Wasser in der Aussenwand - wann kommt der Schimmel?

Diskutiere Wasser in der Aussenwand - wann kommt der Schimmel? im Holzrahmenbau / Holztafelbau Forum im Bereich Neubau; Hallo liebes Forum, mein Fertighaus wurde am 21.9 und 22.9. geliefert und aufgestellt. Wegen starken Regens (laut dt. Wetterdienst ca. 100mm =...

  1. patrizia

    patrizia

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    Hallo liebes Forum,

    mein Fertighaus wurde am 21.9 und 22.9. geliefert und aufgestellt.
    Wegen starken Regens (laut dt. Wetterdienst ca. 100mm = 100 Liter je qm!!!) wurde der Aufbau am Dienstag nach dem Erdgeschoss und den Deckenelementen abgebrochen. Zum "Schutz" vor dem Regen wurde eine Plane provisorisch an den Deckenteilen angetackert, die jedoch das Regenwasser von oben auf die Aussenwandelemente leitete, statt vom Haus weg.
    Während der Nacht ging der Regen weiter und auch am Mittwoch gab es beim Aufstellen des OG / Dach noch heftige Schauer. Die noch nicht verbauten Wandelemente lagen derweil nur zum Teil abgeplant auf dem Boden, ein Giebelelement sogar mit der Riemchenziegelseite nach unten, so dass die offenen Felder mit der Dämmung beregnet werden konnten.

    Unser am Mittwoch hinzugezogener Gutachter hatte die sofortige Freilegung der Holzkonstruktion und den Austausch der Dämmung verlangt - in unserem Fall Thermohanf. Der Bauträger hat darauf aber nicht reagiert und erstmal das Haus von Aussen fertiggestellt inkl. Dacheindeckung etc. und erst ab Freitag, 24.9. zwei Trocknungsgeräte und einen 9kw Heizlüfter aufstellen lassen. Der Bauträger wollte erst Massnahmen ergreifen, wenn sein eigener bestellter Gutachter das Objekt in Augenschein genommen hätte - und der wurde erst zum 5.10. angekündigt!

    Ich muss dazu sagen, dass ich eine Schimmelpilzallergie habe und gerade wg. der gesundheitlichen Vorbelastung genau den Bauträger ausgewählt habe. Um Baufeuchte zu vermeiden(und damit in den ersten Jahren Schimmel ausschliessen zu können), musste es ein Trockenbau sein. Der Anbieter hatte sogar seinen üblichen Estrich auf unseren Wunsch gegen Tockenestrichplatten getauscht, eine Be- und Entlüftungsanlage im Programm und bot als ökologische Dämmung auch Hanf an. Wir haben sogar im Vertrag eine Prüfung der Raumluft auf Formaldehyd (Einhaltung von 0,05ppm) als Abnahmekriterium im Vertrag vereinbart. Und immerhin hat der Anbieter aus dem Schwäbischen Raum mit seinen jährlich ca. 1000 Häusern der gehobenen Preisklasse auch einen guten Namen (gehabt).

    Erst auf heftiges Drängen meines Verlobten liess sich der Bauträger auf einen Termin am 30.9. mit dem von Ihm bestellten Gutachter ein. Es handelte sich dabei um einen Herrn, der als öffentl. bestellt und vereidigt begutachtet, zusätzlich noch Prüfingenieur ist und zudem Bauüberwachungen für den "Qualitätsverband Deutscher Fertigbau" (QDF) macht. Übrigens ist auch der Bauträger Mitglied im QDF...

    Der "unabhängige" Gutachter hat knapp 2 Stunden mit Mikrowellen-Messgeräten und Holzfeuchtemessgeräten das Haus abgesucht und nix nennenswertes gefunden. Erst auf mehrfaches Drängen unseres anwesenden Gutachteres wurde eine Probebohrung von innen an einer Aussenwand durchgeführt : Drinnen waren das Holz und die Dämmung klatschnass. Bei insgesamt vier Bohrungen waren zwei klatschnass triefend, eine feucht und eine trocken.

    Meine dringlichste Frage ist jetzt : Ab wann muss ich mit der Ausbreitung mit Schimmelpilz in den Wandteilen rechnen, wenn diese bisher ca. 2 Wochen in der beschreibenen Nässe, ohne Lüftung und dank des Heizgerätes eine Woche lang bei ca. 35-40 Grad steht.

    Der Bauträger hatte zunächst nur ein probeweises anbohren bestimmter Wände angeboten und wollte dann auch nur die Teile ersetzen. Mein Gutachter bestand weiterhin auf komplettem Austausch aller Materialien von innen bis inkl. Dämmung.

    Reicht eine solche Massnahme aus, um z.B. auch die Stabilität der Konstruktion wieder auf den bestellten Neubauzustand zu bringen?

