Traurig: Traumhaus geplatzt

Diskutiere Traurig: Traumhaus geplatzt im Bauen mit Architekten Forum im Bereich Architektur; Liebes Forum, ich will einfach nur mal etwas jammern. Ich muss aber anonym bleiben, denn ich weiß noch nicht, wie das alles weitergehen soll....

  1. #1 TraurigerBauher, 14. März 2010
    TraurigerBauher

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    Liebes Forum,

    ich will einfach nur mal etwas jammern. Ich muss aber anonym bleiben, denn ich weiß noch nicht, wie das alles weitergehen soll.

    Unser Architekt hat uns während der Planungsphase durch undurchsichtige Manöver über die tatsächlich zu erwartenden Baukosten im Unklaren gelassen. Dies geschah z.B. dadurch, dass er von einem Entwurf zum nächsten den Kubikmeterpreis geändert und dadurch den Preis "gedrückt" hat, wir hingegen hatten gedacht, die Preissenkung wäre durch eine Verkleinerung des Grundrisses (die zeitgleich geschehen war) zu Stande gekommen. Hinzu kommt, dass wir nicht mal wussten, dass es sich nur um eine Schätzung nach Kubikmetern handelte.

    Jetzt bei einer genaueren Kostenschätzung sind die Kosten förmlich explodiert, wir können uns das Haus so nicht mehr leisten. Das mag angehen, wenn man noch am Anfang einer Planung ist, aber es ist grausam, wenn man im Geiste schon eingezogen war und sich nun sicher ist, dass man mit jedem zukünftigen Haus nicht mehr glücklich sein wird, weil man noch das alte im Kopf hat.

    Ich habe so ähnliche Geschichten schon von anderen Leuten gehört, und frage mich, warum Architekten so etwas machen. Glauben die, die Bauherren hätten eine Gelddruckmaschine im Keller? Ist es die Strategie, die Leute erst mal scharf zu machen mit einem tollen Haus, damit sie es dann unbedingt haben wollen und sich entblößen bis aufs letzte Hemd?

    Es grüßt

    Ein trauriger Bauherr
     
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  3. Lukas

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    Gruß Lukas
     
  4. #3 TraurigerBauher, 14. März 2010
    TraurigerBauher

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    Du meinst besser jetzt, als wenn der Rohbau steht? Auch wieder wahr. Leider haben wir schon, aus Gründen die ich hier nicht anführen möchte, alle Leistungsphasen unterschrieben, sonst würde ich jedenfalls kündigen.
     
  5. bernix

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    ....die Grenze ist leider fliessend: Sobald der Grundriss einigermaßen steht ist man gedanklich schon eingezogen....zumindest wars bei uns so.
    -
    den Kubikmeteransatz bei geändertem Grundriss zu ändern ist erstmal legitim.
    Zumindest wenn kleiner = kleiner und einfacher heißt auch in Ordnung.
    Wenn kleiner = nur weniger m³, aber sonst genauso aufwändig heißt, muss der m³ angehoben werden.
    -
    Auch die Schätzung ist leider nur eine Schätzung und keine angebotsbasierte Preisermittlung. Sprich: Auch da kann es noch weiter nach oben gehen.
    -
    Konkret: Wieviel wurde angesetzt, wieviel m³ hat das Haus und welche Ausstattung...?
     
  6. bernix

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    ...wo ist das Problem?
     
  7. #6 TraurigerBauher, 14. März 2010
    TraurigerBauher

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    Dass mir bei einer freien Kündigung horrende Kosten anfallen, wenn ich richtig informiert bin!
     
  8. bernix

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    ...hast du denn überhaupt schon mal mit dem Architekten gesprochen...?
     
  9. #8 TraurigerBauher, 14. März 2010
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    Der Grundriss wurde einfach nur kleiner, nicht einfacher. Genaue Zahlen möchte ich nicht nennen, das ist mir hier zu heikel. Private Nachrichten kann man ja scheinbar in diesem Forum nicht schreiben, oder?

    Sagen wir mal so: Die Kosten sind jetzt schon - vor Baubeginn - ca. 25 % über der vereinbarten Kostenhöchstgrenze. Natürlich hatten wir eine Gewisse Reserve für Notfälle eingeplant, aber die sollten eigentlich eher während des Baus auftreten als schon in der Planungsphase!
     
  10. #9 TraurigerBauher, 14. März 2010
    TraurigerBauher

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    Ja natürlich, wir sprechen ständig mit dem Architekten. Nur spricht er offenbar eine andere Sprache als wir.
     
  11. Baufuchs

    Baufuchs Gast

    Wurde

    das schriftlich und wirksam vereinbart?

    und wenn ständig mit dem Architekten gesprochen wird:

    Was sagt der denn zu den Gründen der Kostenüberschreitung?
     
  12. #11 TraurigerBauher, 14. März 2010
    TraurigerBauher

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    Inwieweit das schriftlich und wirksam ist, werde ich mit meinem Anwalt besprechen.

    Zu den Gründen: Es gibt zum Teil nachvollziehbare Gründe, die aber lange nicht den angesprochenen Rahmen von 25% über der Kostengrenze abdecken. Zusätzlich dazu meint der Architekt, dass Kostensteigerungen von 10% völlig normal seien (wir hatten gedacht: zwischen Kostenschätzung und realen Baukosten, nicht aber von einer Kostenschätzung zur nächsten, detaillierteren Kostenschätzung).
     
