Umfang Enev-Berechnung

Diskutiere Umfang Enev-Berechnung im EnEV 2002 / 2004 / 2007 / 2009 Forum im Bereich Bauphysik; Hallo zusammen, mal eine scheinbar ganz triviale Frage an euch Experten: Was ist eigentlich der tatsächliche Umfang einer EnEv-Berechnung?...

  1. schattn

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    Hallo zusammen,
    mal eine scheinbar ganz triviale Frage an euch Experten: Was ist eigentlich der tatsächliche Umfang einer EnEv-Berechnung?

    Hintergrund:
    Wir hatten vor Baubeginn unseres Passivhauses eine EnEv-Berechnung durchführen lassen. Der Energieberater hat damals von uns sämtliche Unterlagen (Wandaufbau, Fensterdaten, etc.) bekommen. Abgesehen davon, ist er der "Haus und Hof"-Energieberater unserer Hausbaufirma, weshalb er sicher das Rad nicht neu erfinden musste. Er meinte damals auch, dass er „das meiste in seiner Planungssoftware bereits aus vorherigen Bauvorhaben übernehmen könnte und "nur noch" die Flächen anpassen muss. Das sei eine Sache von max. drei Stunden“. Das Ganze hat uns damals trotzdem knapp 600 € gekostet!!! Toller Stundenlohn!!!

    Jetzt haben wir nochmals eine Rechnung von ihm erhalten. Er fordert nun zusätzlich knapp 300 € für angebliche Detailplanungen. Seine Begründung: Eine Energieberatung, z. B. hinsichtlich Kellerdämmung ist NICHT Bestandteil der EnEv-Berechnung.
    Ist denn diese EnEv-Berechnung wirklich nur eine, versteht mich bitte nicht falsch, Berechnung mit dem Ziel, von der KfW den entsprechenden Kredit zu bekommen? D. h. ohne jegliche Beratung?! Zur Info: In Summe waren wir knapp 2,5 Stunden für die komplette EnEV-Berechnung zusammengesetzen und haben dabei hauptsächlich U-Werte und Flächen abgeglichen.
    Und noch ein Punkt: Unter Detailplanung verstehe ich was anderes, als lediglich den Hinweis, dass die Dämmschicht bestenfalls nahtlos von der Bodenplatte zur Kellerwanddämmung sein sollte. Für solch einen Hinweis bräuchte ein einigermaßen informierter Bauherr wohl nicht mal nen Planer.…

    Mein Bauing. sieht das übrigens genauso wie ich.

    Wie seht ihr das?

    Danke für Eure Antworten.
     
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  3. #2 passivbauer, 12. Juli 2011
    passivbauer

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    1. 600 EUR für einen Passivhausnachweis ist sehr günstig... mal eben die Flächen und Volumen anpassen ist oft nicht ausreichend - da hat er sich mit Sicherheit zu weit aus dem Fenster gelehnt mit der Aussage.

    2. Wenn einer Detailplanung für 300 EUR anbieten ist dies ebenfalls viel zu billig. Eine 2 dim. Wärmebrückenberechnung kostet mind. 250 EUR.

    Ich vermute eher ein Kommunikationsproblem als eine überhöhte Rechnung.
     
  4. #3 Alfons Fischer, 12. Juli 2011
    Alfons Fischer

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    leider kann man das schlecht einschätzen, ohne konkret zu wissen, was der Kollege tatsächlich gemacht hat.

    Ich persönlich sehe es so:
    Wenn mir jemand U-Werte liefert, dann nehme ich das zur Kenntnis und rechne sie dann selbst nochmal neu.

    Umfang: Der Arbeitsaufwand an einer EnEV-Berechnung besteht aus dem Zusammenstellen der benötigten Daten/Unterlagen, ggf. Recherche zu Baustoffen, aber auch Rechenansätzen, Aufbereiten der Planunterlagen, Ermittlung von Volumina und Flächen (und zugehörigen Flächen, z.B. Fenster, Türen, Einschubtreppen etc.), Haustechnik, Optimierung der Berechnung in verschiedenen Varianten, das Zusammenstellen des Berichts (ist bei mir relativ aufwändig), Erstellen KfW-Unterlagen (dazu muss ich häufig nachlesen, weil die KfW dauernd die Bedingungen/Formulare ändert) etc...
    Ich persönlich übernehme nie Berechnungen von anderen Bauvorhaben und passe sie dann an - das Fehlerrisiko ist mir persönlich zu groß...! Lediglich häufige Konstruktionen sind in einer Datenbank hinterlegt. Die müssen aber auch jedesmal kontrolliert und angepasst werden.

    Ich kann jetzt nicht abschätzen, wie die Beratung zum Keller tatsächlich ausgesehen hat. Aber grundsätzlich ist - sofern es einen gewissen Umfang überschreitet (bei mir) - zusätzliche Beratungsleitung auch ein Zusatzaufwand, der zu honorieren ist.

    Leider kann man hier diesen Fall vermutlich nicht klären, da nicht alle Randbedingungen und Vertragsverhältnisse nicht klar sind... Eine Klärung wird vermutlich ohnehin nur das persönliche Gespräch mit dem Aufsteller der Berechnung bringen können...
    Vermutlich hat der Aufsteller der Berechnung vorab schlicht seinen Aufwand falsch eingeschätzt oder sich zu der Aussage mit den drei Stunden hinreißen lassen...
     
