Verband privater Bauherren sinnvoll?

Diskutiere Verband privater Bauherren sinnvoll? im Bauen mit Architekten Forum im Bereich Architektur; "mmmh" Hallo Herr Kugel . Was bitte hat mein Berufsstand in den letzten Jahren getan, dass sich Bauwillige heute erst mal ins Internet stürzen...

  1. Josef

    Josef Bauexpertenforum

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    "mmmh"

    Hallo Herr Kugel
    .
    .
    • der Architekt darf keine Werbung betreiben (!)
      .
    • der Architekt kann keinen Festpreis anbieten (!)
      .
    • die Architekten wollen sich in den Bauten verwirklichen (!)
      .
    • jede höher die Baukosten desto höher das Honoar ... sprich Architekten wollen ned sparen (!)
      .
    • den Architekten wird auch "aroganz" nachgesagt (!)
      .
    • uswusf.
    .
    genau das kommt immer wieder raus wenn sich die Leute rechtfertigen nicht mit Architekten zu bauen.
    .
    ich seh das so:
    .
    in den Medien werden wir regelrecht mit Werbung erschlagen und dumm gemacht, es wird mit Rabatten um sich geworfen, ... "nein" der Ursprungspreis zählt schon lange nimmer ... sondern die Rabatthöhe ... je höher dieser Rabatt desto mehr wird man ermudigt zu kaufen ... 50% Rabatt klingt allemal besser wie 3% Skonto (!)
    .
    in diesen Medien werden auch Häuser bzw. Hausbausätze etc. angeboten, zb. 50.000.- Euro ab Kellerdecke ... da träumt jeder von ... "ABER" wer je mal ne Küche gekauft hat wird wissen daß er beim Endpreis dann aufgewacht ist (!)
    .
    die heutige Generation von Bauherrn wünscht den Endpreis bereits vor Auftragsvergabe ... das war früher mal anderst ... heute ist das kein Steckerl besser wie früher ..."nur" Verkaufsgewohnheiten sind anderst geworden ... heute wird zuerst mal unterteilt ein Haus (sozialer Wohnungsbau) ab OK Bodenplatte zum Preis X ... Angeboten wird billigst zum Festpreis (genau den will diese Generation von Bauherrn) ... danach schnell ne Unterschrift unter den Festpreis und dann haben wir schon unser Stück Haus ... und wenn´s presiert gleich die Nachträge für dieses Haus im Briefkasten ... bei der Vergabe des Keller geht´s dann schon läescher zur Sache ... hier gibt´s meist keinen Wettbewerb mehr ... auch Marktpreise interesieren keinen mehr ... Angebot pi mal Daumen und wenn dann die Baugrube geöffnet ist nochmal nen fetten Nachtrag für nen steifen Kasten bzw. ne Weisse Wanne (!) ... die Entrechnung lauten dann: "Haus zum Festpreis "X" samt Nachträge "Y" plus Keller "Z" mit Nachträgen "w" = "oweh oweh"
    .
    Früher ging mal zum Architekten, der hat die Wünsche aufgenommen und die Baukosten hinsichtlich Geldmittel und Wünsche auf Einklang gebracht.
    .
    Mit dieser "neuen" Art der freihändigen Vergabe ... "oder" soll ich teilweise Leichtsinn schreiben ??? ... brauchst nen anderen Partner zur Seite als den Architekten ... da bleibt dann nimmer viel ... redschaffende Bauträger gibt´s auch genug "aber" bestimmt genauso viele schwarze Schafe unter ihnen ... drum wird man m.e. nach immer mehr dieser Bauherrn im Internet finden (!)
    .
    darum wird man auch immer mehr dieser Qualitätssicherer, Bauherrenbetreuer etc. finden ... "aber" ob die auch qualifiziert ... sprich fachkundig sind steht auf einen ganz anderen Blatt (!)

    + Gruß
    .
     
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  3. #22 C. Schwarze, 15.01.2006
    C. Schwarze

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    [*] jede höher die Baukosten desto höher das Honoar ... sprich Architekten wollen ned sparen (!)


