach dem Puffer wieder auf das gewünschte "niedrige" Temperaturniveau zu kommen?

    Nehmen wir mal an Du hättest einen Puffer mit 1.000 Litern und Du würdest diesen, trotz dann schlechterer AZ der WP, auf 50°C aufladen. Nutzen könntest Du bei einer gewünschten Heizkreistemperatur von sagen wir mal 30°C nur ein dT von 20K. Dir stünden somit nur 23,2kWh zur Verfügung die Du nutzen könntest. Das ist je nach AT der Bedarf für ein paar Stunden.

    Weitere Überlegung, wenn die AZ der WP durch die hohe Temperatur sowieso in den Keller geht, warum dann nicht den Puffer mit einem Heizstab auf eine sehr hohe Temperatur laden? Damit könnte man die zur Verfügung stehende Kapazität verdoppeln. Nachteil, es fehlt der Multiplikator "WP" beim Einlagern der Energie.

    Gruß
    Ralf
     
  4. ultra79

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    Mhh - folgende Überlegung - Einspeisestrom = 17 Cent, gekaufter Strom = 25 Cent. "normal" ist meine AZ derzeit bei 4.9. Wenn 17/25 = 0.68. D.h. bei einer AZ 3.3 ist der Punkt erreicht wo es sinnvoller ist den Strom einzuspeisen statt die schlechtere AZ in Kauf zu nehmen.

    Die WP macht derzeit WW mit 45°C bei einer AZ von 3.7 IIRC - d.h. viel höher als 45 °C darf man im Speicher gar nicht gehen.

    Da hat man also schonmal einen Wert als Eckwert. Und es ist klar das man eher einen größeren Speicher nehmen müsste als eine höhere Temperatur.

    Müsste man nicht eher von der Rücklauftemperatur ausgehen? Das wären dann so 25 °C - man kann ja dann nachladen.

    Für WW wäre sogar von ~7°C auszugehen - da wird das dT dann größer

    Das wird sich nie lohnen solange man 17 Cent für den Solarstrom bekommt... siehe oben... oder hab ich nen Denkfehler?

    Klar ist glaub ich aber das es ein schmaler Grat ist zwischen "bringt was" und "Geldverschwendung".
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Du brauchst aber die VL Temperatur um in den Heizflächen ausreichend Leistung zu generieren. Fällt die VL in meinem Beispiel unter die 30°C, dann steht nicht mehr genug Heizleistung zur Verfügung die aber zur Beheizung der Räume benötigt wird.

    Unterstellen wir mal, dass das Haus eine Heizlast von 6kW hätte, dann werden an einem kalten Wintertag 144kWh benötigt um die Räume die 24h auf Temperatur zu halten. Aufheizphasen o.ä. lassen wir mal außen vor. Unterstellen wir weiter, dass die WP eine AZ von 4 schafft, dann werden 36kWh el. benötigt.

    Speicherung thermisch: Speicherkapazität min. 6.000 Litern wenn bei einem dT von 20K eingelagert werden soll
    Speicherung elektrisch: Je nach Akkutyp muss die doppelte Kapazität aufgebaut werden um die Lebensdauer nicht drastisch zu reduzieren. Das wären um die 70kWh Akkukapazität

    Jetzt kommt aber noch die spannende Frage, welche PV Leistung muss man aufbauen?

    Nehmen wir mal den gestrigen Tag. Da lieferte eine 8kWp Anlage nur für etwa 3 Stunden ausreichend Leistung um eine 6kW WP betreiben zu können. Die Leistungsaufnahme der WP ist aber relativ konstant, sie möchte ihre 1,5kW sehen. In der Spitze lieferte so eine PV Anlage aber bis zu 4kW, dafür über viele Stunden nur ein paar hundert Watt. d.h. Trotz Tagesertrag von grob 15kWh ist die Verteilung der Leistung über den Tag extrem schwankend. Meine "Beispielanlage" lieferte beispielsweise von 08:00 Uhr bis 17:00 Uhr Strom, aber wie gesagt, nur für 3 Stunden mit ausreichend Leistung für eine WP.

    Kann ich nun die 3 Stunden mit verwertbarem Ertrag berücksichtigen, dann reduziert sich der Tagesertrag drastisch. Wir reden dann von etwa 8-9kWh die man mit der WP hätte verwerten können. Die restlichen 6kWh wären verloren. Na ja, nicht ganz, man darf ja willenlos in´s Netz einspeisen, aber das ist ja nicht Ziel dieser Rechnung.