  5. schattn

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    Ich habe mich vielleicht falsch ausgedrückt. Das Wort "Detailplanung" stand lediglich in der Rechnung. Als Leistung habe ich diese NICHT erhalten (Und auch nicht darum gebeten). Wie schon oben geschrieben, handelte es sich um triviale Hinweise während der EnEV-Berechnung, die uns weder weiter brachten, geschweige denn zur Ausführung kamen. (Bsp.: Zu- und Fortluft der KWL nicht in einen Schacht legen... blabla)

    Unter Detailplanung verstehe ich z. B. die detailierte (wärmebrückenoptimierte) Vorgabe für den Fenstereinbau, etc.
     
  6. schattn

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    Davon gingen wir ursprünglich auch aus...



    Schön wärs! Das habe ich zusammen mit meinem Bauing. gemacht und bin mit den Vorschlägen aus dann auf ihn zugegangen. Ansonsten wäre das nie ein Passivhaus geworden...


    Das sehe ich auch so. Allerdings lag dieser Zusatzaufwand in einem sehr überschaubaren Rahmen. Wie gesagt: Das waren allgemeine Infos die uns weder weiterbrachten, noch von uns gefordert wurden.

    Ich bin immer davon ausgegangen, dass der Energieberater im Rahmen der EnEv-Berechnung auch, wie der Name schon sagt, in gewissen Umfang berät.

    Ich fühle mich einfach über den Tisch gezogen, da ich keinen Mehrwert aus dem Gespräch habe und nun wieder zahlen muss. Wo könnte man sich hier eigentlich beschweren?
     
  7. #6 saarplaner, 12. Juli 2011
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    ich verstehe hier die vertragliche Konstellation nicht.

    Du schreibst was von Hausbaufirma, deinem Bauingenieur, der Haus- und Hof-Energieberater der Hausbaufirma, usw..

    Wenn klar ist, auf welche Weise du das ganze angegangen bist (Planer/GÜ/GU/BT) kann man wahrscheinlich eher helfen.

    Generell ist der Preis für ne Passivhaus EnEV-Berechnung ja wohl ben schlechter Scherz! Für das Geld kann man sowas nicht mal ansatzweise schaffen.
     
  8. schattn

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    EnEV -> Energieberater
    Ausführung Hausbau (ohne Haustechnik) -> Hausbaufirma (Zimmerei, da Holzständerbau)
    Elektroplanung -> Ich
    Heizung-, Lüftungsplanung + Ausführung -> Installationsfachbetrieb


    Ja, nee ist klar.... Hatten auch mich 40.000 Euro für die EnEv-Berechnung gerechnet. Sorry konnte mir den Kommentar einfach nicht verkneifen...:mauer

    Die uns vorliegenden Angebote bewegten sich alle so zwischen 550 - 650 Euro für die EnEv-Berechnung.
     
  9. #8 saarplaner, 12. Juli 2011
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    OT: kein Problem! ich kann mir weitere Kommentare verkneifen!
     
  10. #9 Alfons Fischer, 13. Juli 2011
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    mal abgesehen von den Kosten:
    wie definiert Ihr den Begriff "Passivhaus"? Ich habe so leise Zweifel, dass das ein Passivhaus wird, wenn doch hierfür grundsätzlich erforderliche Planungsleistungen (PHPP, Wärmebrückenoptimierung etc.) nicht stattfanden...

    Oder baut Ihr ein Haus mit Passivhauskomponenten (wie es gelegentlich vorkommt), das aber eine kleine Zuheizung benötigt?
     
  11. schattn

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    So ist es. Wir verzichten hier (bewusst) auf eine Zertifizierung.

    Und somit entfällt die aufwändige Wärmebrückenberechnung...
     
  12. #11 kartoffelsack, 13. Juli 2011
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    Hallo;
    Ich bezweifle sehr stark das es sich um ein tatsächliches Passivhaus mit einem Endenergiebedarf Heizung von 15 KWh/m²*a handelt.
    Für ein Passivhaus sind eine wärmebrückenfreie Ausführung wie auch niedrige Wärmeverluste der Gebäudehülle (U-Wert ca. 0,15 W/m²*A) und der der haustechnischen Installationen Pflicht.
    Auch ohne Zertifizierung ist es unerlässlich das ein Passivhaus mit dem PHPP berechnet wird. Berechnung nach ENEV nutzt einem hier gar nichts.
    Eine Berechnung nach ENEV ist für ein Passivhaus nur im Zusammenhang mit der Beantragung von KfW-Mittel erforderlich , um einen bestimmten Effizienzhaus- Standard nachzuweisen.
    Um energetische Kennwerte im Zusammenhang mit einem Passivhaus zu Berechnen ist die ENEV nicht geeignet!

    freundliche Grüße
     
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  14. R.J.

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    Wärmebrückenberechnung und -optimierung ist keineswegs das Privileg zertifizierter Passivhäuser. Das kann sich auch in der ein oder anderen Sichtweise für ein 08/15 EnEV Haus lohnen.

    Die KFW akzeptiert m.W. auch Berechnungen ausschließlich mit PHPP weil:
     
  15. raaner

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    Und vor allem um den öffentlich rechtlichen Nachweis zu führen. Und ich denke um nichts anderes geht es hier.
     
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