vertikaler Schlitz in Außenwand

Diskutiere vertikaler Schlitz in Außenwand im Sonstiges Forum im Bereich Haustechnik; Hallo ! Bin neu im Forum und möchte mich kurz vorstellen: Bin recht frischer Architekt, habe hier und da Erfahrung gesammelt, aber in...

  1. Chaperman

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    Hallo !

    Bin neu im Forum und möchte mich kurz vorstellen:

    Bin recht frischer Architekt, habe hier und da Erfahrung gesammelt, aber in einigen Dingen dann doch noch etwas unsicher (man kann nicht alles wissen).

    Nun hätte ich gerne Hilfe in einer Fachfrage:

    Bautenstand bei einem zweigeschossigen EFH:

    Rohbau: Aussenmauerwerk (Ytong, 30cm) im EG steht, Rohdecke im OG fertig.

    Nach Bauzeichnungen (nicht meine) soll eine Entwässerungsleitung (SW_DN100) vom OG vertikal durch das Aussenmauerwerks geführt werden (Schlitz soll auf der Innenseite des Raumes erfolgen). Derzeit aber kein Schlitz zu erkennen! Nach DIN 1053 darf nachträglich ein Schlitz nur ausgeführt werden, wenn er <3cm (Tiefe) ist. Ansonsten NACHWEIS.

    Jetzt meine Frage:

    Mal abgesehen von der Standsicherheit,was ist mit der Wärmebrücke ???

    Durch die Schwächung des Querschnitts (mein Tipp mindestens 15cm) ist doch an dieser Stelle - zumal es im Bereich der Hausecke ist - die Gefahr einer Wärmebrücke gegeben, oder ? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass diese Art der Ausführung dem Stand der Technik entspricht. Gibt es eine Norm, wo dieses untersagt ist ?

    Würd mich freuen, wenn jemand etwas darüber schreiben kann.
    Viele Grüße
    Chaperman
     
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  3. #2 Carden. Mark, 23. Januar 2006
    Carden. Mark

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    Restdicke des MW somit 15cm, bei einem WLG von 0,9W/mk = vergleichbar mit 6,67 cm WLG040. Die 4108-3 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäude; Klimabedingter Feuchteschutz, Anforderungen, Berechnungsverfahren und Hinweise für Planung und Ausführung – 2001-07“ und das Beiblatt 2 schreiben mindesten 60 mm WLG 040 als Mindestdämmung ohne weiterem Nachweis vor, um schädlichen Tauwasserausfall zu vermeiden. Mit einer Dämmung hinter den Rohren würden Sie dieses sogar noch verbessern können.
    Was mir mehr Sorgen macht, sind die thermischen und hygrischen Längenänderungen, welche an diesen exponierten Bauteilstellen durch die Unterbrechungen zu Rissen führen könnten.
    Wobei ein Porenbetonstein hier wenigstens noch die Vorteile besitzt, ein Isotropiescher Wandbildner zu sein. Da es sich um geklebtes Mw handeln wird, ist ein sauberes heraustrennen unter Umständen, dem mauern im Verband ähnlich.
    Sie sollten den Tragwerksplaner hier zu rate ziehen und Putztechnische Maßnahmen gegen Risse einplanen, wenn diese Leitungsführung „So“ unbedingt erstellt werden muss.
     
  4. #3 Carden. Mark, 23. Januar 2006
    Carden. Mark

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    Ach ja.
    Ob, und wie weit hier ein schädliche Wärmebrücke entstehen kann, kann per Graphik anhand von Isothermen dar gestellt werden.
    Vieleicht haben Sie Glück und Bruno schaut hier noch rein.
     
  5. Harald W.

    Harald W.

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    Isotropiescher was...... :confused:
    Bitte näher erklären, ich möcht´nich dumm sterben.
     
  6. susannede

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    Hallo,

    isotropisch heißt, in alle Richtungen gleich wirkend. Also beim Einbau ist nicht eine Richtung für den Wärmeabfluß besonders schädlich.
     
  7. #6 Carden. Mark, 24. Januar 2006
    Carden. Mark

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    Anisotropie, Isotropie (griechisch anisos: ungleich; isos: gleich; tropos: Richtung), Bezeichnung dafür, dass in bestimmten Stoffen die chemischen und physikalischen Eigenschaften von der Richtung abhängig bzw. unabhängig sind.
     
  8. Chaperman

    Chaperman

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    Hallo und vielen Dank für die neuen Informationen.

    Wenn ich es kurz zusammenfasse, heißt es doch, dass die o.g. Konstruktion nach DIN durchaus zulässig ist, allerdings auf die Ausführung genautens geachtet werden sollte (wie an anderen Stellen des Hausbaus natürlich auch) und eventuell weitere Untersuchungen folgen sollten..... Nach wie vor finde ich diese Art der Ausführung immer noch schlecht, aber es ging mir in erster Linie um den Nachweis, dass soetwas überhaupt zulässig ist.

    Übringens: Bezüglich der Rissbildung soll der Raum zur Innenseite mit Rabbitzgewebe geschlossen und danach verputzt werden...

    Gruß Chaperman
     
  9. PeMu

    PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    Chapermann ist Architekt, daher:
    Also, vergessen Sie die Aussagen mit ... nach DIN ....
    So 'ne Aussage wie: Es gibt Regeln für Papiertaschentücher.

    1. Wärmeschutz: da gilt ein ganzer Schwung von so Regelungszeugs (nicht nur DIN)

    2. Standsicherheit: Da gilt auch ein ganzer Schwung von so Regelungszeug (nicht nur DIN)

    3. Gebrauchstauglichkeit: Risse im Putz

    Die Aussagen von Mark beziehen sich auf 1. und 3.

    Ob 2. auch so einfach ok - hmmm. Vor allem bei Porenbetonhütten: hmmmmmm.
    Bei denen werden oft alle Reserven und Rechenkünste rausgekramt. -> Nachweisführenden (gibt es einen Tragwerksplaner?) fragen. Hat der nur 2-achsig betrachtet, dann kann man vertikal ganz durchschlitzen - raumhohe Öffnung ist auch nix anderes.
     
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  11. #9 VolkerKugel (†), 24. Januar 2006
    VolkerKugel (†)

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    Architekt . Nachweisberechtigter für Wärmeschutz
    Ich hab´ das noch nicht ganz kapiert.

    Da soll ein 100er Entwässerungsrohr vom OG durch das EG geführt werden.
    Woher und Wohin? Gibt´s da einen Grundleitungsanschluss im EG-Boden? Gibt´s eine Aussparung in der EG-Decke? Hat da Einer was verschlafen?
     
  12. #10 Carden. Mark, 24. Januar 2006
    Carden. Mark

    Carden. Mark

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    @PeMu blickt durch.
    Daher hatte ich auch gesagt, dass hinsichtlich der 2. Frage der Tragwerksplaner mit ins Boot muss.
     
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