Wasser-Wärmepumpe oder Sole-Wärmepumpe mit Wärmetauscher

Diskutiere Wasser-Wärmepumpe oder Sole-Wärmepumpe mit Wärmetauscher im Regenerative Energien Forum im Bereich Haustechnik; Hallo Forum! Wir stehen gerade vor der Entscheidung (Abschluss Bemusterung) welche Wärmepumpe ins Haus eingebaut werden soll: Eine...

  1. Wookie81

    Wookie81

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    Hallo Forum!

    Wir stehen gerade vor der Entscheidung (Abschluss Bemusterung) welche Wärmepumpe ins Haus eingebaut werden soll:

    1. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit vorgeschalteten Wärmetauscher. Vorteil: Trennung WP<->Wasserkreislauf und damit keine Ablagerungen in / Reparatur der teuren WP.
    2. Oder eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit direktem Anschluss an die Brunnenanlage. Vorteile: 3.500€ günstiger (Kosten für Einbau Filter, Wärmetauscher und Isolierung!), keine Verluste im WT.
    Beide haben in etwa die gleiche Heizleistung von 8 kW.

    Fragen:
    • Welche der beiden Varianten macht mehr Sinn? Und warum?
    • Kommt nur mir der Aufpreis für den Anschluss der SW-WP hoch vor?!?
    • Muss vor die WW-WP nicht auch ein Filter gehängt werden?
    • Hat irgendjemand Erfahrungswerte wie gut (schädlich) das Grundwasser in München-Trudering für eine Wärmepumpe ist? Oder wo kann ich sowas rausfinden (es gibt im Umkreis keinen anderen WP Betreiber)

    Viele Grüße
    Wookie
     
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  3. R.B.

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    Falls eine GW-WP möglich ist, dann würde ich dieser Variante den Vorzug geben. Die Quellentemperatur ist höher, COP der WP steigt, JAZ wird besser.

    Eine Sole-WP mit zusätzlichem Wärmetauscher finde ich absolut nicht prickelnd. Dann schon eher den Kollektor im GW verlegen, aber keinen weiteren Kreis mit zusätzlichem Strombedarf (Pumpe) einfügen.

    Der Wärmetauscher einer GW-WP ist vor eindringenden Schmutzpartikeln zu schützen.
    Gruß
    Ralf
     
  4. Wookie81

    Wookie81

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    -> Kann das Wasserwirtschaftsamtes etwas zur Qualität bzw. Eignung des Grundwassers für die Wärmepumpe sagen? Oder an wen wendet man sich hier am besten?

    -> Ich würde entsprechend eine Analyse des Wassers vornehmen lassen. Stimmt es wirklich, dass sich die Zusammensetzung innerhalb von ein paar Jahren trotzdem so radikal ändern kann, dass es eigentlich nicht mehr geeignet ist?

    Viele Grüße
    Sebastian
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Normalerweise schon.

    Die Zusammensetzung des Wassers kann sich immer mal ändern, aber nicht so extrem.
     
  6. Corinna72

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    Vorsicht in München!
    Die Behörden genehmigen hier aus Umweltschutzgründen keinen Durchstich des ersten Grundwasserstockes. Der liegt in Trudering wahrscheinlich bei 5 - 10m unter OK Gelände.
    Da kommst Du mit Tiefenbohrung nicht weiter.

    Du könntest mit Flächenkollektoren arbeiten. Um 8kW Heizleistung abzudecken und unter Berücksichtigung des dafür schlecht geeigneten Münchener Kiesbodens brauchst Du dafür aber eine sehr große Fläche und wer hat die schon in München? Könnten in Deinem Fall durchaus 500m² sein alleine für die Flächenkollektoren!

    GWWP wäre da sicher das beste, denn nutzen darf man das Grundwasser, nur nicht den Grundwasserstock durchstechen.
    Finde doch mal den Grundwasserstand Deines Bauvorhabens heraus, z.B. hier:

    http://maps.muenchen.de/rgu/grundwasserflurabstand

    Da das GW bei Dir nicht so tief zu sein scheint, brauchst Du auch nur wenig Energie, um es hochzupumpen. Das steigert auch die Effektivität!
     
  7. Corinna72

    Corinna72

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    Kleiner Nachtrag:
    GW Temp bei Dir im Mittel 11°C, auch nicht schlecht!
    (In der Innenstadt sind es teilweise sogar 18°C, das sollte eigentlich viel mehr angezapft werden)
     
  8. mastehr

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    Bei meinem Haus von 1958 hat sich die Zusammensetzung des Grundwassers in den letzten 10 Jahren so geändert, dass Kupferrohre innerhalb weniger Jahre Löcher bekommen und gegen Kunststoffrohre getauscht werden mussten. Von 1958 bis 2000 ist kein Fall von Rohrschäden aufgetreten. Irgendetwas hat sich also doch grundlegend geändert.
     
  9. Corinna72

    Corinna72

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    @mastehr: Die Formel Grundwasser=Trinkwasser funktioniert nur sehr bedingt...

    Wichtig ist, dass das GW nicht zu viel Mangan und Eisen enthält, weil die Anlage sonst verockern kann.
    Soviel ich weiß, ist das aber in München kein Problem.
     
  10. R.B.

    R.B.

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    Das ist was Anderes. Wer weiß woher das TW kommt.

    Für die GW-WP zählt (vereinfacht) nur, ob die Wasserqualität ausreichend ist, damit der Brunnen auch noch in Jahrzehnten Wasser liefert, und ob der "Brunnen" dann ausreichend Wasser liefern kann. Sind diese Voraussetzungen gegeben, dann würde ich keinen Gedanken an einen Flächenkollektor, oder Sole-Zwischenkreis oder was weiß ich verschwenden.

