Warum soll eine FBH energieeffizenter sein als Heizkörper?

Diskutiere Warum soll eine FBH energieeffizenter sein als Heizkörper? im Heizung 2 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo zusammen, Freunde von uns planen gerade einen Neubau und hatten letzte Woche noch ein Gespräch mit dem Architekten. Ich war mal mit dabei,...

  1. #1 FamilienBaustelle, 26.12.2020
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    Hallo zusammen,

    Freunde von uns planen gerade einen Neubau und hatten letzte Woche noch ein Gespräch mit dem Architekten. Ich war mal mit dabei, da sie mich um Rat gefragt hat (wir haben in der Zwischenzeit gut Erfahrung sowohl gut als auch schlecht ;) )
    Dabei kam auch das Thema Heizung zur Sprache.
    Der Architekt empfiehlt eine FBH. Haben wir auch und finde ich sehr angenehm. Gleichmässige Wärmeverteilung und keine störende "Metallkästen" an der Wand.

    Allerdings kann ich den Argumenten des Architekten nicht folgen.
    Warum soll eine FBH weniger Energie verbrauchen als eine Heizung mit den ganz normalen Heizkörpern an der Wand?
    Letztendlich geht es darum, den Energieverlust eines Raumes / Hauses durch Wände, Fenster, etc auzugleichen bzw. bei Kälte zuzuführen. Dazu muss ich Energie in Form von warmen Wasser zuführen.
    Ob das nun über den Fussboden kommt oder über einen Heizkörper ist doch egal.

    Könnt ihr mir hier auf die Sprünge helfen?

    Danke und schönen Feiertag.
     
  2. #2 Donpepe, 26.12.2020
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    Moin,

    es gibt zwei Aspekte:

    1. Verteilungsverluste sind bei geringen Temperaturen niedriger

    2. Manche Wärmeerzeuger (Gasbrennwert und Wärmepumpen) sind bei niedrigen Temperaturen effizenter. Bei WP noch wichtiger als bei Gas.

    FBH können aufgrund er großen Fläche mit geringen Temperaturen betrieben werden als Heizkörper.

    Grüße
     
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  3. #3 simon84, 26.12.2020
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    Räume werden durch die Erwärmung der Luft beheizt, die Luft wird über Heizflächen erwärmt welche (zum Beispiel) wiederum durch Wasser erwärmt werden.

    Wenn der ganze Raum FBH hat dann steigt an jeder Stelle der freien Boden oberfläche gleichmäßig warme Luft auf nach oben.

    Ein normaler Heizkörper unter dem Fenster führt dazu dass es dort sehr warm wird und überall sonst nicht so warm.

    man dreht also den Heizkörper tendenziell noch mehr auf damit es überall im Raum warm wird
     
  4. #4 FamilienBaustelle, 26.12.2020
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    Hallo,

    @Donpepe: Das mit den Verteilungsverlusten lass ich mir noch eingehen. Allerdings sollten die Rohre gut isoliert sein und zum grössten Teil in der thermischen Hülle laufen. Es kommt wohl eine GasBrennwert rein. Das kann sein, dass die da bei niedrigen Temperaturen effizienter sind.
    Dann macht das Argument mit den niedrigeren Vorlauftemperaturen auch Sinn. Weil sonst ist es vollkommen egal, ob ich da 40 Grad oder 70 Grad Vorlauf habe. Die Energie die ich in das Wasser reingesteckt habe, kann ich dann auch wieder rausholen.

    @simon: Das mit der gleichmässigen Verteilung ist auch mein Argument und warum ich die FBH mag. Tendenziell haben wir es auch "kälter" als mit den alten Heizkörpern obwohl die Räume sehr angenehm temperiert sind. Warme Füsse sind halt was schönes ;)
     
  5. #5 Lexmaul, 26.12.2020
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    Die Energie, die Du ins Wasser steckst, holst eben nicht mehr raus ;)
     
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  6. #6 FamilienBaustelle, 26.12.2020
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    Warum?
    Wohin soll die dann gehen?


    Das ist je genau das Prinzip einer Heizung oder jedes Transportmediums.
    Den Strom den du in's Kabel steckst holst du ja auch wieder raus (abzüglich eines Verlustes).
     
