Trennungsbastand Blitzschutz/PA

Diskutiere Trennungsbastand Blitzschutz/PA im Elektro 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, folgendes Problem: Meine SAT-Schüssel soll auf die Garage, zum Anschluss habe ich 2x 35er (Di) Leerrohre von der Garage zum Haus. Bei...

  1. aemkai

    aemkai

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    Hallo,

    folgendes Problem:
    Meine SAT-Schüssel soll auf die Garage, zum Anschluss habe ich 2x 35er (Di) Leerrohre von der Garage zum Haus.
    Bei der Garage ist ein Kreuzerder für die SAT-Schüssel installiert, diesen muss ich m.M.n. mit an die PA-Schiene (Fundamenterder) des Hauses anschließen.

    Wenn ich richtig informiert bin, muss dies eine blitzstromtragfähige Verbindung (also 16 mm² Kupfer eindrähtig) sein und demzufolge muss ich dann auch den Trennungsabstand beachten?

    Eins der Leerrohre beginnt im Haus 0,5 m vom HPA (oder wie das Ding jetzt heißt), das andere 3 m entfernt, dann folgen 4,5 bzw. 3 m Leerrohr zur Garage - dort kann der Trennungsabstand dann nicht gewahrt werden..
    Verlegt werden müssen SAT-Kabel, PA und Stromzufuhr Garage, der PA passt also entweder bei den Antennekabeln oder beim Stromkabel mit rein, letztere beide aber nicht in eins, sonst könnte ich das andere für den PA nehmen.
    Wie löse ich das Problem bzw. was ist das kleinere Übel - PA mit den Antennenkabeln oder mit dem Stromkabel verlegen?
    Oder hat sonst noch jemand Ideen/Hinweise?

    Grüße,
    Michael
     
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  3. Fassade

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    PA und Blitzschutz ist nicht das gleiche.
    Nutz mal die Suchfunktion.
    Dipol hat immer die gleichen Bilder gepostet sollte leicht zu finden sein.
    Die Garage kann doch nicht so weit vom Gebäude wegstehen am besten vom Kreuzerder in der Erde zur PA Schiene.
    Für den Pa reicht 4² kannst du durch das Rohr führen.
     
  4. Dipol

    Dipol

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    Mal wieder Optik vor Sicherheit?

    Ein Einzelmassivdraht ist einem nicht mehr grundsätzlich untersagten grob mehrdrähtigen Erdleiter weiterhin vorzuziehen. Ohne für die jeweilige Leiterart Klasse H zertifizierten Verbindungsbauteile ist eine Erdung auch mit Einzelmassivdraht nicht normkonform.

    Zu blitzstrombelasteten Erdleitern sollte man auch ohne Blitzschutzanlage äquivalente Trennungsabstände nach DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3) einhalten und zur Vermeidung von Lichtbögen metallische Hausteile mit zu geringem Trennungsabstand wie bei Blitzschutzanlagen mit anklemmen. Blitzströme sind auf Erdleitern mit 16 mm² (Cu) oder 25 mm² (Al) Querschnitt nicht weniger gefährlicher als bei 50 mm² Blitzableiterdraht.

    Dass neue Antennen möglichst nur noch nach dem Stand der Technik in geschützten Räumen verlegt werden sollen, wurde schon vielfach gepostet. Antennendirekerdung ist nach den Anerkannten Regeln der Technik (= Norm-Minimum) zulässig. Abgesetzte Antennenmontage und Verlegung der Antennenkabel in Blitzschutzzone LPZ 0A ergibt aber eine signifikante Verschlechterung der Blitzschutzsicherheit.

    Bei suboptimaler Antennendirekterdung ohne Blitzschutzanlage ist der PA-Leiter nach DIN EN 60728-11 (VDE 0855-1) "schleifenfrei" ausschließlich am geerdeten Antennenträger anzuklemmen und möglichst abstandslos mit den Antennenkabeln zu verlegen.

    Nicht sprachlich schludern und Blitzschutz mit Blitzschutzanlage oder Blitzschutzsystem gleichsetzen!

    Eine Antennenerdung ist eine Maßnahme des Äußeren Blitzschutzes und der PA gehört zum Inneren Blitzschutz. Und bei Gebäuden mit einer Blitzschutzanlage kommt alles am Blitzschutzpotenzialausgleich zusammen. ;)
     
  5. aemkai

    aemkai

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    Okay, hab mich vielleicht etwas schlecht ausgedrückt.

