Wasserleitung in Eigenleistung

Diskutiere Wasserleitung in Eigenleistung im Praxisausführungen und Details Forum im Bereich Architektur; Hallo zusammen, ich bin für Ausführungshinweise dankbar zu folgender Situation: Es muss eine ca. 50m lange Kaltwasserleitung vom...

  1. #1 Bauherr Stefan, 22.08.2020
    Bauherr Stefan

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    Hallo zusammen,

    ich bin für Ausführungshinweise dankbar zu folgender Situation:

    Es muss eine ca. 50m lange Kaltwasserleitung vom Wasseranschlusschacht (Bestand, Wiederverwendbarkeit von den Stadtwerken bestätigt) zur Mehrsparteneinführung unseres Neubaus ohne Keller verlegt werden.

    Ich überlege das in Eigenleistung zu machen, Vorgehen wäre aus meiner Sicht wie folgt:

    - Graben mit Minibagger herstellen - ca. 60cm breit ca. 1,20m tief, der Boden lässt fast senkrechten Aushub zu.
    - Kaltwasserleitung verlegen in Sandbett - benötigt man zusätzlich eine Ummantelung der Kaltwasserleitung? Könnt ihr ein Produkt empfehlen? Nach meinen Recherchen wird heutzutage PE HD Rohr verwendet mit entsprechenden Kupplungen aus PE-HD oder ggf. Messing.
    - Einführung durch die Mehrsparteneinführung mit entsprechenden Dichtungen die mitgeliefert wurden.
    - Anschluss an die Zählergarnitur im Wasseranschlussschacht mit einer entsprechenden Kupplung.

    Fotos folgen.

    Was haltet ihr davon?

    Alternativ könnte ich nur den Graben ausheben und das Rohr von einem Klemptner verlegen lassen. Wäre ggf. Versicherungstechnisch besser...

    Ich unterstelle, dass ich handwerklich erfahren und zwei rechte Hände habe:-)

    Nachtrag: Einen Bauwasseranschluss habe ich nur bereits mit PE-HD 32 Rohr von Hornbach (Marley) hergestellt, ging problemlos, obwohl sehr hoher Wasserdruch drauf ist. Es kommen ca. 5L Wasser pro Sekunde aus dem 1" Wasserhahn. An der Stelle wäre Interessant, ob und wo (Anschlussschacht oder im Haus) ggf. ein Druckminderer und sonstige Installationen vorzusehen sind.


    Viele Grüße
    Stefan
     

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  2. #2 Fabian Weber, 22.08.2020
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    Das kannst Du schon selbst machen, aber auch abdrücken bitte.
     
  3. #3 Bauherr Stefan, 22.08.2020
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    Ok, danke, wir man einen Kanal abdrückt weisst ich. Aber wie drückt man ein KWL Rohr ab?

    Einfach Wasserdruck daufgeben und am Wasserzähler schauen, ob was durchfließt, obwohl alle Entnahmestellen geschlossen sind?

    VG
     
  4. #4 JohnBirlo, 22.08.2020
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    Ist das in deiner Gemeinde überhaupt erlaubt vor dem Zähler an der Wasserleitung zu arbeiten?
     
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  5. Skogen

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  6. #6 simon84, 22.08.2020
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  7. #7 Fabian Weber, 22.08.2020
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    Das klingt für mich nach hinter dem Übergabepunkt, also nicht mehr Versorgungsnetz.

    Bei und war früher auch so ein Schacht mit Wasseruhr usw.
     
  8. SvenvH

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    Ich würde das von den Stadtwerken machen lassen. Und zwar vor dem Zähler anschließen, Zähler ins Haus und den Schacht zuschütten. 60cm ist viel zu breit. Eine 20cm Grabenschaufel reicht völlig. Isoliert werden muss das Rohr nicht und ist auch nicht üblich. Evtl. übernehmen die Stadtwerke sogar einen Teil der Kosten, weil die heutzutage froh sind wenn diese Schächte verschwinden.
    Befindet sich der Schacht im freien oder in einem weiteren beheizten Gebäude? Sonst müsste der zusätzlich gedämmt werden.
     
  9. SIL

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    Nehme ich auch an das im Schacht der Zähler sitzt, @Bauherr Stefan du gehst zu deinem Versorger ins Lager und kaufst die entsprechende PE Leitung dort incl den Übergängen , extra Mantel gibt es da nicht und dann in das Sandbett rein und fertig, von mir aus noch Trassenband.
     
  10. SIL

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    Sven weisst du was 50m Kosten? Da wird dir schlecht, der Zähler sitzt doch vorne im Schacht, ihr macht da immer künstlich was draus, zumal die wenigsten Stadtwerke selber noch Arbeiten ( bis auf Zähler setzen etc) die geben auch alles an Subs und verdienen dabei, also nicht die Subs logo.
    Das eventuell noch Isolierung in Schacht muss..
     
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  11. SvenvH

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    Ich hab die Zähler bisher immer kostenlos umlegen lassen. Einzig die Vorarbeit musste ich leisten. Material und verlegung hat der Wasserverband übernommen. Das läuft dann unter Sanierung.
     
  12. Skogen

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    Er kann ja von mir aus die Strecke buddeln, sagt ja keiner was. Von mir aus auch noch das Rohr in den Graben legen. Aber dann ist auch Schicht im Schacht. Und wenn ich dann schon Messing höre....
     
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  13. Polier

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    Hinter der Wasseruhr kannst Du es selbst machen, achte darauf das Du den Schlauch in einem Stück vom Schacht bis ins Gebäude verlegst denn die Kupplungen sind immer Schwachpunkte. Druckminderer und sonstige Armaturen sitzen am besten im Gebäude.
     
