WDVS fachgerecht angebracht

Diskutiere WDVS fachgerecht angebracht im Energiesparen, Energieausweis Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, bei uns wird aktuell am EFH ein WDVS mit Steinwolle (Starke 160mm) angebracht. Die Durchführung soll nach dem System Knauf...

  1. #1 lyrical, 08.05.2023
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    Hallo zusammen,

    bei uns wird aktuell am EFH ein WDVS mit Steinwolle (Starke 160mm) angebracht. Die Durchführung soll nach dem System Knauf erfolgen. Verwendet wird die Paroc Fas 10cc Platte.

    Nun gibt es aktuell Meinungsverschiedenheiten, ob die Anbringung des WDVS vertragsgemäß und fachgerecht angebracht wurde. Die Kritikpunkte meines Architekten sind folgende:

    - Kleinstueckelung der Platten, insbesondere an den Fenster
    - Dadurch Vielzahl von vermeidbaren Fugen
    - großflächiges Verlegen ohne Versatz
    - Vielzahl von Kreuzfugen
    - Durchgängig Diagonalfugen an den Fensterecken
    - Kein schräges Zuschneiden der Dämmplatten unter den Fensternbaenken, stattdessen nachträgliches Ausschäumen mit Schaum.
    - Fugen nur im vorderen Bereich (ca. 3 cm) der Fugen ausgeschäumt
    - Verwenden eines B2 Schaumes anstatt B1-Schaumes insbesondere auch im Bereich der Elektrik

    Ich habe ein paar großflächige und ein paar Detailbilder beigefügt.

    Was meint ihr? Ist das ganze nach den anerkannten Regeln der Technik im System Knauf angebracht? Sind die einzelnen Kritikpunkte zu Recht erfolgt?

    Es gibt Anwendungsvorschriften von Knauf, die mir der Architekt zur Verfügung gestellt hat. Sofern ihr die benötigt, lade ich die euch noch hoch.

    Vielen Dank für Eure Einschätzungen.
     

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  2. #2 ProfiPfusch, 08.05.2023
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    Hab schon deutlich schlimmeres gesehen. Top-Notch ist das natürlich trotzdem nicht.
    Viel interessanter wäre ob die Platten ausreichend Verbund (Klebefläche mind. 40% der Platte) zum Mauerwerk haben
     
  3. #3 VollNormal, 08.05.2023
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    Hat das Unternehmen extra für dein Haus alle Reste von den anderen Baustellen zusammengesucht?

    Und, hast du da schon mal reingekuckt? Der Architekt hat sich seine Kritikpunkte nicht herbeiphantasiert.
     
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  4. #4 lyrical, 09.05.2023
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    Ja. Da habe ich reingeschaut. Die Art der Verlegung wird dort grundsätzlich anders beschrieben, so dass die Kritik des Architekten zunächst plausibel erscheint. Der ausführende Betrieb meint, dass die Vorschriften in der Praxis für "die Katz" seien und Abweichungen daher okay sind. Einen Ausschnitt der Anwendungsvorschriften hab ich beigefügt.
     

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  5. #5 VollNormal, 09.05.2023
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    Ist das so vertraglich vereinbart? Oder war der Auftrag "Mach da mal deine ganzen Dämmstoffreste kreuz und quer an die Wand"?

    Als Jurist weißt du doch wie es geht: Schreib eine Mängelrüge und fordere die Beseitigung des Mangels in angemessener Frist.
     
  6. #6 lyrical, 09.05.2023
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    Ja, das ist vertraglich vereinbart. Wie eine Mängelrüge geht, ist schon klar.

    Es geht eher darum, ob überhaupt Mängel vorliegen. Insbesondere, ob die einzelnen gerügten Punkte tatsächlich als Maengel zu qualifizieren sind oder noch als anerkannte Regeln der Technik zu akzeptieren sind.
     
  7. #7 Tilo, 09.05.2023
    Zuletzt bearbeitet: 09.05.2023
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    Hallo
    Der Dämmstoff von Paroc , ist das denn dann noch System - Knauf ? Ich bestelle mir sonst gern immer einen Anwendungstechniker auf die Baustelle, die Verarbeitungvorschriften dazu und dann kann das schön ausdiskutiert werden.
    Die Plattenabmessungen sind natürlich klein, trotzdem sind die Platten im Verband anzuordnen. Kreuzfugen sind durch Stossversatz zu vermeiden. Kommen zusätzlich zur Verklebung noch Dübel rein ? Auf Grund der Abmessung der Dämmplatten war ein hoher Fugenanteil von Anfang an bekannt. (Wärmeschutznachweis)
     
  8. BaUT

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    In der Praxis ist es auch nicht üblich für Pfusch den vollen Werklohn zu zahlen!!!
     
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    Na sicher sind das alles Mängel...

    Ham wir schon imma so jemacht!
    Macht doch jeda so!
    ... ist kein Freibrief auch so zu pfuschen!
     
  10. #10 lyrical, 09.05.2023
    Zuletzt bearbeitet: 09.05.2023
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    @Tilo System Knauf bedeutet m.E. nicht zwingend, dass die verwendeten Komponenten von Kanuf sein müssen. Es muss aber m.E. jedenfalls eine explizite Freigabe oder Empfehlung des Systemherstellers vorliegen. Der Nachweis wurde bisher nicht erbracht. Was ich aber zwischenzeitlich weiss, ist, dass Paroc von Knauf in Dtl. vertrieben wird.
    Es soll auch alles noch verdübelt werden, wobei mir hier unklar ist, wie das bei der ganzen Kleinstückelung erfolgen soll!?
    Der Anwedungstechniker von Knauf als Vertragspartner des Herstellers war schon da. Er hat sich aber eher zurück gehalten mit seinen Aussagen. Das was er gesagt hat, fand ich aber in Teilen fraglich. Er meinte auch mehr oder weniger, dass die Anwendungsvorschriften von Theoretikern erstellt werden und nur in Teilen praxistauglich sind und insgesamt wohl noch ein gewisser Rahmen (den ich ehrlich gesagt nicht erkennen kann) eingehalten sei. Er wird dem Unternehmer einen Bericht zukommen lassen.
     