    Der Antennenmast hat einen isolierten Fangstab, der auf den Kreuzerder ableitet. Den Kreuzerder muss ich ja mit meinem Fundamenterder verbinden, mit 16 mm², oder?

    Zusätzlich dann noch einen PA zwischen Antenne draußen und Verteileranlage im Keller, da nehm ich dann 4 mm² ?!

    Wie verleg ich jetzt den Erde-PA am sinnvollsten bzw. was ist das kleinere Übel (da ich die Trennungsabstände nicht einhalten kann) - mit dem Stromkabel oder mit den Antennenkabeln?


    Grüße
    Michael

    P.S. Installation im Schutzbereich des Hauses war/ist leider nicht möglich
     
  6. Dipol

    Dipol

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    Nachfrage: Wie wurden denn die äquivalenten Trennungsabstand für Luft, GFK-Stangen und durch/über feste Stoffe ermittelt? Mit der Längenangabe der Zuleitung bis zur HES kann man nachrechnen ob insbesondere die GFK-Stangen ausreichend lang sind und nicht jemand zu blauäugig war.

    16 mm² Cu ist für 200 kA blitzstromtragfähig und entspricht zusammen mit blitzstromtragfähig zertifizierten Klemmen den Anforderungen. Außer Haupterdungsschienen für Blitzstrompotenzialausgleich wars das dann aber auch schon für 16 mm² Cu. Als Erdleiter einer Fangstange ist ohnehin normativ 50 mm² Querschnitt vorgeschrieben, Publikationen mit 16 mm² sind nicht normkonform. Mit Cupalhülse kann man nur 25 mm² Al an ein Blitzschutzbauteil mit 8 mm Standarddurchmesser normkonform und korrosionsvetrräglich anpassen.

    Detailfotos von der Fangstange und den Anschlussstellen sagen mehr als Worte.

    Bei einer Dachantenne in LPZ 0B einer getrennten Fangeinrichtung sind Antennenträger und die Antennenleitungen -gleich nach deren Eintritt ins Gebäude (LPZ 1)- mit 4 mm² Cu (geschützt nur 2,5 mm² Cu) in den PA einzubeziehen. Dieses Schutzkonzept ist aber bei einer abgesetzt montierten Antenne mit im Erdreich in LPZ 0 verlegten Antennen- und Starkstromleitungen nicht übertragbar und ohne Trennungsabstände zur Erdleiterverbindung in diesem Bereich völlig widersinnig

    PA-Leiter sind stets möglichst abstandslos mit den Antennenkabeln und beide auf normkonformen Trennungsabstand zu blitzstrombelasteten Erdleitern zu verlegen. Wo das nicht möglich ist sind andere Schutzkonzepte angebracht.

    Wenn Laien früher fragen würden, könnte man sie -angefangen von fehlenden Anschlussfahnen- vor den unnötigsten Fehlern bewahren. In diesem Fall kann die Fangstange nicht verhindern, dass insbesondere die in den feuerverzinkten Kreuzerder abgeleiteten Blitzstrome in die Erdkabel eingekoppelt werden.

    Darüber hinaus stellt sich die Frage ob eine Funkenstrecke erforderlich ist um den feuerverzinkten (!) Kreuzerder (Länge?) vor galvanischer Abtragung zu schützen. Im DEHN Blitzplaner Kapitel 5.5.7 Erdungsanlagen wird die Problematik galvanischer Abtragungen von Erdern intensiv abgehandelt.
     
  7. aemkai

    aemkai

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    Wenn Profis so bauen würden, wie der Laie es vorher festgelegt hat, würde das Problem nicht bestehen :mauer
    Ursrpünglich sollte der PA in das eine Leerrohr, alles andere in das größere Zweite, dieses wurde aber mit zu geringem Durchmesser ausgeführt.

    Ich mal mal ne Skizze - ich hab das Gefühl, mein Problem ist noch nicht ganz klar:
    BS.jpg

    Die Schüssel kommt auf die Garage, dann hab ich 2 Leerrohre, einmal für Strom, einmal für die Antennenkabel, beides passt nicht in ein Leerrohr.
    - Der Mast der Schüssel ist geerdet (rosa, auf den Kreuzerder).
    - Die Schüssel selbst häng ich mit an die PAS vom Haus, hier laufen PA und Antennekabel parallel.
    - PAS im Haus hängt am Fundamenterder

    - Des Kreuzerder muss ich meines Wissens nach mit an des PAS hängen, um Potentialunterschiede zwischen den Erdern auszugleichen - ist das richtig?
    - Muss ich bei dieser PA-Verbindung den Trennuungsabstand beachten - ich würde sagen ja, weil im Blitzeinschlagsfall doch extreme Ausgleichsströme fliesen können?

