Wasser im Rohbau normal?

Diskutiere Wasser im Rohbau normal? im Abdichtungen im Kellerbereich Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, wir tragen uns mit dem Gedankten, ein Haus (Neubau) zu erwerben. Der Rohbau ist bereits fertiggestellt. Bei der letzten...

  1. MisterB

    MisterB

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    Hallo zusammen,

    wir tragen uns mit dem Gedankten, ein Haus (Neubau) zu erwerben. Der Rohbau ist bereits fertiggestellt. Bei der letzten Besichtigung stand der halbe Keller ca. 1-2 cm unter Wasser (entspricht rund 350 Liter eingedrungenem Wasser), obwohl das Dach gedeckt und sämtliche Fenster und Außentüren bereits eingebaut sind; bei einer vorangegangenen Besichtigung war der Keller noch trocken. Die Lichtschächte und der Abfluß sind noch nicht an den Kanal angeschlossen. Lt. Bauträger "zählt" Wassereinbruch bei einem Rohbau noch nicht:wow. Mich hat die Angelegenheit allerdings stutzig gemacht, zumal in der Nachbarschaft in Keller von Häusern desselben Bauträgers bei starkem Regen viel Wasser eingedrungen ist. Nach einem Gutachten des Umweltamtes kann das Grundwasser in Extremfällen bis 1 Meter unter das Gelände ansteigen (der Keller steht dann ca. 1,5-1,8 Meter im Grundwasser). Aufgrund einer Lage ca. 200 Meter entfernt von einem Stausee auf der einem Seite und ca. 50 Meter von einem Hang auf der anderen Seite wird das Grundwasser generell sehr hoch stehen und gegen die Außenwände drücken. Vom Bauträger habe ich folgende Baubeschreibung für den Keller erhalten:

    Gründung
    Stahlbetonsohle auf Streifenfundamenten gemäß statischer Berechnung. Die erforderlichen Maßnahmen zum Schutz gegen aufsteigende Feuchtigkeit werden DIN-gerecht vorgenommen.

    Pos. 1 Decken
    ca. 50 qm Spannbeton-Fertigdecke d=20 cm und ca. 17 qm Massivdecke d=20 cm, Nutzlast gemäß DIN 1055-1 in den erforderlichen Abmessungen einschließlich Bewehrung herstellen, Betongüte C30/37 bzw. C45/55 herstellen ...

    Pos. 2 Wände:
    Ca. 126 qm estepor-Bläton-Wandelemente und Stahlbetonelemente in unterschiedlichen, von uns kalkulierten Wandstärken (12/14, 17,5 und 20 cm) für das Kellergeschoss in den Wandgüten LAC15 und C12/15 in porigem Gefüge in den erforderlichen Abmessungen herstellen ... Die Kelleraußenwände und Wände, soweit aus statischen und sonstigen Gründen erforderlich, werden in geschlossenporigem Gefüge in LC25/28 bzw. C30/37 einschließlich der Bewehrung nach Statik hergestellt. Tragende Stürze, Rahmenausbildung der Giebelelemente, Fugenverguß, Anbindung Decke/Wand sowie Halfenienen-Kurzstücke zur Dachbefestigung sind Bestandteil dieser Leistung.

    Pos. 3 Beton- und Stahlbetonarbeiten nach VOB-DIN 18331
    ca. 73 qm PE-Folie, Sauberkeitsschicht u. Stahbetonplatte in C25/30 Hwe - Überwachungsklasse 1, d=30 cm vor Ort einbauen, 35 m Fundamenterder, 24 m Vertiefung 5/40 cm für die Außenwandmontage einschl. aller erforderlichn Randschalungen und Bewehrungseinlagen herstellen. (Keine Fuge in der Bodenplatte eines Doppelhauses)

    Pos. 4 Absdichtungsarbeiten nachb DAfstb-Richtlinie (WU-Richtlinie)
    Ausführung der erdberührenden Kelleraußenwände in C30/37 HWe, Abdichtung der horizontalen Fugen zwischen OK-Sohle und UK-Wand sowie der vertikalen Elementstoßfugen und Gebäudetrennfugen mittels Tricoflex Abklebeystem (allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis Nr.: P-22-MPANRW-3126/2)

    Pos. 5 Kellerfenster
    2 Stück Sypro-Kellerfenster 100x50 für Kelleraußenwände d=20 cm, bestehend aus einem GFB-Rahmen, ein Kunststoff-Kipp-Fenstereinsatz mit Isolierverglasung liefern und in die Wände der pos. 2 einbauen.

    Pos. 6 Lichtschächte
    2 Stck. Sypro-Lichschächte 100/130 Typ Classic aus Glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) liefern und montieren.

    Pos. 7 Dämmung
    Vollflächig verklebte Perimeterdämmung d=10 cm auf den erdberührenden Kelleraußenwänden von Unterkante Sohle bis Unterkante KG-Decke

    Ich frage mich jetzt, ob ein derartig erstellter Keller tatsächlich den örtlichen Erfordernissen (Weißen Wanne) entspricht und ob wir beruhigt einen Kaufvertrag unterschreiben können:deal. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

    Gruß
    MisterB
     
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  3. PeMu

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    Nö, da geht es wieder mal drunter und drüber. Holen Sie sich jemanden vor Ort hinzu, der die Baubeschreibung durchsieht und mit Ihnen eine Ortsbesichtung vornimmt und Sie berät.
     