    Betrachtet man nun die Tagesverläufe, dann liefert so eine 8kW Anlage im Sommer bis zu 30kWh pro Tag. Dafür an den dunklen Wintertage manchmal nicht einmal 1kWh. Die Leistung liegt zwischen wenigen hundert Watt im Winter und bis zu grob 7kW in der Spitze im Sommer. Die Spitzenleistungen treten nur an wenigen Minuten am Tag auf.

    Damit hat man die Rahmendaten innerhalb derer man sich bewegen muss, wenn man so eine Anlage planen möchte.

    Ergebnis: Für den ordentlichen Betrieb einer WP stellt eine PV Anlage ohne el. Speicher keine zuverlässige Versorgung dar. Einen Großteil der geernteten Erträge wird man nicht nutzen können.

    Somit muss man entweder zuerst für einen el. Pufferspeicher sorgen, oder aber auf der Lastseite eine "Heizung" einsetzen, die mit den schwankenden Versorgungsverhältnissen klar kommt. Das wäre beispielsweise ein el. Heizstab. Dann entfällt aber der Multiplikator WP.

    Ich kann nur empfehlen sich mal intensiver mit den Erträgen von PV Anlagen auseinander zu setzen. Insbesondere die Tagesverläufe sollte man genauer studieren, dann natürlich die Verteilung über Monate und Jahr(e).

    Gruß
    Ralf
     
  6. ultra79

    ultra79

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    Wow - 144 kWh? Das wäre dann bei -15 Grad draußen?

    Das Argument mit der PV-Leistung die man quasi sammeln muss damit man die WP dauerhaft sinnvoll betreiben kann ist sehr nachvollziehbar.

    Naja - es geht nicht darum auf Gedeih und Verderb maximal viel Energie der PV-Anlage zu nutzen. Es ist ja relativ einfach einzusehen das die letzten 10% Nutzung vermutlich am teuersten zu bezahlen sein werden, weil man deutliche Überkapazität aufbauen muss.

    Huch? Da erwarte ich aber doch deutlich mehr. Mein bester Tag war bisher im März und da habe ich schon über 50 kWh erzeugt. D.h. im Sommer gehe ich von über 60 kWh aus - einfach weil es länger hell ist.

    Also das deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen (Anlage ist Süd-Süd-West ausgerichtet - 8.8 kWp - 8kW WR).

    - Es gab bisher Tage wo es quasi keinen Ertrag gab, weil die Anlage zugeschneit war - oder es stark bedeckt war etc - über die Tage muss man nur nachdenken wenn man autark werden will
    - Es gab einige Tage die waren sehr ertragreich - da gab es dann deutlich über 30 kWh - bester Tag waren über 50. Und da gab es eine schöne Sinuskurve in der Leistung. Das sind die sonnenklaren Wintertage - und eigentlich für die Überlegung der thermischen Speicherung die interessantesten, da man Ertrag hat und trotzdem heizen muss (also insbesondere in der Nacht)

    - die meisten Tage waren sehr wechselhaft - da gab es zwar auch kWh-Erträge im zweistelligen Bereich, aber die Leistung die anlag wechselte sehr schnell - das wird schwierig überhaupt zu nutzen, wegen der Problematik die du ansprachst...

    Im Sommer wird es wohl viele Tage mit hohen Erträgen über 30 kWh geben - nur braucht man dann eigentlich nur WW - und auch das nicht so viel, weil (zumindest wir) im Sommer seltener baden und auch die Dusche eher kälter als wärmer ausfällt

    Vermutlich hast du da recht. Meine WP hat die Option das man wenn Solarertrag anliegt den WW-Speicher höher heizen kann und auch die Heizkurve anhebt - man speichert also auch Wärme im Haus. Ich weiss nur noch nicht wie ich Wechselrichter und WP verheirate - sprich welches Protokoll man dafür nutzt. Aber generell scheint das der sinnvollste Punkt im Moment zu sein.

    Damit sich das wirtschaftlich lohnt (gegenüber der Einspeisung) muss der Strompreis noch kräftig steigen.

    Da stehe ich am Anfang.