    Ist die ursprüngliche Resistenz gegen Schimmel durch die Kammertrocknung der Holzkonstruktion durch Öffnen und trocknen überhaupt wieder so herstellbar, wie es aus dem Werk geliefert wurde?

    Inzwischen klemmt die Eingangstür, die Aussenwand beult sich ca. 1 cm an einigen Stellen aus und bei zwei Klinkerriemchen ist schon der Putz drumherum weggeplatzt.

    Sogar der Gutachter vom Bauträger meinte, dass sich die zementgebundenen Spanplatten verziehen würden, wenn sie einseitig befeuchtet würde. Genau das scheint gerade bei meinen Aussenwänden zu passieren.

    Das I-Tüpfelchen sind da eigentlich nur noch die beiden Leckagen und dem WU-Betonkeller (Weisse Wanne) und dass das Obergeschoss entgegen der in der Werbung des Bauträgers hochgelobten präzisen Montage "auf den Millimeter" deutlich sichtbare Zentimeter schief auf dem Erdgeschoss sitzt.

    Ach ja, hier der Wandaufbau von innen nach aussen:
    - Gipsplatte ca 16mm
    - Spanplatte ca 25mm
    - PE-Folie (die wirklich dicht ist...)
    - Balkenlage mit Hanfdämmung 24cm
    - Delta unterspannbahn (wie auf dem Dach) als
    - Zementgebundene Spanplatte 25mm
    - Styropordämmung 25mm
    - Klinkerriemchen mit sehr bröseligem Fugenmörtel 20mm


    Mich packt dabei langsam die Panik, dass sich der Schimmel in den Wänden ausbreitet und der nicht mehr richtig entfernt werden kann. Das Haus wäre dann für mich unbewohnbar und verkaufen kann man das ja wohl auch nicht mehr. Bitte gebt mir Infos, ob der Schimmel schon grassiert und ob ein Abriss besser ist, als ein stellenweises Aufbohren und austauschen einzelner gefache, was der Bauträger wohl anstrebt (billig eben....leider ganz im Gegensatz zu seinem Ruf und Preisniveau).

    Liebe Grüße aus dem immer noch verregneten Bargteheide,


    Eure Patrizia
     
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  3. #2 riskkiller, 3. Oktober 2004
    riskkiller

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    Tja Patrizia,

    ich bin ja nun selber Fertigbauer, und in dem besagtem QDF Mitglied, deshalb ist es schwer nachzuvollziehen was da los ist.

    Also als erstes geh mal bitte auf die Seite des BDF www.bdf-ev.de
    und lade dir die Satzung und die Kriterien herunter.
    Dann vergleiche sie mit deinem Bau. :deal

    Nach meinem Empfinden hätte das Haus an den besagten Tagen gar nicht aufgestellt werden, sonder es hätte verschoben werden müssen. Regen bzw Nässe ist nun mal der größte Feind beim Hausbau.

    Der Gutachter der vom Verband kommt ist immer Unabhängig, dh. deine befürchtung ist unbegründet, aber auch da gibt es Schwarze Schafe.
    Mit einem Holzfeuchte Messgerät kann man nicht Messen ob die Dämmung Nass ist, das geht nur mit Probebohrungen. :deal

    Sollte Dämmung Nass sein "muß" Sie Raus, sonst dauert es nicht lange und man hat Schimmel.

    Welcher Hersteller war das denn? :fleen
    Den namen kannst du mir ja privat Mailen, und dann unterhalten wir uns nochmal. Vieleicht Telefonisch ist einfacher.

    Aber Tipp von mir:

    Jetzt blos nicht nachlassen.
    gruß
    Heiko
     
  4. patrizia

    patrizia

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    Hallo nochmal,

    inzwischen hat sich der Chef des Unternehmens telefonisch gemeldet und einen Abriss / Neubau des Hauses angeboten, was ich sehr großzügig finde.
    Ich hoffe ur, dass der Bauleiter diesmal etwas mehr RÜcksicht auf das Wetter nimmt....

    Liebe Grüße,

    Patrizia
     
  5. JDB

    JDB

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    Gut.
    Bitte auf nichts anderes einlassen.
     
  6. maburkha

    maburkha Gast

    War das zufällig Euer Bau?

    Markus
     
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  8. maburkha

    maburkha Gast

    Nier nochmal, aber jetzt mit Link.

    Holzhaus
     
  9. maburkha

    maburkha Gast

    Das kann doch eigentlich nicht so schwer sein

    Hier die entsprechend Scout ID

    Scout-Objekt-ID:
    33382736

    Wie fügt mann den einen Link zu einer Scout ID ein?????

    Markus
     
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Wasser in der Aussenwand - wann kommt der Schimmel?

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