Verwirrung zur KfW70 Vorgabe

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  1. borner

    borner

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    Hallo,

    wir überlegen, ein Haus zu bauen/kaufen, dass (wie sollte es anders sein), der enev2009 entspricht.
    Die verkaufende Firma meinte dann, gegen Einwurf entsprechender Münzen könnte man eine Upgrade auf KfW70 erreichen und nannte daraufhin einen im ersten Moment recht hohen Preis.
    Jetzt habe ich mich daran gemacht und versuche zu erarbeiten, was tatsächlich für Kosten dahinter stehen.

    Es hieß von der Firma, man müsse zum erreichen des KfW Standard die Fensterverglasung von 2-fach auf 3-fach geändert werden, 2-3cm dickere Dämmung und eine etwas dickere Dachdämmung.

    Ich stocke am 2. Punkt. Der Standard beim Haus (ohne KfW70) ist Kalksandstein (17,5-24cm) + WDVS 035 mit 0,035 W/(m · K). Nun Frage ich mich, welche Wärmeleitfähigkeit erfordert denn der KfW70 Standard?
    Wenn ich mir hier Seite 2 anschaue http://www.kalksandstein.de/bv_ksi/...ile_17_empfehlung_kfw-effizienzhaeuser_de.pdf scheinen 0,032 W/(m · K) zu reichen. Geht es also nur um die 0,003 W/(m · K) Unterschied?


    Wenn ich die Werte hier http://www.bastelitis.de/u-wert-rechner eingebe, erhalte ich U= 0.299 W/m2K


    Danke und Gruß,
    Borner
     
  2. R.B.

    R.B.

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    KfW xx ist ein Gesamtkonzept und kann nicht (oder nur sehr bedingt) auf einzelne Bauteile reduziert werden. Es ist auch egal ob ein WDVS mit WLG035 oder 032, im zweiten Fall hat man halt etwas mehr Reserve bei der WDVS Dicke.

    Ein U-Wert der Mauer von 0,299W/m2K wird kaum für KfW70 ausreichen. ;)

    Nebenbei bemerkt würde ich nicht nur auf KfW xx schauen, sondern auf das was das Haus später tatsächlich an Heizenergie benötigt, denn nur das macht sich später in meinem Geldbeutel bemerkbar. Es ist also von Vorteil, wenn man eine mögichst gute Gebäudehülle hat, anstatt beispielsweise über die Heiztechnik schönzurechnen.
     
  3. borner

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    Mensch, R.B. du bist wirklich immer sehr fix mit den Antworten. Ganz herzlichen Dank.

    Ich habe auch zwischenzeitlich diesen Link gefunden: http://www.enev-online.org/enev_200...ung_aussenbauteile_ab_1._juli_2013.htm#Anlage 3_Nr_7._Anforderungen
    Demnach benötigt die Wand für EnEV2009 0,35, für KfW70 als 0,245.

    Verstehe. Soweit ich es vom Hausbauer verstanden habe, sind die o.g. Elemente die einzigen offenen Punkte, die zur Erfüllung des KfW70 angepasst werden müssten. Der Boden hat bspw eine ausreichende Dämmung.

    Ganz bestimmt. Meine Überlegung geht alt dahin, ob so kleine Updates eine sinnvolle Ergänzung wären.
    Hinsichtlich Heiztechnik ist für den Standort leider nur eine Technik sinnvoll: Luft-Wasser-Wärme. Für Pallet fehlt der Stauraum, Erdwärme geht nicht und Gas liegt nicht. :-(
     
  4. R.B.

    R.B.

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    Nö, nix 0,35.

    KfW xx bezieht sich auch nicht auf einzelnen Bauteile sondern auf den den Primärenergiebedarf. Schau mal in die KfW Anforderungen, dort ist es beschrieben.

    Mal ganz grob gesagt, um ein Haus in Richtung KfW70 zu bringen, sollte der Wandaufbau schon in Richtung 0,2W/m2K gehen. Eine LWP bringt zwar wieder "Bonuspunkte" aber man muss immer das Gesamtkonzept betrachten.
     
  5. #5 mastehr, 07.03.2015
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    Ob das wirklich sinnvoll ist, sei mal dahingestellt.

    Aber gerade für eine Luftpumpe sollte man eine gute Dämmung haben. Ich würde darauf achten, dass das Haus bezüglich der Dämmung auch dann KfW-70 erreichen würde, wenn statt der LWP eine Gas-Heizung eingebaut wird.
     
  6. R.B.

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    1. Warum geht eine Sole-WP nicht?
    2. Warum ist Stauraum ein Problem?

    zu 1.
    Einen Erkdollektor kann man auf verschiedene Arten bauen, notfalls halt eine Tiefenbohrung. Bei einem gut gedämmten Haus braucht man keinen riesigen Kollektor.

    zu 2.
    Der Pelletbedarf wird gerne mal überschätzt. Ein modernes EFH kommt mit 2-3to Pellets p.a. aus. Das sind grob 5m3 die man benötigt, oder bei einer normalen Raumhöhe nicht einmal 2m x 2 m. Zur Not kriegt man das auch auf 1,5m x 1,5m unter.

