Verlorene Schalung

Diskutiere Verlorene Schalung im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; .... und weiter gehts mit meinen Anfängerfragen. Bei meinem Anbau hat der Baubetrieb für den Ortbetonstreifen rund um die Spannbetondecke des...

  1. gruenberg

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    .... und weiter gehts mit meinen Anfängerfragen.

    Bei meinem Anbau hat der Baubetrieb für den Ortbetonstreifen rund um die Spannbetondecke des Kellergeschosses eine sogen. verlorene Schalung aufgebracht - aus EPS im leuchtenden pink.

    Jetzt frage ich ganz dumm: Die Schalungshülle ist 6 cm dick. Wenn nun danach die 24 cm KS-Steine draufgemauer werden, dann stehen die ja quasi 6 cm in der Luft und höchstens 18 cm auf. Da soll dann aber schon noch eine weitere Etage mit Spannbetondecke und dann noch das Dach drauf.

    Ich habe dabei ein seltsames Gefühl oder ist das mehr als normal....?

    Danke mal wieder

    Mela Grünberg
     
  2. SIL

    SIL

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    Ich nehme an das ist das Deckenband - Dämmung der Deckenebene. Das ist auch erforderlich und notwendig.
    Ein 1/3 Versatz ist bei 'normalen Bauten' ohne grossen rechnerischen Nachweis möglich, 2/3 Auflage der Tiefe des KS ist völlig ausreichend, bei Ihren Gebäude, wenn ich mich recht errinnere bei Ihren Geschossen und der Höhe würde bei Verwendung von KS auch noch eine geringere Auflage möglich sein, sie hatten doch den 'schweren KS'? 20er?
     
  3. gruenberg

    gruenberg

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    Danke SIL

    Nein, hier kommen Plansteine mit Basis-Druckfestigkeitsklasse 1,4 zum Einsatz. Die Lasten sind schon recht massiv. Je 20 cm Spannbetondecke über Keller, über EG und als Dach.

    Daher hinterlässt es bei mir schon ein ungutes Gefühl, wenn die 24er KS-Steine (auf denen noch eine weitere Etage und 2 Spannbetondecken stehen) 6 cm in der Luft bzw. über der EPS-Platte hängen. Aber wenn das völlig normal ist, dann bin ich ja (mal wieder) beruhigt...

    Dämmung der Deckenebene soll das übrigens nicht sein. Ich habe ja KS und es kommt hinterher sowieso ein WDVS dran. Es soll tatsächlich die Schalung für die Einbringung des Ortbetonstreifens mit Ringanker sein.

    Liebe Grüße
    Mela
     
  4. Fabian Weber

    Fabian Weber

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    Spannbeton wirklich? Wahrscheinlich eher eine normale Stahlbetondecke, oder?
     
  5. gruenberg

    gruenberg

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    Nein, es sind tatsächlich 20 cm dicke Spannbetondecken. Jede Decke (über KG, EG und OG) besteht aus 3 Spannbetonelementen.

    Wieso? Ist gegen Spannbeton etwas einzuwenden? Es schien bei 7m Stützweite eine gute Lösung zu sein...
     
  6. Fabian Weber

    Fabian Weber

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    Nein ist gar nichts gegen zu sagen, kommt nur nicht so oft vor.
     
  7. SIL

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    Ist dem Fabian halt nicht so geläufig, aber diese vs Massiv Filigran plus Ortbeton, bringt schon eine deutliche Gewichtsersparnis und auch eine etwas größere Spannweite und andere geometrische Formen sind bei Bedarf möglich.
     
  8. gruenberg

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    Ich muss das aber doch nochmal hinterfragen mit diesem Überstand der Mauersteine.

    Die besagten 1/3 Überstand ohne statische Prüfung habe ich nur gelesen für nicht tragendes Vorsatzschalenmauerwerk aus KS. Sonst nirgends. Bei mir geht es ja aber um das tragende Mauerwerk.

    Oder wo finde ich diese 1/3-Freifahrtsschein-Regelung?

    Und nochmal zur Deckenranddämmungsschalung - geniales Wort übrigens.