    - Was wäre das kleinere Übel bzw. eine sinnvolle Not-Lösung - den Kreuzerder-PA mit beim Stromkabel rein oder bei den Sat-Kabeln? Kann ein Grobschutz das dann abfangen?
     
  8. elo22

    elo22

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    Das ist murks, 230 V gehören extra. Und kein NYM sondern NYY. IMHO auch der Rest »Kabel« und keine Leitung wegen möglicher Wasseransammlung im Rohr.

    Lutz
     
  9. Dipol

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    Und ich habe das Gefühl du kannst oder willst die Hinweise nicht verstehen. Man kann nur Usern helfen die mitwirken.

    Es fehlt:
    • Angabe wie und von wem (Blitzschutzfachkraft?) Schutzwinkel und äquivalente Trennungsabstände ermittelt wurden
    • Material von Erdleiter zum Kreuzerder und weiter zur HES, einschließlich der Type der Klemmen
    • Länge und Abstand des Kreuzerders, Kopf bis 0,5 m unter Grund versenkt?
    • Welche Erdfühligkeit hat der Kreuzerder und wie soll verhindert werden, dass der galvanisch abgetragen wird?
    Die PAS heißt inzwischen HES und muss blitzstromtragfähig sein. Im Prinzip ist die abstandslose Verlegung von PA-Leiter und Antennenkabel richtig aber völlig nutzlos wenn Blitzströme in die Erdkabel eingekoppelt werden.

    Wenn die erforderlichen Daten und Bilder geliefert werden kann man wieder seriös beraten. Ich tendiere zu einer Anlehnung an die völlig andere Sicherheitsphilosophie der nicht zuständigen DIN VDE 0855-300 für Funksende-/empfangsantennen. Die Korrosionsproblematik der Kombination eines feuerverzinkten Zusatzerders mit einem Fundament-/Ringerder muss -notfalls mit einer Funkenstrecke- gelöst werden.

    Obwohl das Konzept nicht schlüssig ist nachstehend zur Groborientierung eine Grafik mit den äquivalenten Trennungsabständen in BSK 3 mit einem Erdleiter.
     

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  10. Dipol

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    Da die Problematik suboptimal auf Garagen oder im Garten vom Gebäude abgesetzt montierter Antennen häufiger auftaucht ist ein Hinweis auf alte VDE 0855 Teil 1 angebracht, in denen noch gefordert wurde, dass "Freilandantennen" blitzstromtragfähig mit der Gebäudeerdung zu verbinden sind.

    Diese Formulierung ist im Zuge der Normenharmonisierungen vermutlich nur dem Bestreben den Normumfang in Grenzen zu halten und nicht neuen blitzschutztechnischen Erkenntnissen zum Opfer gefallen. Nachstehend ein Gegenvorschlag mit einer Direkterdung ohne feuerverzinkten Stütz-/Entlastungserder, womit auch das Problem möglicher Korrosionsabtragung entfällt. Dieses Schutzprinzip ist an die nationale DIN VDE 0855-300 für Funksende-/empfangsantennen angelehnt, allerdings ist deren Forderung den Schirm der Antennenleitung alle 20 m in den PA einzubinden zumeist nicht umsetzbar.

    Das Konzept orientiert sich wie bei Gebäuden mit einer Blitzschutzanlage an energetisch koordinierten ÜSG mit PA + SPD 1 Blitzstromableitern an der Schnittstelle SPD 0/1, wodurch kein Trennungsabstand zum Erdleiter erforderlich ist, der 4 mm² PA-Leiter entfällt und ein Graben ausreicht. Die Einführung der Kabel und Leitungen von/zur Garage sollte aber möglichst nahe an der HES erfolgen. Bei weit innenliegenden HES wäre vor Ort von einer konzessionierten Elektrofachkraft eigenverantwortlich zu prüfen, ob die örtlichen Gegebenheiten tolerierbar sind.
     

