Trinkwasserverordnung (2011) und mein alter Öl-Brenner

Diskutiere Trinkwasserverordnung (2011) und mein alter Öl-Brenner im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Moin allerseits, ich stehe etwas auf dem Schlauch (im doppelten Sinne :D) Seit der TrinkW 2011 darf laut meines Wartungsklempners kein...

  1. Goldmund

    Goldmund

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    Moin allerseits,

    ich stehe etwas auf dem Schlauch (im doppelten Sinne :D)
    Seit der TrinkW 2011 darf laut meines Wartungsklempners kein Schlauch mehr für das Ablaufen des Heizungswassers verwendet werden, da so dieses durch den Abfluss ja ins Trinkwasser gerät. Somit schwatz er mir einen Judo Heifi-Fül Rohrtrenner oder alternativ einen Kemper Kf-4 Systembrenner-Auslaufventil auf, womit die die Heizungsleitung mit der Trinkwasserfüllleitung fest verbunden wird. Das damit noch weitere bauliche Maßnahmen verbunden wären, lasse ich mal ausser Acht.
    Jetzt frage ich mich als Laie, was diese Verbindung der Heizungswasserleitung mit dem Trinkwasserleitung soll? Bei dem Öl-Brenner sind das zwei voneinander unabhängige Kreisläufe, wieso sollen die jetzt über ein Ventil verbunden werden? Oder verstehe ich da etwas falsch?

    Bitte um sachliche und fachliche Antworten.

    Danke!
     
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  3. #2 Achim Kaiser, 2. März 2016
    Achim Kaiser

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    Ich* erschlage jeden der an meinen Anlagen eine feste Verbindung zwischen Trinkwassernetz und Heizungsanlage bauen will.

    Grundsätzlich ist der Einsatz eines Füllschlauchs (wie früher) statthaft und zulässig.
    Was sich geändert hat ist die sicherheitstechnische Bewertung des Anschlusses und die Notwendigkeit einer höherwertigen Sicherheitsarmatur sofern die Anlage nach den neuen Anforderungen abgesichert werden soll.
    Dies kann am einfachsten durch einen Nachrüstrohrtrenner geschehen oder durch das angeführte Ventil mit Rohrtrenner ohne das eine feste Verbindung zwischen den Anlagen gebaut wird.

    Es gibt aber keine zwingende Nachrüstverpflichtung. Wenn die Anlage vor 2011 gebaut wurde und eine Absicherung nach DIN 1988 erfolgte. Bei korrekter Verwendung der Nachfüllung besteht die Verbindung zwischen Heizungsanlage und Trinkwassernetz "kurzzeitig", in der Regel 5 bis 10 Minuten alle paar Jahre.

    Der Rohrtrenner ist ein wartungsbedürftiges Bauteil und sollte nach den Vorgaben regelmäßig geprüft werden.
    Wenn häufiger geprüft als genutzt wird ... wirds meistens aufwändig.

    Aus diesen Gründen setze ich - vorschriftsgetreu - nur einen Füllschlauch mit vorgeschaltetem Rohrtrenner ein.
    Eine dauerhafte direkte Verbindung baue ich in keinem Fall ...
    Und ja, mit dieser Einstellung stelle ich mich bewusst gegen den Mainstream der Branche.
    Ich baue keine dauerhafte Verbindung von Anlagen blos weil die Industrie eine Sicherheitsarmatur dafür hat die an 364,995 Tagen nutzlos (weil nicht gebraucht) für Ärger sorgen kann, wenn noch nicht mal sicher ist dass ich sie tatsächlich auch nur für 5 Minuten im Jahr brauche.

    Nichts anderes steht im übrigen in der Herstellerinfo
    wenn man die Fußnoten und Anmerkungen genau liest.

    Das FK4 ist eine sehr einfache Art die Absicherung auf den heutigen Stand zu bringen, wenn man sich die feste Verbindung kneift.
    Wer in den Herstellerunterlagen stöbert findet auch noch die Variante die ich bevorzugt einsetze.

