Wärmepumpe im Zusammenhang mit Warmwasser und Badezimmer

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  1. Kergo2013

    Kergo2013

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    Hallo zusammen,

    nachdem ich dieses Forum schon seit einiger Zeit als interessierter Leser verfolge und ich mir auf diesem Wege bereits einen ersten Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten zur Beheizung und Warmwasserbereitung verschaffen konnte, würde auch ich gerne das hier vorhandene „Know-how“ als Hilfestellung nutzen.

    Bei uns läuft zurzeit das Projekt „Neubau EFH“ (aktuell Rohbauarbeiten) und in diesem Zusammengang stellen sich mir im Moment (erneut) einige grundsätzliche Fragen zur Heizung und Warmwasserbereitung. Ausgangssituation ist eine Erdwärmepumpe mit Tiefenbohrung und einer Fußbodenheizung im EG und OG; ein entsprechendes (erstes) Angebot einer Fachfirma liegt mir vor. Mir ist durchaus bewusst, dass hier eine konkrete Beurteilung der gesamten Anlage ohne Kenntnis der vielen Rahmenbedingungen nicht möglich ist, es geht mir an dieser Stelle vielmehr nur um eine grobe Einschätzung zu den folgenden Überlegungen:

    Die Warmwasserbereitung soll durch einen Brauchwasserladespeicher mit elektronisch geregelter Frischwasserstation erfolgen: Wo liegen die Unterschiede zu einer „herkömmlichen“ Lösung mit einem Trinkwasserspeicher (nicht in der Funktionsweise, sondern zum Beispiel im Hinblick auf Komfort, laufende Kosten und Wirtschaftlichkeit der Wärmepumpe)? Gibt es sonstige Vor- und Nachteile des jeweiligen Systems?

    Nach Auskunft meines Installateurs wäre eine ausschließliche Fußbodenheizung im Badezimmer nicht ausreichend.
    Alternative A: Größere Heizfläche durch Einbeziehung einer Wandfläche
    Alternative B: Fußbodenheizung mit höherer Vorlauftemperatur. Die höhere Vorlauftemperatur soll hierbei dem Brauchwasserladespeicher für die Trinkwassererwärmung entnommen werden. Gesteuert werden soll dieser Kreislauf über ein einfaches Raumthermostat, welches eine zusätzliche Umwälzpumpe ansteuert.

    Welche dieser Alternativen ist grundsätzlich als vorteilhafter anzusehen? Gibt es Unterschiede im Hinblick auf Komfort, laufende Kosten und Wirtschaftlichkeit der Wärmepumpe?

    Bin für jede Meinungen, Einschätzung oder Ansicht dankbar.

    Viele Grüße
    Kergo2013
     
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  3. R.B.

    R.B.

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    Sollen weitere Wärmeerzeuger mit eingebunden werden?
    Besteht ein hoher WW-Bedarf?

    Ich sehe hier keinen Vorteil der für eine FriWa sprechen würde. Nachteile wären, dass eine FriWa immer etwas Wartungsbedarf hat. Zudem ist der mögliche Volumenstrom begrenzt, zumindest wenn die Speichertemperatur nicht sehr hoch gewählt wird, was angesichts einer WP als Wärmeerzeuger nicht empfehlenswert wäre.

    Ich würde der WP einen einfachen WW-Speicher spendieren, passend zum WW-Bedarf. Das ergibt eine einfachste Schaltung, da kann auch fast nichts kaputt gehen, und man kann die Dimensionierung einfach anhand des Bedarfs vornehmen. Nebenbei bemerkt dürfte das auch die kostengünstigste Variante sein.

    Was das Badezimmer betrifft, so würde ich entweder zusätzliche Wandflächen (oder mehrere) einbinden oder einen zusätzlichen Heizkörper mit einer el. Heizpatrone vorsehen. Dazu müsste man jetzt genauer in die Heizlastermittlung schauen und die Raumdaten analysieren, sprich welche Abdeckung über den Boden überhaupt möglich ist, und was dann noch an "Leistung" fehlt.
    Das Problem ist, dass ein Planer hier mit 24°C RT rechnen muss, ansonsten hat er eine fehlerhafte Planung hingelegt. In der Praxis braucht das aber kein Mensch. Es kann daher sinnvoll sein, für die kurze Zeit der Nutzung mit einer zusätzlichen Heizfläche zu arbeiten, selbst wenn diese teuren el. Strom verheizt. Vermutlich wird diese zusätzliche Heizfläche sowieso nur an extrem kalten Tagen benötigt. Zudem kann man damit während der Übergangszeit das Bad temperieren, auch wenn die Hauptheizung aus ist.