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  11. Dipol

    Dipol

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    NACHTRAG:

    Die Werkstoffnummer 1.4571 wurde versehentlich vergessen und mal sehen ob wieder die übliche Rüge wegen der erneuten Bezeichnung von [V4A] folgt. :cry
     
  12. aemkai

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    Nein, in das große Leerrhr (dn=110) wären dann zwei kleinere, einmal für 230 V und einmal für Datenleitungen gekommen - damit ist die zweite Isolationsebene gegeben - aber das sind Details, die mit dmeinem konkreten Problem eigentlich nichts zu tun haben. Und den Begriff Leitung hab ich nicht benutzt.

    Nicht böse sein, aber da ich ein konkretes Problem habe, will ich hier nicht sämtlichen Kleinkram durchkauen.
    Zu deiner Liste: das wurde alles anhand der gängigen technischen Regeln erstellt, die kannst du z.B. hier nachlesen.
    deshalb ja auch die Nachfrage, da ich eine Normverletzung vornehmen muss - was aber m.M.n. nicht zwingend schlimm ist, wenn man es richtig macht. Und deshalb frage ich nach, um es richtig zu machen - würde mich aber nur ungern in Kleinkram verzetteln. Ich rechne es dir hoch an, dass du mir diese Tipps gibt, aber würde mich gern auf den Problemkern konzentrieren.

    Aber nur, wenn die Blitzstromableitung über den PA erfolgt. Deshalb wollte ich PA und Blitzableitung trennen. Und genau das ist ja mein Problem, welches ich möglichst elegant, aber ohne kompletten Umbau lösen möchte.


    Danke, das ist mal eine konkrete Antwort auf mein Problem. Von der Korrossionsproblematik abgesehen habe ich hier aber das Problem, dass der gesamte Blitzstrom ins Haus geleitet wird, was bei einem Zusatzerder prinzipiell nur in geringerem Umfang der Fall ist, da sich der Blitzstrom ja aufteilt und ein Großteil über den Kreuzerder abgeleitet wird (ja ich weiß, bei sauberer Montage ... aber das wird/wurde beachtet).

    Das ist kein Problem, das ist kein halber Meter.

    Dann - rein technisch betrachtet - sollte das mit meiner Lösung doch genauso funktionieren, wenn ich den 16mm² Erder-PA isoliert, aber unter Wegfall des Trennungsabstandes mit den Sat-Kabeln zusammen verlege und den 4 mm² durch ebenfalls 16 mm² ersetze.
    Das hätte dann den Vorteil, dass die Blitzströme aufgeteilt werden und ein Großteil der Energie nicht ins Gebäude gelangt.
    Sollte es trotz allem zu einem Anstieg der Erdungswiderstandes am Kreuzerder kommen, fällt die Lösung automatisch auf die von dir genannte zurück.

    Grüße

    Michael
     
  13. Dipol

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    Für den Abstand einer Antennenleitung zu Starkstromkabeln sind normativ im Gebäude 1 cm und außen 2 cm gefordert. Dieser Abstand reicht vielleicht für SEMP-Überspannungsspitzen von Schalthandlungen aber selbstverständlich nicht gegen galvaische Blitzstromeintragungen in die Antenne aus, siehe Grafik der Trennungsabstände. Dass Blitzströme auf dem (einzigen!) Erdleiter einer Antenne gewöhnlich gefährlicher als auf mehrere Ableitungen einer Blitzschutzanlage verteilt sind, sollte nachvollziehbar sein.

    Wer das begriffen hat muss als verantwortungsbewusste EFK auch die Abstandskriterien nach Blitzschutznorm DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3) anwenden, auch wenn das normativ für einen 16 mm² Cu (noch) nicht gefordert ist. Im für Antennensicherheit zuständigen Normengremium DKE K735 wurde das bereits thematisiert.

    Der DEHN Blitzplaner war und ist trotz einiger weniger Fehler unverändert die Bibel des Blitzschutzes. Eine Anordnung wie sie du dir ausgedacht hast ist weder aus der alten oder neuen Ausgabe abzuleiten. Dass sich im alten Blitzplaner und im DEHN Schutzvorschlag ein 16 mm² Cu als Ableitung einer Fangstange eingeschlichen hat war normwidrig. An einem Kreuzerder kann man nicht einmal einen ungeschnittenen 16 mm² Kupferdraht normkonform anschließen, wie das Detail aussieht wird ja auch als Geheimnis gehütet.