    Eine LWP hat halt den Nachteil, dass es damit schwer wird eine gute JAZ zu erreichen. Irgendwo um die 3,5 ist Schluß, je nach Region schafft man auch das nicht. Das macht bei den aktuellen Strompreisen nicht wirklich Spaß.
     
  7. borner

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    Ich weiß. Spaß macht das nicht. Ich bin hinsichtlich der LWP auch nicht begeistert.
    Aber: Erdwärme auf Fläche geht nicht, da (soweit ich weiß) mind. 160qm Fläche benötigt werden. Das würde die Nutzung des recht kleinen Grundstücks erheblich eingrenzen. Erdwärme in die Tiefe geht nicht, da Trinkwasserschutzgebiet.
    Es ist ein recht kleines Haus, so um 140qm. Sicher könnte man das in den HWR rein quetschen. Der Ofen kommt ja auch noch dazu. Dann ist dieser Raum aber rand voll.
     
  8. #8 toxicmolotow, 07.03.2015
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    Zumindest in NRW darf man unter Beachtung gewisser Regeln und bei Zustimmung des entsprechenden Amtes auch in Wasserschutzzonen Solesonden als Tiefenbohrungen einbringen. Also reicht das Argument Wasserschutzzone allgemein nicht aus. Oder um welche Schutzklasse handelt es sich bei dir?
     
  9. borner

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    Soweit ich mich erkundigt habe, ist alles verboten und es gibt eine pauschale Ausnahme. Demnach darf man bspw. von einer zugelassenen Firma einen Brunnen für die Gartenbewässerung bauen. Aber s.g. Solebohrungen waren von der Ausnahme nicht abgedeckt. Ich bin allerdings auch kein Fachman.
     
  10. #10 toxicmolotow, 07.03.2015
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    Dann empfehle ich dir, die dazu passende Behörde zu kontaktieren, wenn dich solch eine WP interessiert. Alternativ eine Bohrfirma aus der Nähe mal kontaktieren und sagen wo man gerne Solesonden haben möchte. Die schauen dann ihn ihren Plan und werden dir schon sagen ob das grundsätzlich geht. Schließlich hat man dort meißt entsprechendes Wissen.

    Bei uns ging es trotz Wasserschutzzone IIIa auch, nur musste es auch eine Fachfirma sein, die Sole musste bestimmte Bedingungen erfüllen und als Pressmaterial waren auch nur bestimmte Produkte erlaubt. Ich bin aber kein Experte, nur Bauherr mit dieser Erfahrung.
     
  11. #11 Cascada, 09.03.2015
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    Einfach mal auf die Heizlastberechnung gucken - und wenn ihr in einer der wärmeren Klimaregionen wohnt und das Haus eine gute Hülle hat - könnte eine LWWP die passende und günstige Lösung sein. Vermuten ist hier unangebracht. Wir wohnen in einer kalten Region, haben KFW70 - und sind bei einer Sole-WP gelandet. Bohren war kein Thema - der Boden gut: ab ca. 25m massiver Gneis. Wäre ich damals schon tiefer in der Materie gewesen, hätte es auch ein Grabenkollektor werden können. 160qm hören sich aber für einen Kollektor wirklich zu wenig an.
    Eine Möglichkeit wäre u. U. noch bei Bohrung eine entsprechende Auslegung der Sonden (Überdimensionierung), dass man keine Frostschutzmittel benötigt. Vielleicht ginge das im Wasserschutzgebiet. Aber die Kosten hierfür...
    Also einfach die Heizlastberechnung abwarten und evtl. passt die LWWP ja perfekt.
     
  12. KyleFL

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    Das ist falsch! Die Fläche die für die Entzugsleistung des Kollektors benötigt wird, ergibt sich einzig und allein aus dem Wärmebedarf des Hauses!!! Weder irgendwelche pauschalen qm-Zahlen - noch Leistungsstärken der WP haben da einen Einfluss drauf.

    Des Weiteren gibt es z.B. die Bauart "Grabenkollektor", bei dem die Kollektoren relativ frei auf dem Grundstück verlegt werden können (keine Fläche nötig).


    Cu KyleFL
     
  13. #13 jodler2014, 13.03.2015
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    Erst mal klar ,oder?

    Wenn ich sehr gut dämme, (nichts anderes gibt die EneV vor) ist es fast egal, welche Heizung man einbaut.
    Aber nicht vergessen: Warmwasser- Bedarf im Auge behalten.

    Und beide Faktoren; Heizen und Warmwasser müssen passen.

    schönes WE
     
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