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  4. Goldmund

    Goldmund

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    Liebe Achim, ich danke dir vielmals für deine Antwort!

    Ich bin absolut deiner Ansicht hinsichtlich baulicher Veränderungen.

    Meine Anlage ist von 1970, und wurde jährlich gewartet. 2014 kamen neue Heizkörper und Leitungen ins Haus. Komischerweise hat man mir da nichts von dem Rohrtrenner erzählt.

    Ich habe die Herstellerinfo gelesen, und entschuldige, dass ich das nicht verstehe, aber irgendwie erschließt sich bei mir nicht die Logik beim Befüllen der Heizungsanlage.
    Nach meinem Verständnis wird die Heizungsanlage durch das Wasser aus dem Anschluss der Stadt befüllt, und es zirkuliert dann in seinem geschlossenen System. Wird mal das Wasser aus dem besagten System entleert, wird bei mir ein Schlauch angeschlossen, und in das Waschbecken im Waschkeller geführt. Das Wasser gelingt in die Kloake. Was soll denn hierbei nun verändert werden? Ich verstehe das nicht.
     
  5. #4 Achim Kaiser, 2. März 2016
    Achim Kaiser

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    Es geht nicht ums *Ablassen* des Systems sondern ums Befüllen, sprich um das Zeitfenster in dem die Verbindung besteht.
    Ein Rohrtrenner verhindert das Übertreten der Heizungsbrühe ins Trinkwassernetz *sicherer* als die früher vorgeschriebene Sicherungsarmatur mit Rückflussverhinderer und Belüfter.

    Was geschah ist das in der Normung der Begriff der "kurzzeitigen Verbindung" in der neuen Norm mit den davor geltenenden Erleichterungen der Absicherung nicht übernommen wurde.

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  6. Goldmund

    Goldmund

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    Ok. Aber das Befallen erfordert ja ein Entleeren zuvor, von daher kann da doch nichts ins Trinkwasser zurück gelangen?
    Nun, ich will dich auch nicht mit meiner Laienfragerei belästigen.
    Die Frage wäre nun, ob ich als Eigentümer da etwas verändern muss, oder es so lassen kann. Und falls Ersteres zutrifft, du mir vielleicht den Füllschlauch mit vorgeschaltetem Rohrbrenner, welchen du im Einsatz hast verlinken könntest?

    Im Voraus danke ich dir!
     
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  8. PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    Ab und an wird etwas nachgefüllt ohne vorher ganz abzulassen. Druck im Heizungsrohr, Druck im Wassernetz, Luft im Schlauch. Und nun. Was drängt wohin, wer darf zuerst, bis wohin vermischt sich die Brühe...
    Zusätzlich kann durch Druckschwankungen auch noch kurz zurückgesaugt werden, z.B. Waschmaschine zapft, Spülmaschine, ist nur kurz aber.

    Daher sind auch anderen Armaturen Rückflußverhinderer notwendig.
    Wenn dann auch noch eine ständige Verbindung von Heizkreis und Trinkwassernetz da ist - für Keime sind die normalen Armaturen keine unüberwindbare Hürde. Irgendwo ist immer mal eine minimale Undichtigkeit.
     
  9. ThomasMD

    ThomasMD

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    Bisher ist doch in 99% der Heizungsanlagen der Füllschlauch ständig mit dem TW-Netz verbunden. Nix da mit der früher erlaubten nur kurzzeitigen Verbindung.
    Das ist der Grund für das seit der TWVO 2011 geltende Verbot.
    Achim Kaiser hat Recht, dass es keine Nachrüstpflicht mit Rohrtrennern gibt. Genausogut kann man einen Schlauch mit Füllarmatur benutzen, wie ihn jeder ordentliche Heizungsbauer auf dem Bock hat.

    Gruß
    Thomas
     
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