    Dieser Punkt sticht besonders bei öffentlichen Bauten ins Auge, insbesondere wenn darüber in Zeitungen gepaart mit Punkt 3 und 5 berichtete wird.
    z.B. MartA in Herford
     
  4. Josef

    Josef Bauexpertenforum

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    dazu kann ich "dir"

    auch ein paar Takte flüstern (!)
    .
    Öffentlich Vergabe = die suche nach den billigsten Heuler wurde aufgenommen ... schau mal wieviele einheimische da zum Zuge kommen das liegt daran daß:
    .
    a.) heimische Betriebe gar ned so verforen sein können wie das von Nöten ist (!)
    .
    b.) heimische Betriebe ned mit der VOB unter dem Kopfkissen schlafen (!)
    .
    im Klartext es wird jemand gesucht der ned die Preise in das Angebot eingibt ... sondern das Angebot in "alle" Einzelteile zerlegt um zu sehen wo er Kohle machen kann ... und dann gibt man ab ... der billigste gewinnt stets (!) ... und dann zockt man bei den Nachträgen richtig ab ... die meisten traun sich doch gar ned den Nachträgen zu wiedersprechen ansonsten müssten sie Fehler in der Ausschreibung zugeben ... da wird voll in die vollen gegriffen ... als einheimischer müsst man sich schämen mit diversen Nachtragshöhen (!)
    .
     
  5. #24 VolkerKugel (†), 15.01.2006
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    Hallo Herr Thalhammer
    und vielen Dank, das hat richtig gut getan!

    Der Architekt kann zwar keinen Festpreis anbieten aber dafür sorgen, dass die Kosten der Sonderwünsche während der Bauzeit (lassen wir mal die Fertighäuser weg) im Rahmen der EP-Verträge bleiben.

    Der Architekt will sich in den seltensten Fällen in einem Einfamilienhaus (und darüber reden wir ja hier) verwirklichen. Dafür hat er seine Wolkenkratzer.

    Der Architekt ist in der Regel bereit, mit dem Bauherrn - nach Klärung der Bauaufgabe - ein Pauschalhonorar zu vereinbaren.

    Wenn ein Architekt "arrogant" auftritt ist er blöd und verdient es nicht besser.

    Übrigens Danke für den Hinweis auf dieses Forum
    und Gruß nach Bayern.
     
  6. Josef

    Josef Bauexpertenforum

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    "plus"

    der Architekt prüft die Massen und sagt (schreibt) dann dem Bauherrn wieviel er zu bezahlen hat ... bei den "x" mal "y" Vergaben kannste "nur" abnicken zahlen und hoffen das es der Unternehmer ehrlich mit "DIR" meint ... ich könnt euch da die tollsten Horrorgeschichten erzählen ... "aber" die wollt Ihr ja ned hören weil Ihr sagt des betrifft euch doch eh ned ... oder etwa doch ??? :winken
    .
     
  7. Josef

    Josef Bauexpertenforum

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    OT @ Volker

    ich nenn Dich einfach mal beim Vornamen.
    .
    .
    Willkommen im Forum, du wirst schnell merken daß viele Kollegen (Architekten) und gleich gesinnte (redschaffende Bauträger und Handwerker) im Forum bei diesem Thema am gleichen Strang ziehen (!)
    .
    + Grüße aus Bayern
    .
     
  8. #27 C. Schwarze, 15.01.2006
    C. Schwarze

    C. Schwarze

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    @Josef
    Es ist DIE Wirkung auf die Öffentlichkeit, bzw. die Bauherren, die ich damit meinte. Ein Artikel in einer Zeitung an einem Tag erreicht mehr Menschen, als man denken möchte.
    ... obwohl, wenn ich die Aussagen bedenke, ab wann einer erst aufstehen möchte... brauche ich keine Zeitung mehr.
     
  9. Josef

    Josef Bauexpertenforum

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    abropo Wirkung

    ... neulich hab ich gelesen Saturn und dem Media Mark wollen sie an den Kragen, weil sie stets mit Rabatten um sich schmeißen und nachweislich samt Rabatten teurer sind als andere Fachbetriebe "ohne" Rabatte (!) ... und dennoch stehn sie weiter Schlange wenn die wieder in´s Werbehorn blasen (!)
    .
    50% auf alles klingt halt einfach sooooo tooooooll :respekt :irre
    .
     