  13. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    Puuuh...

    .... wir hatten ja schon öfters diese Diskussion, nur meistens ging es dann gegen GU`s oder BT`s;)

    Ich versuche es jetzt mal so neutral wie möglich auszudrücken, obwohl es nicht ganz einfach ist:

    Das Problem der Architekten ist, daß Sie alles planen können was der Bauherr will, ohne kostenmäßig dafür in die Haftung genommen zu werden. Es sei denn, es wurde mit dem Architekten ein fester Kostenrahmen vereinbart, was hier wohl nicht der Fall ist.

    Jetzt werden natürlich alle Architekten sagen, hättste man und warum haste nicht und Du bist doch selbst schuld. Auch wenn ich dieses in gewisser Form nachvollziehen kann, sehe ich doch eine Pflicht beim Architekten. Und, das ist allerdings Fakt: es gibt überall sonne und sonne.

    Zunächst halten wir nur mal fest: Architekt ist kostenmäßig übers Ziel hinausgeschossen. Zu Beginn habt Ihr sicherlich mal drüber gesprochen was kostenmäßig drin ist. Danach bemisst sich ja auch sein Honorar. Und dann mal wieder das Lieblingsspiel: 19% Moms??? die der Architekt mal wieder vergessen hat???

    Na ja, der Traum muß nicht ausgeträumt sein, man müsste jetzt halt mal wissen, was da alles so geplant war, ob realistisch, sowohl nach oben oder nach unten.

    Wär mal spannend zu erfahren:e_smiley_brille02:
     
  14. mls

    mls Bauexpertenforum

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    diese thematik wurde schon mehrfach diskutiert -> suchefunktion.

    imho steckt ihr in lph 2 oder max. in 3 - und die wurde u.u. noch nicht ausgefüllt,
    was auswirkungen aufs honorar hat.
    wenn grundsätzlich (!) die chemie mit dem archi passt, geht´s weiter mit der
    nächsten planungs-/kostenrunde.
    sonst gehts anders weiter...

    die annäherung an ein kostenziel von der obergrenze aus, besonders in so
    früher planungsphase, wird nie einfach ..
    also auch mal im hinterkopf halten, dass +25% (jetzt) zu +50% (ende bau)
    mutieren können.
     
  15. bernix

    bernix

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    ....:28:
     
  16. #15 TraurigerBauher, 14. März 2010
    TraurigerBauher

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    Ok, ich gebe mal ganz ungefähre Zahlen:

    - 200 m² Wohnfläche
    - mittlerer Standard
    - Niedrigenergiehaus
    - Keller als weiße Wanne
    - Kostenobergrenze 300 000 €, bei einem Festpreis wären auch 350 000 € machbar (nicht aber bei einem Architekten ohne Festpreis, da wir dann natürlich eine Sicherheitsreserve bräuchten).

    Die Chemie stimmt gar nicht. Wir waren zu Beginn des Projektes höchst skeptisch, ob das von den Kosten her hinkommen könnte, und wurden da mit ganz aberwitzigen Zahlen geködert, unsere Bedenken wurden "entkräftet". Nun aber sehen wir, dass die Bedenken völlig berechtigt waren. So ist das, wenn man als Laie einem Fachmann vertraut. Selbst denken ist doch immer besser!
     
  17. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    uups..

    ... da schreibste was und in der Zwischenzeit ist die Hälfte schon erledigt:respekt.

    @mls: das kanns nicht sein! Wenn ein Budget vereinbart ist, dann ist das einzuhalten himmelherrgottsakra :hammer:

    und nicht, ja, evtl werden da auch 50% mehr draus.

    Wenn das nämlich normal ist, kann man sich hier den Leierkastensatz: "Fragen Sie Ihren Architekten" nämlich sparen.

    Oder können Architekten zwar planen, aber kennen kein Kostenmanagement? :p
     
  18. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    OK, ich mach mal...

    ... Butter bei die Fische:

    200 m² sind irgendwo 250.000 Euro plus Schnirkelschneckenkram. Bleiben 50 k€ fürn Keller, nen büschen wenich.

    Oder ist das ein Architekt-verwirklicht-sich-selbst-Haus?
     
  19. bernix

    bernix

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    da sag ich mal vorsichtig........vielleicht?!

    Wieviele Architekten würden den Beruf nicht wiederwählen wenn sie vorab wüssten wieviel Tätigkeiten dazugehren, die mit Planen absolut nichts zu tun haben....?

    @Fragesteller: was war den etwa die erste Schätzung?
     
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  21. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    und dazu gehört...

    ... Kostenmanagement:D;) ??
     
  22. Seev

    Seev

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    Doch man kann hier neben E-Mails auch noch PN übers öffentliche Profil schreiben, aber scheinbar hast Du das nicht freigegeben? Ich kann Dir derzeit keine schreiben.

    Ich habe exakt dasselbe erlebt - und inzwischen doch ein Traumhaus gebaut, (fast fertig). Allerdings mit ausgewechselter Mannschaft. Der erste Schritt war auch der Anwalt - Beratung hat ausgereicht.

    Gruß Seev
     
Thema:

Traurig: Traumhaus geplatzt

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