    Muss auch meine Zählerproblematik noch hinbekommen, damit ich gegen den Ertrag auch die Verbräuche besser sehe. Weil danach wird man dann den elektrischen Puffer dimensionieren indem man quasi simuliert "was wäre wenn ich 5/10/15/20 kWh Speicher gehabt hätte" - vermutlich wird der Sweetspot da auch relativ weit unten liegen.

    Dummerweise braucht man für die WP dann schon wieder was dreiphasiges und die kleinen Puffer sind irgendwie immer nur einphasig...
     
  7. R.B.

    R.B.

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    Richtig, das wäre der worst case, sprich bei Auslegung. Bei 0°C draussen reicht auch die Hälfte.

    Da hast Du Recht. Es gibt natürlich auch Tage mit 50kWh und mehr. Die 30kWh waren mein Fehler, denn ich hatte in den Daten einer 4,5kWp Anlage geschaut die ich vor ein paar Jahren aufgebaut habe, anstatt in der 8kW Anlage.

    Aber wieviele 50kWh Tage hat man während der Übergangszeit? Wenn ich in die Datensätze schaue, dann sind es eher wenig, und sobald es im April/Mai mal richtig los geht, muss man sowieso nicht mehr heizen. Dafür gibt´s während der Übergangszeit aber auch eine Menge Tage mit gerade mal 1kWh und weniger.

    Es gibt auch Modelle mit einphasigem Kompressor.

    Gruß
    Ralf
     
  8. ultra79

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    Ich habe ja keine Berechnung der Heizlast zu meinem Haus, aber im Dezember/Januar waren es pro Tag ca. 13 kWh elektrisch mit einer AZ von 4.8. Da ist das WW dann aber schon dabei (ca. 1/4). D.h. ich hab (grob überschlagen) ca. 9 kWh x 5 = 45 kWh für's heizen genutzt - und das bei einer Durchschnittstemperatur von vermutlich irgendwas bei 0 oder leicht minus. Interessant...

    Nach einiger Überlegung: die 50 kWh-Tage sind eher nicht die interessanten. Wenn ich das richtig überschlage, dann brauche ich im Winter ca. 12 bis 13 kWh heizen und nochmal so viel Haushaltsstrom (Datenlage ist noch dünn - muss mehr sammeln). D.h. mein Tagesbedarf wird so 25 kWh sein - jetzt ist die Frage ob man überhaupt mehr als einen Tagesbedarf vorhalten kann/soll. Thermisch wird das keinen Sinn machen, da die Verluste zu groß werden und elektrisch habe ich ja auch Entladungsprobleme... d.h. man wird alles bis zu 30 kWh sinnvoll nutzen können (erst Eigenverbrauch, dann laden) und alles darüber geht eh in's Netz, weil man es nicht sinnvoll speichern kann...

    (Ich denke gerade nur "laut" nach... bin noch nicht sicher wo es hinführt... auf jeden Fall muss man sich eine bessere Datenbasis schaffen und quasi mindestens ein Jahr lang mit hoher Auflösung Solarertrag, WP-Verbrauch und Haushalt-Verbrauch mitspeichern)

    Zu spät - die WP steht schon hier ;-)
     
  9. R.B.

    R.B.

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    Es geht mir ja nicht nur um "Dein" Konzept, sondern eher um eine allgemeine Betrachtungsweise. ;)

    Die Entladungsprobleme beim Akku sind weniger ein Problem, hier spielt eher die Lebensdauer eine Rolle. Da kommt es natürlich auf den Akkutyp an, aber bei den Preise die für solche Kisten aufgerufen werden, kommen sowieso nur wenige Möglichkeiten in Betracht. Dann gilt, je tiefer ein Akku ständig entladen wird, um so kürzer seine Lebensdauer. Du kannst den Akku vielleicht 5-8 Jahre nutzen, bei entsprechender Pflege. Damit der Akku nicht zu tief entladen werden muss, wirst Du bei Deinem Bedarf von 25kWh pro Tag sicherlich eine Kapazität um die 40-50kWh installieren müssen. Das sind bei irgendwas um 100,- €/kWh ganz schnell mal 4-5T€ die nur für die Akkus draufgehen, und die darfst Du nach 5-8 Jahren abschreiben. Wieviel Strom könntest Du allein mit dem Abschreibungsbetrag kaufen? ;)

    Deswegen wäre ja die Variante mit einem Wasserspeicher prickelnd, weil diese geringere Investitionskosten erfordert. Leider sind wir dann wieder beim Problem "wie den Speicher laden?".