  7. #7 simon84, 26.12.2020
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    zurück zum Wärmeerzeuger im Rücklauf mit den entsprechenden Verlusten

    schau dir mal die Kurven der Wärmeträger in Bezug auf Effizienz und Vorlauf / Rücklauf an

    bei Luft WP ist das tödlich

    einer Gastherme ist es relativ egal

    bei pellets kann je nach System eine höhere Temperatur sogar „besser“ sein wenn man keine größeren Änderungen vornehmen will (pellets wird ja oft im Bestand verbaut)
     
  8. #8 Fabian Weber, 26.12.2020
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    Heizkörper benötigen in der Regel Vorlauftemperaturen bis 55Grad.

    Fußbodenheizung eher 30-35Grad.

    Die effizienten Wärmepumpen gehen nur bis max. 40Grad, daher fällt die Kombination herkömmliche Heizkörper und Wärmepumpe aus.

    Jedes Grad mehr an Vorlauftemperatur bedeutet 2% Effizienzverluste. Das ist wie beim Auto. Das verbraucht wenn ich die selbe Strecke schneller zurücklege auch mehr Sprit.

    Mit Gas will man ja wohl im Jahr 2021 nicht mehr wirklich heizen, darum Wärmepumpe mit Fußbodenheizung.
     
  9. Skogen

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    Wenn ein Raum eine Heizlast von 1000 W hat, hat er eine Heizlast von 1000 W. Punkt. Ob jetzt mit FBH, HK oder Luft, völlig wurschtegal. Die Frage ist die gleichmäßige Temperaturverteilung, also der Popometer. Logo, daß bei einer gleichmäßigen Wärmeverteilung es automatisch angenehmer ist, als ein Kocher an einer Stelle des Raumes.

    Jetzt kommt daneben aber der Wärmeerzeuger ins Spiel.

    WP benötigen um effizient zu sein, geringe Vorlauftemperaturen. Von daher gesehen kannste ne WP nicht mit nem Gaskocher mit nem E-Heizstab vergleichen. Und selbst bei ner FBH und ner WP kann man so viel falsch machen, daß eine "angedachte" Energieeffizienz fürn Eimer ist. (Stichwort Verlegeabstand). Während bei Gaskochern das relativ unproblematisch ist, ist es für ne WP der GAU. Das sind so die Beispiele, die durchs internet geistern.

    Fazit: nur die Energie, die nicht benötigt wird, ist die beste Energie. Demzufolge kommt es eher auf die gedämmte Gebäudehülle als auf die Art der Beheizung an.
     
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  10. #10 Fabian Weber, 26.12.2020
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    Naja eine Wärmepumpe holt halt viel mehr aus einem qm3 Gas raus, wenn mit dem Gas ein Gaskraftwerk betrieben und aus dem Gas erstmal Strom gemacht wird.

    Die Wärmepumpe ist halt viel effizienter. Außerdem kann die Wärmepumpe mit Ökostrom betrieben werden oder man installiert sich zusätzlich noch eine PV-Anlage aufs Dach.

    Bis es ausreichend grünes Gas für den Hausgebrauch gibt werden sicherlich noch 30Jahre vergehen, was im Hinblick auf CO2 Reduktion (1,5Grad Ziel) ja viel zu lange wäre.

    Daher sollten fossile Heizungen im Neubau die gut begründete absolute Ausnahme sein, leider ist dem aber noch nicht so.
     
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  11. Skogen

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    Na ja, wenn wir uns denn mal in Deutschland an das halten würden, was wir selbst beschlossen und unterschrieben haben, würde sich der Sinn nach einer Heizung überhaupt stellen, siehe auch hier:

    FAQ - Heizung | Passivhaus Austria

    Ich befürchte aber, es vergehen in Deutschland allein noch die erwähnten 30 Jahre bis man das begriffen hat...
     
  12. #12 FamilienBaustelle, 26.12.2020
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    Hallo,

    ok, d. h. aber, dass es im Prinzip damit begründet ist, dass die Brenner bei hohen Temperaturen nicht effizient sind.
    Und ja, das Popometer trägt sicher auch seinen Teil dazu bei.

