Überlauf einer Zisterne in Versickerung leiten...

Diskutiere Überlauf einer Zisterne in Versickerung leiten... im Tiefbau Forum im Bereich Neubau; Hallo, wir möchten den Überlauf einer Regenwasser-Zisterne (Beton, 6000 Liter) in eine Versickerung leiten. Könnte man die sowieso für die...

  1. Thomas_

    Thomas_ Gast

    Hallo,

    wir möchten den Überlauf einer Regenwasser-Zisterne (Beton, 6000 Liter) in eine Versickerung leiten.
    Könnte man die sowieso für die Zisterne ausgehobene größere Grube zur Versickerung verwenden, wenn man diese mit grobem Schotter auffüllt und zur Erdoberfläche mit enier ca. 50cm starken "fetten" Lehmschicht abdeckt, damit kein Oberflächenwasser in die "Sickergrube" eindringen und die Zisterne so eventuell zum Aufschwimmen bringen kann?
    Diese Lehmsorte ist verdichtet so gut wie wasserundurchlässig.
    Tiefer unten sind andere Bodenschichten, die das Wasser versickern lassen.

    Die Gefahr des Aufschwimmens besteht ja eigentlich nur, wenn der Wasserstand außerhalb erheblich höher ist, als innerhalb der Zisterne.
    Wenn aber nur der Zisternenüberlauf in die Versickerung gelangen kann, ist die Zisterne immer voll, bevor außen überhaupt Wasser ansteigen kann.

    Ist da irgendwo ein Denkfehler, oder würde das so funktionieren?

    Gruß
    Thomas
     
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  3. #2 C. Schwarze, 23. Oktober 2005
    C. Schwarze

    C. Schwarze

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    Kontrolle, Wartung und puffern, oder so.

    Nimm für die Versickerung einen extra Schacht, aus mehreren Gründen.
    Und der sollte in etwa so aussehen. Er sollte/kann auch aus Betonringen sein, die durchlässigen nach unten, ganz unten und außen ringsrum groben Kies.
    Danach gefüllt mit feineren Kies und zuletzt mit groben Sand, feiner brauchst nicht. Das verzögert den Einlauf und hat etwas von einem Sieb.
    Die Oberkante Sandschicht sollte mind. 50-100cm unterhalb des Einlaufs von dem Überlauf der Zisterne angebracht sein, damit wenn es starke Regenfälle gibt, der Schacht auch als Puffer oder Regenrückhaltebecken funktioniert.
     
  4. Thomas_

    Thomas_ Gast

    Hallo,
    stimmt denn die Annahme, daß Aufschwimmen in dem Fall nicht das Problem wäre?

    Das spricht also gegen meinen Vorschlag...
    Was gibt es denn da noch viel zu kontrollieren, warten etc.?

    Wozu die Versickerungsringe noch mit dem feinem Kies/Sand füllen?
    Ohne das Zeug hätte der Sickerschacht mehr Puffervolumen...

    Eigentlich wollte ich ja einen zusätzlichen Versickerungs-Schacht ganz vermeiden.
    Zur Aufnahme von Spitzenmengen wäre dann ja noch ein 2. (höher gelegener)Überlauf in den Kanal denkbar...

    Gruß
    Thomas
     
  5. #4 C. Schwarze, 23. Oktober 2005
    C. Schwarze

    C. Schwarze

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    Mit der Zeit verschlammt einiges, das setzt sich eben auf der Sandschicht ab.
     
  6. #5 Carden. Mark, 23. Oktober 2005
    Carden. Mark

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    da schalte ich doch lieger einen Vofilter davor - oder? (vor den Sammelschacht meine ich)
     
  7. #6 C. Schwarze, 23. Oktober 2005
    C. Schwarze

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    Das ist mir auch bekannt und setze dies auch voraus, nennt sich eben meist nur Grobfilter, für Laub oder sowas, in der Zisterne ist dann der 2. Grobfilter mit Rückschlagventil und im Keller nach der Kreiselpumpe der Feinfilter. In der Zisterne setzen sich eben die Schwerteile nach unten ab(deshalb sollte die Wasserentnahme auch ca. 10-15cm oberhalb des Boden beginnen), und der Rest schwemmt sich eben in den Sickerschacht.
     
  8. Thomas_

    Thomas_ Gast

    Danke für Eure Antworten.

    Leider hat sich noch niemand zum Thema Aufschwimmen geäußert.

    Gruß
    Thomas
     
  9. #8 Carden. Mark, 23. Oktober 2005
    Carden. Mark

    Carden. Mark

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    also, der Logik folgend. Der Sickerschacht hat doch keinen Boden. Zudem sind die Sickerringe mit Löchern perforiert. Es wird sich somit ein Gleichgewicht mit dem etwaig aufstauenden Wasser einstellen.
     
  10. Thomas_

    Thomas_ Gast

    Wir reden aneinander vorbei.
    Ich meine nicht den Sickerschacht, daß der nicht aufschwimmt ist mir klar.

    Ich meinte die Zisterne. Wenn der Sickerschacht neben der Zisterne in der gleichen Grube steht und diese mit grobem Schotter oder Kies verfüllt wird, steht die Zisterne beim Überlaufen ja auch im Wasser.