  10. SE

    SE

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    sapere aude
    Bauleitung

    Bei uns war's so:

    Bauleitung
    - für ein Doppelhaus 1800€ / Monat, begrenzt auf 7 Monate
    - inkl. Ausschreibungen, Auftragsvergabe, Rechnungsprüfung
    - Beide Haushälften nahezu identisch

    Bauablauf
    - kein Kommentar
    - Kostenüberschreitung ca. 48 K€ (ohne goldene Wasserhähne)
    - teilw. erhebliche Mängel, nicht beseitigt

    Und da der "Profi" sicherlich noch mitliest möchte ich ihn gerne zitieren:

    "Man trifft sich immer zweimal im Leben" :winken



    @J.T.
    .......Saturn und dem Media Mark wollen sie an den Kragen.....
    Media Markt gehört zur Saturn Media Holding.. - will heissen, die beiden gehören zusammen :D


    Viele Grüße

    S.Eschbaumer
     
  11. #30 Nordlicht, 16.01.2006
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    Erstmal Euch vielen Dank für die vielen nützlichen Beiträge und Meinungen!!!
    Ich bin ja nicht auf einen GÜ festgenagelt und deshalb konsequenter Architektenverweigerer - ganz und gar nicht...
    Bisher bin ich nun soweit, dass es entweder der GÜ wird, dann aber mit unabhängigem Bausachverständigen und vorheriger Prüfung der Baubeschreibung durch Anwalt/Gutachter. Oder aber der mir empfohlene Architekt, mit wir nun morgen einen Termin haben. Und wenn der nicht arrogant ist (am Telefon war er sehr freundlich) sondern kompetent und sich auch zu einem pauschal Preis für seine Leistungen äußern kann und das Ganze im Rahmen unseres Budgets liegt, wären wir geneigt, auch ihm den Zuschlag zu geben, weil er nämlich sozusagen direkt neben der Baustelle wohnt und außerdem gleich gegenüber auch schon baut.
    Dass man als Bauherr irgendwie auch seine Mäuse zusammenhalten muss, ist doch klar und keine böse Absicht...Ich meine, ich muss das Ganze doch irgendwie kalkulierbar halten, mangels Dukatenesel auf der Wiese. Nur am falschen ENde sparen habe ich bestimmt nicht vor.
     
  12. #31 VolkerKugel (†), 16.01.2006
    VolkerKugel (†)

    VolkerKugel (†)

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    @nordlicht

    Hier noch eine kleine Entscheidungshilfe pro Architekt:
    Wenn Euch während der Bauzeit noch Änderungen einfallen, lassen die sich mit dem Architekten wesentlich preiswerter realisieren.

    Und noch eins (Zitat Bundesrechnungshof):
    "Bauen mit GU/GÜ ist zwischen 15 und 25% teurer als bei Einzelvergaben."

    Und zum Schluss:
    Der GU/GÜ arbeitet mit seinen Firmen, auf die Ihr keinen Einfluss habt. Beim Bauen mit Architekt könnt Ihr Euch die Firmen nach Angebot und Schönheit aussuchen (Merke: es ist ein gewaltiger Unterschied zwischen "billig" und "preiswert".

    Grüße an die Nordsee . Volker Kugel
     
  13. WA__

    WA__ Gast

    zur Ergänzung - Architekt

    ich möchte noch etwas ergänzen:
    Wenn man klassisch mit Architekt bauen möchte, sollte man darauf achten, dass man nicht auf einen Architekten hereinfällt, der ein Haus über seine eigene Hausbau-GmbH (in der er als Geschäftsführer auftritt) schlüsselfertig zum Festpreis anbietet. Dann ist man nämlich dann doch bei einem Bauträger gelandet... (auch wenn der Geschäftsführer Architekt ist und als freischaffender Architekt eingetragen ist)
    Ich weiß..."die dürfen das doch gar nicht". Klar, aber geben tut´s sie trotzdem. (eigene Bauherrenerfahrung)

    Grüße
    WA
     
  14. Bruno

    Bruno

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    Auch zur Ergänzung

    Architekten dürfen schon, nämlich mit eigener GmbH als Bauträger auftreten. Was sie nicht dürfen: gleichzeitig als "freier Architekt" firmieren.