    Auf den Problemkern konzentriere ich mich in jeder Beratung auch wenn es einem Laie oder selbst einer konzessionierte EFK verschlossen bleibt. Ob Schutzwinkel und äquivalente Trennungsabstände stimmen oder die Verbindungsbauteile blitzstromtragfähig sind oder nicht, ist für die Schutzwirkung elementar und kein Kleinkram. Bemerkungen dieser Art steigern nicht meine Bereitschaft als ehrenamtlicher Beraters weiter zu helfen.

    Ich kenne diverse überaus "sauber" aber trotzdem normwidrig installierte Blitzschutzanlagen mit gravierenden Mängeln. Letztmaliger Appell die Fragen zu beantworten und Detailfotos einzustellen.

    Mit dem kurzen Abstand muss man auch keiner vergessenen äußeren Anschlussfahne nachtrauern.

    Mit energetisch koordinierten ÜSG an einer HES für Blitzschutzpotenzialausgleich ja, ohne ÜSG werden aber Blitzströme aus Direkteinschlägen in die Antenne wie auch Überspannungen aus Naheinschlägen in die Nachbarschaft über das Starkstromkabel und den Koax-Mittelleiter ins Haus eingekoppelt.
     
  14. nolu13

    nolu13

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    Absolut geil!:winken

    Wenn auch theoretisch möglich!:respekt
     
  15. feelfree

    feelfree Gast

    Ich find Dipols Beiträge auch immer wieder "geil". Fachlich vermutlich super korrekt, aber für mich trotz Dipl.-Ing. E-Technik nur schwer zu verstehen. Keine Ahnung warum, vermutlich weil in jedem Satz ungefähr 2 mal irgendeine DIN EN oder sonstige Norm angesprochen wird die mir unbekannt ist und wie ich lesen muss die u.U. sogar falsch ist und ich so das Wesentliche mühsam zwischen den ganzen Normenquatsch rausextrahieren müsste, was mir kaum gelingt.
    Auf jeden Fall bewirken die Beiträge *für mich* das Gegenteil, für was sie eigentlich gedacht sind. Seither glaube ich nämlich, dass ein ordentlicher Blitzschutz so kompliziert ist, dass ihn außer Dipol sowieso keiner hinbekommt und lasse das Thema lieber ganz tief unten in der Schublade - wie vermutlich 99% aller Bauherren auch.
    Sorry Dipol ist nur mein persönlicher Eindruck. Aber wenn nach den anderen Schlussrechnungen noch Geld übrig ist bekommst ne PN...
     
  16. nolu13

    nolu13

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    ????
    Er widerspricht sich selbst?
    "ich kenne" #12?
    Klugscheißer vor dem Herrn ,aber wenn es zwickt ?:bef1020



    MfG
     
  17. Dipol

    Dipol

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    Das ist Unsinn, es gibt im Bereich EMV/Blitzschutz Experten die mit VdS- und VDE-/ABB-Zertifizierungen gewichtigere Qualifikationsnachweise als ich vorweisen können. Nur halten die sich aus verständlichen Gründen in Foren zurück.

    In meiner Berufs- und auch der einjährigen Meisterschule wurden großteils Dinge gelehrt die heute keiner mehr braucht, fundierter Blitzschutz war nicht darunter. Einem -womöglich auch noch jüngeren- Dipl.-Ing. E-Technik sollte mit seiner akademischer Ausbildungsbasis das Verständnis für Blitzschutz leichter fallen als einem zum Informationstechniker mutierten Fernsehtechniker-Meister. Ohne Normen geht es in der Elektrotechnik und dem Blitzschutz nicht. Wer sich schon wegen der Zitierung von Elementarnormen echauffiert, blockiert sich damit nur selbst.

    Der Blitzschutz baut eigentlich nur auf drei Kernpunkten auf:
    • Isolation
    • Potenzialausgleich
    • Erdung
    Wenn man weiß, welcher der drei Punkte im Einzelfall priorisiert werden muss, ist die Materie nur noch halb so geheimnisumwittert. Darauf noch eine Prise Fachliteratur wie z. B. den kostenlos downloadbaren DEHN Blitzplaner und schon steigen die Chancen, dass Normablehnung durch Verständnis für Normen und gelegentlich darin enthaltene Fehler ersetzt wird.
    :bierchen:
     
  18. aemkai

    aemkai

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    Dann stellt sich die (noch unbeantwortete) Frage erneut, warum dann der Wegfall des Kreuzerders nach deiner Lösung sinnvoller sein soll?