  4. Robby

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    Besser ist das ... alleine schon 350 Liter Wasser bei 1,5 cm im Mittel? macht nen verdammt kleinen Keller :think
     
  5. JosefR

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    ohne genau kenntnisse des objektes kann leider keine abschließende beurteilung abgegeben werden.
    wenn ihre oben zietierte beschreibung richtig ist, dann ist eine abdichtung gegen aufsteigenden feuchtigkeit
    für dieses bauvorheben nicht ausreichend.
     
  6. Yilmaz

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    Steht irgendwo konkret was genommen wurde(gegen aufsteigende feuchtigkeit!!)? Woher wissen sie das es nicht ausreichend ist wen es DIN-gerecht ist?
    Mfg.
     
  7. JosefR

    JosefR

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    am besten lesen sie die DIN-normen oder sie schauen die ARdT an!!
    ob eine abdichtung gegen aufsteigende feuchtigkeit bei einem bauwerk ausreichend ist,
    das, wie von MisterB beschrieben, 1,50-1,80m im wasser steht!
     
  8. Yilmaz

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    Ich vermisse immer noch was gegen aufsteigendes feuchtigkeit genommen wurde.
     
  9. Robby

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    Aufsteigende Feuchtigkeit

    beschreibt eigentlich erstmal sehr wenig... nicht mal den Lastfall konkret.

    Da hier von Feuchtigkeit gesprochen wird ist jedoch davon auszugehen das es keinen bzw. nur einen geringen hydraulischen Druck gibt, also kein Wasser in tropfbarer Form.

    Das würde am ehesten dem Lastfall der 18195-4 [Haftwasser, Kapillarwasser, nicht stauendes Sickerwasser] entsprechen.

    Wie gesagt wie PEMU weiter oben...
     
  10. Robby

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    Die Bodenplatte hört sich recht tauglich an.... wenn diese noch explizit als WU Bauteil gem. WU-Rili erstellt und BERECHNET das bedeutet GEPLANT wurde ist das schon mal etwas.
     
  11. PeMu

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    Ähm Robby, das ist jetzt aber Optimus pur.

    Wo ist da was Genaues zur Bopla beschrieben?
     
  12. Yilmaz

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    Hier Peter;
    Ich gehe auch davon aus das es die WU-RILIs erfüllt. Wie du auf abdichten nach Teil 4 kommst verstehe ich nicht Robby!? Der Keller steht bis 1,80m im Grundwasser!
    Aufsteigende feuchtigkeit hat erstmal mit dem lastfall nicht zu tuen. Auch wen kein Wasser muß laut DIN (Herr JosefR ) einmal die horizontalsperre vorhanden sein.
    Mfg.
     
  13. Robby

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    Ja muß die... In der baubeschreibung ist aber die Bodenplatte mit DIN gerechter Abdichtung gegen Feuchtigkeit Zitat:" Gründung
    Stahlbetonsohle auf Streifenfundamenten gemäß statischer Berechnung. Die erforderlichen Maßnahmen zum Schutz gegen aufsteigende Feuchtigkeit werden DIN-gerecht vorgenommen."

    Feuchte ist immerhin noch etwas ganz anderes als Wasser mit hydraulischem Druck... also drückendes Wasser... das hat in erster Linie mal gar nix mit dem Mauerwerk zu tuen!
     
  14. Yilmaz

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    genau das will ich auch sagen. Wen der schutz gegen aufsteigendes feuchtigkeit DIN gerecht vorgenommen wurde kann man nicht sagen das es nicht ausreichend ist. Gegen druckwasser abdichten ist was anderes.
     
  15. Robby

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    Nö Yilmaz das ist hier NICHT ausreichend!!! Die Abdichtung gegen Feuchtigkeit ist NICHT Druckwasserhaltend!
     
  16. Yilmaz

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    Es geht hier nur um die Horizontalsperre! Oberhalb der 30 cm Wu-Bodenplatte ist doch kein druckwasser vorhanden!?
     
  17. Robby

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    YILMAZ!!! das ist in der Gründungs und nicht in der anderen Beschreibung!!!!
     
  18. Yilmaz

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    ich glaube ich bringe was durcheinander :cool:
     
  19. PeMu

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    Deswegen sag ich ja: Wo steht da was Genaues oder besser: Definitives?

    Da kann sich jeder was raussuchen und den Rest selbst annehmen ...:konfusius
     
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  21. Robby

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    Abdichtung gegen Feuchte? Haben wir doch :p ein Schelm der böses dabei denkt ...
     
  22. MisterB

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    Hallo zusammen,

    vielen Dank für die interessanten Beiträge. Ich hatte heute noch einmal telefonischen Kontakt mit dem Bauträger und habe ihn auf das Problem angesprochen; Antwort: "Der Keller ist so dicht, dass das Haus auch direkt im See gebaut werden könnte:wow. Das Wasser ist entweder durch die Lichtschächte oder den Abfluss eingedrungen, weil beides noch nicht angeschlossen ist." Aber: Weder an den Lichtschächten noch am Abfluss sind Wasserspuren zu sehen; die Wände und Vorsprünge in der Umgebung sind trocken. Und: Rund 350 Liter sollen durch vorhandene Öffnungen eindringen, ohne Spuren zu hinterlassen:(
     
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