WDVS, aber welches System?

Diskutiere WDVS, aber welches System? im Energiesparen, Energieausweis Forum im Bereich Altbau; Hi, nachdem mir ja schon einmal weitergeholfen wurde möchte ich nun noch ein weiteres Thema ansprechen, wie oben sicherlich schon bemerkt geht...

  1. #1 BigBoymann, 10.07.2012
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    Hi,

    nachdem mir ja schon einmal weitergeholfen wurde möchte ich nun noch ein weiteres Thema ansprechen, wie oben sicherlich schon bemerkt geht es um ein WDVS.

    Vorab zu den Örtlichkeiten, es handelt sich um einen Zechenbau im Herzen des Ruhrgebietes.Gedämmt werden soll vorerst ein Anbau im Erdgeschoss. Außenwände sind Vollziegel, 24er Mauerwerk. Ein kleines Stück Anbau musste erneuert werden, dieser hat 24er KSV Wände. Da wir in diesen Bereichen den Außenputz entfernen mussten, bzw. er sich von alleine verabschiedet hat möchte ich hier eigentlich gleich dämmen und dann erst verputzen. Der Rest des Hauses wird auch folgen, aber erst wenn wieder ein bischen Geld da ist (also nächstes Jahr), das sind aber auch alles 36,5er Mauerwerk in Vollziegel Ausstattung.

    So, nun zur eigentlichen Frage. Ich sehe mich eigentlich als relativ logisch denkenden Menschen an und mache mir vorher immer viele Gedanken zu den einzelnen Schritten, ich kann zwar immer fragen, aber ob die Antworten gut sind oder nicht möchte ich dann schon mit ein bischen Logik herausfinden. Ich habe also mehrere sog. Fachbetriebe angeschrieben und befragt, welches Dämmsystem empfohlen wird. Die Antworten waren alle EPS oder Neopor und gefallen meiner Logik nicht wirklich. Denn diese würde ja sämtlichen Feuchtigkeitstransport durch die Außenwände unterbinden. Dadurch müsste man das Lüftungsverhalten drastisch erhöhen und würde den Sinn und Zweck einer WDVS doch eigentlich ad absurdum führen, oder? Die Wärme geht nicht mehr durch die Wand verloren, sondern durch die sperrangelweit geöffneten Fenster.

    Vieleicht mache ich hier einen Denkfehler, aber erstmal sieht das ganze doch so aus?

    So einen Schritt weitergedacht, Lüftungsanlage geht nicht, dezentrale Wohnraumlüftung möchte ich eigentlich auch nicht, würde zwar das Problem des Feuchtigkeitstransportes lösen, aber irgendwie sagt mir das nicht zu und es muss doch auch anders gehen.

    Daher habe ich mich auf die Suche nach Alternativen begeben, diese wären einmal WDVS aus Mineralwolleplatten oder aus Mineralschaumplatten, wobei mich diese eigentlich am ehesten ansprechen. Warum? Ganz einfach, Mineralwolle leitet Wärme immer besser, je mehr Feuchtigkeit eingelagert wird, also müsste man innen eigentlich auch wieder bremsen, damit weniger Feuchtigkeit eingelagert wird und die Dämmwerte besser werden, dafür müsste man wieder mehr lüften.

    Bei Mineralschaumplatten ist von diesen Nachteilen nichts zu lesen, einziger bisher erkannter Nachteil wäre, dass die Platten wohl relativ brüchig sind, daher muss man an den Kanten sehr genau arbeiten und vernünftige Kantenschutzprofile in den Putz einarbeiten, aber dass wars dann auch schon. Allerdings muss ich fairerweise sagen, dass ich generell nicht viel zu diesem System finde. Die Hersteller versprechen alle das blaue vom Himmel, aber das glaube ich so einfach nicht.

    Hat von den Experten hier schon einer Erfahrungen mit diesem Dämmsystem gemacht? waren diese grundlegend gut, oder eher nachteilig?

    Danke für alle Mühen und Gruß
     
  2. R.B.

    R.B.

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    Manchmal ist es nicht gut wenn man zuviel nachdenkt, das führt zwangsweise nur zu noch mehr Verwirrung.

    Du unterstellst, dass durch das WDVS Feuchtigkeit diffundieren muss, wobei ich mich frage, warum?
    Weiterhin unterstellst Du, dass ein WDVS diffusionsdicht wäre, aber das ist nicht der Fall. Hiezru genügt ein Blick in die technischen Daten.

    Feuchtigkeit die in den Räumen entsteht MUSS durch Lüften entfernt werden, da diffundiert sich nichts durch die Wand. Betrachte mal die Wasserdampfdiffusionswiderstände. Gerade bei Vollziegel kann ein WDVS den Taupunkt so beeinflussen, dass die Wand an sich nur davon profitieren kann.

    Aber wie gesagt, es ist nicht Aufgabe der Wand und der Wärmedämmung den Feuchteausgleich zwischen den Räumen und der Außenwelt sicherzustellen. Dafür ist das Lüften zuständig.

    Deine Sorge mit dem Energieverlust durch Lüften ist nicht unbegründet, wobei physikalisch betrachtet die Energie ja nicht verloren geht. Sie steht nur Deinem Raum nicht mehr zur Verfügung.
    Andererseits muss man sich mal vor Augen führen, wieviel Energie überhaupt in der Raumluft gespeichert ist. Wir reden hier von irgendwas um 0,34Wh/m3K. Jetzt rechne mal wieviel da bei einem durchschnittlichen Raum verloren geht wenn die Luft komplett ausgetauscht wird.

    Ich würde mir also nicht so viele Sorgen um die Wasserdampfdiffusion machen, sondern vielmehr dafür sorgen, dass das WDVS ordentlich geplant und ausgeführt wird. Dann kann man auch beruhigt schlafen.

    Gruß
    Ralf
     
  3. #3 Ralf Dühlmeyer, 10.07.2012
    Ralf Dühlmeyer

    Ralf Dühlmeyer

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  4. #4 Gast036816, 10.07.2012
    Gast036816

    Gast036816 Gast

    bei deinen zweifeln am wdvs solltest du über eine hinterlüftete fassade nachdenken, wärmedämmung aus mineralwolle mit aussenseitiger vlieskaschierung, 20 mm luftschicht und eine vorhangfassade als witterungsschutz. da bist du deine sorgen los hinsichtlich feuchtetransport von innen nach außen. wenn dann mal etwas feuchtigkeit in der dämmung ist, nach ein paar wochen ist die bei entsprechender witterung wieder raus. eine vorhangfassade ist etwas teurer. fenster musst du aber trotzdem zum lüften ab und zu öffnen.
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Wieder so eine planlose Bastelei,....... das hätte ich mir auch denken können.

    Gruß
    Ralf
     
  6. #6 Gast036816, 10.07.2012
    Gast036816

    Gast036816 Gast

    aha - 2 mal gefragt, um sich selbst am ende 3 meinungen zu bilden.
     
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