    Das macht doch bei KS+WDVS nun wirklich überhaupt keinen Sinn, oder?

    Grüße

    Mela
     
  9. #9 SIL, 15.06.2019 um 21:45 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 15.06.2019 um 22:04 Uhr
    SIL

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    EC 6-3, DIN EN 1996 na, in der KS Statik Fibel, dgfm, im Mauerwerksbuch 7.2 7.3? @bauspezi45?
    Sofern ihre Wand 'oben und unten' gesichert gehalten wird, genügend Auflast vorhanden, die Decke als Scheibe mindestens 1/3 aufliegt ( oder konstruktiv), konstruktiv zum Dach der Ringanker allseitig schließt, Sie nicht einen gesonderten Windlastangriff ab W3 haben, entfällt der gesonderte Nachweis - dieser Versatz würde ähnlich der 'Rückversatzregel' gelten mit 3/t, insofern alles OK, ob der Statiker dies nun gesondert ausgewiesen hat weiß ich nicht.Fazit alles gut.
    Doch, vermutlich wäre eine Reduzierung in der Dicke möglich gewesen, aber konstruktiv günstiger ist der Streifen allemal-ist die Spannbetondecke elastisch gelagert bzw ist in der Lage KS darunter eine Lage PE etc? Es geht auch um Vermeidung von 'Durchschlag' ( Abbildung der Dicke ihn ihrer Höhe) der Decke sowohl aus Biegung und auch aus Thermik, immerhin verhält sich KS anders als Beton in der 'Dehnung', ergo unabhängig ob WDVS so ist es correct ausgeführt. Denn Rest macht der @FabianWeber :winken
    Edit:ganz vergessen, dies gilt bis 3 m Geschoss Höhe, und natürlich nicht in beliebiger Länge der Wand ( dazu bräuchte man dann aussteifende Innenwände oder Konsolen) und bis Gesamt Gebäudehöhe 10-25 m je nach Stein und Abmessung. :lock vllt hat @arch noch eine Idee..
     
  10. #10 gruenberg, 16.06.2019 um 07:08 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 16.06.2019 um 07:37 Uhr
    gruenberg

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    Wow, ich bin erschlagen. Das sind echt ziemlich viele Infos. Selbst nach dreimaligem Lesen habe ich das noch nicht ganz durchdrungen.

    Ich habe hier das KS-Statikhandbuch aufgemacht und kann Aussagen zum Versatz bzw. zum Überstand (außer bei Vorsatzschalen) nicht finden.

    Aber ich nehme mal mit, dass das OK sein wird.

    Trotzdem sind zwei Fragen für mich offen, SIL:

    1) Ich verstehe nicht, warum das mit dem Deckenranddämmstreifen sogar noch konstruktiv günstiger sein soll?

    2) Was ist damit gemeint, ob die Spannbetondecke elastisch gelagert ist bzw. wie sieht diese elastische Lagerung aus?

    Ich habe mal unten ein laienhaft gemaltes Bild (Draufsicht) der Situation angehängt. Die Deckenelemente liegen auf den Wänden A und B auf. Für die Auflager wurden Elastomerstreifen der Dicke 1 cm verwendet. Das jedoch auch nur, weil ich das kurz vorher irgendwo gelesen und angeordnet habe. Damit schwebt die Decke an der Wand C 1 cm in der Luft (hier liegt also kein Elastomerstreifen). In der Mitte der Wand C steht Sie sogar 3 cm in der Luft, da sie nach oben gebogen (konvex) ist. Am Deckenelement 1 sind Aussparungen für den RInganker. Den besagten Deckenrandämmstreifen als Schalung habe ich jetzt mal weggelassen in der Zeichnung.

    Die werden jetzt diese Ringankergeschichten einflechten und dann Beton reinkippen. Wo ist da noch etwas elastisches vorzusehen? Unter Element 3 an Wand C? Oder wie oder was?

    Ich bin für die Hilfestellungen hier übrigens wirklich sehr dankbar, denn der Baubetrieb ist eine Vollkatastrophe und der Architekt (und Baubetreuer) irgendwie sehr zurückhalten - um es diplomatisch auszudrücken. Er lässt den Baubetrieb gewähren...