  11. BaUT

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    Möchtest du jetzt deinem Architekten in den Rücken fallen und den Dämmungspfusch für die Handwerker gesund beten?
     
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  12. #12 lyrical, 09.05.2023
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    Ich möchte eine fachgerechte Ausführung. Und was fachgerecht ist, darüber lässt sich oft streiten. Deswegen wollte ich mehrere Meinungen zu den einzelenen gerügten Mängeln einholen. Der Anwendungstechniker sieht ja offensichtlich nicht alle gerügte Mängel als mangelhaft an. Wenn du zu den einzelnen Punkten also konkret etwas sagen kannst, wäre es super....Wie sieht es bsp. mit dem Ausfüllen der Fugen und Fensterbänke und dem hierzu verwendeten Bauschaum aus? Der Anwendungstechniker sagt - was auch so zutreffend ist- B2 Schaum sei bei EFH zulässig. Knauf empfiehlt in den Anwendungsvorschriften jedoch explizit B1 Schaum. Ist das Ausfüllen der Fensterbänke mit Schaum okay, oder muss hier der Dämmstoff schräg zugeschnitten werden?
     
  13. #13 VollNormal, 09.05.2023
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    Wenn der Unternehmer der Meinung ist, seine Abweichungen von den Anwendungsvorschriften seien in Ordnung und gleichwertig, dann soll er das doch bitte nachweisen. Die oben genannte Katze wird das nicht für ihn tun ...

    Bis zur Abnahme ist er in der Beweispflicht, dass sein Werk mangelfrei ist.
     
  14. #14 driver55, 10.05.2023
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    Es reicht doch schon der Blick auf die Dämmung bei den Fensteröffnungen…
    Nein, nicht fachgerecht!
    (Wenn ein solch offensichtlicher und eigentlich einfacher Punkt nicht eingehalten wird, wird der Rest (Verklebung, Fugen, Stückelung ist ja zu sehen…) auch nicht besser sein.)
     
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  15. BaUT

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    Es wird Risse geben in den Fensterbankecken und es wird vermutlich auch Verfleckungen im Putz geben wegen ungleichmäßiger Trocknung
     
  16. #16 Gast 85175, 11.05.2023
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    Gast 85175 Gast

    bei uns wird aktuell am EFH ein WDVS mit Steinwolle (Starke 160mm) angebracht. Die Durchführung soll nach dem System Knauf erfolgen. Verwendet wird die Paroc Fas 10cc Platte.
    Das ist natürlich großer Unsinn. Es gibt eine zu dem System eine bauaufsichtliche Zulassung und die ist indirekt Gesetz. Wer von den Zulassungsbestimmungen abweicht, hat keinen Nachweise mehr für Brandschutz und Standsicherheit. Der Brandschutz ist an dem EFH das stumpfere Schwert, der ist da wohl nur vertraglich geschuldet aber nicht vorgeschrieben. Bei der Standsicherheit siehts anders aus, die muss gemäß Landesbauordnungen ohne wenn und aber gewährleistet sein und das Nachzuweisen geht bei solchen Bauarten nach Zulassung halt nur über die Zulassung, die erlischt wenn man die Bedingungen nicht einhält...

    Detail | DIBt - Deutsches Institut für Bautechnik

    In der Zulassung steht unter 2.1.1.2 sogar eine "Volamit 040" ganz am Ende der Tabelle, wenn es die Platte war ist alles gut, wenn nicht braucht es einen Nachweis der Gleichwertigkeit. Freigeben oder empfehlen kann man da jedenfalls nichts, auch der Systemhersteller nicht, der kann nur die Gleichwetigkeit bestätigen (und nur der kann das, sonst niemand).

    Da gilt Nr. 3.2.4.5.1 der Zulassung

    Für diese eigenwillige Verlegetechnik mit den Platten "Hochkant" gilt auch die Nr. 3.2.4.5.1, das ist so ganz unabhängig vom Fugenbild nicht zulässig.

    Den B2-Schaum finde ich persönlich eine minderschwere Sünde, also da hätte ich jetzt am EFH keine Bedenken bezüglich des Brandschutzes. Bezüglich des Wärmeschutzes aber hier und da schon...
    Rein Formal betrachtet gilt auch hier die "5mm-Regel" aus 3.2.4.5.1, ich würde das in dem Fall aber eher am Wärmeschutz festmachen, wenn es da hinten keine "Wärmebrücke" gibt die man jetzt nur vorne mit Schaum verdeckt hat, dann wäre es mir persönlich egal ob unter dem Fensterbank MiWo oder Schaum ist...

    Da hat er in Bezug auf den baurechtlichen Brandschutz recht. Ob nicht doch der B1 Schaum vertraglich geschuldet ist (es muss dazu nur die entsprechende Brandschutzklasse vereinbart sein, dann kann man sich halt nicht mehr damit rausreden es sei ja nur ein EFH), das sehe ich von hier aus nicht, das müsste aber der Planer wissen...
     
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