    Die Firmierung als baugewerblich tätiger Architekt ist dagegen erlaubt, auch die ganz normale Architektentätigkeit für Kunden neben der Bauträgertätigkeit für andere Kunden.

    Nicht erlaubt im Übrigen: makeln, Finanzierungen vermitteln
     
  15. #34 Baufuchs, 16.01.2006
    Baufuchs

    Baufuchs Gast

    Kann auch bei Ausschreibung

    voll danebengehen.

    Der Bau mit einem seriösen GU/GÜ wird keineswegs teurer als der "klassische Weg" mit Architekt/Ausschreibung/Einzelvergabe.

    Einzelvergabe hat u.a. den Nachteil, dass eine Handwerkerkombination ans Werk geht, die u.U. noch nie zusammengearbeitet hat. Da ist dann der Architekt mit einer guten Bauleitung gefragt.

    P.S. Ketzerische Frage:
    Warum stellt sich ein Bundesligatrainer nicht vor jedem Spiel die Mannschaft neu zusammen?
     
  16. #35 Nordlicht, 16.01.2006
    Nordlicht

    Nordlicht

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    Anschlussfrage

    Eine bestimmte Truppe ortsansässiger Unternehmer von Rohbau/Trockenbau/Dachdecker/Sanitär/Elektro und Co. haben nach Bekanntenauskunft mehrfach eine sehr gute Zusammenarbeit unter Beweis gestellt. Wenn ich der Meinung bin, dass ich mit genau dieser Konstellation gern bauen würde, kann ich dann den Archi (der im Übrigen bereits genau in dem betr. Neubaugebiet mit genau dieser Konstellation baut) bitten, eben diese Firmen zu beauftragen, bzw. nur von denen ein Angebot einzuholen? Würde das nicht eine Menge Arbeit für den Archi sparen (und mir ein wenig Geld?)? Oder tut man sowas nicht...
     
  17. Uli R.

    Uli R.

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    Letztlich beauftragt der Bauherr die Firmen, hat demzufolge bei der Vergabe zu entscheiden.

    Warum man aber zugunsten einer Seilschaft von Firmen, von denen man mal gehört hat sie hätten angeblich dies und das..., die Vorteile einer Vergabe nach Ausschreibung herschenken will ist mir unklar.
    Dabei lässt sich auf jeden Fall mehr sparen als der Architekt kostet für diese Leistungsphasen.
     
  18. #37 BTopferin, 16.01.2006
    Zuletzt bearbeitet: 16.01.2006
    BTopferin

    BTopferin

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    Schließe mich WA an... Ist ganz ähnlich wie bei mir.

    "Rechtlich" gesehen, mein Bauträger = Frau und Schwager vom Archi. Der Archi ist "freier Architekt" (auch so eingetragen) und war eigentlich nur theoretisch "bauleitender Architekt" für mein Haus. Trotz dass er ortsansässig ist, der war so gut wie nie hier. In Wirklichkeit ist "meiner Archi" der Bauträger --- also bloß nicht auf Papier. Schlimm!!! Alles läuft über ihm. Beim Notar: nur "Archi" anwesend . Vor Gericht: nur "Archi", obwohl mein Rechtstreit mit BT war.... ("Vollmacht" von seiner Frau :deal) So ein Archi ist kein "richtiger" Archi sondern Bauträger..... und in meinem Fall auch m.M.n. Betrüger. :mad:

    Grüße
     
  19. WA__

    WA__ Gast

    Genau das meinte ich auch. Zumindest ein derartiger Fall ist mir bekannt: ein als "freischaffend" eingetragener Architekt ist Geschäftsführer einer Bauträger-GmbH (Eigentümerverhältnisse der GmbH sind mir allerdings nicht genau bekannt)
    Und das wird bestimmt nicht der einzige Fall dieser Art sein.

