Thermodach, soll ich oder soll ich nicht?

Diskutiere Thermodach, soll ich oder soll ich nicht? im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo Zunächst mal ein Hallo an Alle im Forum, ich bin neu und dies ist auch gleich mein erstes Anliegen. Wir denken darüber nach das Dach...

  1. sigi_ru

    sigi_ru

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    Hallo

    Zunächst mal ein Hallo an Alle im Forum, ich bin neu und dies ist auch gleich mein erstes Anliegen.

    Wir denken darüber nach das Dach unseres EFH Bj 56 zu dämmen. Dabei sind wir auf die Firma Thermodach (www.thermodach.de) gestoßen.

    Das System begeistert mich zunächst, da wir mit möglichst wenig finanziellen und baulichen Aufwand zu recht guten Dämmwerten kommen können. Da unser Dach bis zum letzten Winkel Wohnraum ist, kommt nur eine Dämmung von Außen in Frage.

    Die Firma wirbt sehr selbstbewußt und verweist auf fast 40 Jahre Erfahrung mit vielen tausend Dächern und zufriedenen Kunden.

    Allerdings mache ich mir etwas sorgen was die Diffussionsoffenheit der Dämmung (Styropor) betrifft. Unser Dachaufbau ist von Innen nach Außen:

    -Gipsputz incl Strohmatten
    -Holzbretter
    -Diese Komische Isolierung aus den 50igern, mir fällt gerade der Name nicht ein
    -Dachsparren ohne Isolierung
    -Bretter
    -Dachpappe
    -Konterlattung
    -Dachlatten
    -Ziegel

    Die Dachpappe würde bei der Thermodachdämmung aufgeschnitten werden.

    Nach meinem Verständnis erfordert dieser Dachaufbau eine Diffusionsoffene Dämmung, damit Feuchtigkeit nach Außen entweichen kann.

    Bisher bin ich davon ausgegangen das Styropor dicht ist, der Hersteller sagt es ist diffusionsoffen wie Fichtenholz, was auch immer das heißen mag.

    Im Internet habe ich eine Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl zwischen 20 und 100 für Styropor gefunden, was im Vergleich zu Holzfaserplatten mit 2 bis 5 doch sehr hoch ist.


    Nun meine Fragen:
    Ab welcher Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl spricht man in Expertenkreisen noch von diffusionsoffen?

    Welche Erfahrungen gib es mit dem Thermodach System?


    Sigi
     
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  3. R.J.

    R.J. Gast

    Guten Abend,
    Die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl my von Polystyrolhartschaum schwankt je nach Hersteller und Herstellung, 40 ist eine Mittelwert der dem my von Fichtenholz entspricht. Bei der Angabe von z.B. 20/100 wird beim Einsatz des jeweiligen Materials auf der Inneseite der kleinere (290) und beim Einsatz auf der Außenseite der größere (100) Wert angenommen. So liegt man bei der Berechnung auf der sicheren Seite.
    Bis wann man von Diffusionsoffen spricht kann ich nicht genau sagen, aber von Dampdicht spricht man ab einem Sd-Wert von 100 [m]. Das ist die Wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke, gemessen in metern, errechnet als multiplikator von my und der Baustoffdicke (d).
    Der my-Wert eines Baumstoffs sagt also immer nur im Zusammenhang mit der Baustoffdicke etwas über die Diffusionsqualität aus. Bitumenbahnen sind beispielsweise absolut diffusionsdicht.

