Verändert sich Gipsputz nach Wasserschaden?

Diskutiere Verändert sich Gipsputz nach Wasserschaden? im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, wir haben vor 7 Jahren ein altes Haus (BJ 1925) saniert. Damals wurden auch die Innenwände neu verputzt (mit Gipsputz). Ende...

  1. Reen007

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    Hallo zusammen,

    wir haben vor 7 Jahren ein altes Haus (BJ 1925) saniert. Damals wurden auch die Innenwände neu verputzt (mit Gipsputz). Ende letzten Jahres hatten wir einen Aquarienschaden, das Wasser ist über einen längeren Zeitraum in der Estrichfuge versickert und dann an der Wand als aufsteigende Feuchte hochgekommen. Dieses Problem wurde behoben und eine Bautrocknung (Estrichabsaugung mit Bautrocknern und Folienzelt an der Wand) vorgenommen. Als die Firma abgebaut hat waren die Wände trocken. Jetzt eine Woche später sind die Wände im unteren Bereich ca. 10cm über Estrich trocken, darüber werden diese wieder feuchter. Nun zu meiner Frage, ich habe festgestellt, dass die Feuchte mit der Luftfeuchtigkeit zusammenhängt. Ist es möglich, dass der Gipsputz durch den Wasserschaden seine Eigenschaften ändert und verstärkt auf Luftfeuchte reagiert? Ich habe einen Teil vom Putz entfernt und im Ofen getrocknet. Danach war er lt. Widerstandsmessung trocken. (3x2x0,4cm). Nach einem Tag war er an der oberen Trockengrenze und hielt sich hier konstant über eine Woche. Nun wo die Luftfeutigkeit hochgegangen ist, ist auch die Bauteilfeuchte deutlich angestiegen. Ein analoges Verhalten stelle ich auch an der Wand fest. in den Fensterlaibungen kann ich direkt den Ziegel hinter dem feuchten Pütz messen, diese sind lt. Messgerät trocken. 1cm daneben ist der Putz feucht. Auch ist die Feuchtigkeit schlagartig aufgetreten. Soll heißen, dass sich der Putz schlagartig innerhalb von von ca. 2-3Stunden dunkler gefärbt hat. Es war keine aufsteigende Kante oder ähnliches ersichtlich. Interessant ist auch, dass das „Muster“ der Feuchte auf der Wand genau dem der damaligen Durchfeuchtung entspricht. Ich hoffe Ihr könnt mir ein paar Tipps geben.

    Vielen Dank vorab.

    Rene
     
  2. simon84

    simon84

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    Die Wand wird einfach noch nicht so 100% trocken sein wenn der Putz nicht entfernt wurde kann das locker 2 Jahre dauern
     
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  3. Reen007

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    Vielen Dank für die Rückmeldung. D.h. auch das kleine Putzstück ist auch nach dem Backofenaufenthalt nicht ausgetrocknet? Ist denn Gipsputz so schwer/aufwändig zu trocknen?
    Wäre dann die Empfehlung den Putz zu entfernen?

    Vielen Dank vorab.
     
  4. Manufact

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    Dies sollte die "Fachfirma", die die Trocknung vorgenommen hat beurteilen... :)
    Wie dick sind denn eigentlich die Wände - und - in welchem Geschoss ?
     
  5. Reen007

    Reen007

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    Hallo,

    Es ist das EG es sind 24cm Vollziegelwände und etwa 1,5-2cm Putz.
    Es soll auch die Firma beurteilen, allerdings konnte ich sie gestern nicht mehr erreichen und würde mir gerne auch ein eigenes Bild verschaffen. Zumal auch bei der Trocknung schon einige Dinge nicht ideal gelaufen sind. Suboptimaler Aufbau mit Nachbesserung auf mein Drängen und Verlängerung der Trocknung.

    Viele Grüße
     
  6. chillig80

    chillig80

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    Das Aquarium, Salzwasser?

    Bei hoher Salzbelastung kannst durchaus Probleme mit hygroskopischer Feuchte bekommen.