    Wie gesagt halte ich das mit den Wärmeverlusten in der Leitung für verschmerzbar solange die Verluste nicht im unbeheizten Keller entstehen sondern schon in der thermischen Hülle des Hauses.

    WP ist momentan wohl nicht in der Diskussion. Keine Ahnung warum. Soweit ich das mitbekommen habe wollen sie einen Gasbrenner einbauen.
    Aber ich werde das mit dem Verlegeabstand mal weitergeben. Sollten sie dann gleich drauf achten, da der Brenner ja nicht ewig hält und dann evtl eine WP zum Einsatz kommt.
    Welcher Verlegeabstand ist da denn empfohlen / zwingend erforderlich?
     
  13. #13 FamilienBaustelle, 26.12.2020
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    Das liegt aber am Luftwiderstand der mit der Geschwindigkeit exponentiell zunimmt (soweit ich mich erinnere). Der Vergleich passt nicht ganz auf die Heizung.
    Aber ich verstehe was gemeint ist. Die Brenner arbeiten wohl nur bis zu gewissen Temperaturen effizient. Passt also.
     
  14. #14 Lexmaul, 26.12.2020
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    Gib Deinen Bekannten einen Rat: Planer beauftragen und nicht den Kumpel Stille Post aus einem Forum spielen lassen.
     
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  15. #15 FamilienBaustelle, 26.12.2020
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    Die haben einen Planer: Architekten und sicher kommt da dann auch noch ein Heizungsbauer hinzu.
    Aber mich hat das einfach interessiert, warum eine FBH effizienter sein soll. Und auf diese Frage wusste der Architekt keine für mich ausreichende Antwort.
    Er hat nur gesagt, dass sie eben nicht so hohe Temperaturen heizen muss. Und das es natürlich mehr Energie kostet, wenn Wasser auf 60 Grad erhitzt wird als wenn es nur auf 40 Grad erhitzt wird.
    Aber die reingesteckte Energie kann es ja auch wieder abgeben. Also ein energetisches Nullsummenspiel.
    Das die Brenner bei hohen Temperaturen nicht so effizient arbeiten (warum denn eigentlich nicht) wusste er nicht oder hat es mir zumindest nicht gesagt.
     
  16. #16 Fabian Weber, 26.12.2020
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    Weil das die am wenigsten fehleranfällige Anlage ist, die gleichzeitig in der Anschaffung und oft auch im Betrieb am wenigsten kostet, darum

    Wie schon erwähnt, muss man für die Planung einer WP ein bisschen mitdenken, was von bei Baufirmen oft nicht erwarten kann.
     
  17. #17 Fabian Weber, 26.12.2020
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    Eben nicht, weil jedes Grad mehr 2% Effizienzverlust, das geht halt nicht linear.
     
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  18. #18 simon84, 26.12.2020
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    je höher das Temperatur Delta zwischen Raumtemperatur und Vorlauf in der Leitung desto mehr Verluste hast du auch bei der Verteilung

    Auch wenn die Energie in der gedämmten Hülle abgegeben wird ist das ungünstig.

    das Modell mit unkontrollierter Wärmeabgabe zentral hatten wir früher schon mal Stichwort Kachelofen in der Diele .

    später ging man dann zu einzelöfen pro Zimmer.

    man will eben aus Kostengründen die Wärme doch genau zu der Zeit und in der Menge wie nötig dort haben wo man es warm haben will :)
     
  19. #19 simon84, 26.12.2020
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    es gibt massive Unterschiede in den verteilungs Verlusten zwischen 60 grad und 35 grad Vorlauf!

    einfach mal durch rechnen und die ganzen Armaturen wie absperr Hähne etc nicht vergessen.

    nicht jeder Teil des Rohr Systems ist gleich einfach/gut dämmbar
     
  20. #20 Fabian Weber, 26.12.2020
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    Also haben sie für die Heizung keinen Planer, der Architekt wird es nicht können und geht dann mit Gas+Solar eben auf Nummer Sicher, denn Heizungsbauer, die sich gut mit Wärmepumpen auskennen sind eher selten.

    Ein unabhängiger Haustechnikplaner ist sicherlich nicht beauftragt.
     
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