    Aber wie gesagt, was man hier genau vorsieht, da muss man zuerst mal die Daten betrachten.

    Gruß
    Ralf
     
  4. Kergo2013

    Kergo2013

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    Hallo Ralf,

    vielen Dank für deine Antwort; das hilft mir auf jeden Fall schon mal.

    Weitere Wärmeerzeuger (z. B. Solarthermie oder Kamin) sollen nicht mit berücksichtigt werden und sind auch für die Zukunft nicht angedacht.

    Würde mal schätzen, dass wir als 4 Personen-Haushalt einen ganz "normalen" WW-Bedarf haben; auch ansonsten sind in diesem Zusammenhang keine Besonderheiten wie übergroße Badewanne, Pool oder ähnliches zu berücksichtigen. Entnahmestellen für Warmwasser sind 2 Badezimmer (2x Dusche, 1x Badewanne), Küche und Ausgussbecken im HWR, ggf. noch Waschmaschine (ist das wohl sinnvoll???)

    Verstehe ich deine Antwort richtig, dass zwischen den beiden Alternativen ("normaler" WW-Speicher und FriWa-Station) im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit der Wärmepumpe keine Unterschiede bestehen, sondern der WW-Speicher aus Komfort- und Kostengründen vorzuziehen ist? Muss der WW-Speicher nicht regelmäßig auf einen höhere Temperatur gebracht werden, so dass dadurch der Wärmepumpe eventuell mehr abverlangt wird?

    Worin besteht denn der Wartungsaufwand bei einer FriWa? Als Volumenstrom der angebotenen FriWa wird max. 58 l/Min. (10°C / 50°C) angegeben; ich bin davon ausgegangen, dass diese (meiner Meinung nach vollkommen ausreichende) Zapfmenge auch erreicht wird, wenn die Austrittstemperatur nur bei 45 °C liegen soll, ist das falsch?

    Da Heizung und Wasserspeicher in der Garage untergebracht werden und aufgrund der Entfernung zum Badezimmer auf eine WW-Zirkulation grundsätzlich wohl nicht verzichtet werden kann, stellt sich mir die Frage, ob man ggf. die FriWa-Station vom Pufferspeicher trennen und an zentraler Stelle im Haus unterbringen könnte. Kann das vorteilhaft sein oder sind die eingesparten Wärmeverluste aus dem Weglassen der Zirkulationsleitung kleiner als die zusätzlichen Wärmeverluste, die durch die längeren Verbindungen zwischen Pufferspeicher und FriWa-Station entstehen? (Diese Frage stellt sich nur bei der FriWa und nicht beim WW-Speicher, da ich diesen platzmäßig nicht im Haus unterbringen könnte.)

    Wie groß sollte ein normaler WW-Speicher ungefähr sein? Müsste ein Pufferspeicher für eine FriWa größer oder kleiner sein?

    Bin für jeden Hinweis oder Äußerung dankbar.

    Gruß
    Kergo2013
     
  5. Kai1306

    Kai1306

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    Zu dem Delta T 10°C/ 50°C steht meistens noch ein Temperaturwert für das Heizungswasser. Bei der Schüttleistung sicher 70°C. Schafft das die Wärmepumpe? Ein Speicher hat mehr Zeit, bevorratet mehr Wasser, hat mehr Stillstandsverluste, aber eben mehr Komfort, weil die 50°C bei richtiger Auslegung auch erreicht werden können, und entsprechende Mengen WW zur Verfügung stehen. Legionellenprophylaxe funktioniert bei einer WP weder mit Speicher noch mit Frischwasserstation. Das sind die erzielbaren Temperaturen einfach zu gering. Die Frischwasserstation ist da hygienischer, weil sich die Tierschen da nicht in dem Umfang vermehren können, das Volumen des Plattenwärmetauschers ist zu gering. Wenn man die Prophylaxe wirklich will gibt es dann den E-Heizstab.

    Beste Grüße aus dem trüben Teltow

    Kai
     
  6. R.B.

    R.B.

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    Die Größe des WW-Speichers ergibt sich aus der Art und Anzahl der Zapfstellen sowie deren Nutzung. Für einen normalen Haushalt ist ein WW-Speicher in der 200 Liter Klasse meist ausreichend.

    Bei der Variante mit FriWa musst Du im Speicher eine höhere Temperatur bevorraten, was die Effizienz der WP reduziert. Pi*Daumen sagt man, dass jedes K an höherer VL Temp der WP die Kosten um ca. 2% erhöht. Das ist aber nur ein grober Richtwert, und abhängig von der WP selbst.

    Gruß
    Ralf
     
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