    Gruß
    WA
     
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  21. #39 VolkerKugel (†), 16.01.2006
    VolkerKugel (†)

    VolkerKugel (†)

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    @Baufuchs
    Auch der seriöse GU/GÜ muss leben. Mit eigenen Leuten deckt er in der Regel höchstens 1-2 Gewerke ab - die restlichen muss er genauso "einkaufen" und daher neben seinem Gewinn einen gewissen Risikozuschlag in seinen Festpreis mit einkalkulieren.

    Ich habe lange genug immer mal wieder für einen seriösen GÜ gearbeitet und weiß auch, wie´s bei Sonderwünschen (die unweigerlich kommen!) funktioniert:
    Ich kalkuliere die Kosten und der GÜ schlägt 25% drauf. Fertig.

    Meinen Vorrednern gebe ich Recht: "Finger weg von sogenannten freien Architekten mit der GmbH im Hinterzimmer."
    Das Problem bei uns "richtigen" freien Architekten ist doch, dass wir keinen Festpreis garantieren dürfen (dafür sind wir in der Regel auch nicht versichert).

    Wenn´s richtig läuft (lassen wir mal die Negativ-Beispiele oben als Ausnahme gelten) ist das Verhältnis Bauherr/Architekt eine auf gegenseitigem Vertrauen basierende "Ehe auf Zeit".
    Und wenn´s in der Gegend eine gewerkeübergreifende "Bautruppe" gibt, sollte man ruhig darauf zurückgreifen. Ich bin immer wieder froh, wenn ich mit meiner über Jahre bewährten Mannschaft (von einem Bauherrn spöttisch-respektvoll "Kugel-Mafia" genannt) zusammenarbeiten kann. Die kennen sich, da gibt´s keinen Streit um den Kran oder das Gerüst oder Lagerplätze oder oder (und die wissen, wie ich´s haben will).

    Auf Ausschreibungen aber bitte auf gar keinen Fall verzichten. Leistungsverzeichnisse muss der Architekt sowieso für jedes Gewerk erstellen und die sollte man auch ruhig rumschicken. Auch um bei den Verhandlungen mit der gewünschten Mafia etwas in der Hinterhand zu haben (und ... Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser).
     
  22. #40 Calimero, 18.01.2006
    Calimero

    Calimero

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    ..so würde ich es das nächste Mal machen...

    Hallo,

    hier kurz meine Erfahrungen:

    Bau mit BT und baubegleitender SV von einem hier mehrfach genannten Verein der bei Beauftragung einen sehr guten Eindruck auf mich gemacht hat.

    Ergebnisse können hier ja zum Teil verfolgt werden. Die Foto´s sind Foto´s der Begehungen mit dem SV.

    Erstes Problem:

    Meine Zahlungsbereitschaft für Begehungen war während der Bauzeit viel zu gering, sodaß wir nur 4 Begehungen durchgeführt haben.

    Die Frage ist, war das ein Fehler ?

    Der SV war jeden Euro Wert, da er Mängel gefunden hat, die zum Teil auch beseitigt wurden und uns jede Menge Ärger erspart haben.

    Aber

    Der nächste SV hat dann erklärt, was der erste alles hätte sehen müssen und verbummelt hat, was jetzt zu wirklichen Problemen führt.

    Nicht alle Mängel , die vom SV bemerkt und dargestellt wurden, wurden so behandelt, wie man es sich als Kunde wünschen würde.
    Gegengutachter macht zum Teil Falschaussagen; kein Problem, kann man hinterher klären, aber eben nicht sofort und bis dahin ist wieder jede Menge drübergefuscht.

    Auch gab es Falschaussagen des Bauleiters gegenüber dem Gutachter, der sich dann natürlich mit den Aussagen zu den "beim letzten Mal mangelhaften und jetzt erledigten Gewerken" zufrieden gab - sonst hätte er den halben Bau ja wieder auseinandernehmen müssen.
    Und heute weiss ich: Lügen sind keine Mängel.