    Falls kein Salz, dann ziemlich sicher Wasser das noch in der Mauer ist und bei hoher Luftfeuchte nicht nach vorne hin abtrocknen kann.
     
  7. Reen007

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    Hallo,
    es war zum Glück ein Süßwasseraquarium. Es hört sich plausibel an, dass noch Feuchte in der Wand sitzt. Aber komisch ist trotzdem warum das Testputzstück so gut wie nicht trocknet, obwohl es so klein ist und von der Wand isoliert gelagert wird. Auch die Trocknung im Ofen hat anscheinend keinen nachhaltigen Effekt gehabt. Es war nur kurz trocken und ist dann wieder feuchter geworden. Entweder aus dem Kern , der allerdings bei nicht einmal einem halben cm dicke eher überschaubar sein dürfte oder eben aus der Raumluft. Auch trocknet das Putzstück nicht wirklich ab, obwohl hier definitiv kein Wasser nachkommt.
    Komisch ist ja auch, dass die Ziegel direkt hinter dem Putz (an den Laibungen) trocken sind und der direkt anschließende Putz feucht. Wir sprechen hier von Werten beim Putz von ca. 70digits bis 75 digits gemessen mit der Gann Hydromette Compact b. Am Ziegel direkt dahinter 29 digits.
    Das kleine separierte Putzstück messe ich mit einem Brennenstuhl Widerstandsmesser. Dieser zeigt aktuell 22%an. Die Wand hat 24%, also recht ähnlich im Vergleich. Bei der niedrigeren Luftfeuchte hatte die Wand/Putz ca.18% und das Putzstück 17%.
    Trocken sind lt. der Anleitung Werte bis 16,9% ab 17% Medium und ab 20% high.
    Direkt nach dem Ofen hat das Teststück 1% angezeigt, nach einigen Stunden im Raum 17% und das stabil eine Woche lang. Dann setzte starker Regen ein und die Luftfeuchtigkeit stieg an. ( 25Grad Temp und 35% rel Feuchte zu 55% bei gleicher Temp) Daraufhin stieg der Widerstandsmesswert des isolierten Teststücks auf die 22%. D.h. die Feuchte muss eigentlich aus der Luft aufgenommen worden sein. Der Putz an der Wand der keinen Wasserschaden genommen hat, zeigte hingegen durch die Luftfeuchtigkeitsänderung deutlich weniger bzw. keine Reaktion (8% zu 9%). Daher auch die Frage, ob Gipsputz, wenn er einmal richtig durchnässt war seine Aufnahmefähigkeit für Luftfeuchte ändert?
    Noch als Zusatz, in den Laibungen waren Rigipsplatten verbaut, die die Trocknungsfirma entfernt hat, mit der Aussage, dass Rigips praktisch aussichtslos zu trocknen sei. Rigips ist doch aber auch Gips, also ähnlich wie der Gipsputz, oder nicht? Warum wird hier unterschieden? Werde ich morgen mal in Erfahrung bringen, aber vielleicht weiß ja hier jemand Rat.
    Vielen Dank vorab.
     
  8. Manufact

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    Wiederaufnahme des Kristallwassers?
    Beim starken Erhitzen von Gips verliert dieser sein Kristallwasser.
    Anscheinend nimmt er dieses aus der Umgebungsluft relativ schnell wieder auf.

    Rigips
    Hier hat die Firma fachlich korrekt gehandelt.
    Nasser Rigips hat eine hohe Wahrscheinlichkeit schnell Schimmel zu bekommen.
     
  9. Reen007

    Reen007

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    Nimmt Gips dann nach einer Durchfeuchtung evtl. mehr Kristallwasser auf als vorher? Da die Feuchte-Werte deutlich über denen des nicht durchfeuchteten Gipses liegen.