    Darf ich das so verstehen, dass du also klüger bist als alle anderen und ich damit meine eigene Problemstellung nicht verstanden habe? :mauer

    Hab ich ja oben bereits geschrieben, dass zusätzliche Schutzeinrichtungen geplant sind. Nichtsdestotrotz gilt dies wieder für beide Lösungen, deine wäre ohne diese Zusatzelemente ebenso gefährdet.
    Und wieder stellt sich die Frage: Warum sollte ich den Kreuzerder dann weglassen, wenn damit die Energie über verschiedene Pfade abgeleitet wird und damit auch der Einfluss induktiver und galvanischer Kopplungen reduziert wird? Nur um die Norm zu erfüllen?

    Nur leider gibt es von dir darauf keine Antwort, der Einzelfall ist ja bekannt, ebenso, dass der Aspekt "Isolation" verletzt werden muss.

    Sauber heißt für mich normkonform. Und selbst bei Einhaltung der Normen kann man Mängel einbauen, die Anwendung von Normen befreit nämlich nicht vom Denken.
    Weiterhin sind die Normen - wie der Name schon sagt - für den NORMfall gedacht, dieser ist bei mir nicht gegeben, deshalb meine Nachfrage nach einer günstigen Lösung, deine unermüdlichen Verweise auf die Normen sind dann aber nicht hilfreich.
    Trotzdem Danke für deine Mühen und Erläuterungen.
     
  19. feelfree

    feelfree Gast

    Jetzt bin ich doch ein wenig erleichtert. Wenigstens geht es nicht nur mir so...
     
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  21. nolu13

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    Nicht zu vergessen:Erfahrungswerte die man mit den Jahren erlangt
    MfG
     
  22. Dipol

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    Keine Wortmeldung von einem VdS-Sachkundigen, Elektro-Gutachter oder wenigstens einer EFK mit fundierten Blitzschutzkenntnissen.

    Auch im Bauexpertenforum wird es zunehmend schwerer werden dem fachlichen Anspruch Forennamens gerecht zu werden, wenn die Experten mit Normenzugriff das Feld Normverweigerern überlassen.

    Ja was für ein toller Super-Erder fällt denn real weg?

    Länge (für Antennen-Einzelerder ≥ 2,5 m, im Blitzschutzbau üblich 9 m Erdspieß), Wandabstand (≥ 1 m), Einbautiefe (Kopf 0,5 m unter Grund versenkt), Erdungswiderstand (möglichst klein), Art der Anklemmung (Klasse H: 100 kA 10/350 µs + Isolation mit DENSO-Binde) sind trotz aller Nachfragen top secret. Klar ist bislang nur, dass entgegen NAV § 13 irgendein Kreuzerder unbekannter Erdfühligkeit selbst eingeprügelt wurde und irgendwann verfault sein wird.

    Allein aus der Anmerkung in der ersten Grafik zur Alternative für den 16 mm² Cu ist unschwer erkennbar worum es geht. Und wer bei Google "Korrosion von Erdern" eingibt, ertrinkt förmlich in Infos von DEHN, dem VdB und ABB warum feuerverzinkte Erder Typ A in Verbindung mit einem Fundamenterder noch schneller vergammeln als Einzelerder.

    Es wird Gründe geben warum die für eine seriöse Erderbeurteilung erbetenen Details verweigert werden. Erder ist nicht gleich Erder und an anderen Stellen habe ich schon mehrfach darauf hingewiesen, dass man einen 16 mm² Cu zwar an blitzstromtragfähigen HES normkonform anschließen kann, dass es aber keine normkonformen Verbinder an 8 mm Standarddurchmesser von Blitzschutzbauteilen gibt. Mit Cupalhülsen geht das erst ab 25 mm² Querschnitt. Ein 16 mm² Cu ist zwar für 200 kA blitzstromtragfähig, nur kann der ohne zertifizierte Klemmen seine Funktion nicht erfüllen und daher ist er auch als Ableitung einer Fangstange normativ nicht zulässig.

    Im Sicherheitsranking rangieren abgesetzt montierte Antennen mit Erdkabelverlegung nun mal noch hinter suboptimal direkt geerdeten Antennen, deren Kabel mastnah ins Gebäude eingeführt und in LPZ 1 in den PA einbezogen werden können. Nachstehend ein Konzept mit einem erdfühligen NIRO-Leiter auf Trennungsabstand. In dieser Form macht eine Fangstange -vorbehaltlich normkonformer Ausführung- mehr Sinn.
     

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Thema:

Trennungsbastand Blitzschutz/PA

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