    Gruß
    Ralf
     
  10. ultra79

    ultra79

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    Schon klar - ich würde auch hoffen das dieses Thema andere interessiert.

    100 EUR je kWh? Derzeit liegt Li-Ion doch eher bei 1000 EUR und BleiGel bei irgendwas wie 500.

    Ich hatte ein Angebot für eine "Sonnenbatterie" - 20 kWh Kapazität, aber nur 14 kWh "nutzbar" (weil man ja nicht ganz entlädt) - Preis waren 30k (netto) und es wurde ein Prüfbericht von 8000 Ladezyklen beigebracht. Wenn man das durchrechnet hat man 14 [kWh] x 8000 [Zyklen] = 112000 kWh - bei Kosten von 30000 EUR. Sind dann also 26.8 Cent/kWh allein für den Akkuverschleiss. Rechnet man dann noch die fehlende Einspeisevergütung oben drauf ist man bei 43.8 Cent/kWh die einen der Strom kostet. Und da sind Ladeverluste noch nichteinmal berücksichtigt.

    Stand heute also nicht wirtschaftlich machbar. Wenn die Batterie 10000 EUR kostet wird es langsam interessant - der Batterieverkäufer wollte mir immer wieder einreden das sich das alles heute schon lohnt...

    Eine andere Idee wäre ein Pumpspeicher auf dem Dachboden - wenn ich mein Beispiel nehme so hat man ca. 9m zwischen Keller und Dachboden - pumpt man da eine Tonne Wasser nach oben hat man eine potentielle Energie 88290 Joule - mhh - laut google sind das 0.024 kWh... das bringt wohl nix (oder man müsste wohl deutlich größere Volumen bewegen, was dann aber wohl der Dachboden nicht aushält ;-) )
     
  11. #10 ars vivendi, 21. März 2013
    ars vivendi

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    Oder einen Kompressor nutzen, Druckluft speichern und dann später nutzen. Eben ein Pumpspeicherkraftwerk mit Druckluft. Das gibt es im großen Stil, sollte auch im kleinen machbar sein (Preis-Nutzen Faktor, keine Ahnung)
     
  12. R.B.

    R.B.

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    Deswegen kann man für die Speicherung noch keine modernen Akkukonzepte verwenden, denn die sind schlichtweg zu teuer. Ein Problem mit dem auch die E-Autos zu kämpfen haben, da spielt Gewicht noch eine größere Rolle als bei "unserer" Anwendung.

    Staplerbatterien, da hatte ich mal ein Angebot für 48V, 1.550Ah, also grob 77kWh, für 6.200,- € zzgl. Transport. Dazu kommt dann die ganze Lademimik, die noch mal locker 1.000,- € verschlingt. Alleine für die Speicherung, also Ladung, Batterie Management, Wechselrichter usw. usw. legt man schnell bis zu 10.000,- € auf den Tisch, dazu dann die PV Monate mit Montagesystem etc. da gehen pro kW auch mal locker 500,- € über die Ladentheke, muss man alles fremd vergeben, dann reden wir auch schnell über 1T€/kW.

    Dann kommt die typ. Lebensdauer der Komponenten in´s Spiel. Hier ist sicherlich die Batterie die begrenzende Komponente. Die typ. Lebensdauer solcher Batterien liegt bei 5-8 Jahren. Aufgrund der Rahmenbedingungen (konstante Temperatur, kontrolliere Ladung/Entladung) kann bei entsprechender Wartung die Lebensdauer auch mal 10 Jahre erreichen, aber dafür gibt es keine Gewähr.
    Die PV Module verlieren langsam an Leistung, ansonsten sollten die deutlich länger als 10 Jahre halten. Es kann je nach Aufbauweise erforderlich werden, die Flächen regelmäßig zu reinigen, damit man durch Verschmutzung nicht noch weitere Leistungsverluste hat.