    Danke! Mela


    -
     

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  11. SIL

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    Die Auflager ihrer Elemente (Spannbeton) sind entkoppelt, wie sie bereits geschrieben haben mit 1 cm Elastomer, ich nehme an etwas in der Art Tronsole. Aufgrund des Eigengewichtes und der Nutzung der Decke formt sich diese minimal aus. Die Kante 'drückt' nun gegen den bwehrten Ortbeton und versucht sich zu 'strecken' insofern ist es günstig dort als Abschluss Deckenband ein 'relativ weiches' Material zu haben, was diese marginale Änderungen 'abfängt' und zwar ohne direkt auf die WDVS Schale zu pressen. Das deckt sich mit Ihrer 1.Frage.Zudem je nach Witterung zumindest auf der 'Südseite' wird eine 'Aufheizung' auch des WDVS erfolgen - diese Temperatur wird bei Dämmung direkt auf dem MW zum geringen Teil übertragen - Beton ob bewehrt oder unbewehrt 'streckt' sich mehr, als KS zum 'Ausgleich' ist ein zusätzlicher 'Dämmstreifen' günstig. Wie ich bemerkte sind 8 cm relativ viel bei Ihren Gebäude, vermutlich 4 oder 6 cm wären ausreichend nun sind es halt 8cm..(.unter die Klaffung von 1 cm bzw 3 cm sollte noch eine 'Einlage' kommen, ein 'hinter bzw unterlaufen' von Beton ist nicht sinnvoll)
    Was meinen den die Herren @arch und @FabianWeber @bauspezi45 etc...
     
  12. gruenberg

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    OK, jetzt habe ich es kapiert! Danke für die anschauliche Erläuterung.

    Wenn ich allerdings kritisch hinterfragen darf: Ich halte das eher für eine theoretische Überlegung. Denn das XPS, das als Randämmung zum Einsatz kommt, hat ja auch eine sehr hohe Druckfestigkeit. Und die ist im Zweifel höher als die der WDVS Dämmplatten (Steinwolle). Insofern würde so oder so auf die WDVS Schale gepresst. Eine Minimierung von möglichen Schäden durch die XPS Randdämmschicht kann ich mir daher nicht vorstellen.

    Südseite: Naja. Es kommt 16 cm WDVS dran. So krasse Aufheizungen, die dann im Beton ankommen, sollten da eigentlich nicht stattfinden.

    Aber, wie gesagt: Die Argumente sind verstanden. Herzlichen Dank für die Erklärungen. In Summe werde ich aber wohl dennoch darum bitten, eine normale (1cm dicke verlorene Schalung) aus Standard-Holzbetonelementen vorzunehmen. Auch wenn statisch noch im Rahmen, kann ich mich psychologisch nicht mit dem Mauerüberstand anfreunden ;-)

    Danke auch für den Hinweis auf die Einlage unter der Kalffung!
     
  13. SIL

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    Nein, das ist nur theoretisch, je nach Wahl Ihres WDVS und Putz/Kleber/Gewebe ist dieser schon beschränkt in der Aufnahme jeglicher Bewegung, der :Streifen'vermindert schon deutlich die Gefahr der Rissbildung, eine Bewegung entsteht dort nicht nur axial, es kommt auch zur Trennfugenbildung des umgebenden MW - dann gibt es noch DIN 4108 etc zur Vermeidung Wärmebrücken... in diesem Falle bei 16 CM WDVS Stimme ich ihnen zu, das dies dort maximal einen rechnerischen Vorteil bringt selbst bei UK unbeheizt/beheizt gegen OG warm, der Verlust über Unterseite Decke über Ringanker zum MW ist wirklich nur was für Leserlein :winken anbei noch correctur 6 cm haben Sie als Dämmung dort.
    Das die werksseitig offenen Kammern vor Beton verschlossen werden, ist selbstverständlich - entweder die fertigen Kunsstoffelemente rund/viereckig octagonal etc oder mit Folie verschließen-in den 'Kammern' hat Beton nichts verloren.
    Da die Herren nicht mögen @Yilmaz habe ich einen verkehrten Ansatz?
     
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