  14. #14 petra345, 23.08.2020
    Zuletzt bearbeitet: 26.08.2020
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    Bei 50 m würde ich mal uber den Druckverlust nachdenken wenn viele gleichzeitig Wasser zapfen können und danach den Querschnitt auswählen. Ich weiß nicht, ob es sich hier um ein EFH oder MFH mit mehreren Mietern handelt.
    Der Versorger gibt zum Druckverlust einer Leitung sicher Auskunft.

    In einem Netz hat der Versorger den Wasserdruck erhöht und die Kunden mußten Druckminderer einbauen. Ich habe die Sicherheitsarmatur für den WW-Speicher für 8 bar gewählt und auf den Druckminderer verzichtet.
     
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  15. #15 simon84, 23.08.2020
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    Bei manchen Antworten hier kannste nur noch mit dem Kopf schütteln...
     
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  17. #17 Bauherr Stefan, 23.08.2020
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    Danke für eure Antworten!

    Noch ein paar Sätze dazu:
    - Die Stadtwerke stellen sich hier ziemlich quer, die haben so viel zu tun, dass sie kein Interesse haben, eine so lange Wasserleitung herzustellen, obwohl sie daran gut verdienen würden - aber halt nicht gut genug. Ggf. hätten mir die Stadtwerke dann vorgeschrieben, die Sparteneinführung an einer anderen Stelle zu setzen. Das war für uns ungünstig, da wir ein 1,5 geschossiges EFH bauen mit 90qm Grundfläche, mehr gibt der Bebauuungsplan nicht her. Somit zählt jeder Quadratmeter. Keller gibts nicht, da u.a. wegen Grundwasserproblematik relativ teuer.

    - Die Übergabestelle ist im Wasseranschlussschacht nach dem Wasserzähler.

    - Der Schacht ist etwa 2,20m tief und in den letzten 50 Jahren gab es mit Frost nie Probleme.
    Die Leitung selbst verläuft ca. 1,40m unterhalb dem Gelände. (ja, er ist alt, aber immer noch pfennig-guat).

    Viele Grüße
    Stefan
     
  18. #18 Bauherr Stefan, 23.08.2020
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    Noch eine Frage zur Druckprüfung - wird das bei kleinen Bauvorhaben wie einem Einfamilienhaus tatsächlich durchgeführt?
    Wird ggf. ein entsprechender Nachweis von der Versicherungs gefordert, falls ein Leitungsbruch nach sagen wir mal 10 Jahren auftritt?

    Folgendes habe ich gefunden, vgl. Anhang, Punkt 13.
    13. innendruCkprÜfung
    Jede Rohrleitung ist nach der Verlegung einer Wasserinnendruckprüfung
    zu unterziehen um die Dichtheit bzw.
    ord nungsgemäße Verlegung der Rohre, Formstücke, Verbindungen
    und weiterer Rohrleitungsteile sowie Hausanschlussleitungen
    sicherzustellen. Für die Durchführung der
    Druckprüfung gilt die Vornorm DIN V 4279-7 „Innendruckprüfung
    von Druck rohrleitungen für Wasser“. Bei dieser Druckprüfung
    werden PE-Rohre einem Verfahren unterworfen, in
    dem während der Vorprüfung der vollständig mit Wasser gefüllte
    Leitungsabschnitt eine einstündige Entspannungsphase
    durchläuft und anschließend der Prüfdruck durch ständiges
    Nachpumpen über eine Zeit von 10 Minuten gehalten
    wird. Anschließend ist eine einstündige Ruhephase, während
    der sich die Leitung viskoelastisch verformt, einzuhalten. Bei
    größerem Druckabfall liegt eine Undichtigkeit vor oder die
    Leitung war einer unzulässigen Temperaturerhöhung ausgesetzt.
    Die Temperatur der Rohrwand darf während der
    Druckprüfung 20 °C nicht überschreiten.
    Bei erfolgreicher Vorprüfung kann die Hauptprüfung durchgeführt
    werden. Trotz der einstündigen Vorbelastung dehnt
    sich die Leitung weiter. Durch eine kurzzeitige Druckabsenkung
    um 2 bar bei Trinkwasserleitungen bis 10 bar bzw. 3
    bar bei Trinkwasserleitungen bis 16 bar wird dieser Prozess
    unterbrochen. Dieser Druckabfall führt zu einer Kontraktion
    der Leitung. Im Verlaufe eines nachfolgenden 30-minütigen
    Zeitabschnittes lässt sich dann die Dichtheit der Leitung
    sicher beurteilen.
    Die Leitung gilt als dicht, wenn die sich im Verlauf der Kontraktionszeit
    einstellende Drucklinie eine steigende bis
    gleichbleibende Tendenz aufweist. Die nachstehenden Abbildungen
    zeigen den Druckverlauf während der Druckprüfung
    an einer dichten und an einer undichten Leitung.
    über die Prüfung ist ein Prüfbericht nach DIN 4279-9 anzufertigen.
     

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  19. SvenvH

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    Ja jede Leitung wird vorher abgedrückt. Das ist eben der Punkt der hier schon erwähnt wurde. Wenn du das selber machst, hast du im Schadensfall die A...Karte.
     
  20. #20 petra345, 26.08.2020
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    Wenn der Druckminderer versagt, weil er nicht mehr richtig gegen zu hohen Druck abdichtet, merke ich das am Jahresende mit der Wasserrechnung.
     
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