    Die Schmerzgrenze des BT war mit den 4 Begehungen eigentlich auch sichtlich erschöpft und er hat regelmäßig betont, dass er dazu nicht verpflichtet ist...

    Fazit:

    bei dem BT wären mehr Begehungen nicht möglich gewesen und hätten sicher auch nicht zu einem deutlich besseren Ergebnis geführt.

    Heute erkenne ich dank einiger Foren und Bücher viele Schwachstellen und kann in Teilbereichen sehen, wo gepfuscht wurde und wo sich jemand Mühe oder Gedanken gemacht hat oder einfach sein Handwerk versteht.


    Ich habe im Moment allerdings keine Lust mehr mich noch einmal in diesem Tretminenfeld Neubau zu bewegen um vielleich von ein paar der bitteren Erfahrungen zu profitieren

    Wenn ich es noch einmal so in ferner Zukunft angehen würde, würde ich nach Detaillösungen von kritischen Ausführungen fragen, bei denen ich mich in Foren oder bei Herstellern vorher informiere, würde nach Referenzobjekten möglichst in unterschiedlichen Bauphasen fragen, mir einen SV greifen und dort eine "Begehung " durchführen.

    Wenn die Hardfacts Abdichtungen, genaue Baubeschreibung, schriftliche Beantwortung der von mir gestellten Fragen, die als Anlage in den KV aufgenommen werden... in Ordnung sind, dann würde ich kaufen, einen SV baubegleitend beauftragen, um die überall auch bei bestem Willen der Beteiligten auftretenden Unklarheiten zu klären und gut. Den Umzugstermin würde ich erst nach Abnahme festlegen incl. der Kündigung oder Hausübergabe. Schlimmstenfalls steht eine Bude dann halt eine Weile leer.

    Unser BT baut natürlich noch mehr Häuser, wo zum Teil bei identischen Häusern und immer noch denselben Mängeln ebenfalls SV´s durchsausen.
    Im Vergleich zu den anderen SV´s lag unserer eher im vorderen Feld. Von der Konkurrenz, die mit T.. anfängt habe ich einen guten und viele richtig schlechte SV´s erlebt.

    Nehmen wir jetzt also mal 50 Häuser die mit geringfügig unterschiedlichen aber üblen Mängeln erstellt wurden (Keller undicht Fenster falsch eingebaut, Dachaufbau falsch, Mauerwerk bedenklich und Putz, Estrich... immer völlig falsch ausgeführt und mangelhaft), dann kann man sagen, es gab vielleicht 10 SV´s - meist nur zur Abnahme - mehr als 4 Begehungen hat keiner gemacht - wenn wir die entdeckten Mängel aller Gutachter zusammentragen, finden wir diese bei allen Häusern wieder, kein SV hat alles gefunden und die SV´s waren sehr unterschiedlicher Meinung, ob eine Ausführung denn jetzt mangelhaft ist oder nicht. keiner hat alles gefunden.
    Wenn es relativ eindeutig war und der SV in diesem Bereich gerade Erfahrung hatte oder lesen konnte oder wollte, dann wurde etwas verfolgt, sonst nicht.