    Die Idee mit dem Dachboden hatte ich auch schon.....aber nach kurzer Überlegung und ein paar Zahlen in den Taschenrechner getippt, habe ich diese Idee ganz schnell verworfen. EFH sind für so was nicht geeignet, da müsste der Statiker ein eigenes Gebäude dafür konstruieren. ;)

    Gruß
    Ralf
     
  13. Zellstoff

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    mMn wird sich die dezentrale Speicherung von Strom in Akkus nicht durchsetzten. Zu teuer, technisch nicht ausgereift und auf lange Sicht zu platzintensiv.
    Vorgestern war im BR ein netter Beitrag über die aktuellen Speicherideen. Speicherkratwerke in Flußschleusen, Bergbaustollen usw. Auch ganz wirre Dinge wie Lagekraftwerke in Form eines 500m Durchmesser Naturfelsblock, der 500m durch Wasserdruck in die Höhe gehoben wird um bei Bedarf wieder abgesenkt zu werden oder Ringspeicher mit 20km (!) Durchmesser...abgesehen von der technischen Machbarkeit solcher Projekte die den 3Schluchtenstaudamm in China um ein vielfaches übersteigen, wird es dafür keine gesellschaftliche Akzeptanz geben.

    Ich glaube, und das ist einer der Hauptgründe warum ich so oft pro Erdgas im Neubau plädiere, dass die Methanisierung unsere Zukunft sein wird.
    Bestehende einfache Technologie mit geringem Aufwand und vor allem, ein bestehendes Gasnetz, das die entsprechende Speicherkapazität bereits heute besitzt.
    In ein paar Jahren werden wir soviel Stromüberschuß zu Zeiten haben wo Ihn keiner braucht, dass die EE Erzeuger froh sein werden, wenn sie für Ihren Strom noch einen Abnehmer finden.
    Umwandlung von Wasser und CO2 in Methan wird wirtschaftlich attraktiv...die aktuellen Projekt Gruppen gehen von Endverbraucherpreisen von 8Ct/kWh aus, unschlagbar.
    Für mich ist EE Gas die Zukunft und die einfachste Möglichkeit Strom vom Sommer in den Winter zu bekommen.
     
  14. ultra79

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    "technisch nicht ausgereift" ist ein Argument welches sich über die Zeit lösen lassen sollte.

    Ich bin der Meinung das gerde Akku-Konzepte für stationären Betrieb sinnvoll sind - sie machen für mobile Anwendungen IMHO keinen Sinn. Daher wird bzw. sollte sowas wie billiger Wasserstoff oder Methan eher für den Bereich genutzt werden wo man fossile Energieträger nicht so einfach ersetzen kann - und das ist eben in Autos und Flugzeugen.

    Ich habe 8.8kWp auf dem Dach - damit sollte ich 8000 kWh p.a. produzieren können - mein Verbrauch sollte bei 7000 bis 8000 kWh p.a. liegen. Im Keller ist massig Platz für Batterien - allein unter dem letzten Treppenpodest sind 2 m³ die man anders nicht nutzen kann.

    Ich sehe nicht wo Platz ein Problem sein sollte (so man einen Keller oder eine Garage hat).

    Ich fange gerade an Daten zu sammeln um einen möglichen Eigenverbrauch abzuschätzen bzw. eine Batteriekapazität ermitteln zu können. Vermutlich werde ich gar nicht so viel mehr als 50% Eigenverbrauch realisieren können, einfach weil 3 schöne Tage hintereinander (im Winter) schon mehr als 150 kWh erzeugen, aber dagegen nur ein Verbrauch von 75 kWh steht. Batteriekapazität in einer Größenordnung aufzubauen die das puffert würde sich nur lohnen wenn die Preise für Akkus massiv fallen oder der Strompreis durch die Decke geht (oder halt beides).

    Teuer wird interessant - es gibt Leute die behaupten wir können gar nicht genug Akkus produzieren, weil die seltenen Erden nicht reichen. Vermutlich werden sich die Akkupreise bis zu dem Punkt nach unten entwickeln an dem eine Investition sich "gerade so innerhalb der Lebensdauer armortisiert" - und dann parallel zum Strompreis wieder nach oben. Das wäre so die pessimistische Sichtweise ;-)

    Vielleicht noch ein paar andere Gedanken:

    - Den Stromverbrauch durch "intelligente Verbraucher" zu erhöhen halte ich für sehr begrenzt machbar. Gerade die Waschmaschine kann man nicht einfach "irgendwann am Tag laufen lassen wenn PV-Strom da ist". Wer will denn die Wäsche Abends um 6 aus der Maschine holen wenn die Mittags um 12 gewaschen hat? Einen Geschirrspüler kann man so vielleicht noch betreiben, aber eine Waschmaschine eher nicht.