    Rohre sind normalerweise gar kein Problem, und der Wärmetauscher in der WP lässt sich vom Wasser auch nicht beeindrucken. Ärgerlich wird´s halt nur, wenn der Brunnen versiegt, oder die Rohre bzw. der WT langsam zugehen.

    Du hast ja schon die zu erwartenden Temperaturen angegeben, das lässt eine gute JAZ erahnen.

    Gruß
    Ralf
     
  11. mastehr

    mastehr

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    Wieso ist das etwas Anderes? Auch wenn die Mengen verglichen mit einer WP viel kleiner sind, so zeigt diese Entnahme von Grundwasser über mehr als 50 Jahre, dass sich die Zusammensetzung des Wassers über die Jahre durchaus ändern kann.

    Beim nachbarlichen Gartenbaubetrieb versiegte die ähnlich alte Grundwasserquelle irgendwann nach 2000.
     
  12. Corinna72

    Corinna72

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    Das ganze ist dann rechtlich relevant, denn wer eine Änderung am Grundwasserstand herbeiführt (z.B. durch Absenkung, Düker etc..) muss für die Folgen geradestehen. Z.B. auch dann, wenn ein Grundwasserbrunnen ausfällt, oder eine GWWP nicht mehr funktioniert. Kann sehr sehr teuer werden...
    Oder anders gesagt: der Betreiber einer GWWP ist hier in einem gewissen Maße vor solchen Unwägsamkeiten geschützt, sofern der Verusacher ausgemacht werden kann (z.B. U Bahn Bau o.ä.)
     
  13. R.B.

    R.B.

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    Natürlich kann sich die Zusammensetzung verändern, aber nicht so extrem. Eine Quelle die versiegt hat einen anderen Hintergrund, das ist nicht automatisch durch die chemische Zusammensetzung des Wassers bedingt. Die Qualität des Trinkwassers kann man zudem nicht zwangsläufig aus dem Grundwasser bzw. dessen Qualität ableiten, denn das TW kann an verschiedenen Stellen gefördert werden bzw. wird oftmals auch über mehrere hundert km über Leitungen herangeführt.
    Unser TW ändert sich wenn sich das Wasser im Bodensee verändert. Manche Ortschaften fördern ihr TW ausschließlich aus eigenen Brunnen, teils über eine riesige Fläche verteilt. Andere wiederum hängen ausschließlich an der Bodensee Versorgung.

    Gruß
    Ralf
     
  14. mastehr

    mastehr

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    Dass es an der Zusammensetzung liegt, glaube ich auch nicht. Aber das Versiegen ist kein rein theoretischer Vorgang.
    In meinem Fall schon, denn bis Mitte der 70er war das Grundwasser die einzige Wasserversorgung des Hauses. Für den Garten wurde das Wasser auch noch bis vor wenigen Jahren durch Kupferleitungen gepumpt bis die Leitung dorthin wegen ständiger Schäden durch Kunststoff ersetzt wurde.

    Mittlerweile ist die Grundwasserversorgung außer Betrieb, da die Kolbenpumpe ihren Geist ausgehaucht hat. Die Ablagerungen im Zylinder ließen mich wundern, wie die Pumpe überhaupt so lange funktionieren konnte.
     
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  16. R.B.

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    Richtig. Es kann daran liegen, dass der Brunnen verockert, dann wäre "Chemie" im Spiel, oder dass sich schlichtweg der Grundwasserstand (Tiefe) geändert hat. Im zweiten Fall gibt es eine Ursache die nichts mit der chemischen Zusammensetzung zu tun hat. Entweder irgendwelche Maßnahmen die zur einer Absenkung geführt haben, dann wäre der Verursacher zu suchen, oder wir schieben´s auf den Klimawandel.t;)

    Es kann also gut sein, dass Brunnentiefen die noch vor 40 Jahren ausreichend waren, heute nicht mehr ausreichen.

    Eigenversorgung, sprich durch einen eigenen Brunnen, ist heute nicht mehr üblich. Es gibt viele Regionen, da besteht Anschlusszwang an das öffentliche Netz. Das Wasser wird dann mehrfach analysiert und kontrolliert, bis es an meinem Hausanschluss ankommt. Deswegen hatte ich auch geschrieben, dass dies kein Indiz dafür ist, welche Qualität das Grundwasser unter meinem Gelände hat.

    Gruß
    Ralf
     
  17. Wookie81

    Wookie81

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    Zum Glück ist keine Eigenversorgung angedacht, da müsste man sich sicher noch mehr den Kopf zerbrechen :)

    @Corinna72: Danke für die Warnung, das ist aber kein Problem. Die Bohrtiefenbegrenzung war glaub ich bei 15m (deswegen konnte ich keine Tiefenbohrung machen), der Grundwasserstand ist laut Karte 4-6m bzw. in echt wahrscheinlich eher 8m und die Brunnen sollen so ca. 11m tief werden. Nachdem ich in einem anderen Thread hier im Forum alle anderen Erdwärmequellen ausgeschlosse habe, bin ich auf Grundwasser gegangen und die Bohrgenehmigung liegt mittlerweile auch vor. Wobei du natürlich recht hast, sie enthält den Passus "keine Schichten durchbohren".


    Vom Wirkungsgrad sind wir uns glaub ich auch alle einig :D Und genau die Verrockung ist halt ein Problem ... und nun versuche halt rauszufinden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass dieses Problem auftritt oder nicht.

    Gruß
    Wk
     
Thema:

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