    Wenn also endlich Einigkeit besteht, dass ein Gewerk mangelhaft ausgeführt ist und der arme Käufer sich gerade mal wieder ein wenig in Sicherheit eines Teilsieges glaubt, dann lernt er, dass er überhaupt kein Mitspracherecht bei der erten Mangelbeseitigung hat.
    Der BT schickt dieselben Jung´s, die´s vorher verpfuscht haben. Die haben jetzt aber immer noch keine Planung und keine Ahnung und sehn, was sie mit Silikon PU Schaum und Acryl so hinbekommen. Meist wird dabei ein Anschlussgewerk in Mitleidenschaft gezogen oder mal wieder einfach geschlampt, gekleckert, dreckig gemacht und geschimpft. Der Wortschatz dieses Klientel ist nicht sehr Ideenreich.
    Also wieder beim Bauleiter melden, möglichst ruhig bleiben und berichten, um wieviel länger die Mängelliste beim letzten Nacherfüllungsversuch geworden ist. Der sagt dann, sie sind aber auch extrem pingelig aber das ist kein Problem, ich schicke eine Putzkolonne zum Putzen, einen Maler, um die vom ungeschickten Werkzeugkoffertragen angeschlgenen Wände neu zu Streichen und einen Bodenleger, der das verkleckerte Parkett wieder richtet.
    Wenn man damit durch ist (klappt alles nicht beim ersten Versuch), dann ordert man wieder den SV, um das eigentliche zur Mangelbeseitigung gedachte Gewerk begutachten zu lassen. Der ist mit der Ausführung nicht zufrieden, es wurde in der Regel auch nicht so ausgeführt, wie er vorgeschlagen hatte.
    Jetzt denkt er nach, ob man das so durchgehen lassen kann, weil es bei einem weiteren Versuch vermutlich nicht wesentlich besser wird und weitere Gewerke versaut werden oder ob es wirklich wichtig ist und eine Ersatzvornahme anstrebt wird.
    Die Möglichkei dazu hat man dann auch theoretisch irgendwann, davon rät aber dann der Anwalt ab, wegen der betroffenen Anschlussgewerke.

    Also Urlaub machen neuen Kampfgeist sammeln und sich fragen, ob man besser mit dem Mangel leben kann, ihn heimlich selbst beseitigt oder beseitigen lässt ohne das der BT etwas davon merkt - wegen der Anschlussgewerke oder man lässt die Pfuschkolonne mal wieder über sich ergehen.



    Also:

    Wenn ich ganz sicher bin, dass ein Untenehmen mit derselben Kolonne weiterbaut, wie bisher und Referenzbauten in unterschiedlichen Phasen mit SV besucht werden können und einen guten Eindruck machen, dann würd ich noch mal was kaufen. Die Ausführungsqualität ist immer gleich entweder immer gut, immer durchschnittlich oder immer schlecht. Da kann man sich dann auch bei den folgenden zu bauenden Häusern drauf verlassen.

    Wenn ich einen Architekten finde, der mir den ganzen Kram zuverlässig abnimmt, ist der sein Geld immer Wert und bei guten Architekten mir eingespieltem Team geht sicher auch nicht ganz so viel schief, wie beim BT, der sich bei 100 Häusern natürlich schon freut, wenn er an einem Haus auch nur unsinnige 500 Taler spart, die man als Käufer gern draufgezahlt hätte, wäre man gefragt worden.

    Noch etwas hab ich gelernt: Um Preise zu feilschen ist im Baubereich nicht eine der größten Tugenden, sondern ein glattes Eigentor. Man kann alle Gewerke auch immer etwas weniger genau oder billiger ausführen.
    Wenn man nicht bereit ist eine Leistung zu bezahlen, dann darf man sich nicht wundern.
    Ein guter Handwerker sagte einem auch nach Vertragsabschluss, wo es Ausführungsunterschiede gibt und was das kostet. Er gibt noch Handwerker, die sich freuen, wenn man Ihre Arbeit würdigt und auch bereit ist, eine ordentliche Arbeit ordentlich zu bezahlen. Die Sachen, die auf den ersten Blick bei Beauftragung etwa das 3 Fache gekostet haben und von uns beauftragt wurden, waren im Vergleich zu Billigangeboten der Bekannten und Nachbarn nicht wirklich teurer. (Zum Beispiel unsere Pflasterarbeiten andere Steine, anderer Unterbau...unserer hält noch ohne Fahrspuren)
    Gute Handwerker fragen sogar nach, wenn mal etwas nicht ganz gerade geworden ist, ob sie es noch einmal machen müssen. Wenn man dann mal alle 5 e gerade sein lässt, geben sie sich beim nächsten Gewerk dann sogar etwas mehr Mühe. Diese Spezies scheint allerdings etwas vom Aussterben bedroht. Ich hoffe, ich finde noch ein paar Exemplare dieser Spezies, um den Rest unserer Mängel beseitigen zu lassen.
     
Thema: Verband privater Bauherren sinnvoll?
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