    Über das Thermodach kann ich nicht allzuviel sagen, so wie ich das aus deren Webseite herauslese besteht das System aus einer Art Aufdachdämmung.
    In Punkto sommerlichen Wärmeschutz würde ich zu einem System raten, welches mehr Masse in das Bauteil Dach einbringt, einfach um eine größere Phasenverscheibung zu erwirken. Das ist die Zeitspanne vom ersten auftreffen der hohen Temperaturen auf das Bauteil bis zum wirken im Innenraum.
    Weiter ist nicht nur bloses Einbringen von Dämmstoffen das Allheilmnittel, sondern das Gesamtkonzept zur Luftdichte, der Winddichte und dem Wärmeschutz.
    Einfach den Dämmstoff auf die vorhandene Dachschalung legen wäre z.B. absolut unnütz. Die kalte oder warme Luft könnte sich einfach über die Sparrenebene austauschen.
    Meine alternative wäre:
    Warum entfernen Sie nicht auch die äußere Bretterschalung und nutzen auch den Sparrenzwischenraum zur Dämmung? Darauf dann ein Aufdachdämmsytem z.B. Holzweichfaser-Sytem Pavatex o.ä. Dann das Unterdach, Konterlattung und Lattung.
    Wenn ich mich recht erinnere liegt die windichte Ebene hier als spezielle Folie zwichen Sparren und Aufdachdämmung.
    Selbstverständlich muss beim Entfernen der Verschalung das Aussteiffungskonzept überprüft werden und die Tragfähigkeit der Sparrenquerschnitte.

    Größeres Projekt also.
    Bis dann erstmal.
     
  4. Gast360547

    Gast360547 Gast

    so einfach ist das nicht

    Moin,

    ein Punkt, bei dem ich R. J. zustimmen möchte, ist der Umstand, dass es eine etwas aufwändigere Angelegenheit werden könnte.

    Diffusionsoffen = sd-Wert < 0,5m, dann diffusionshemmend = > 0,5 m, dampfdicht > 1.500 m. Also nix is mit 100 m und dampfdicht.

    Bitumenbahnen, bei Ihnen vermutlich eine Art Vordeckung mit µ 60.000 x 1,5 mm = 90 m sd-Wert, wobei das theoretisch auf der falschen Seite ist.
    Dennoch kann die Bahn als Unterdeckung oder bei mehreren Lagen als Unterdach erforderlich sein. Dazu braucht man die Art der Eindeckung und die Dachneigung.
    Also nix is mit einfach wechräumen.

    Bei dem Thermodach ist die Frage, welches System zum Einsatz kommen soll. Auflattdämmungen bringen bei Ihnen m. E. gar nichts. Hier kommt noch hinzu, dass einige Auflattdämmsysteme nicht im Einklang mit den Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks stehen. Da fehlt die ausreichende Belüftung und bei einigen Systemen kann man die Dachränder nur aufwändig befestigen.

    Das System Protec birgt die Gefahr, das wenn die Luftdichtheit von unten wirklich nicht gegeben sein sollte, mehr Tauwasser an der Unterseite ausfällt als unschädlich wäre. Hier kommt hinzu, dass auch hier die Hinterlüftung nicht ausreichend dimensioniert ist. Wie die Übergänge im Randbereich (Traufe, Ortgänge) dicht gemacht werden, steht nirgends, scheint aber das brühmte PU-Zeuch aus der Dose zu sein. Das gilt allerdings im Sinne der DIN 4108 nicht als dauerhafte Lösung und ist somit hinfällig.

    Sommerlicher Hitzeschutz:

    http://planungsgruppe-dach.de/sommerlicherhitzeschutz.html

    Als alternative könnte ich mir vorstellen, dass nach einer erfolgreichen Berechnung und nach einem bestandenen blower-door-test mit Theaternebel (die Konstruktion muß luftdicht sein) vor einer Dämm-Maßnahme, u. U. eine Einblasdämmung möglich wäre. Bin ansonsten nicht unbedingt der absolute Fan davon, aber es gibt Konstruktionen, bei dem das durchaus sinnvoll sein kann.

    Grüße
    stefan ibold
     
  5. R.J.

    R.J. Gast

    Stimmt Herr Ibold,
    bei der Abgrenzung von Diffusionsoffen zu dampfdicht lag ich total daneben :).

    Grüße
     
  6. #5 Osteroder, 5. August 2006
    Osteroder

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    Da ich mich auch gerade mit dem Gedanken befasse, mien Dach zu dämmen und mir BauderSystem als Aufdachdännung (altbau) empfohlen worden ist, nun die Frage, was sagen die Fachleute zu diesem System. Ich bin leider Laie.

    Gruß
    frank
     
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  8. #6 Wilhelm Wecker, 5. August 2006
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