    Das mit dem Rigips leuchtet ein. Danke
     
  10. Manufact

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    Für diese Fragen am Besten an den deutschen Gipsverband wenden :)
     
  11. chillig80

    chillig80

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    Kristallwasser ist chem. in den Gipskristalken gebunden und wird dir bei der Feuchtemessung nicht angezeigt. Du bist da auf dem Holzweg. Dass Du das kleine Stückchen Gips ganz oder teilweise „gebrannt“ hast kann sein, dann wäre es jetzt erstmal hygroskopisch bis es wieder abgebunden hat. Das ist aber an der Wand nicht passiert und von daher kommt mir das nicht plausibel vor.

    Die Frage ist woher das Wasser kommt. Hygroskopische Feuchte, Kondensation oder Rest des Wasserschadens aus der Wand. Ich tippe auf Rest aus der Wand weil alles andere in der von dir beschriebenen Situation höchst kurios wäre.

    Ausserdem kannst die Digits von Mauerwerk und Putz nicht direkt vergleichen, die Wunderkugel funktioniert anders. Wie sieht denn der Vergleich „Putz Bereich Wasserschaden zu Putz irgendwo anders“ aus?
     
  12. Manufact

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    Sorry Chillig80.
    "Direkt nach dem Ofen hat das Teststück 1% angezeigt, nach einigen Stunden im Raum 17% und das stabil eine Woche lang. Dann setzte starker Regen ein und die Luftfeuchtigkeit stieg an. ( 25Grad Temp und 35% rel Feuchte zu 55% bei gleicher Temp) Daraufhin stieg der Widerstandsmesswert des isolierten Teststücks auf die 22%. "

    Deshalb sind diese Messwerte durchaus möglich.

    Bezüglich der Wand stimme ich Dir zu.

    Wenn zu kurz und zu schnell getrocknet, kann es zu einem kapillarem Abriss gekommen sein.
    Deshalb auch meine Weiterleitung an die Firma.
     
  13. chillig80

    chillig80

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    Jo, was die Messwerte an der Wand mit Kristallwasser zu tun haben geht mir trotzdem nicht in den Kopf. Ist als ob man behauptet das Hydratwasser im Beton sei „Feuchte“.

    Das Wasser das die erhöhte Feuchte hervorruft muss irgendwo herkommen und dass Gips durch einen (salzarmen) Wasserschaden hygroskopisch würde wäre mir vollkommen neu. Und jetzt bleibt nicht mehr viel, Kondensat und Rest vom Wasserschaden, mehr fällt mir nicht ein.
     
  14. Manufact

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    Nochmal:
    Sehe ich genauso, deswegen der Verdacht auf kapillaren Abriss und jetzt wieder "einfließen" der tatsächlichen Restfeuchtigkeit in die vorher oberflächlich getrockneten Bereiche.
     
  15. #15 Reen007, 14.07.2019 um 23:00 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 14.07.2019 um 23:12 Uhr
    Reen007

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    Hallo, vielen Dank für die Antworten. Der Putz im trockenen Bereich zeigt im Schnitt 40digits an. Im Schadensbereich haben wir je nach Luftfeuchtigkeit 60-75digits an gleichen Stellen wiederholbar gemessen (Unterschied lediglich 35% relative Feuchte zu 55% relativer Luftfeuchte bei gleicher Temperatur). Und der Putz fühlt sich ab ca. 50% rel Luftfeuchte auch feucht an und ist deutlich dunkler. Vorm Trocknen kamen wir von dauerhaften 95er Werten.
    Bei welchen Temperaturen würde man denn den Gips „brennen“?
    Wie lange läuft denn erfahrungsgemäß so eine Trocknung bei Gipsputz und Vollziegel, sofern man hier überhaupt einen Richtwert geben kann? Bei uns liefen die Trockner und Sauger 4 Wochen. Dann wurden Messungen gemacht (mit oberflächlichen einsteckelektroden und das ganze für beendet erklärt). Das war vor einer Woche (direkt nach dem Abbau hatte ich 45er Werte , seitdem stiegen die Werte dann auf das 60er Niveau und blieben dort, bis die Luftfeuchtigkeit am Freitag anstieg.

    Vielen Dank vorab.
     
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