    Der Sickerschacht könnte dann in etwa Zisternen-Überlaufhöhe (oder etwas höher) einen eigenen Überlauf in den Kanal haben, damit bei Extremsituationen der Wasserpegel außerhalb der Zisterne nie wesentlich höher steigen kann, als der Wasserpegel innerhalb der Zisterne (Überlaufhöhe).

    Ist die Überlegung so korrekt?

    Gruß
    Thomas
     
  11. #10 Carden. Mark, 24. Oktober 2005
    Carden. Mark

    Carden. Mark

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    Wenn dieses zulässig ist, kann man das machen. Dann sind aber auch Gebühren fällig. Wie sollen diese berechnet werden? Wenn nun das volle Wasser anfällt (Gebührentechnisch) dann kann auch auf den Sickerschacht verzichtet werden. Der Auftrieb läßt sich aber auch Berechnen. Anfrage bei dem Lieferanten stellen. Ev. Sickerschacht nicht in die selbe Grube stellen.
     
  12. Thomas_

    Thomas_ Gast

    OK. Danke für die Antwort.

    Thomas
     
  13. #12 C. Schwarze, 24. Oktober 2005
    Zuletzt bearbeitet: 24. Oktober 2005
    C. Schwarze

    C. Schwarze

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    @Herr Carden
    Gebühren werden nur dann fällig, wenn die Pumpe Wasser auch fördert.

    Nachtrag: das mit dem Kanal habe ich überlesen, dürfte aber auch nur in seltenen Fällen vorkommen.
     
  14. rehwald

    rehwald

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    ...das war schon so...
    Prinzipiell funktioniert das so.
    Aber der Sickerschacht muss eh so gross, dass das Wasser der meisten Herbststürme etc. ohne überzulaufen reinpasst und auch schnell versickern kann (weil die Zisterne z.B. vom Vortag schon voll ist). Wenn doch mehr Wasser kommen sollte, wird in der Regel der Kanal eh schon überlastet sein. Deine Sicherheit soll also gerade dann funktionieren, wenn das System auf das es zurückgreifen soll (der Kanal) selber ausserhalb des Möglichen betrieben wird.

    Ausnahmen stellen extrem grosse Kanäle oder gleich der Bach/Fluss neben dem Grundstück dar.
    Für das berechnen der eventuellen Wassermenge kann man ja mal die Wetterdaten von z.B. Wetter.de zu hilfe nehmen.
     
  15. Thomas_

    Thomas_ Gast

    Das habe ich nicht verstanden.

    Durch die Anlage (Zisterne und Versickerung) kann doch nie mehr Wasser durch den Überlauf in die Kanalisation geleitet werden, als wenn das Wasser direkt vom Dach dorthin geleitet würde.
    Ein Problem würde dann doch nur auftreten, wenn die Kanalisation generell schon zu schwach aufgelegt wäre (was ich nicht glaube). Im Zweifelsfall fliegt dann auf der Straße der Kanaldeckel raus (Hanglage) und die Suppe läuft ab. Der Überlauf der Zisterne und der Notüberlauf der Versickerung wird auf jeden Fall oberhalb dieser Rückstauebene liegen.

    Gruß
    Thomas
     
  16. rehwald

    rehwald

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    ...das war schon so...
    Das ist soweit richtig. Ich ging jetzt allerdings von dem, zugegeben recht seltenen, Fall aus, dass die Niederschlagsmenge weit höher liegt als die Kapazität der Kanalisation. Dann steht das Wasser auf der Strasse und in den Kellern.
    Wenn das Wasser direkt in die Kanalisation geleitet wird, tut es das allerdings auch.
    Soll heissen, wenn die Nachbarn ohne Versickerung in den Keller zum Wasserpumpen müssen, darfst du das auch. Hast allerdings ein wenig mehr Zeit, da der Sickerschacht erst volllaufen muss.

    Da die üblichen Mengen aber eh im Sickerschacht versickern können sollten und erst bei Kapazitätsüberschreitung in den Kanal geleitet werden sollte, der dann allerdings eh nix mehr aufnimmt, kann man sich den Überlauf in den Kanal sparen und sucht sich lieber ne andere Möglichkeit.

    Z.b. eine 2. Versickerungsmöglichkeit, nen Bach etc. Oder man schöpft dann wie die Nachbarn.

    Abgesehen davon, kann es Abgabentechnisch Problematisch sein. Bei uns sind die Wassermassen über eine Abgabe gedeckelt (je qm versiegelter Oberfläche), wenn diese nicht selber Versickert wird. Die Abgabe ist fällig, sobald ein Anschluss der Regenrinnen an das Kanalnetz gegeben ist.
     
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  18. PeMu

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    Mein Kommentar (aus diesjähriger Erfahrung - intensive Diskussion mit Baugrundgutachter, Baubehörde usw.): gerade bei Hanglage ist zu prüfen in welchem Zeitraum, in welche Schichten eine Versickerung stattfindet.

    Es ist äußerst unangenehm feststellen zu müssen, dass das Wasser beim Nachbarn austritt und dort zu Schäden am Gebäude oder an Böschungen führt.
     
  19. Thomas_

    Thomas_ Gast

    Vielen Dank für die umfassenden Informationen.

    Gruß
    Thomas
     
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