    - Bei einem Kühlschrank könnnte man drüber nachdenken mit PV-Strom mittags Eis zu produzieren um dann über Nacht keinen Strom mehr zu brauchen - wäre evtl. mal was für Jugend Forscht das durchzuspielen

    - Thermische Speicherung vom normalen WW geht vielleicht begrenzt - also meinen WW-Speicher statt auf 45 °C auf 50 oder 55°C bringen und dann Abends nichts mehr nachbereiten müssen

    - irgendwas mit potentieller Energie wird für den Hausgebrauch nichts bringen - hatten wir ja kurz überschlagen

    - die vielzitierte Idee das wir alle Elektroautos kaufen um diese dann als Pufferspeicher im Netz dienen halte ich für ziemlichen Blödsinn - niemand wird akzeptieren das der Akku im Auto evtl. leer ist wenn man ihn braucht - gerade bei Elektroautos, wo das Nachtanken ja ein Schwachpunkt ist. Dazu kommt das bei den meisten Leuten das Auto dann nicht vor dem Haus steht wenn die PV-Anlage auf Hochtouren rennt...

    - Den Eigenverbrauch kann man in Grenzen durch angepasstes Verhalten optimieren - ich dusche jetzt immer in meiner Mittagspause, geht aber auch nur weil ich zu Hause arbeite ;-)
     
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    Man wird sehen wo die Reise hin geht. Es werden mehrere Konzepte nebeneinander existieren. Ich sehe aber bei der Gassynthese DEN großen Vorteil des bereits heute bestehenden Speichers in Form des Gasnetztes. Endkunden müssen nichts investieren, sprich Speicher oder neue Heizungen, allein die Gewinnung ändert sich. Von daher sehe ich das ganz und gar nicht nur für den mobilen Bereich.
    Gas ist heute sehr weit verbreitet, im aktuellen Neubau zu 60% wenn ich nicht irre. Also die übwiegende Masse könnte bei Ihrem Energieträger bleiben = hohe Akzeptanz für diese Technologie.
    Bei den Akkus sehe ich eben die große Herausforderung, kostengünstige Technologieen zu finden, die dauerhaft (über Jahrzehnte) funktionieren. Für den EFH Bereich wird dies nicht so schnell passieren.
    Dazu kommt, dass man auch dann nur den Strom nutzen kann, den man zeitnah innerhalb weniger Tage produziert. Aus meiner Sicht führt über eine Umwandlung in potentielle Energie oder eben in Methan für lange Zeit kein Weg vorbei wenn man die Energie vom Sommer in den Winter transportieren will. Wir werden sehen :-)
     
  17. ultra79

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    Keine Frage - Gas hat einige Vorteile. Und ich sage nicht das man es nur im mobilen Bereich einsetzen darf. Allerdings sehe ich eine Fehlentwicklung bei den Elektro-Autos. Diese Technologie hat konzeptionell so viele Nachteile das sie sich nur schwer durchsetzen wird - aber irgendwie glaubt die Politik es wäre eine Wunderwaffe. Es wäre INHO besser Gas in Autos zu verwenden - auch dabei kann man viel der vorhandenen Technologien verwenden, hat gute Reichweite, gute Emissionswerte und kann innerhalb von 5 Minuten nachtanken.

    Die Akku-Entwicklung wird von der Entwicklung im Automobilbereich profitieren - dafür werden kompakte und leistungsfähige Akkus benötigt. Aber vor allem auch robuste, denn in KFZ müssen die Teile ja Temperaturen von -20 bis +40 °C aushalten z.B. Und wenn das auf die Preise drückt wird es auch im EFH-Bereich Entwicklungen geben. Je nachdem wie schnell der Strompreis steigt wird es sich früher oder später lohnen.

    Und ja - man kann quasi nur den schattigen Tag nach einem sonnigen überbrücken. Für viel mehr wird die Kapazität nicht reichen. D.h. alternierendes Wetter (gut/schlecht/gut/schlecht) kommt dem Eigenverbrauchsanteil zu gute ;-)

    Wir werden sehen wie sich das ganze entwickelt - hinerher ist man schlauer... nur nutzt es einem dann nichts mehr.
     
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